Die Erklärung meiner Philosophie
Kürzestphilosophiegeschichte. Der bedeutendste Philosoph vor Platon war, wie dieser selber sagte: Parmenides, der Begründer der Seinslehre (Ontologie - eher wissenschaftlich orientierte Leute würden vielleicht sagen: Pythagoras, und eher religiös orientierte Leute würden vielleicht sagen: Xenophanes; sicher erwähnen muss man auch Empedokles, der erste philosophische Systematiker, welcher die Elementenlehre begründet hat [Erde, Wasser, Luft, Feuer - mit zwei Kräften dazu: Liebe und Streit, eine Lehre, die bis in die frühe Neuzeit, zu den Anfängen der neuzeitlichen Physik und Chemie, gültig war] - aber item). Sokrates/Platon und Aristoteles bildeten die Klassik der griechischen Antike. Platon vertrat das Gute als höchste Idee (in seiner Ideenlehre), Aristoteles - darin Konfuzius folgend - eine Tugend der Mitte*. Er gilt als Begründer der klassischen Logik und der systematischen Wissenschaft. Im Spätgriechentum (Hellenismus) tauchten die drei Untergangsphilosophien auf: der Skeptizismus (Wahrheitsverleugnung), der Stoizismus (Gleichgültigkeit) und der Epikureismus (Lust- und Launeprinzip). Insgesamt ist die (griechische) Antike ein wundervoller Mikrokosmos der Philosophie (inkl. der chinesischen Philosophie, notabene [Konfuzius, Laotse, Mozi, Menzius und andere]). Die Römer traten in der Philosophie nicht allzu gross auf - der bedeutendste römische Philosoph ist Cicero. Justin der Märtyrer verkündete im frühen Christentum, dass der Christus der ganze Logos sei (d.h. die ganze Essenz der griechischen Philosophie [und der Weltweisheit überhaupt sowie der Vernunft Gottes]). Augustinus war der bedeutendste christliche Philosoph in der Scholastik (frühes Mittelalter), Thomas von Aquino nahm diese Rolle in der Scholastik ein (spätes Christentum). Mit der humanistischen Philosophie der Renaissance gab es einen entscheidenden ideologischen Wandel (Petrarca, Mirandola, Erasmus von Rotterdam). Jedoch legten zuvor schon christliche Philosophen die Grundlage für die neuzeitliche Wissenschaft, welche mit Kepler, Galilei, Newton und anderen Gestalt annahm. Die Wissenschaftstheorie dazu lieferten jedoch Philosophen wie Bacon (Empirismus, mit experimenteller Methode) und Descartes (Rationalimus, mit mathematischer Beweisführung - der Empirismus, welcher von der (experimentellen, induktiv bzw. aufgeschlossen zu ergründenden) Erfahrung ausgeht, und der Rationalismus, welcher von ewig vorgegebenen (mathematischen, deduktiv bzw. abgeleitet zu erfassenden) Wahrheiten ausgeht, sind zwei gegensätzliche Philosophien, welche aber gemeinsam [quasi dialektisch] die neue Wissenschaft begründet haben). In der Zeit der Aufklärung wurde die Französische (Bürger-) Revolution vorbereitet (Montesquieu, Voltaire, Rousseau [bedeutend ist auch der Voraufklärer Locke]). Kant und Hegel führten den deutschen Idealismus an. Kants Philosophie gipfelte im höchsten/strengsten ethischen Satz (Kategorischer Imperativ - wonach das Handeln immer einer allgemeinen Gesetzgebung standhalten sollte [Behauptung einer objektiven Ethik]), Hegels Philosophie im dynamischen Prinzip der Dialektik (mit These, Antithese und Synthese). Nietzsche leitete die bis heute andauernde Kulturkritik ein (Kritizismus). Im selben 19. Jahrhundert entstanden auch der Existentialismus (Kierkegaard) und die Analytische Philosophie (mit Freges formalistischer Logik, später dem neopositivistischen Wiener Kreis und schliesslich der Analytischen Philosophie der Sprache, des Geistes und des Bewusstseins [Analytizismus]) - und damit die drei Hauptrichtungen des 20. Jahrhunderts (bis dato [es soll nicht verschwiegen werden, dass an dieser ganzen Entwicklung nicht nur die westliche Philosophie beteiligt war, sondern bedeutend bis entscheidend auch die chinesische Philosophie, die bereits erwähnt wurde, aber auch etwa die indische und die arabische Philosophie (die afrikanische Philosophie könnte in Zukunft eine bedeutendere Rolle spielen, und Afrika ist natürlich die Wiege der menschlichen Kultur, d.h. auch von Religion, Philosophie und Wissenschaft)]). Heutige Tendenzen sind in der Philosophie schwierig auszumachen, vielleicht stehen zwei Richtungen im Vordergrund: männliche Longtermisten (Parfit, Bostrom, Land, Ord, MacAskill) und weibliche Antiautoritaristinnen (Arendt, Weil, Haraway, Butler, Von Redecker). Im Allgemeinen scheint die Philosophie jedoch derzeit ein bisschen einzuschlafen und wenig Interesse zu zeigen, sich mit den schwierigen Weltproblemen dieser Zeit zu befassen und starke Positionen zu beziehen in dieser Zeit von Fake News, Post Truth und Weak Thought. Erstaunlich gering war bisher auch etwa der Einfluss der Ökophilosophie (Bookchin, Shepard, Lovelock, Naess, Jonas, Singer, Shiva [Begriffsbegründung von Haeckel] - es gibt zwar ein paar weitere, heutige Philosophen und Philosophinnen, die auch ökologische Positionen vertreten, aber doch eher selten vordergründig oder gar hauptsächlich).
* Tatsächlich gab es in der Antike eine solch erstaunliche Übereinkunft zwischen Ost und West (wie man sie seit der Kirchenspaltung im Mittelalter [1054] nie mehr gesehen hat). Unsere Zeit könnte und sollte das eigentlich überwinden. In diese Übereinkunft stimmte übrigens auch der Christus Jesus ein - mit seinem Gottesreich mitten unter uns (bzw. in unserer Mitte).
Allgemeine Lektüre-Empfehlungen zur Philosophiegeschichte. Ich empfehle hier nicht einzelne Werke von einzelnen Philosophen, sondern - v.a. für Einsteiger - Bücher zur Philosophiegeschichte: 1. dtv-Atlas zur Philosophie (kurz, übersichtlich), 2. Weischedel und/oder Spierling (biografisch, kurz), 3. Russell, Höffe und/oder Hirt (je relativ kurz und bündig) oder auch Helferich oder Störig (ein kleines bisschen ausführlicher).
Ich habe mein eigenes philosophisches System begründet, weil ich - als ich mich für Philosophie zu interessieren begann - in der zeitgenössischen Philosophie, der ich aus verschiedenen Gründen, sehr kritisch gegenüberstehe, keinen Halt gefunden habe (auch in der Wissenschaft nicht, die - v.a. in der Astrophysik [aber teils auch in der subatomaren Teilchenphysik] - eine immer groteskere und dunklere Form annimmt heute [Dunkle Materie, Schwarze Löcher, Ende des Universums, Paralleluniversen, Aliens, usw. usf., etc. etc., und nichts von alledem ist wirklich bewiesen (wie es in der Wissenschaft ja eigentlich sein sollte, die ja eigentlich weder ein Fantasygebäude, noch eine rein mathematische Matrix, welche sich völlig von der realen Grundlage entfernt hat, sein sollte; zu viel Spekulation in der Wissenschaft bedeutet vielleicht eben auch, dass es wieder Zeit ist für (wahre) Philosophie - nicht dass sie die Wissenschaft ersetzen sollte, sondern: dass sie der Wissenschaft helfen sollte, auf das nächste Level zu kommen]). Ich nehme an, dass die ganze Verdunklung der Kultur in dieser Zeit zu tun hat mit dieser heutigen Pseudowissenschaft (die über alle Ränder hinausdenkt, ohne mehr zu einem vernünftigen Nenner zu finden, und gleichzeitig die Frage nach einer Übertechnisierung und einem Verlust der menschlichen Kultur aufwirft).
Was ist Philosophie? Auf diese Frage scheint es viele verschiedene Antworten zu geben. Ich betrachte Religion, Philosophie und Wissenschaft als gleichbedeutend (ich habe durchaus auch eine positivistische Einstellung zur Wissenschaft, allerdings ist die heutige Wissenschaft noch weit davon entfernt, alle Phänomene fair behandeln zu können - und das wird wohl auch so bleiben, solange man da in der reinen Subjekt-/Objektscheidung verhaftet [oder gefangen] ist [was halt einfach die Grundlage der neuzeitlichen Wissenschaft ist]). Meine Antwort (als systematischer Philosoph): Philosophie ist die Disziplin, in welcher ein Überblick ebenso möglich ist wie die Ergründung und Darstellung der Zusammenhänge - letztlich sollte sie ein bzw. das Weltbild liefern (in welches die Religion und die Wissenschaft [sowie auch alle Ideologien innerhalb der Philosophie] adäquat eingebettet sind).
Wozu überhaupt Philosophie? Viele Leute verstehen den Sinn der Philosophie nicht - insbesondere in unserem wissenschaftlichen bzw. technischen Zeitalter. Ernsthafte Philosophie hat relativ wenig zu tun mit dem, was sich die Leute gemeinhin darunter vorstellen. Vielmehr war es die Philosophie, welche immer wieder die Menschheit gerettet hat, sei es in der Antike (mit der Begründung der Philosophie, aus dem religiösen Polytheismus heraus), sei es im Mittelalter (auch mit dem Christus Jesus, notabene! [denn ja: es ist sehr viel Philosophie in ihm - ich sage nur: Platon, Aristoteles, Konfuzius, Laotse, Mozi]), sei es in der Neuzeit und deren Moderne, durch die Wissenschaftstheorie, welche aus der Wissenschaft erst das gemacht hat, was sie dann später geworden ist. Die Philosophie hat u.v.a. die neuzeitliche Wissenschaft, die (Soziale) Marktwirtschaft oder den Völkerbund (für den Frieden in der Welt) begründet (Bacon/Descartes, Smith [ein Moralphilosoph!], Kant). Die ganze heutige Zeit und das ganze heutige Paradigma bestehen - im Guten wie im Schlechten - zu einem sehr grossen Anteil aus... Philosophie.
Ich habe vor 30 Jahren damit begonnen, mich bedeutender für Philosophie zu interessieren. Ich habe dann sehr viele Bücher in den Bereichen der Philosophie, Wissenschaft und Religion, inkl. Mystik und Esoterik, gelesen und ein eigenes philosophisches System bzw. Weltbild begründet. Wie kommt man dazu? Die zeitgenössische (kritizistische und analytizistische) Philosophie konnte mir keinen Sinn und Halt vermitteln, und ich habe darin keinen grossen Wert für die Zukunft gesehen, und daher habe ich beschlossen, meine eigenen Philosophie zu machen (das war nicht wirklich ein konkreter Entschluss, sondern eine Entwicklung, die sich aus verschiedenen Gründen so ergeben hat). Und warum macht das sonst niemand? Weil es sehr aufwendig (sprich: arbeitsintensiv) und sehr komplex (sprich: denklastig) ist.
Die Aufarbeitung und Neubearbeitung der Philosophie ist eine ewige Menschheitsaufgabe, und ich denke, man ist verpflichtet, das zu tun, wenn man das tun kann und niemand sonst das machen will. Eigentlich wäre das ja die Aufgabe der Universität(en). Aber sie scheinen derzeit nicht gross an der Zukunft, oder auch schon nur der Gegenwart, interessiert zu sein. Ihre Hauptrichtungen stammen allesamt aus dem 19. Jahrhundert (Kritizismus, Existentialismus, Analytizismus - und sie liefern wenig bis gar keine echten Resultate).
Das eigentliche heutige gesellschaftliche Weltbild und Paradigma ist natürlich das ökonomisch-szientifistisch-technologische Paradigma, und das hat uns in grosse und zunehmende Probleme geführt (Ökoproblem, Superwaffen, Kulturverlust). Mir scheint es, dass wir in der langen Frist alleine auf diesem Weg nicht mehr weitermachen können. Meine Philosophie will jedoch nichts abreissen, sondern nur gewisse Dinge (er-) klären und einen (besseren) Gesamtzusammenhang herstellen, damit man auch in der Demokratie die richtigen Entscheidungen treffen kann (denn in der [Direkten] Demokratie soll sich ja alles entscheiden: unser wirtschaftliches Aufkommen, unsere ideologische Ausrichtung und unser Verhältnis zur Technik, u.v.a.). Meine Philosophie sehe ich als einen Beitrag zur Neuausrichtung. Sie sagt nicht: keine Ideologie (wie es heute im Trend ist), sondern alle Ideologien... sind wahr. Was nicht bedeutet, dass es nicht auch eine gewisse Gewichtung gibt (die dann letztlich eben [direkt-] demokratisch aufzulösen ist).
Was ist denn nun aber meine Philosophie? Der Kernpunkt meiner Philosophie liegt in der Systematik vom (Da-) Sein, wie ich das bezeichne, einem philosophischen Schichtenmodell mit fünf Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln (sowie Gut- Handeln und Nicht-Handeln). Ein Schichtenmodell bildet eine evolutionäre Entwicklung ab. Ich sage damit, dass das Sein der Urgrund der Welt ist, und dass das Seiende letztlich auf das (menschliche) Handeln hinausläuft (gerade übrigens, wenn man ein kritisches Menschenbild hat, sollte man die grosse Verantwortung, welche die Menschen in der Welt haben, sehen und betonen). Die Systematik bildet auch die Entwicklung vom Sein (1. Dimension) über das Dasein (1. und 2. Dimension) bis zum Bewusstsein (3.-5. Dimension - d.h. dem Ich-Bewusstsein [sowie dem Bewusstsein vom Bewusstsein (Selbstbewusstsein), und dem Bewusstsein vom Bewusstsein vom Bewusstsein (Allbewusstsein - dito)])
Ebenfalls zu meiner Beschreibung des Aufbaus der Welt gehört ein Modell des Urprozesses und der Weltstruktur - neben oder hinter dieser Systematik vom (Da-) Sein (das ist hier nicht genauer erklärt).
Das Glauben steht für mich im (menschlichen) Zentrum, und damit meine ich nicht bloss ein religiöses Glauben bzw. ein religiöser Glauben, sondern das Glauben als Gewichtung unserer Ausrichtung (mit seiner ganzen Anbindung zu unserem Wertesystem bzw. Werturteil, zu unserem Fühlen und zu unserem Empfinden [meine Philosophie und mein philosophisches System können religiös, atheistisch oder auch agnostisch gelesen und interpretiert werden]) - wobei das Glauben ja eine doppelte Funktion übrigens hat. Einerseits geht es dem Denken voraus, andererseits wird aber auch das Wissen selber wieder zum Glauben. Es bedeutet nicht nur Nicht-Wissen, sondern auch Gewissheit. Wir können etwas glauben, weil wir es nicht besser wissen, aber auch, weil etwas für uns gewiss ist (so gesehen wird auch die Wissenschaft teilweise oder sogar grösstenteils wiederum zu einem Glauben [welches dem Denken vorausgeht]). Letztlich kommt es aber auf das Handeln an, gerade in der (Direkten) Demokratie, welche ja auf Volks- wie auf Einzelverantwortung beruht.
Zum Grundverständnis weiteren meiner Philosophie gehört sehr wesentlich auch die Formulierung von ewigen Menschheitsziele, welche ich in der Wirtschaftsproduktivität, in der Sozialgerechtigkeit und in der Umweltverträglichkeit sehe. Diese ewigen Menschheitsziele kommen bereits in der ersten Fassung meiner Systematik vom (Da-) Sein in meinem ersten Buch vor (in der fünften Ebene der fünften Dimension der Grundsystematik), ohne dass ich sie damals schon als solche spezifiziert habe. Die Bestimmung von Menschheitszielen scheint mir eine sehr wichtige Sache in der Philosophie zu sein - ebenso ist es eine neue Sache. Es kann der Menschheit dienen als Grundorientierung und dem Individuum, insbesondere jenen, die Mühe haben einen eigenen Sinn in ihrem Leben zu sehen, als Orientierung überhaupt (ich sehe diese drei Punkte übrigens letztlich apolistisch, d.h. das sind für mich nicht spezifisch linke oder rechte - sondern: menschliche - Anliegen [und Ziele - auch Ziele, die sich nie ganz verwirklichen lassen, sondern stets von neuem angestrebt werden müssen, wie das bei Idealen grundsätzlich und immer der Fall ist]).
Damit ist meine Philosophie kurz, knapp und grob umrissen, erklärt und deklariert (natürlich gibt es zu all diesen Faktoren in einer tieferen Analyse weitere Überlegungen und Erklärungen - das findet sich in meinen Büchern).
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Und dies: Relativierungen und Revidierungen. Es gibt drei Dinge, die ich dazu anführen möchte. Ich muss die gesamte Esoterik in meinen Büchern revidieren. Die Gedanken, welche ich zu kommenden religiösen Figuren gemacht habe, aus esoterischen Erwägungen heraus, sind entstanden aus dem Einfluss der Esoterik von Autoren wie Rudolf Steiner, Benjamin Creme und anderen, wie auch etwa dem Philosophen Charles W. Morris und dessen Thema der Weltreligion. Einer solchen Esoterik kann man vorwerfen, dass sie zu spekulativ ist - das ergibt sich alleine schon daraus, dass praktisch alle unsere Gedanken zur Zukunft bloss spekulativ sein können. Ich habe nie gesagt, dass dies prophetisch zu verstehen sei. Es ist ganz einfach nur Esoterik (im Sinn einer vagen Ahnung von etwas). Ich bin ein Philo-, Poly- und Pansoph, kein Prophet. Ich sage auch nicht, dass das alles falsch ist, was ich da gesagt habe, aber es ist eben bloss eine esoterische Erwägung und als solche zu betrachten (und ich denke, dass wir die westliche Rezeption von ötlichen Religionen kritisch betrachten sollten - die östliche und die westliche Religion zusammenzuführen dürfte ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen sein [wohl aber ist eine Weltreligion denkbar, welche beide (und alle) religiösen Erscheinungen als ein Faktor des menschlichen Wunsches und Verlangens nach einer innerlichen Erfahrung vom Ewigen versteht]). Philosophisch sehe ich das heute kritisch. Ein zweiter Punkt, den ich revidieren muss, ist meine Forderung nach der Ausrichtung der Wissenschaft - wonach die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften soziologisch, die Natur-, Technik- und Ökowissenschaften ökologisch auszurichten seien. Die Philosophie kann keine solche Forderung an die Wissenschaft stellen, sie kann überhaupt keine Forderung an die Wissenschaft stellen. Die Religion ist verrückt (in einem positiven wie in einem negativen Sinn), die Wissenschaft ist frei (im Sinn davon, dass sie keinerlei philosophische Einschränkungen gelten lassen muss [wenn sie nicht will]) - das muss die Philosophie akzeptieren. Das heisst nicht, dass sie sich keine Gedanken zu diesen Bereichen machen kann, aber die Wirkung der Philosophie ist beschränkt, und sie sollte sich v.a. auf sich selber konzentrieren. Und ewige Menschheitsziele kann ich nur - aber immerhin - in der Philosophie behaupten. Ich ziehe mich wieder zurück auf die reine Philosophie, von welcher ich ausgegangen war - aber es war interessant diesen Lernprozess zu machen. Der dritte Punkt, welchen ich nicht revidieren, aber relativieren möchte, ist die Idee von der Weltregierung - auch hierzu gibt es bedeutende Bezüge etwa bei Albert Einstein, Haile Selassie, Garry Davis* und anderen. Ich habe auch das also weder erfunden, noch irgendwie aus dem luftleeren Raum gezogen. Die Kritik hierzu betrifft eher die Zeit als die Idee. Ich sehe nicht eine Weltregierung nicht als Prinzip von oben herab, sondern in Kombination mit der Direkten Demokratie. So dass von oben her eine Weltregierung wirken würde und von unten her die Direkte Demokratie. In einem System, in welchem es auf jeder Ebene der Politik eine entsprechende Regierung geben würde, die für diese Ebene zuständig ist (lokal, regional, national, kontinental, global [wobei ich gesagt habe, dass ein EU-Beitritt der Schweiz eigentlich nur Sinn macht, wenn sie einen Sonderstatus zum Schutz der Direkten Demokratie dabei erhält]). Derzeit ist die Welt demokratisch zu wenig gut aufgestellt, und im Gegenteil steht ja die Demokratie sogar da in der Krise derzeit, wo man sich sicher mit ihr fühlte. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine faire Weltregierung. Und ich wüsste auch nicht, wer das heute zustandebringen sollte. Ich betrachte dies durchaus nachwievor als brauchbare philosophische Idee, aber ich zweifle sehr daran, dass unsere Zeit reif ist für die Umsetzung einer solchen Idee. Daher kann es gut sein, dass man sich vorerst noch anders behelfen muss, und dass dies vielleicht eine Idee erst für eine spätere Zeit ist. Summa summarum, an dem möchte ich festhalten: es gibt keine wahre Religion ohne Vernunft, es gibt keine wahre Philosophie ohne Verstand, und es gibt keine wahren Wissenschaft ohne Gewissen. [Im März 2026].
* Im Buch "World Government, ready or not!" (1984) führt Garry Davis im Abschnitt 'Statements of Heads of State Concerning World Order/Law' Zitate aus Reden zu diesem Thema an, speziell aus den Jahren zwischen 1963 und 1965 (dies von folgenden Personen: Churchill [sein Zitat stammt aus dem Jahr 1945], Lemass, Senghor, Namgyal, Gerhardsen, Pearson, Krag, Margai, Hussein I., Kenyatta, Shazar, As-Sabah, Arif, Kittikachoom, Karame, Werner, Diaz Ordaz, Rainier III., Shah Deva, Holyoake, Radhakrishnan, Macapagal, Wahlen, Nyerere, Same, Carter, Balewa, Gursel, Wilson, Stambolic, Kennedy, Faysal, Williams, Johnson, Khan, Erlander [einige der berühmtesten Zitate dazu, etwa von Einstein oder Selassie, sind hier gar nicht dabei]). Dem vorausgegangen ist weltpolitisch die Kubakrise (1962), welche als grösste Krise im Kalten Krieg gilt (in welcher die Welt stärker als je sonst von einem Dritten Weltkrieg bedroht gewesen sein soll).
Ein alter bzw. früherer Kollege, der sich mittlerweilen mit Schamanismus beschäftigt, schrieb mich einmal an und fragte - einigermassen vorwurfsvoll, wie mir schien - woher nehmt ihr Philosophen denn eigentlich eure Wahrheit? Eigentlich hätte er Weisheit sagen müssen, aber er sagte Wahrheit. Aber woher nehmen denn wir Philosophen unsere Weisheit? Zuerst müsste man anmerken, dass wir sie nicht haben, sondern bloss suchen, denn wir sind nicht Weise im altertümlichen Sinn, sondern bloss Weisheitsfreunde bzw. Freunde der Weisheit - denn das heisst: Philo-soph. Woher nehmen wir Philosophen also unsere Weisheitsfreundschaft? Man kann vermutlich nichts anderes sagen als: aus der eigenen (Lebens-) Erfahrung. Es gibt in der Philosophie keine Institution wie sie die Religion (mit der Kirche) und die Wissenschaft haben (denn die Universität ist längst eine Institution der Wissenschaft, nicht mehr der Philosophie [wie die alte Akademie - eine philosophische Schule kann es nur für eine bestimmte Richtung geben, nicht für die ganze Philosophiegeschichte; ich sehe die Universitäten als bedeutende Verwalter philosophischer Schriften, aber nicht als eine Institution, welche eine ausgesprochene Freundschaft zur Weisheit pflegt (anfangs war es noch so, dass die Philosophie das zentrale Fach in den Wissenschaften war, und dass sich Wissenschaftler fast selbstverständlich auch für Philosophie interessierten, aber diese Zeiten sind längst vergangen, und heute interessieren sich die wenigsten Wissenschaftler noch für Philosophie)]). Der Philosoph lebt also quasi von seiner eigenen Erfahrung. Das kann bedeuten, dass er trotz all der mehr oder weniger intelligenten Schriften der Philosophie auch mal über das Ziel hinausschiessen kann. Das sind auch Erfahrungen, die einen zu weisheitsfreundlichen Schlüssen führen können. Mir wurde in meinem Leben weder die Philosophie, noch die Wissenschaft, noch die Religion, in die Wiege gelegt (meine beiden Grossväter waren Handwerker, mein Vater war Kaufmännischer Angestellter im Automobil- und Kleinunternehmer im Immobilienbereich, und ich selber habe meine berufliche Laufbahn als Sportjournalist begonnen [was ich u.a. nach und wegen der schlimmen Tour de Farce 1998, dem grössten Dopingskandal der Sportgeschichte, abgebrochen habe] und meine Eltern waren/sind relativ bis sehr ungläubige Menschen [es gab in meinem früheren Leben eine Bekehrung zum Christus durch einen Kollegen, welcher ein Pfarrersohn war], und ich kam erst mit 18 Jahren zur Literatur [am Gymnasium] und mit 30 Jahren zur Philosophie [nach der Universität, d.h. dem abgebrochenen Studium der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften]), sondern ich musste alles selber erfahren, erleben und beurteilen. Daher ist es vielleicht nicht so erstaunlich, dass ich erst nach 30 Jahren - und vielen Irrungen und Wirrungen - zu wirklich umschaulichen Erkenntnissen kommen kann. Es gibt auch in meinem ersten Buch bereits viele wertvolle Gedanken, wie auch in meinen anderen bisher publizierten Büchern, und das Ganze ist eine stetige Entwicklung, aber richtig umschaulich kann es erst heute sein und werden (bzw. so umschaulich, wie es mir möglich ist). Das sind philosophische Bekenntnisse. Ich möchte auch nichts missen, weder die Engelchen und Teufelchen in meinem geistlichen Universum, noch den Wunsch nach einer besseren, höheren und ehrlicheren Wissenschaft, aber eben: man muss das Ganze und die Philosophie auch richtig betrachten.
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Eine kleine Übersicht über die Ethik in der Philosophie. Die Ethik ist wahrscheinlich die schwierigste Überlegung in der Philosophie (welche nach mir aus den Teilgebieten der Metaphysik, der Systematik, der Logik, der Ethik und der Politik besteht) - jedenfalls mir ist sie am Schwierigsten gefallen. In der Antike gibt es drei verschiedene Konzepte. 1. Das Sein. Der antike griechische Philosoph Parmenides gilt mit seinem Büchlein "Peri physeos" (dt. Über die Natur, oft auch: Über das Sein), als Begründer der Ontologie, mit dem Satz: Nur das (bzw. Alles) Seiende ist, und es gibt kein Nichtseiendes. Er sprach vom Ganzen (Sein) und den Meinungen der Menschen. Der Schluss daraus liegt nahe: das Sein (Ganze) zu anerkennen, wie es halt eben ist bzw. alles zu anerkennen, was und wie es ist. 2. Das Gute. Für Platon, vielleicht den bedeutendsten Philosophen überhaupt, ist das Gute in seiner Ideenwelt die höchste Idee (vertreten hat er dies in seinem Werk "Politeia" [dt. Über den Staat]). Die Frage, was denn genau das Gute genau sei, bleibt zwar offen, aber er verweist (im selben Buch) auf die Gerechtigkeit, welche nach ihm die höchste Tugend ist. 3. Die Mitte. In der Antike gab es aber auch eine erstaunliche ethisch-moralische Übereinkunft für eine Tugend, die auf die Mitte zielt. Sie scheint von Konfuzius zu stammen (in dessen Büchlein "Lun yu" [dt. Gespräche]), wurde aber ebenso von Aristoteles wie später auch von Jesus Christus vertreten (mit dessen Vorstellung vom Reich Gottes mitten unter uns [eine typische Aussage vom Menschensohn, natürlich]; interessant sind bezüglich eines vermittelnden Ausgleichs zwei weitere frühere griechischen Philosophen: Anaximander und Alkmaion - aber dies nur am Rande). In der Antike finden wir also quasi eine Moral vom Sein über das Gute zur Mitte. Das Gute ist das ethische Ideal, die Mitte dagegen eine realistische Auffassung für das menschliche Leben. Das Gute kann, wenn es übertrieben wird zum Bösen, Schlechten oder Falschen führen, die Mitte schützt vor den Extremen. Wir könnten nun diese drei verschiedenen Anteile in Sechsteln [3, 2, 1] bewerten, wobei verschiedene Gewichtungen entstehen (historisch [griechisch]: Sein-1, Gutes-2, Mitte-3)*. In den hellenistischen Untergangsphilosophien des Skeptizismus (Wahrheitsverleugnung), Stoizismus (Gleichgültigkeit) und Epikureismus (Lust-und-Laune-Prinzip) - je etwas überspitzt formuliert, vielleicht, aber trotzdem - finden wir Positionen, die gesellschaftlich schwierig sind. Im Mittelalter herrschte sozusagen die christliche Ethik. Was ist überhaupt die christliche Ethik? Sie liegt in Glauben, Hoffnung und Liebe, wobei die Liebe - nach der paulinischen Theologie - die grösste ist. Zur christlichen Liebe muss man sagen, dass beim Christus selber sowohl von Nächsten- wie auch von Selbstliebe die Rede ist. Fundamental ist aber eigentlich der Glaube daran, dass der Christus die Macht hat, die Sünden zu vergeben. In der Neuzeit wird es problematisch mit der Ethik. Denn hier geht es um die Wissenschaft, und die bringt selber gar keine Ethik hervor. Es gibt zwar in der modernen Philosophie ethische Positionen wie den Konsequentialismus (bei Bentham, welcher sagte, dass es bei einer Handlung um die Folgen geht), oder die Deontologie (bei Kant, welcher gesagt hat, dass es bei einer Handlung um die reine Absicht geht), oder auch um eine Gerechtigkeit der Fairness bei Rawls (welcher zum Schluss kam, dass die Leute, wenn sie die Gesetze wählen müssten, ihre Position in der Gesellschaft aber nicht kennen würden, wiederum eine mittlere Position wählen würden [was Rawls als Fairness bezeichnet]). Aber das sind Einzelpositionen. Die Neuzeit kennt keine implizite Ethik, als bloss das Schaffen von Wissen, und das ist das grosse Problem unserer heutigen Zeit, welches sich in allen grossen Problemen dieser Zeit manifestiert (Ökoproblem, Superwaffen, Kulturverlust). Die Ethik ist das Ideal, die (Lebens-) Moral nach mir eine lebensnahere Auffassung (wir finden diesen Begriff etwa im Sportbereich, wo 'Moral' eine etwas andere, lebensnahere Bedeutung hat als in der reinen Ethik [da bedeutet sie etwa Kampfeswillen, Loyalität und Sportlichkeit/Fairness] - die Moral ist letztlich die Art und Weise, wie wir unsere Handlungen tatsächlich ausrichten [inkl. der ethischen Erwägungen]), und dann gibt es noch die Jurisprudenz. Diese finden wir nach dem Christus beim Gesetz und den Propheten. Daher sollten wir v.a. auch darüber nachdenken, warum, was und wie das Gesetz ist (in einem gerechten Staat/Volk - aber auch in einem ungerechten Volk/Staat), und warum die Propheten gekommen sind, als die Könige und das Volk die Gesetze nicht mehr eingehalten haben. Vielleicht ist aber auch das Nachdenken über ethische und moralische Fragen zu viel - dann kann ich empfehlen sich wenigstens bewusst zu sein über alles Schlechte in der Menschheit, was nach meiner Auffassung ist: Arroganz, Ignoranz, Impertinenz, Inkompetenz, Korruption und Mobbing.
* Interessant und aufschlussreich ist die Bewertung dieser Einstellungen nach ihren Zeiten und Umständen. Parmenides lebte in einer Zeit der grossen kultruellen Blüte (Entwicklung der Polis sowie Blütezeit der Kunst, Literatur und Philosophie). Das war also eine gute Zeit, und er entwickelte die Philosophie von allem. Merke: in einer guten Zeit ist es gut, alles zu berücksichtigen. Platon lebte in einer unsicheren und unentschiedenen Zeit: zwar gab es durchaus Wachstum und Entwicklung, aber auch Konflikte und Kriege (etwa zwischen Athen und Sparta). Es war auch die Zeit der Völkerwanderung, die von den Hunnen und Germanen in Europa ausgelöst worden war - also eine Zeit, deren Zukunft durch die neuen Konstellationen schwierig einzuschätzen war. Er entwickelte die Philosophie vom Guten. Merke: in einer unsicheren Zeit ist es gut, an Ideale zu glauben. Aristoteles lebte in einer schlechten Zeit. Es war eigentlich die gleiche Zeit wie bei Platon, aber Aristoteles lebte in einer Vorahnung von einer schlechten Zeit: so kritisierte er etwa die Jugend seiner Zeit sehr stark (und er spürte wohl bereits den kommenden Verfall der Klassik). Noch typischer ist das für die Zeit von Konfuzius - er lebte in der Zeit der Streitenden Reiche in China, welche begleitet war von Chaos, Krieg und Korruption - und Jesus, der in Israel/Palästina unter römischer Fremdherrschaft lebte, nach einer Zeit von fortlaufender, wechselnder Fremdherrschaft schon vorher (sowie der [Mit-] Regentschaft der korrupten Pharisäer). Sie alle sprachen von einer Philosophie der Mitte. Offenbar ist es also in einer schlechten Zeit nicht gut, oben oder unten, rechts oder links zu stehen - sondern: besser ist in diesem Fall die Mitte.
Was sage ich zur KI? Natürlich habe ich positive wie negative oder kritische Gedanken dazu. Das perfide an der KI ist nicht die KI selber. Das perfide an der KI ist, dass wir von einem gewissen Zeitpunkt an - eigentlich seit dem Veröffentlichungsdatum von ChatGPT im November 2022 (gegründet 2015)*, sicher aber seit etwa dem Jahr 2025 - nicht mehr sagen können, ob ein Text, ein Bild oder ein Video (künftig auch ein ganzer Film) von einem Menschen und/oder von einer KI erstellt wurde. Wir können nicht mehr abschätzen, welcher Anteil eines Werkes von der KI und welcher vom Menschen geleistet wurde. Das gilt auch für literarische sowie wissenschaftliche, philosophische und religiöse Texte und Bücher (!). Besonders in der Reliigon und in der Philosophie ist das natürlich sehr bedeutend. Sehr optimistisch gedacht, könnte man sagen: ja, jetzt kommt es halt nur noch auf den Inhalt an und nicht mehr auf den Autor oder die Autorin - aber ich denke doch, dass die Sache sehr viel komplexer sein und werden wird. Und das gilt ja nicht nur für neue Texte, sondern auch für die Übersetzung und Veränderung von alten Texten, denn die Sprache verändert sich ja dauernd und muss von Zeit zu Zeit angepasst werden. Die KI greift also nicht nur in die Zukunft ein, sondern natürlich auch in die Vergangenheit (manchen wird dann vielleicht erst bewusst werden, was die Vergangenheit überhaupt ist, und was sie eigentlich wert ist). Das ist natürlich wieder einmal weltbewegend, in einem nie vorher dagewesenen Mass - wie es schon etwa bei der Veröffentlichung des Internets (1991), bei der Erkenntnis des Ökoproblems (1972, vielleicht) und beim Abwurf der ersten Atombombe (1945) war.
* Erscheinungsdaten der ersten KI-Modelle (Chatbots) - ChatGPT (OpenAI): November 2022, Claude (Athropic): März 2023, DeepSeek (Limited Company): März 2023, Gemini (ehemals Bard, Google): März 2023, Meta AI (Meta): September 2023, Grok (xAI): November 2023 (Europas grösstes KI-Unternehmen ist Mistral in Frankreich).
Die Weltsituation würde ich derzeit als äusserst schwierig und ambivalent beschreiben. Wir haben heute zwei Seiten, die einander gegenseitig das Leben schwer machen. Auf der einen Seite haben wir die westlichen Demokratien, die nach vielen Jahrhunderten des Fortschritts in der Krise von einer bedeutenden Spaltung der Gesellschaft und vor schwierigen moralischen Fragen stehen, auf der anderen Seite haben wir diverse östliche Mächte, welche mit autoritären Strukturen an die Grösse ihrer alten Reiche anknüpfen wollen. Und irgendwie scheinen sich derzeit alle ein bisschen zu überschätzen. Es ist betrüblich, dass es auch nach zwei Weltkriegen noch immer keinen eigentlichen Weltfrieden gegeben hat - oder anders gesagt: spätestens seit dem Ersten Weltkrieg herrscht (ab 1914 also) in der Welt eigentlich ein dauernder, nicht endenwollender Weltkrieg (dessen dritte Spitze hoffentlich noch verhindert werden kann). Nach einem Weltkrieg sollte es eigentlich einen Weltfrieden geben, doch ein solcher hat bisher nie stattgefunden. Die Probleme der Zeit weisen eigentlich daraufhin, dass die Menschheit zusammenstehen sollte, um die schwierigen zukünftigen Probleme lösen zu können. Etwas anderes kann ein Philosoph in dieser Zeit vermutlich nicht sagen. Es gibt zwar Philosophen, die etwas zum Kriegsgeschehen gesagt haben (Sunzi, Machiavelli, Grotius), aber ich weiss nicht, was ein Philosoph dazu heute sagen sollte, insbesondere: wenn es etwas Neues oder Originelles sein sollte. Ein Philosoph arbeitet grundsätzlich an einer Friedensordnung (das heisst nicht, dass er ein Pazifist sein muss, aber trotzdem). Ich finde es sehr schwierig, dass der Ost-West-Konflikt noch immer nicht gelöst ist, während bereits der Süd-Nord-Konflikt immer mehr an Bedeutung gewinnt. In einer Zeit, in welcher zunehmend klassisch/traditionell positiven Begriffen negative Bedeutungen gegeben werden (und umgekehrt), muss man wohl darauf hinweisen, dass alle ideelle Chaotisierung letztlich dann doch eben halt an den Problemen dieser Zeit gemessen werden wird (und ob diese gelöst werden können oder nicht). Ich bin für den Erhalt der [Direkten] Demokratie, des Rechtsstaates und des Sozialstaates, der Sozialen Marktwirtschaft und der allgemeinen, utilitaristischen Wohlfahrt - trotzdem bin ich offen für alle Diskussionen zu den Problemlagen dieser Zeit, sei es im soziologischen oder im ökologischen Bereich [ich bin mir bewusst, dass Begriffe wie 'Direkte Demokratie' und/oder 'Soziale Marktwirtschaft', leider, nicht in der ganzen Welt gebräuchlich sind [und daher ist meine Position auch progressiv] - ich verwende diese Begriffe, weil sie den höchsten bisherigen Entwicklungen im jeweiligen Bereich zu entsprechen scheinen. Eine Abkehr von diesen Begriffen würde ich als grossen Rückschritt im Menschlichen betrachten. Und solche Rückschritte dürften sich letztlich als unzeitgemäss herausstellen. Dass diese Begriffe der heutigen und zukünftigen Komplexität nicht mehr gewachsen wären, ist für mich kein Argument: im Gegenteil sollten unsere Fundamente je sicherer sein, desto komplexer die Welt wird, und zu grosse Experimente sind meiner Meinung nach in diesem Bereich deshalb zu dieser Zeit zu vermeiden]). Es kommt dazu, dass es ja auch gar nicht bloss um ein einziges System geht, sondern wir haben verschiedene, ineinander verschachtelte Systeme: das kapitalistische System der Wirtschaft, das narzisstische System der Medien, das technologische System der Wissenschaften, das minimalistische System der Philosophie und das tendenziöse System der Religion (u.a.). Am vernünftigsten und ausgewogensten erscheint vielleicht sogar noch das System der Politik: mit den Konservativen, den Liberalisten, der Mitte (ehemals: Christliche), den Sozialisten und den Ökologischen - auch hier ist mehr oder weniger bloss eine Elite am Werk und nicht ein breiterer Querschnitt durch die Bevölkerung, aber trotzdem. Die Demokratie ist es eben, welche die Gewichtungen eruieren soll.
* Die Französische Revolution war deswegen erfolgreich, weil sie die Folge von einem neuen Wirtschaftssystem und einer politischen Philosophie war - beides ging Hand in Hand. Die Revolution war philosophisch und ökonomisch vorbereitet. Einige Daten dazu: 1712 Erfindung der Dampfmaschine (Newcomen), 1722 Erste Pferdefeldbahn (in Schottland), 1748 Montesquieu - De l'esprit des loix (dt. Vom Geist der Gesetze), 1751 Diderot/D'Alembert - Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (dt. Enzyklopädie oder ein durchdachtes Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Handwerke), 1762 Jean-Jacques Rousseau - Du contrat social ou principes du droit politique (dt. Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes), 1763 Voltaire - Traité sur la tolérance (dt. Traktat über die Toleranz), 1765 Erste industrielle Spinnmaschine (Hargreaves), 1767 Eisenschienen, 1769 Erfindung des Dampfwagens (Cugnot), 1770 Baron d'Holbach - Système de la nature ou des loix du monde physique & du monde moral (Materialismus), 1770 Beginn des Übergangs vom Manufaktur- zum Fabrikwesen (Produktionsstätten im industriellen Massstab), 1776 Begründung der Markt- bzw. Nationalökonomie (Smith), 1784 Erster mechanischer Webstuhl (Cartwright), 1789 Sturm auf die Bastille (gilt als Referenzdatum der Französischen Revolution), 1804 Erste selbstfahrende Zugmaschine (Eisenbahn).
Nun könnte man sagen, dass aber doch heute ebenfalls ein neues Wirtschaftssystem in der Entstehung sei (Digitalisierung, KI-Roboter). Der Unterschied ist, dass man im 18. Jahrhundert abschätzen konnte, was da in der Entstehung ist (es ging um die Unternehmerfreiheit in der Industriellen Revolution), während man es heute nicht abschätzen kann. Selbst Finanzexperten sagen, dass niemand mehr das heutige Finanzsystem gänzlich verstehen kann - das heisst: es geschehen Dinge, die nicht voraussehbar und -berechenbar sind. Das ist eine schlechte Grundlage für ein neues politisches System (gar nicht zu sprechen von all den grossen Problemen die wir heute haben - es sieht nach viel mehr Problemen aus derzeit, als nach vernünftigen Lösungen dafür). Zudem ist auch keine wirkliche bzw. grundsätzliche Abkehr vom Kapitalismus zu erkennen (trotz einiger politische Kapriolen) - d.h. das ökonomische System ist und bleibt dasselbe (wir werden vermutlich in Zukunft einen modifizierten Kapitalismus haben; die Wirtschaft selber rechnet weiterhin innerhalb des Rahmens der Industriellen Revolution: Industrie 1.0 [(erste) Industrielle Revolution], Industrie 2.0 [Elektrotechnik, chemische Industrie und Massenproduktion], Industrie 3.0 [Digitalisierung, speicherprogrammierbare Steuerungstechnik], Industrie 4.0 [umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion sowie KI und Robotik (diese beiden manchmal auch als Industrie 5.0 bezeichnet - wahrscheinlich bleibt es bei 4.0, da das viel rascher gekommen ist und sich viel rascher entwickelt hat, als man eigentlich dachte)] - das ist alles eine einzige technologische Entwicklung, in welcher keine Systemänderung vorgesehen ist). Vorstellbar ist, dass das Geldsystem einmal durch ein Punktesystem abgelöst wird, evtl. verbunden mit einem Sozialpunktesystem, evtl. verbunden mit einem Grundeinkommen, aber das würde auch nicht allzu viel an der Grundstruktur ändern. Dass ich das Grundsystem nicht verändern möchte, bedeutet nicht, dass sich nichts ändern sollte, vielmehr sollte sich alles ändern - angefangen bei unseren Bildungs- und Erziehungsinstitutionen (Familie, Schule, Medien) über die Universitäten und Kirchen, die politischen und wirtschaftlichen Eliten bis zu Kunst und Spiel.
Eine letzte Bemerkung möchte ich hier noch machen, bezüglich der Geringschätzung der Leute gegenüber der Philosophie. Man kann diese gar nicht genug betonen. Die Leute haben nämlich nicht den blassesten Schimmer davon, was der Philosophie verdanken, nämlich fast alles, was sie heute konsumieren und geniessen. Es ist nicht nur so, dass die Philosophie die Politik der Demokratie (Rousseau, Condorcet) und die Marktwirtschaft begründet hat (Adam Smith war ein Moralphilosoph), sondern auch die Wissenschaft oder zumindest deren heutiger Erfolg (durch die Wissenschaftstheorie von Bacon und Descartes). Wenn heute jemand einen BMW oder einen Mercedes fährt, zumal wenn er nicht gerade zur Oberschicht zählt, kann er ziemlich sicher sein, dass er diesen ohne die Philosophie nicht fahren würde, denn dazu waren eine (philosophische) Renaissance und Aufklärung notwendig. Wenn also die Leute heute über die Philosophie lachen, dann sagt das viel mehr über sie selber aus, als über die Philosophie oder die Philosophen und Philosophinnen. Und wenn sie heutige Philosophie nicht gut finden, dann können sie ja - statt zu lachen - bessere Ideen vorbringen, wie ich das auch versuche. Man kann das Lachen der Leute vielleicht verstehen, weil sie ja in der Schule gar nichts von der Wahrheit hören, aber würden sie - wie ich - aufhören zu lachen und die Schulen anklagen, wenn sie es wüssten (oder würden sie immer noch viele Gründe finden, um weiterzulachen)? Nun ist es aber nicht nur so, dass die Philosophie so vieles (bis fast alles) begründet hat, was wir heute haben, sondern: dass das alles ohne Philosophie auch nicht zu halten ist (das ist der noch schwierigere Gedanken, welchen man einmal denken sollte - und deswegen geht es, wenn Rick Roderick von einem Abschied von einer rund 2500-jährigen Tradition in der Philosophie spricht eben nicht nur um Philosophie, sondern um unsere Kultur insgesamt*). Und der einzige Grund für die heutige miese Weltlage und die Reden von einem Dritten Weltkrieg liegt darin, dass die heutige Philosophie nicht auf der Höhe ihrer Zeit ist.
* Wenn man meine Philosophie schon nicht ernstnimmt, was jedem und jeder freigestellt ist, könnte man doch wenigstens mein Interesse an der menschlichen Kultur ernstnehmen.
Und dies... denkt nicht zu negativ über die Welt, und lasst euch nicht zu sehr irritieren vom Brimborium der Zeit. Auch wenn derzeit böse und zerstörerische Mächte aufzukommen scheinen, bedeutet das nicht, dass sie für immer bleiben. Es bedeutet schon gar nicht, dass sie Recht haben, sondern höchstens, dass sie Macht erlangen könnten. Denkt daran, dass die Menschen den Zweiten Weltkrieg überwunden haben. Und wie! mit der besten aller Welten, die es für die bisherige Menschheit je gegeben hat. Vielleicht wird das auch mit unserer Zeit geschehen. Wir leben seit geraumer Zeit in einem Wechselbad vom Bösen und vom Tollen: Belle Epoque - Erster Weltkrieg - Roaring Twenties - Weltwirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg - Wirtschaftswunder sowie Summer und Age of Love - Heute, hier und jetzt (??: niemand weiss, was das genau ist und sein soll, aber viele spüren, dass es nicht gut ist - die Belle Epoque hat u.a. alles gebracht, was heute der Unterhaltung dient: Film [Kinematograph, Lichtspieltheater (Kino)], Musik [Tonträger, Schallplatte], Sport [Olympische Spiele], die Roaring Twenties waren die Geburtsstunde des Jazz und damit der modernen Musik). Der allererste Satz der Philosophie (von Anaximander) ist schwierig zu deuten, weil er auch nicht ganz erhalten ist - meiner Meinung nach bedeutet er: die Natur verlangt Ausgleich. Vergesst das nie, in dieser wirren Zeit. Ich bin der Meinung, dass der Zeitpfeil der Menschen nachwievor und immer aufwärts zeigt. Wieso sollten wir etwas anderes glauben, wenn nichts anderes bewiesen ist? Böse und zerstörerische Menschen haben kein Recht, und sie werden auch die Macht verlieren. Oder anders gesagt: sie sind nur ein Intermezzo von einer bösen, schlechten und falschen Zeit (deren Wurzeln zurückreicht bis auf die deutschen Denker und die franzöischen Dichter des 19. Jahrhunderts, also auf jene Leute, welche die Bürgerrevolution im 18. Jahrhundert falsch verstanden haben - es gibt nichts Schlimmeres in der Welt als Missverständnisse, und es gibt nichts Schöneres in der Welt, als wenn sie ausgeräumt werden; und eine der schönsten Ideen der Menschheit ist diejenige, dass das beste Zeitalter noch kommen wird).
Das Problem mit den Ideologien. Das Problem mit den Ideologien ist nicht, dass sie nicht funktionieren würden, sondern: dass sie gar nicht umgesetzt werden. Wir können von den fünf Ideologien ausgehen, welche wir im heutigen politischen System der Schweiz sehen: Konservatismus, Liberalismus, Christentum (Religion), Sozialismus, Ökologismus. Konservatismus bedeutet eigentlich gar nichts, denn es heisst bloss: die Erhaltung des Alten. Aber welches Alten eigentlich? Niemand will zurück in die steinzeitliche Höhlenbewohnerei. Das kann also damit nicht gemeint sein (obwohl ein Teil der heutigen [Neo-] Konservativen mit ihrem Mindset dies noch fast noch nahelegen würde). Es ist eben überhaupt gar nicht klar, was mit Konservatismus gemeint sein soll. Im Vordergrund steht vielleicht die mittelalterliche Ordnung von Adel und Geistlichkeit, also: (christliche) Monarchie. Diese Ideologie geht davon aus, dass eine vererbbare Edelhaftigkeit besteht. Was darin nicht vorkommt, und es sehr rasch kaputt macht, ist der Machtmissbrauch. Nach einem guten König kommt leider oft allzu oft ein schlechter, welcher das Königreich in den Ruin stürzt. Dies passierte auch mit dem monarchistischen System insgesamt, und so kam es zur Bürgerlichen Revolution im 18. Jahrhundert. Diese Revolution ging aus dem Liberalismus hervor, welcher die alte, mittelalterliche Ordnung stürzte. Wir sprechen heute oft von Kapitalismus. Doch dies ist eigentlich gar kein ideologischer Begriff, sondern bloss ein Schlagwort. Der ideologische Begriff ist jener vom Liberalismus, und das System darin entspricht der Marktwirtschaft. Diese wiederum besteht auf der Idee der vollkommenen Konkurrenz. Das heisst: es dürften keine Monopole sein, sondern lauter kleine und mittlere Unternehmen (KMU's), die sich gegenseitig konkurrieren. Die Entstehung von Monopolen wird jedoch nicht verhindert, und die heutige digitale Tech-Welt besteht aus lauter Monopolen. Die liberale Marktwirtschaft ist gar nie umgesetzt worden. Abgesehen davon, dass sie schon in ihren Anfängen zur Ausbeutung der Arbeiter (und schliesslich auch der Ressourcen führte), was den Sozialismus auf den Plan gerufen hat. Hier müssen wir anführen, dass der Begriff des Liberalismus (u.a. aus diesem Grund) nicht alleine gekommen ist, sondern das politische Credo der Revolution lautete: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (und Schwesterlichkeit, wie wir heute anführen müssten). Das wurde überhaupt nie irgendwie umgesetzt (wir können nicht einmal von einer Gleichheit vor dem Recht sprechen, wenn man nur mit Geld überhaupt zum Recht kommen kann). Das Christentum bzw. die Religion ist natürlich auch so eine Sache für sich. Ein schönes Christentum stellen wir uns als etwas sehr schönes vor. Leider hat jedoch die Religion des Friedefürsten bisher nicht den propagierten Frieden gebracht - die Christen hoffen weiter, doch die Gläubigen verlieren mehr und mehr die Nerven und wandern aus dem Glauben ab. Es ist leider zu befürchten, dass die Juden ewig von ihrem Messias und die Christen ewig von ihrem Frieden (nur) sprechen werden (ganz zu schweigen von den anderen Religionen). Auch einen schönen Sozialismus stellen wir uns als etwas schönes vor, aber die bisher realexistierenden Formen davon, waren nichts Schönes. Im Grossen sind autoritaristische Überwachungssysteme entstanden, im Kleinen verkommene Drogenhöllen. Die Enttäuschung über den realexistierenden Sozialismus, welcher im Westen immerhin die Sozialdemokratie (als revisionistischen Juniorpartner des Liberalismus) hervorgebracht hat, ist die jüngste Enttäuschung über eine ganze Kette von Enttäuschungen diesbezüglich. Der US-Soziologe Daniel Bell hat daher bereits 1960 ein Buch geschrieben mit dem Titel "The End of Ideology", und seither ist dies in einer immer kulturkritischer werdenden Jugend quasi das neue Credo: Keine Ideologien mehr! Was daraus entstehen soll, ist aber überhaupt nicht klar. Der Anarchismus ist (1864) ebenso wie der Kommunismus (1899) während der Entwicklung des Sozialismus im Westen eigentlich bereits in seinen Ansätzen gescheitert, und die reine Verwaltung der heutigen Welt durch einen neuen Autoritarismus ist wohl auch kein langfristig wirkungs- und wertvolles Konzept. Eine Ideologie hätten wir allerdings noch, und das ist der Ökologismus. Das Problem mit dem Ökologismus ist, dass er gar keine positive, sondern eine negative Ideologie ist - nicht eine Ideologie des Aufbaus, sondern eine Ideologie der Verhinderung. Damit werden die Massen vermutlich gar nicht zu gewinnen sein, ausser die Angst vor der ökologischen Katastrophe lässt ihnen gar keine andere Wahl mehr. Zuvor aber scheint eben noch die soziologische Katastrophe zu eskalieren. Eigentlich haben wir zwei Mögklichkeiten, nämlich nicht bloss keine Ideologie, sondern auch alle Ideologien. Genau dies liegt uns in der heutigen Demokratie vor (idealtypisch in der Schweiz). Die Demokratie kann die Gewichtung aller Ideologien regeln und steuern. Das ist eigentlich ein kluges System und vielleicht das Beste, was wir je hatten (nicht wegen der Herrschaft des Volkes, sondern: weil das Volk in die Verantwortung genommen wird). Die Probleme der Demokratie sind auch klar: sie neigt zur allgemeinen Dekadenz und kleinbürgerlichen Genügsamkeit. Das sehen wir heute. Die Frage ist nun, ob das System zerstört oder verbessert werden soll. Ich bin für die Verbesserung (weil ich mir nicht vorstellen kann, dass wir in der heutigen Zeit, mit den heutigen Leuten, irgendetwas Adäquates bzw. etwas Besseres aufbauen könnten).
Von Maschinen, Automaten, Robotern, Androiden und Cyborgs. Dass die Mensch nicht allzu tief in die Philosophiegeschichte hineinschauen können bzw. wollen, dafür habe ich sehr viel Verständnis, anders sieht aber aus bezüglich der ganzen Medienmissinformation, wenn man sich die aktuellen Themen anschaut. Da behauptet z.B. ein User der Sozialen Medien, dass die schon sehr weit vorgeschrittenen menschlichen Roboter den Transhumanismus zeigen, welchen wir schon bald auf den Strassen sehen würden. Falsch daran ist, dass es sich bei diesen Robotern, die wie Menschen aussehen und/oder sich wie Menschen bewegen, nicht um Cyborgs, sondern um Androiden handelt. Kennen wir nicht einmal diesen Unterschied?? Ein Android ist ein rein technischer Roboter, der menschlich aussieht. Ein Cyborg ist ein Mischwesen zwischen Technik und Biologie. Das kann entweder ein Wesen sein, welches Biologie mit Techni verbindet, was heute eigentlich immer der Fall ist - es handelt sich dabei um Menschen mit eingepflanzten technischen Erweiterungen - oder aber Technik mit Biologie verbindet: das wäre der eigentlich interessante Fall, denn das wären Androiden, die lebendig gemacht würden. Davon sind wir aber sehr sehr weit entfernt. Die Schnittstelle zwischen Biologie und Technik ist noch überhaupt gar nicht vorstellbar (obwohl etwa die Gedankenübertragung auf Technik bereits gelungen sein soll - siehe: Neuralink). Wir wissen ja auch gar noch nicht einmal, was Leben überhaupt ist. Aber eben: unsere Medien schicken uns heute in die Zukunft hinein, ohne den Leuten überhaupt genau den Unterschied zwischen einem Androiden und einem Cyborg zu erklären, das ist mehr als nur unglaublich und unfassbar (bei alledem, was die Medien tagein und tagaus sonst so bringen). Die Technik ist sehr euphorisch heute - das gilt auch etwa für den Sinn der Mond- oder Marsbesiedlung bzw. die Besiedlung des Weltalls überhaupt (oder auch bezüglich der Existenz von Ausserirdischen, was dann eher reiner Science Fiction zugehört, wie auch Paralleluniversen und einige andere Dinge der heutigen Astrophysik - die Menschen sind sehr verwirrt von all dieser Science Fantasy heute: das ist auch schwierig bis gefährlich für die Wissenschaft, denn es gibt immer mehr Menschen, die sich vom logischen Denken ab- und neuen Mystizismus zuwenden).
Und schliesslich: Die traurige Wahrheit über die(se) Gesellschaft. Wenn niemand mir hier hilft, dann hilft überhaupt niemand in der Welt irgendwo jemandem. Schlimm genug, dass noch die ganzen Behörden einem dauernd sagen wollen in dieser Direkten Demokratie, dass man nichts und niemand ist (und dass die Medien überhaupt gar nichts dagegen haben). Jeder/jede kann daraus seine eigenen Schlüsse ableiten (ich warne jedoch vor voreiligem Handeln: hart denken, klug wählen). Ich kann zu dieser Zeit nur eines tun, und das ist die Reaktivierung meines ehemaligen Parteiprojekts ('Hirten der Eidgenossenschaft' - die Partei der radikalen Mitte [mehr dazu in meinem zweiten, politischen Buch]). Ich werde nun gar nichts irgendwie über Gebühr pushen, sondern ich mache bloss ein Angebot. Wenn sich Leute dafür interessieren, können sie sich bei mir melden (Kontaktformular auf dieser Seite). Das Motto der Partei: Das Grundsystem stehen lassen, alles andere verändern. Die Partei orientiert sich an der nationalen Politik. Ich werde meinen Vater nicht im Dreck hocken lassen, und ich werde dieses Land nicht im Dreck hocken lassen. Wenn sie mir etwas glauben sollten, dann vielleicht dies. Das sind die Worte, die sie verdient haben - aber keine Angst, ich werde nicht so weiterreden. Es geht nicht um schnellen Erfolg, sondern um langsame aber stetige Verbesserung der Welt.
Von der Gegenwart und der Sorge der Philosophie - oder: eine Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Philosophie. Wolfram Eilenberger zitiert in seinem neusten Buch ('Die Gegenwart der Philosophie - Ein Wegweiser') den französischen Poststrukturalisten Foucault: «Die Philosophie hat sich, wenn sie wollen, verflüchtigt und gleichsam zerstreut.» Ganz offenkundig geschieht solches an den spätmodernen Universitäten - aufgrund des Erfolgs der Einzelwissenschaften. Foucault kommt zum Schluss, dass die Philosophie nur noch sagen kann oder sollte, was die Gegenwart ist. Was ist die Gegenwart? Die Gegenwart ist die Furcht vor dem totalen, kollektiven Geistesverlust (21st Century Schizoid Man), die Angst vor dem Verlust der geistlichen und geistigen Werte der Menschheitskultur, die Angst vor dem Verlust der Religion, der Philosophie und der Wissenschaft. Und damit die Verwandlung in einen Untermenschen - beschleunigt (oder begleitet?) natürlich durch die KI-Roboter. Die Gegenwart besteht in der Angst zwischen der technologischen Singularität und der Zerstörung der Lebensgrundlagen (beides hat der Mensch selber erschaffen, und das stürzt ihn in eine tiefe und schlimme Ohnmacht [warum gerade dies? Wenn er es doch selber erschaffen hat? Das ist eine sehr perfide Frage - aber die Menschen fragen immer noch lieber, warum Gott das Böse erschaffen hat]). Die Philosophie spreche von der Sorge, meint Foucault. Die heutige philosophische Sorge ist wirklich eine Sorge um die Menschheit geworden (nicht mehr bloss eine Sorge an und für sich und für andere) - jedenfalls in meiner Philosophie. Diese Zeit ist voller mehr oder weniger diffuser Ängste und schreit daher nach Existentialismus - und nach Ontologie (das ist der Weg, den ich gegangen bin mit meiner Philosophie). Sind wir überhaupt noch? Oh, wären wir! Und sind wir eigentlich noch... in der Lage? Sind wir noch in der Lage den Dingen zu begegnen, wie sie liegen? Und was ist, wenn wir es nicht mehr wären? Eilenberger benennt zwei Probleme der heutigen Philosophie, doch es sind - typisch für diese heutige Philosophie - nur Scheinprobleme. Der Alltagsskeptizismus verleugnet die politische Philosophie (Marx, Sartre). Ich meine, dass wir die Welt von innen wie von aussen verbessern sollten. Das Leib-Seele-Problem ist u.a. bei Steiner - oder auch bei Pestalozzi (Kopf, Herz, Hand), übrigens - gelöst, und das ist eine uralte Lösung, in der triadischen Körper-Seele-Geist-Auffassung. Descartes hat das dualistische Problem in die Welt gebracht (Körper-Geist-Dualismus) und mehrere Generationen von Philosophen und Philosophinnen konnten es, besonders in der neueren Zeit nicht lösen? Was sind das für Denker?? Sie diskutieren über Probleme, die schon längst gelöst sind - und daneben scheint gerade die Welt unterzugehen. Die heutige Philosophie ist nicht nur seelenlos, sondern auch hirnlos. Ferner wird Neurath hier zitiert: «Nur die Metaphysik kann restlos verschwinden.» Was für eine Missdeutung! Die Metaphysik ist die erste Philosophie, seit den Urgrundphilosophen. Wer die Philosophie der frühen antiken Denker leugnet, darf sich nicht mit Fug und Recht 'Philosoph' nennen (der Terminus stammt von Pythagoras, jener der Metaphysik von Aristoteles). Er kann sich irgendwie nennen, aber nicht 'Philosoph'. Ich kann nur auch immer wieder darauf hinweisen, für alle Hobbyzweifler (oder auch Berufszweifler) dieser Zeit, dass es nicht nur Sokrates gibt (falls es ihn wirklich gegeben hat, notabene*), sondern es gibt eben auch Platon und Aristoteles, und die sind sehr viel bedeutender in der Kultur-, Ideen- und Philosophiegeschichte. Foucault (wieder er!?) gehe es, meint Eilenberger, um «die absehbare Verabschiedung des Menschen als leitender Denkfigur einen Aufklärens und Forschens« Solche Auffassungen haben politische Folgen. Ich habe letzthin einen (liberalistischen) Schweizer Bundesrat gehört, der auf die Frage, ob er desillusioniert sei, meinte, dies sei ein Kompliment. Und weiter: es sei zynisch, die Welt so zu betrachten, wie wir sie gerne hätten. So weit hat es die zeitgenössische Philosophie mit den Wünschen der Menschen getrieben. Dabei sollten wir uns doch (endlich!) genau daran ausrichten: an den Wünschen der Menschen (und gerade und v.a. in der Politik). Woran denn sonst? Aber eben inkl. Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit, die nicht mehr vorausgesetzt werden können (seit dem Manchester-Liberalismus und den Grenzen des Wachstums). Von eben dieser Desilllusionierung schreibt auch Eilenberger immer wieder. Als ob die Desillusionierung vereinzelter Intellektueller, die (immer sinnentfremdeter) auf einem kleinen Floss, auf einem Fluss, den sie offenbar für sich selber gepachtet haben, durch die Gegend treiben (siehe: Roderick), neuerdings ein Grund dafür wäre, den Menschen aus seiner Verantwortung zu entbinden. Die Schweizer haben die Direkte Demokratie nicht gegründet, damit das Volk herrsche, sondern damit das Volk in die Verantwortung genommen werde (und heute haben wir seit den späteren 1970-er Jahren [!] eine negative Wahlbeteiligung und alles schaut nur zu [die Politik selber wie die Medien wie die Wissenschaft der Soziologie wie auch die Philosophie (und eine liberalistische Zeitung fand sogar noch etwas Positives daran und schon gar keinen Grund für irgendeinen Aktionismus: 'Trotz tiefer Wahlbeteiligung wäre ein Stimmobligatorium falsch', 2023)]). [Ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen, vielleicht kommt noch mehr.]
* Schon gar nicht stammt die Erkenntnis vom Nichtwissen von ihm, sondern vermutlich von Laotse in China (jedenfalls vermutlich aus der östlichen Philosophie). Ein Gegenspruch aus der griechischen Philosophie stammt etwa von Bias von Priene, welcher zu den Sieben (quasi vorphilosophischen) Weisen Griechenlands gehörte: «Nimm die Weisheit von der Jugend bis zum Alter als Reisevorrat; denn das ist beständiger als die anderen Besitztümer.» Diese Auffassung findet sich ebenfalls sehr oft in der Philosophie. Als Urheber des Gnothi seauton (Erkenne dich selbst), welches am Apollotempel stand, soll Chilon von Sparta, einem anderen der Sieben Weisen, betrachtet werden (die selbe Auffassung kommt auch etwa bei Heraklit vor [ebenfalls vor Sokrates]). Das aktuelle Getue um Sokrates, die Stoiker und Nietzsche - v.a. in den Sozialen Medien - nervt mich einigermassen. Die heutigen Probleme sind so gross, dass sie sicher nicht mit Zweifel zu lösen sein werden (ich würde sagen, dass es durchaus legitim ist, sich als Philosoph von der Welt abzukehren - siehe: Diogenes, Voltaire - aber es ist nicht legitim, dies als Hauptphilosophie für alle auszugeben [oder eine dermassen übertriebene Werbung bzw. Propaganda dafür zu machen, wie dies derzeit in den Sozialen Medien geschieht]).
P.S. Wenn Eilenberger von einer 'akademischen Einnistung' der Analytischen Philosophie spricht, ist das zwar leicht kritisch gemeint, aber es ist ja sehr viel schlimmer: in der ganzen Neuzeit gab es nur sehr wenige bekannte Philosophen und Philosophinnen, die keine universitäre Ausbildung genossen haben - immerhin ist es aber eine ziemlich illustre kleine Gruppe: Spinoza, Voltaire, Rousseau, Saint-Simon, Mill (das ist praktisch alles [vielleicht gibt es noch ein paar mehr, aber das sind diejenigen, die ich herausgefunden habe; bei anderen, wo man das vielleicht eher erwarten würde, ist es nicht der Fall (z.B. Leute wie Smith, Kierkegaard, Nietzsche, Marx oder Steiner)] - die drei Franzosen kamen aus dem Umfeld der literarischen Salons, wo sich allerlei Intellektuelle trafen). Ich gehöre übrigens zur Kategorie der Studienabbrecher - da habe ich noch keine Philosophen gefunden (was wohl nicht heisst, dass es keine Philosophiestudenten gibt, die ein Philosophiestudium abbrechen, sondern: dass diejenigen, die ein Studium abbrechen, keine grossen Philosophen werden), dafür etwa den Biologen Darwin, den Industriellen Ford oder den Schriftsteller Dürrenmatt (hat Philosophie studiert) sowie viele Tech-Typen bzw. -Milliardäre (Ellison, Gates, Jobs, Page, Zuckerberg und andere).
[Neubearbeitung der Seite: Dezember 2025 bis März 2026].
[Hintergrundbild: Agnes Martin, Affection, 2001 (im Alter von 89 Jahren), Acrylic and graphite on canvas - eine interessante Malerin, die auch interessante kunst- und lebensphilosophische Texte geschrieben hat.]
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