(Brett-, Karten-, Würfel-, Party- und Gesellschaftsspiele)



Auf dieser Seite gibt es eine Liste von meinen Spieletipps (Top-100), dazu ein Magazin rund um das Thema Brettspiele (das wird in Teilen von der alten Seite übernommen). Hier gibt es also die wirklich richtig guten Spiele - nach meiner Einschätzung. In der Regel mag ich eher mittelkomplexe und etwas spezielle Spiele. Die allerüppigsten Eurogames sind weniger mein Ding (ab und zu vielleicht schon mal - aber doch eher selten, und darum sind auch eher wenige solche Spiele hier aufgeführt).

Die Liste (unten) enthält auch nostalgische Elemente (wohlverstanden: die Nostalgie fängt heute bereits bei Spielen an, die älter sind als zehn Jahre [!]). Es gibt meiner Meinung nach viel, was für die älteren Spiele spricht. Meist sind sie gar nicht so viel schlechter als die aktuellen - ein bisschen weniger komplex vielleicht, aber das mag ich sowieso lieber (die Komplexit&aum;t kann für den Durchschnittsspieler auch rasch einmal zu viel sein - und Spielen sollte ja Vergnügen bereiten und nicht bloss verkniffes denkerisches Kombinieren [das auch, aber nicht nur!]). Die meisten der früheren Spiele gehen heute sehr gut als Familienspiele durch, was man von den komplexeren Eurogames sicher nicht sagen kann. Ebenfalls dienen sie perfekt, um die modernen Brettspiele kennenzulernen (ich denke da etwa an Spiele wie Catan, Carcassonne, El Grande, Tikal und wie sie alle hiessen und heissen). Für die Qualität dieser Spiele spricht auch, dass das Grundspiel bis heute meist in unveränderter Form herausgegeben wird (eine kleine Ausnahme ist vielleicht das neue Tikal). Das heisst: diese Spiele sind selbst heute noch gut genug für ein breiteres Publikum. Und meiner Meinung nach müssen heutige Spiele besser sein, wenn sie eine grosse Beachtung finden wollen. Daher: es viele ältere und neuere kleine Spiele, die grosses Spielvergnügen bringen (auch wenn die eingefleischte Szene v.a. von den grossen komplexen Krachern spricht [und immer noch komplexere Sachen haben möchte - dabei ist das heutige Leben doch eigentlich schon komplex genug, und Spielen sollte v.a. Freude bereiten]).

P.S. Der Komplexitätsgrad eines Spiels kann im gegebenen Link [W] zur BoardGameGeek-Seite nachgeschaut werden (siehe: 'Weight' [Complexity Rating] - da ist ein Komplexitätsrating von 1-5 gegeben [1 = sehr leicht, 5 = sehr schwierig]; bewertet freilich von einer Community von Vielspielern, aber es ist doch ein recht guter und nützlicher Indikator [ebenfalls gegeben ist das Mindestalter für das Spiel (Age)]).



Meilensteine der Brett-, Karten-, Würfel-, Party- und Gesellschaftsspiele: Klassiker, Legenden, Stars. ??? Mancala (evtl. ältestes Brettspiel [in Afrika]), 3000-5000 v. Chr. Königliches Spiel von Ur (Regeln bis heute nicht genau bekannt), vor 3000 v. Chr. Dame (Vorläfer, zeitweise als Alquerque bezeichnet), 3000 v. Chr. Backgammon (Vorläufer), Antike: Petteia, Mittelalter: Rithmomachie, 4. Jh. Hnefatafl, 6. Jh. Chaturanga (Schach), 10. Jh. Go (gesichert - vermutlich wesentlich älter), 1441 Poch[en] (Vorläufer des Pokers - FRA/DE), 15./16. Jh. Gioco dell'oca (Gänsespiel), 16. Jh. Bridge (Vorläufer, u.a. Whist [heutiges Kontrakt-Bridge am Ende des 19. Jh.] - GB), 1664 New-erfundenes Grosses Königs-Spiel (DE), Späteres 18. Jh. Doppelkopf (DE), 1780 Versuch eines aufs Schachspiel gebauten taktischen Spiels von zwey und mehreren Personen zu spielen (DE), 1796 Jassen (CH, erste Erwähnung), 1822 Traveller's Tour Through the United States (gilt als erstes modernes Spiel in den USA), 1824 Das taktische Kriegsspiel (DE), 1840 Belagerungsspiel (DE), 1829 Poker (von französischen Einwanderern in USA eingeführt - USA), 19. Jh. Bézique (FR), 19. Jh. Écarté (später: Skat - FR), 1861 The Checkered Game of Life (USA - später: The Game of Life), 1863 The popular Game of Patchesi (ind. Pachisi, dt. Mensch ärgere dich nicht, us. Sorry! - GB), 1885 Monopolist (USA), 1892 Snakes & Ladders (dt. Leiterspiel - GB [altes indisches Spiel]), 1904 The Landlord's Game (Vorläfer des Monopolyspiels - USA), 1908 Pirate and Traveler (USA), 1909 L'Attaque (FR - später: Stratego), 1921 Tipp-Kick (DE), 1923 Crusade (USA), 1925 Elfer raus (DE), 1930[-er] Mau Mau (DE - weitere Ursprünge unbekannt), 1933 Denk fix! (DE), 1934 Cargoes (USA), 1935 Game of Politics (USA), 1935 Monopoly (USA), 1937 Mr. Ree!: The Fireside Detective (USA), 1938 Buccaneer (GB), 1948 Clue (aka Cluedo - GB), 1949 Scrabble (USA), 1954 Rome & Carthage (FR), 1954 Tactics (USA), 1955 Bantu (erstes Laufspiel ohne Würfel? - USA), 1956 Yahtzee (dt. Kniffel - USA), 1957 Risk (dt. Risiko - USA [später auch: Risk Legacy]), 1958 Tactics II (USA), 1959 Memory (DE - weitere Urspr¨nge nicht genau bekannt), 1959 Diplomacy (USA), 1962 Acquire (USA), 1967 Kon-tiki (DE), 1967 Skip-Bo (USA - basiert auf Spice and Malice), 1968 Bazaar (USA), 1968 Venture (USA), 1970 PanzerBlitz (USA), 1971 Mastermind (FR), 1971 UNO (USA), 1973 Anti-Monopoly (USA), 1974 Dungeons & Dragons (USA), 1974 Hare & Tortoise (GB), 1974 Kingmaker (GB), 1974 Robin Hood (IT), 1975 Dungeon! (USA), 1974 Kingmaker (GB), 1975 Dungeon! (USA), 1975 221B Baker Street: The Master Detective Game (USA), 1977 Cosmic Encounter (USA), 1977 Game of Dracula (GB), 1977 Rummikub (ISR), 1978 The Sorcerer's Cave (USA), 1977 Squad Leader (USA), 1978 Cathedral (NZ), 1979 Alaska (GB), 1979 Junta (USA), 1979 Magic Realm (USA), 1979 The Mad Magazine Game (USA), 1980 Ökolopoly (DE), 1980 Samarkand (aka Bazaar II - DE), 1980 Can't Stop (USA), 1980 Civilization (GB), 1981 Axis & Allies (USA), 1981 Dragonmaster (USA), 1981 Fief (FR), 1981 Hoax (USA), 1981 Sherlock Holmes: Consulting Detective (USA), 1981 Trivial Pursuit (USA), 1982 Survive: Escape from Atlantis! (aka Atlantis, 1982 - USA), 1983 Jenga (GB), 1983 Scotland Yard (DE), 1983 Wiz-War (USA), 1984 Talisman (GB), 1984 Wizard (KAN), 1985 Phase 10 (USA), 1985 Pictionary (USA), 1986 Das verrückte Labyrinth (DE), 1987 Arkham Horror (USA - später auch: Arkham Horror: The Card Game), 1989 HeroQuest (GB), 1990 Activity (OE), 1991 Tichu (CH), 1993 Magic: The Gathering (USA), 1995 Die Siedler von Catan (aka Catan - DE), 1995 El Grande (DE), 1996 Entdecker (DE), 1997 Bohnanza (DE), 1997 Euphrat & Tigris (DE), 1997 Twilight Imperium (USA), 1999 Tikal (DE), 1999 Time's Up (USA - vorher schon bekannt als 'Zettelspiel'?), 2000 Carcassonne (DE), 2000 Citadelles (IT), 2000 Herr der Ringe (DE), 2000 Hive (GB), 2001 Les loups-garous de Thiercelieux (dt. Die Werwölfe von Düsterwald - FRA [basiert auf Mafia]), 2002 Bang! (ITA), 2002 (Sid Meier's) Civilization (KAN), 2002 Puerto Rico (DE), 2004 Dungeon Twister (FR), 2004 Memoir'44 (USA), 2005 Caylus (FRA - gilt als erstes Workerplacementspiel), 2004 Ticket to Ride (dt. Zug um Zug - GB/USA), 2004 War of the Ring (ITA), 2005 Descent: Journeys in the Dark (USA), 2005 Twilight Struggle (KA), 2006 Through the Ages: A Story of Civilization (TSCH), 2007 Agricola (DE), 2007 Brass (GB - später: Brass: Birmingham), 2007 Galaxy Trucker (TSCH), 2007 Race for the Galaxy (USA - basiert auf San Juan), 2008 Dixit (FR), 2008 Dominion (USA), 2008 Pandemic (dt. Pandemie - USA), 2008 Stone Age (DE), 2009 Cyclades (FR), 2009 Jaipur (CH), 2010 7 Wonders (FR - später auch: 7 Wonders Duel), 2011 Die Burgen von Burgund (DE), 2011 King of Tokyo (USA), 2011 Eclipse - New Dawn for the Galaxy (FIN), 2011 King of Tokyo (USA), 2012 Terra Mystica (DE), 2011 Mage Knight: The Board Game (TSCH), 2011 Village (DE), 2012 Android: Netrunner (USA), 2012 Love Letter (JAP), 2012 Robinson Crusoe: Adventures on the Cursed Island (POL), 2012 Terra Mystica (DE), 2012 Zombicide (FR), 2013 Star Realms (USA), 2015 Blood Rage (KAN), 2015 Codenames (TSCH), 2016 Exit: Das Spiel - Das geheime Labor (DE), 2016 Great Western Trail (DE), 2016 Santorini (KAN), 2016 Scythe (USA), 2016 Star Wars: Rebellion (USA), 2016 Terraforming Mars (SD), 2017 Azul (DE), 2017 Gloomhaven (USA), 2017 Spirit Island (USA), 2017 Too Many Bones (USA), 2018 Everdell (USA), 2017 7th Continent (FR), 2018 Just One (FR), 2018 Root (USA), 2018 Teotihuacan (ITA), 2019 Die Crew (DE), 2019 Wingspan (USA), 2020 Dune: Imperium (USA), 2020 Lost Ruins of Arnak (TSCH), 2021 Arche Nova (DE), 2021 Ultimate Railroads (OE), 2022 Blood on the Clocktower (AU), 2023 Daybreak (USA), 2023 Hegemony (ZYP), 2023 Sky Team (KAN).








Intro zu Brettspielen (engl.). Spiele sind nicht nur für Kinder (sondern auch für Philosophen: Voltaire und Rousseau waren leidenschaftliche Schachspieler, Kant und Hegel passionierte Kartenspieler).




Die Brettspiel-Boom-Dokumentation (engl.). Der Boom der Brettspiele begann in der Mitte der 1990-er Jahre (mit Catan) - bedeutend war aber v.a. auch ein Kartenspiel (Magic: The Gathering).




Zehn Gründe, warum die Spiele heute besser sind (engl.). Die heutigen Spiele sind v.a. auch komplexer - wer einfachere Spiele mag, findet die Highlights vielleicht immer noch eher bei den älteren Spielen.



Weitere Brettspielvideos: Brettspielmechanismen erklärt, FantaClown - Recensione di Gioco da Tavolo Robin Hood del 1974 (prima parte), Fantasyspieleabend mit HeroQuest, Markus & Carls Top 10 der All Time Top 100, Our Family Plays Games - where gaming is really fun, Spieleautoren Stefan Feld und Uwe Rosenberg im Gespräch (2. Teil), Stellas bardenhafte Gesangseinlage zu Bardwood Grove, Will Wheatons Epic Battle against a Magic ProTour Player in Star Realms, 8000 Years of Board Game History in 43 Minutes.





Neurowissenschaftler Gerald Hüther zum Thema des Spielens (dt.).






Schachmeister Magnus Carlsen im Interview (engl.).






Hier ist die Liste (Meine [aktuelle] Top-100).

1-10 (alphabetisch): Agricola, Bonfire, Die Crew, Everdell, (Blitz-) Schach, Teotihuacan, The White Castle (dt. Die Weisse Burg), Time's Up (dt. Sag's mir), Village, 7 Wonders Duel.

Anmerkung: Die Spiele, bei welchen die Namen markiert sind, können in der BoardGameArena (BGA) online gespielt werden. Auf der Website gibt es Tutorials zu fast allen Spielen (meistens sogar in Deutsch).

Derzeit werden die kurzen Rezensionen zu den Spielen in der Hauptliste redigiert und teils neu verfasst. Anmerkung: zur Kennzeichnung der Spiele verwende ich die branchenüblichen Begriffe - einen Begriff habe ich selber eingeführt: jenen der Multisektions- und/oder Multiaktionsspiele - das sind Spiele bei denen man bei jedem Zug zwischen verschiedenen Aktionen in verschiedenen Sektionen wählen kann, wobei das Spielfeld typischerweise in verschiedene Aktionsbereiche eingeteilt ist, meist auch mit irgendeiner Landschaftskarte, auf welcher die Spieler herumreisen können.



Agricola (Brettspiel/Klassiker/Eurogame, Lookout Games, Rosenberg, 2007 [V/W]). Schon sehr erstaunlich, dass eine Bauernhof-Simulation zu einem der grössten Spieleklassiker geworden ist. Rosenberg hatte dies thematisch und mechanisch vorbereitet mit den Spielen 'Bohnanza' und 'Vor den Toren von Loyang'. Das typische Ressourcen-Managementspiel - am Besten mit Ephipparius-Deck-Erweiterung - lebt vom Konkurrieren der Spieler um verschiedene Aktionsmöglichkeiten. Ziel: Vergrösserung des Bauernhofs, ohne Ressourcenverschwendung.



Bonfire (Brettspiel/Eurogame/Multisektionsspiel, Pegasus Spiele, Feld, 2020 [V/W]). Dies ist ein komplexeres Strategiespiel um energetische Lichtquellen (die 'Bonfire'). Feld schafft es hier in ein eigentlich sehr abstraktes Spiel eine einmalige und unverwechselbare mystisch-magische Atmosphäre hineinzubringen - das ist sehr gut gelungen. Es gibt (wie bei Feld üblich) viele Dinge zu machen und zu kombinieren (was auch die Komplexität des Spiels ausmacht), wobei es in verschiedenen Spielsituationen viele Siegpunkte zu gewinnen gibt.



Die Crew: Reist gemeinsam zum 9. Planeten (engl. The Crew: The Quest for Planet Nine - Kartenspiel/ Stichspiel/Science-Fiction-Spiel, Kosmos, Sing, 2019 [V/W]). Originelles bis episches, kooperatives Stichkartenspiel mit 50 Missionsaufgaben in einem kleinen Weltraumabenteuer. Die Stiche müssen je nach Missionsaufgabe in einer bestimmten Art und Weise gewonnen werden. Die Missionen bieten viel Abwechslung und erzählen eine fortlaufende Weltraumgeschichte. (Siehe auch: Die Crew - Mission Tiefsee [2021 - eher noch besser]).



Everdell (Brettspiel/Eurogame, Starling Games, Wilson, 2018 [V/W]). Sehr schöne Märchenwunderwelt mit Tierfiguren, verbunden mit einem Waldthema. In solchen Spielen ist die Phantasiewelt, in welcher sie spielen, fast so wichtig wie die Spielmechanismen (wobei diese hier durchaus auch stimmig sind). Es geht um ein Worker-Placement-Spiel, in welchem die Karten von zentraler Bedeutung sind - ebenso die Besetzung der Plätze der Arbeiter und die Ressourcen. (Siehe auch: Everdell Duo [2024] sowie weitere Nachfolger).



(Blitz-) Schach (Brettspiel/Klassiker/Kriegsspiel, nicht kommerziell, unbekannt, 1475 [V/W]). Kriegsspiel, in welchem zwei Armeen mit je 16 Figuren gegeneinander antreten (8 Bauern, 1 König, 1 Dame, 2 Türme, 2 Läufer, 2 Springer). Es gilt, den gegnerischen König schachmatt zu stellen (so dass er sich nicht mehr bewegen kann, ohne von einer gegnerischen Figur geschlagen zu werden). Unterscheidungen nach Bedenkzeit: Bulletschach (weniger als 3 Min. - online besser), Blitzschach (bis 10 Min. - dito), Schnellschach (10-60 Min.).



Teotihuacan: City of Gods (dt. Teotihuacan - Die Stadt der Götter - Brettspiel/Eurgoame, NSKN Games, Tascini, 2018 [V/W]). Die Stadt der (Azteken-) Götter bauen, inkl. einer Pyramide im Mittelpunkt. Komplexes Eurogame, welches verschiedene Eurogamemechanismen vereinigt und viele Aktionsmöglichkeiten bietet. Bespielt wird ein spezieller Rondellmechanismus: die einzelnen Felder des Rondells entsprechen dem jeweiligen Aktionsfeld: von der Ressourcenbeschaffung bis zum Pyramidenbau. (Siehe auch: Tzolk'in [2012] oder Tekhenu [2020 - 'T-Spiele'].)



The White Castle (Die Weisse Burg - Brettspiel/Minispiel, Devir, Isra C./Shei S., 2023 [V/W)]). Klein, aber oho! Sehr gut konzipiertes Dice-Drawing- und -Placement-Spiel mit nur neun Zügen, die es aber in sich haben. Das Spiel spielt in Japan im Jahr 1761 am Hofe des Fürsten Daimyo. Mit m&ounml;glichst gutem Einsatz der Aktionen, Ressourcen und Karten so viele Figuren (Gärtner, Krieger und Höflinge) so gut wie möglich platzieren, d.h. sie in einflussreiche Positionen bringen. (Siehe auch: The Red Cathedral [dt. Die Rote Kathedrale, 2020].)



Time's Up! (dt. Sag's mir - Partyspiel/Klassiker/Wortspiel, R&R Games, Sarrett, 1999 [V/W]). Bestes Partyspiel? Begrifferaten über drei Runden. In der ersten Runde werden die Begriffe mit Worten erklärt. In der zweiten Runde darf nur ein Wort verwendet werden, um die gleichen Begriffe zu erraten. In der dritten Runde ist es nur noch eine pantomimische Bewegung. Die Wiederkehr der gleichen Begriffe sorgt für die Lacher. Eines der originellesten Partyspiele, welches immer viel Spass mit sich bringt. Bekannt auch als: 'Zettelspiel' (2000-er?).



Village (Brettspiel/Eurogame/Multisektionsspiel, eggertspiele, I. Brand/M. Brand, 2011 [V/W]). Das Thema der mittelalterlichen Dorfgemeinschaft mit Familien, Landwirtschaft, Handwerk, Markt, Reise, Ratsstube, Kirche, Brunnen, Dorfchronik und Friedhof - die Bereiche des Spielplans, mit je eigenen Aktionen - weckt noch nicht besonders auf, die Mechanik aber schon. Auf den Ressourcenfeldern werden mit Einflusssteinen die Aktionen erzeugt, um möglichst viele Siegpunkte zu generieren. (Siehe auch: My Village [2015] - auch sehr gut.)



7 Wonders Duel (Kartenspiel, Repos Production, Bauza/Cathala, 2015 [V/W]). Spannende Zwei-Spieler-Duellversion von 7 Wonders. Weltwunder und andere Gebäude bauen sowie wissenschaftliche und militärische Möglichkeiten nutzen. Drei Zeitalter - drei Siegbedingungen: militärischer, wissenschaftlicher Erfolg oder Punktsieg. (Siehe auch: 7 Wonders [2010 - V], oder auch der Nachfolger: The Lord of the Rings: Duel for Middle-earth [dt. Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde (2024 [V - Vergleich: viele sagen, dies sei noch besser]).





11-20: Carnegie, Codenames, Die Burgen von Burgund, Dune: Imperium, Dungeon Twister, Dwellings of Eldervale (dt. Siedlungen von Eldervale), Great Western Trail, Senseï, Standardkartenset (mit diversesten Spielen), Terraforming Mars.



Carnegie (Brettspiel/Eurogame/Multisektionsspiel/Wirtschaftsspiel, Quined Games, Georges, 2022 [V/W]). Komplexes Experten-Wirtschaftsspiel um den gleichnamigen schottischstämmigen US-Tycoon und -Philanthropen. Das eigene Unternehmen ausbauen und Städte vernetzen. Der Hauptmechanismus liegt im Worker Placement: die Meeple können sich zwischen verschiedenen Aktionsfeldern bewegen. Ein Spiel für Tüftler von ineinander verzahnten Mechanismen. (Siehe auch: Royal Palace [2008] - kleineres Spiel mit ähnlichem Kernmechanismus.)



Codenames (Kartenspiel/Agentenspiel/Partyspiel, Czech Games Edition, Chvátil, 2015 [V/W]). Beliebtes Partyspiel, in welchem es darum geht, durch das Erraten von Begriffen aus einer Masse von verdeckten Agenten die eigenen herauszufinden. Geheimdienstchefs führen die beiden Teams, die gegeneinander spielen. Sie geben die Begriffe vor, welche von den Teammitgliedern erraten werden müssen - aufgrund von vorgegebenen Rastern mit 25 ausgelegten Karten. (Siehe auch: Codenames: Pictures [2016], Codenames: Duet [2017 - V (noch besser?)]).



Die Burgen von Burgund (engl. The Castles of Burgundy, Brettspiel/Klassiker/Eurogame, Ravensburger, Feld, 2011 [V/W]). Dieses Eurogame besteht aus so vielen Phasen/Jahren, wie Spieler teilnehmen. Ziel ist es, durch das möglichst gewinnbringende Legen der Plättchen das erfolgreichste Fürstentum aufzubauen. Jeder Spieler spielt auf einem eigenen, identischen Spielbrett. Auffällig sind die Würfelsymbole, welche die Rückkehr der Würfel in den Eurogames, wider die Vorbehalte der Eurogamer gegen das Spiel mit Würfeln, geradezu symbolisieren.



Dune: Imperium (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Dire Wolf, Dennen, 2020 [V/W]). Science-Fiction-Spiel in der Welt der gleichnamigen Romanvorlage, in welcher es darum geht, das Spice zu kontrollieren, eine psychedelische Droge. Es geht um Deckbuilding (Deckbau) und Worker-Placement (Arbeitereinsatz). Dabei sollen politischer Einfluss und Machtkämpfe gewonnen werden. Aktionen werden an bestimmten Orten des Spielfelds durch das Ausspielen entsprechender Karten getätigt. (Siehe auch: Dune: Imperium - Uprising [2023 - eher noch besser?]).



Dungeon Twister (Brettspiel/Fantasyspiel, Pro Ludo, Boelinger, 2004 [V/W]). Sehr untypischer und spezieller Dungeon Crawler, bei dem das Fantasygenre vermischt wird mit Arenabattling und Strategiespiel. Zwei gegnerische Heldentruppen bekämpfen sich in diesem konfrontativen Zweispielerspiel und versuchen je ihre Figuren auf die andere Seite zu bringen. Weitere Siegpunkte gibt es für das Eliminieren von gegnerischen Figuren und geborgene Schätze. Das Spiel ist online (noch) besser (weil die Kärtchenmechanik etwas heikel ist).



Dwellings of Eldervale (dt. Siedlungen von Eldervale - Brettspiel/Fantasyspiel/Eurogame [USA], Breaking Games, Laurie, 2020 [V/W]). Drachen, Zauberer und Krieger kämpfen um acht Elementarreiche (Erde, Wasser, Luft, Feuer, Licht, Dunkelheit, Ordnung und Chaos). Ebenfalls eine Rolle spielen eine alte Mühle, eine verlorene Festung, ein Beschwörungsportal, tiefe Verliese und ein zusammenbrechender Turm eines Zauberers. Mechanismen: Arbeitereinsatz, Gebietskontrolle. Alles sehr interessant und stimmig gemacht.



Great Western Trail (Brettspiel/Eurogame/Westernspiel, eggertspiele, Pfister, 2016 [V/W]). Westernthema und Eurogame - passt das? Ja, sehr gut: mit den Cowboys kann man auf dem Spielfeld herumziehen, um die Aktionen der verschiedenen Felder zu nützen. Felder, auf denen die Gegenspieler schon etwas gebaut haben, sind nach Möglichkeit ebenso zu vermeiden, wie Gefahrenplättchen. Es gibt weitere Westernelemente, wie etwa der Rindermarkt, der Zugbau oder die Indianer. (Siehe auch: Great Western Trail: New Zealand [2023].)



Senseï (Brettspiel/Strategiespiel/Kinderspiel [7+], Ferit, Lefrancois, 2016 [V/W]). Klitzekleine und sehr unterbewertete Sensation: ganz einfaches, aber lustiges und kleveres, gut ausgeklügeltes und schön gemachtes Taktik- und Strategiespiel. Einer der gelungensten Versuche, so etwas ähnliches wie ein versimpeltes Schach zu machen, wobei es hier nicht darum geht, Figuren zu schlagen, sondern mit der eigenen Figur (Affe oder Weiser) auf die gegenüberliegende Seite zu kommen. (Siehe auch: Diaballik [2004 - gleiches Spiel].)



Standardkartenset - mit vielen verschiedenen Spielen (Kartenspiel/Klassiker, unkommerziell, unbekannt, im 12. Jh. [V/W]). Das Standardkartenspiel mit 52 Spielkarten kommt ursprünglich aus China und fand über Arabien in den Westen. Das Set ist wohl das Spiel mit den meisten Spielmöglichkeiten und enthält Klassiker wie (alphabetisch) etwa: Belote, Black Jack, Bridge, Canasta, Cribbage, Doppel- oder Schafskopf, Durak, Jass, Mau-Mau, Patience/Solitär, Poker, Rommé, Skat (oder auch moderne wie etwa Regicide).



Terraforming Mars (Brettspiel/Eurogame/Science-Fiction-Spiel, FryxGames, Fryxelius, 2016 [V/W]). Die Bevölkerung des Mars ist vielleicht nicht jedermanns Thema, aber trotzdem: eines der besten Eurogames. Es geht darum, mit Projektkarten den Mars zu terraformen bzw. bewohnbar zu machen (was ja realiter eben nicht ganz so einfach ist). Die Verhältnisse auf dem Planeten sollen so verändert werden, dass er quasi zu einer zweiten Erde wird. (Siehe auch: Underwater Cities [2018 - die Spiele werden oft miteinander verglichen]).





21-30: Android: Netrunner, Brügge, Daybreak (dt. auch: e-Mission), Dice Throne: Season One, Hive, Race for the Galaxy, Potion Explosion, Robinson Crusoe: Adventures on the Cursed Island, Santorini, Too Many Bones.


Android: Netrunner (Kartenspiel/LCG, Fantasy Flight Games, Garfield/Litzsinger, 2012 [V/W]). Dies war oder ist ein recht beliebtes Living Card Game. LCGs sind Sammelkartenspiele wie TCGs, aber ohne Blindkäufe. Android Netrunner basiert auf dem Spiel Netrunner (TCG, 1996). Es geht um Konflikte zwischen Megakonzernen und Runnern (Hackern). Die Runner, die am Rande der Legalität arbeiten, decken Firmengeheimnisse auf. Atmosphärisch spielt das Spiel in einer dystopischen Cyberpunk-Welt. (Siehe auch: Netrunner [1996].)



Brügge (engl. Bruges - Brettspiel/Eurogame, Hans im Glück, Feld, 2013 [V/W]). Sehr gut ausgeklügeltes und auch sehr schön gemachtes Eurogame. Etwas weniger komplex als die neueren Eurogames, aber trotzdem sehr herausfordernd. Es ist sehr viel los hier, aber trotzdem recht gut überblickbar. Die Graphik ist schlicht aber schön gehalten. Interessantes Kartenset mit sehr vielen Karten und Möglichkeiten. Punkte können mit Aufstieg (d.h. Prestigegewinn), Personen (Häuser bauen für Personen) und Kanal (Stadtkanal bauen) gemacht werden.



Daybreak (aka e-Mission - Brettspiel, CMYK, Leacock/Menapace, 2023 [V/W]). Endlich ein gutes Spiel mit Ökothema, denke Herr Leacock! Das Spiel des Pandemic-Autors ist ebenfalls kooperativ. Was gibt es Schöneres in diesen Tagen, als dermassen spielerisch und leichtfüssig das Klima zu retten? Die Spieler spielen mit globalen Projekten und Aktionskarten gegen die Krisenkarten, welche die Situation ständig verschlechtern. Das Spiel überzeugt nicht nur durch das wichtige Thema, sondern auch durch seine ausgefeilte Mechanik.



Dice Throne: Season One (dt. Dice Throne: Staffel 1 - Würfelspiel/Fantasyspiel, Roxley, Chatellier/Trembley, 2018 [V/W]). Ich mag - als alter Schachspieler - diese Arenaspiele. Dies ist ein Würfel-Battle-Arena-Spiel mit Fantasyfiguren. Jeder Spieler spielt einen bestimmten Charakter mit 50 Lebenspunkten, welche angegriffen werden müssen. Die Charaktere haben unterschiedliche Fähigkeiten. Gewürfelt wird nach Kniffelregeln. Je nach Würfelresultat kann man verschiedenste Effekte auslösen - dazu gibt es auch Karten für weitere Spieleffekte.



Hive (Brettspiel/Strategiespiel, Gen42 Games, Yianni, 2001 [V/W]). In diesem Spiel geht es um... Insekten. Die Hauptfigur ist hier die Bienenkönigin. Beide Spieler versuchen mit verschiedenen Insekten, welche verschiedene Spielzüge machen können, die gegnerische Bienenkönigin einzuschliessen. Was recht einfach tönt, hat natürlich viele strategische Tücken, die es zu bedenken gilt. Vielleicht jenes moderne Spiel, welches vom Spielwert her bisher am Nächsten zu einer Schachähnlichkeit gekommen ist (das versuchen sie ja immer wieder).



Potion Explosion (Brettspiel, Horrible Games, Castelli/Crespi/Silva, 2015 [V/W]). Sehr speziell: Zauberlehrlinge an der Getränkebrau-Abschlussprüfung. Das Spiel hat einen interessanten, eigenwilligen Murmelziehmechanismus - vielleicht das beste Spiel, welches Materiallastigkeit mit Eurogamemechanismen vereint. Die Murmeln können je nach Konstellation Explosionen auslösen, so dass man noch mehr Murmeln aus dem Spender nehmen kann. Die Tränke werden mit den verlangten Zutaten (Murmeln) gebraut und können dann auch getrunken werden.



Race for the Galaxy (Kartenspiel/Science-Fiction-Spiel, Rio Grande Games, Lehmann, 2007 [V/W]). Sehr kniffliges Spiel. Aus den ausgelegten Karten wird ein Weltallimperium aufgebaut. Dabei gibt es Siegpunkte zu gewinnen, wenn man sich möglichst geschickt zwischen den verschiedenen Welten bewegt. Das taktische Kartenlegespiel ist inspiriert von San Juan (der Kartenversion von Puerto Rico), einem der ersten eurogame-ähnlichen Kartenspiele der etwas komplexereren Art. (Siehe auch: The City [2011], Roll for the Galaxy [2014], Jump Drive [2017].)



Robinson Crusoe: Adventures on the Cursed Island (dt. Robinson Crusoe: Abenteuer auf der verfluchten Insel - Brettspiel/Abenteuerspiel, Portal Games, Kijanka/Trzewiczek, 2012 [V/W]). Wow! Dieses kooperative Spiel (und/oder Solospiel) stand zu seiner Zeit auf einem neuen Komplexitätslevel. In der Wildnis auf der einsamen Insel können verschiedene Szenarien durchgespielt werden. Das Spielabenteuer ist sehr interessant und vielfältig ausgestaltet. Gehört auf jeden Fall zu den besten Spielen im Bereich der kooperativen Abenteuerspiele.



Santorini (Brettspiel/Strategiespiel, Roxley, Gord!, 2016 [V/W]). Dies ist eine witzige, einfache und trotzdem interessante Spielidee: altgriechische Götter mit verschiedenen Fähigkeiten und Vorgaben im Bau-Wettstreit auf der malerischen Insel Santorini. Das Ziel ist es, ein Gebäude aus drei Teilen fertig zu bauen - aber das ist gar nicht so einfach, denn der Gegenspieler versucht dasselbe. Aus der einfachen Ausgangslage wird eine verzwickte Sache, in der es gilt, die Übersicht zu behalten. (Nachteil: etwas viel Plastik - die erste Version hatte Holzteile.)



Too Many Bones (Brettspiel/Würfelspiel/Fantasyspiel, Chip Theory Games, J.J. Carlson/A. Carlson, 2017 [V/W]). Dieses Spiel rühmt(e) sich, ein neues Genre zu begründen: Dice-Building-Role-Playing-Game. Tatsächlich finden sich in diesem Arena-Kampf-Spiel, in welchem es v.a. um das Upgraden der Charaktere geht, interessante Neuheiten, inkl. die speziellen, schönen (wenn auch nicht sehr umweltfreundlichen) Neopren-Plastikmatten für die Charakterboards. Grosses Würfelspiel, riesige Packung, hochwertiges Material, hoher Preis.





31-40: Archipelago, Caverna: Die Höhlenbauern, Clank! A Deckbuilding Adventure (dt. Klong! Ein Deckbau-Abenteuer), Clash of Decks, Cthulhu: Death May Die, Eclipse, El Grande, Hegemony: Lead Your Class to Victory (dt. Hegemony: Führe deine Klasse zum Sieg), Jaipur, Star Realms.


Archipelago (Brettspiel/Eurogame, Ludically, Boelinger, 2012 [V/W]). Wer kennt das? Vielleicht eines der interessantesten, typischsten und optisch schönsten früheren Eurogames mit Worker Placement (und Teillegemechanismus). Das Thema (Kolonialisierung) ist heikel, aber hier interessant umgesetzt, indem es (im Gegensatz zu früheren Spielen mit dieser Art) auch Rebellionen gegen die Kolonialisten gibt. Das komplexe Spiel ist semi-kooperativ - d.h. entweder es gewinnt ein Spieler oder alle verlieren gemeinsam.



Caverna: Die Höhlenbauern (engl. Caverna: The Cave Farmers - Brettspiel/Eurogame, Lookout Games, Rosenberg, 2013 [V/W]). Dies ist das etwas komplexere Nachfolgespiel von Agricola, welches zu seiner Zeit als eines der besten Eurogames betrachtet wurde (und vielleicht gilt das immer noch). In diesem Spiel geht es wie bei Agricola auch um Ackerbau und Viehzucht, darüber hinaus um das Einrichten von Zwergenhöhlen und das Bewaffnen von Zwergen für deren Streifzüge. (Siehe auch: Caverna: Höhle gegen Höhle [2017 - Zwei-Spieler-Spiel]).



Clank! A Deckbuilding Adventure (dt. Klong! Ein Deckbau-Abenteuer - Brettspiel/Fantasyspiel, Renegade Game Studios, Dennen, 2016 [V/W]). Dungeon-Deckbildungsspiel, in welchem man als Dieb in den Berg des wütenden Drachen steigt. Artefakte finden und wieder aus dem Dungeon entkommen. Möglichst ruhig dabei sein, um den Drachen nicht zu wecken. (Siehe: Clank! In! Space!: A Deck-Building Adventure [2017], Clank! In! Space!: Apocalypse! [2018], Clank! Legacy: Acquisitions Incorporated [2019], Clank!: Catacombs [2022] - und viele weitere).



Clash of Decks (Kartenspiel/Fantasyspiel, Grammes Edition, Proust, 2020 [V/W]). Dieses Spiel kann fast süchtig machen. Eine unvergleichliche Klopperei in einem intelligenten, kleinen, kurzen Zwei-Spieler-Arena-Kampfkartenspiel - (im Grundspiel) mit bloss 32 Karten! Die Karten haben einen Angriffs- und einen Verteidigungswert sowie Spezialeffekte. Sie treten auf zwei verschiedenen Kampfbahnen gegeneinander an, wobei es gewinnbringend ist, möglichst starke Angriffsreihen zu bilden, welche der Gegner nicht mehr abwehren kann.



Cthulhu: Death May Die (Brettspiel/Horrorspiel, CMON Global Limited, Daviau/Lang, 2019 [V/W]). Kooperatives Kampagnenspiel in der Lovecraft-Horror-Welt (mit scheusslichen Monstern und uralten apokalyptischen Kulten). Wie immer geht es in dieser Welt letztlich um die Verhinderung des Erscheinens der Grossen Alten. Das Spiel macht in seinem Genre mit einem einfach spielbaren Spielsystem fast alles richtig. Leider ist der Wiederspielwert nicht allzu hoch, wie bei fast allen Kampagnenspielen (ausser man findet Neueinsteiger, die man einführen kann).



Eclipse - New Dawn for the Galaxy (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, lautapelit.fi, Tahkokallio, 2011 [V/W]). Dieses 4X-Science-Fiction-Spiel gilt als kleiner Bruder von Twilight Imperium. Das heisst: es bietet alles, was ein Weltraumspiel bieten kann, aber in einem weniger überdimensionierten Format. Wie soll man diese 4X-Spiele (explore [erkunden], expand [ausdehnen], exploit [ausbeuten] and exterminate [auslöschen], wie die US-Amerikaner sagen) auf Deutsch bezeichnen? Erkundungs-, Siedlungs- und Kriegsspiele?



El Grande (Brettspiel/Klassiker/Eurogame/Mehrheitenspiel, Hans im Glück, Kramer/R. Ulrich, 1995 [V/W]). Typisches Mehrheitenspiel (engl. Area control) - eigentlich der grosse Klassiker in diesem Bereich. Ritter können nur in Regionen um den König herum eingesetzt werden, Aktionskarten beeinflussen das Spiel, ein mysteriöser Würfelturm sorgt für zusätzliche Aktion. In Mehrheitenspielen geht es darum, in verschiedenen Bereichen des Spielfelds Mehrheiten zu besitzen, um die Gesamtwertung zu gewinnen.



Hegemony: Lead Your Class to Victory (dt. Hegemony: Führe deine Klasse zum Sieg - Brettspiel/Eurogame/Wirtschaftsspiel, Hegemony Project Games, Bagiartakis/Timotheu, 2023 [V/W]). Kapitalisten vs. Arbeiter - das klassische Klassenkampfthema. Eine Topidee: bietet das, was eine spielerische Simulation maximal bieten kann (ausser Unterhaltung): einmal die andere Seite spielen. Für welche Seite sich die Spieler letztlich entscheiden, und ob sie sich danach noch vertragen, das ist eine ganz andere Frage.



Jaipur (Kartenspiel, GameWorks, Pauchon, 2009 [V/W]). Das einfache, kleine orientalische Handels-Kartenspiel stammt von einem (West-) Schweizer Autor. Transportiert und gehandelt werden Teppiche, Gewürze, Leder, Edelsteine, Gold und Silber. Wer am Besten handelt und ein bisschen Glück dazu hat bzw. wer zuerst zwei Siegel der Güte erhält, gewinnt das Spiel. Experten halten dieses Spiel für eines der besten Zwei-Spieler-Spiele. Die perfekte Mischung zwischen Raffinesse und Leichtigkeit! Eines der besten Absackerspiele für zwischendurch.



Star Realms (Kartenspiel/Science-Fiction-Spiel, White Wizard Games, Dougherty/Kastle, 2013 [V/W]). Eines der besten Duell-Kampf-Kartenspiele: einfach und klar gestaltet. Manche empfinden es als besser und leichter spielbare Variante von Magic! Das Deckbaukartenspiel wartet mit toller Science-Fiction-Grafik auf. Simples Spielsystem: gegnerische Lebenspunkt von 30 auf Null bringen. Ist vielleicht etwas untergegangen zwischen den Trading Card Games und den Eurocardgames. (Siehe auch: Hero Realms [2016 - die Fantasyvariante].)





41-50: Carcassonne, Gloomhaven, King of Tokyo, Lost Ruins of Arnak, Magic: The Gathering, Space Alert, Rajas of the Ganges, Twilight Imperium, Via Nebula, 7th Continent.


Carcassonne (Legespiel/Eurogame, Hans im Glück Verlag, Wrede, 2000 [V/W]). Ein Plättchenlegespiel für jedermann (mit sehr vielen Erweiterungen - empfohlen z.B.: Schafe und Hügel). Gilt - zusammen etwa mit Catan und El Grande - als Pionier der Eurogames (dabei gibt es eigentlich mehrere/viele Spiele jener Zeit, auf welche dies zutrifft). Mit ausgelegten Kärtchen wird eine mittelalterliche Landschaft mit Wiesen, Strassen, Städten und Klöstern gebildet. Die Objekte ergeben eine bestimmte Punkteanzahl. (Siehe auch: Carcassonne: Star Wars [2015]).



Gloomhaven (Brettspiel/Fantasyspiel, Cephalofair Games, Childres, 2017 [V/W]). Kooperatives Legacy-Dungeon-Crawler-Super-Deluxe-Game, kartengesteuert, ohne Würfel. Kampagnenspiel mit 95 verschiedenen Szenarios. Sehr grosse Schachtel mit sehr viel Inhalt (fast 10 kg - zu einem stolzen Preis). Langzeit-Nr. 1 bei BoardGameGeek. (Siehe auch: Gloomhaven: Jaws of the Lion [2020 - dies ist sozusagen die kleine(re) oder normale(re) Variante, mit 25 neuen Szenarios (empfohlen!)], Frosthaven [2021].)



King of Tokyo (Brettspiel, Iello, Garfield, 2011 [V/W]). Ein Würfelspiel, in welchem (kniffelmässig) mit Zahlen- und Symbolwürfeln gewürfelt wird. Jeder Spieler hat Ruhmespunkte und Lebensenergie. Die Monsterfigur kommt auf das Spielbrett, wenn sie Tokyo erobern will. Für das Erobern und Halten der Stadt gibt es Ruhmespunkte. Während ein Monster in Tokyo ist, wird es von allen ausserhalb angegriffen und greift seinerseits alle ausserhalb an. Actionreich - fast schon ein Partyspiel. (Siehe auch: King of New York [2014], King of Monster Island [2022]).



Lost Ruins of Arnak (dt. Die verlorenen Ruinen von Arnak - Brettspiel/Eurogame/Abenteuerspiel, Czech Games Edition, Elwen/Min, 2020 [V/W]). Anspielung auf die Indiana-Jones-Figur. Forscher müssen Wächter überwinden, um an die Schätze heranzukommen. Grafisch schön gemacht, aber das Thema ist mir (im Grundspiel) etwas zu wenig actionreich umgesetzt (besser mit Erweiterung: Die Expeditionsleiter). Die Kombination von Eurogaming und Abenteuerspiel ist immer recht heikel.



Magic: The Gathering (Kartenspiel/Fantasyspiel, Wizards of the Coast, Garfield, 1993 [V/W]). Trading Card Game (TCG, oder auch: Collectible Card Game CCG, dt. Sammelkartenspiel), in welchem jeder Spieler sein eigenes Kartendeck besitzt. Im Duell der Zauberer die Lebenspunkte des Gegners von 20 auf 0 reduzieren. Dazu gibt es Kreaturen für Angriffe sowie Zaubersprüche für diverse Interaktionen. Grosser Verkaufsschlager zu seiner Zeit, mit immer neuen Sammelkarten, welcher die heutigen Spezialspielläden begründete.



Rajas of the Ganges (Brettspiel/Multisektionsspiel, Eurogame, HUCH!, I. Brand/M. Brand, 2017 [V/W]). Schönes Brett in diesem würfelbasierten Worker-Placement-Spiel im aufstrebenden indischen Mogulreich des 16. Jahrhunderts. Dabei sollen neue Märkte erschlossen werden, um die eigenen Provinzen zu Reichtum und Ruhm zu führen. Spezielle Siegbedingung: in diesem Spiel bestehen zwei Siegpunkteleisten (Reichtum, Ruhm) nebeneinander: wenn sich die beiden Marker bei einem Spieler begegnen, gewinnt dieser das Spiel sofort.



Space Alert (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Czech Games Edition, Chvátil, 2008 [V/W]). Kooperatives Echtzeit-Actionspiel an Bord eines Raumschiffs. Im Spiel gibt es eine Aktionsrunde und eine Ausführungsrunde. Die Aktionsrunde wird in Echtzeit gespielt, welche von einer CD begleitet wird. Die Spieler beraten sich und müssen innerhalb einer bestimmten Zeit alle gestellten Aufgaben lösen. In der Ausführungsrunde überprüfen sie das Resultat. Spielt sich am besten mit einer eingespielten Gruppe.



Twilight Imperium (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Fantasy Flight Games, C.T. Petersen, 1997 [V/W]). In diesem Siedlungs-, Entwicklungs- und Kriegsspiel im Science-Fiction-Setting, müssen Missionen erfüllt werden, um Siegpunkte zu generieren. Es gilt als eines der komplexesten und längsten Megaspiele der Brettspielegeschichte überhaupt (ein langer Abend ist garantiert - es dauert meistens über sechs bis acht Stunden; die ideale Spielerzahl ist sechs). Daher sehr episch, für die meisten aber zu umfangreich.



Via Nebula (Brettspiel/Eurogame, Space Cowboys, Wallace, 2016 [V/W]). Dieses Spiel ist leider etwas unterbewertet (für mich das schönste Spiel des Brass-Autors Martin Wallace). Sicher eine der besten Adaptionen auch von Eurogames als Familienspiel, also: leicht spielbar und doch auch genügend herausfordernd (was eben erstaunlich selten wirklich so gut gelingt wie hier). Thematisch spielt das Spiel in einer familiengerecht ausgestalteten Fantasy-Nebellandschaft, in welcher man möglichst viele eigene Gebäude errichten muss.



7th Continent (Brettspiel/Abenteuerspiel, Serious Pulp, Roudy/Sautter, 2017 [V/W]). Vielleicht das beste je konzipierte Abenteuerspiel. Das Adventure-Story-Kartenspiel spielt im frühen 20. Jahrhundert und handelt von der Suche nach dem siebenten Kontinenten. Insgesamt 1250 Karten, Dauer: rund 20-30 Stunden - dabei gibt es ein spezielles Speichersystem, mit welchem man das Spiel problemlos unterbrechen kann. Mit den ausgelegten Karten dehnt sich die Spielfläche ständig aus und bringt neue Erkundungen und Abenteuer hervor.





51-60: Arkham Horror: The Card Game (dt. Arkham Horror: Das Kartenspiel), Azul, Blood Rage, Burgle Bros., Five Tribes: The Djinns of Naqala (dt. Five Tribes: Die Dschinn von Naqala), Scythe, Sky Team, Terra Mystica, [Mini-] Tikal, Trajan.



Arkham Horror: The Card Game (dt. Arkham Horror: Das Kartenspiel - Kartenspiel/DBG/Horrorspiel, Fantasy Flight Games, French/Newman, 2016 [V/W]). Viel mehr als bloss eine Kartenspielausgabe von Arkham Horror. Eines der üppigsten und ausgeklügeltsten Deckbuilding-Abenteuer (mit vielen Erweiterungen). Im Grundspiel sind drei Grundszenarien enthalten, die zu einer Kampagne zusammengefasst werden können. Das kooperative Ermittlungsspiel ist in der Lovecraftschen Horrorkultwelt angesiedelt. (Siehe auch: Arkham Horror [1987 - V]).



Azul (Brettspiel, Plan B Games, Kiesling, 2017 [V/W]). Grafisch ansprechend, mechanisch interessant, locker und flockiges Spielgeschehen. Nach bestimmten Regeln werden Teile aufgenommen und abgelegt, so dass ein bestimmtes Muster entsteht. Geliebt von Familien- wie teils auch Kennerspielern. Die gegebene Hintergrundgeschichte mit dem portugiesischen König ist eher weniger von Belang. (Siehe auch: Azul: Der Sommerpavillon [2019], Azul: Meister-Chocolatier [2022], Azul Duel [2025] sowie weitere Folgespiele.)



Blood Rage (Brettspiel/Mehrheitenspiel, CMON Limited, Lang, 2015 [V/W]). Wut, Hörner und Äxte - beliebtes Wikingerkampfspiel mit vielen Miniaturen. Die Götter zufriedenstellen (Odin, Thor, Loki, Frigga, Heimdall und Tyr) - und standesgemäss im Ragnarök untergehen (höhöhö!). Jeder Spieler spielt einen bestimmten Clan mit einem Anführer, acht Kriegern und ein Drachenschiff besitzt. Ob das Mehrheitenspiel den Wikingern wirklich gerecht wird - oder (auch) bloss Klischees bedient - bleibe dahingestellt. Grosse Schachtel mit viel Inhalt.



Burgle Bros. (Brettspiel/Krimispiel, Fowers Games, Fowers, 2015 [V/W]). Kooperatives Laufspiel um eine Einbrecherbande. Das Spiel besteht aus drei verschiedenen Etagen mit je 3x4 (oder in der verkürzten Version 2x4) Räumen, welche dargestellt sind durch verdeckte Karten, die aufgedeckt werden können. Auf jeder Etage gibt es einen Safe, welcher geöffnet werden und ebenfalls einen Wächter, dem man aus dem Weg gehen muss. Die Spieler spielen verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Könnt ihr entkommen?



Five Tribes: The Djinns of Naqala (dt. Five Tribes: Die Dschinn von Naqala - Brettspiel/Eurogame, Days of Wonder, Cathala, 2014 [V/W]). Einzigartige Mechanik von einem Worker-Displacement (bzw. einer Meeple-Verschiebung) beim Siegpunktesammeln in der Wüste. Hier liegen zuerst alle Spielfiguren aus und verschwinden dann nach und nach! Dabei gilt es die verschiedenen Sippen und Dschinns für sich zu gewinnen, um Macht und Einfluss im Sultanat zu bekommen. Hoher Wiederspielwert aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten.



Scythe (Brettspiel/Eurogame [USA]/Mehrheitenspiel, Stonemaier Games, Stegmaier, 2016 [V/W]). Science Fiction meets Eurogame. Das retro-futuristische Spiel ist nach dem Ersten Weltkrieg, im Osteuropa der 1920-er Jahre, angesiedelt. Die mächtige 'Fabrik', welche den Krieg mit gepanzerten Mechs überflutete, hat ihre Pforten geschlossen. Welche europäische Macht kann die Vorherrschaft übernehmen? Viele Mechanismen von Eurogames, aber auch Kämpfe - ein Hybrid zwischen europäischer und amerikanischer Schule.



Sky Team (Brettspiel, Scorpion Masqué, Rémond, 2023 [V/W]). Sehr originelles kooperatives Zweispieler-Flugzeuglandespiel mit Pilot und Co-Pilot bei begrenzter Kommunikation. Das Spiel zeigt, wieviel Spielfreude eine reine Simulation bringen kann. Es gilt, Würfel auf dem Cockpitboard so zu platzieren, dass das Flugzeug sicher landen kann: Flughöhe justieren, das Flugzeug gerade halten, Kollisionen mit anderen Flugzeugen verhindern, Fahrwerk und Landeklappen ausfahren und das Flugzeug abbremsen und zum Stillstand bringen. That's it.



Terra Mystica (Brettspiel/Eurogame, Feuerland Spiele, Drögemüller/H. Ostertag, 2012 [V/W]). Strategisches Siedlungsspiel, in welchem das Land bewirtschaftet wird. In sieben verschiedenen Landschaften können 14 verschiedene Völker gespielt werden. Das sorgt für Abwechslung und guten Wiederspielwert. Speziell ist der Machtpunktemechanismus - mit Machtpunkten werden Zauber bewirkt oder Ressourcen getauscht. (Siehe auch: Gaia Project [2017], Terra Nova [2022], Age of Innovation [2023 - vermutlich das beste Spiel dieser Reihe]).



Tikal (Brettspiel/Eurogame, Ravensburger, Kiesling/Kramer, 1999 [V/W]). Erstaunlicher Klassiker (hört die Begeisterung von Rahdo: I, II), in welchem Archäologen auf der Suche nach verborgenen Schätzen in der Maya-Stadt Tikal sind. Die Spielfiguren bewegen sich auf ausgespielten Spielteilen. Bei einem Vulkanteil gibt es eine Punktewertung. Interessante Mischung aus Eurogame, Legespiel, Laufspiel und Abenteuerspiel. (Siehe auch: Mini-Tikal [2007 (inoffiziell, webpubliziert)], Tikal II [2010), Tikal Legend (2025]).



Trajan (Brettspiel/Eurogame/Multisektionsspiel, Ammonit Spiele, Feld, 2011 [V/W]). Aktionsreiches Eurogame mit dem berühmten Kaiser zur Blütezeit des Römischen Reiches. Mit vielen ineinandergreifenden Mechanismen und Aktionen können Siegpunkte erreicht werden. Im Hauptmechanismus geht es darum, zwölf Aktionssteine in einem Aktionskreis mit sechs Töpfchen so zu verteilen, dass die gewünschten Aktionen getätigt werden können. Hat zusammen mit Village das (von mir so genannte, heute sehr beliebte) Genre der Multisektionsspiele eröffnet.





61-70: Brass: Birmingham, Catan: Das Spiel bzw. Die Siedler von Catan, Colt Express, Cyclades, Fortune and Glory, Galaxy Trucker, Kingsburg, Magical Athlete, Root, Spirit Island.



Brass: Birmingham (Brettspiel/Eurogame/Wirtschaftsspiel, Roxley, G. Brown/Tolman/Wallace, 2018 [V/W]). Ich erwähne hier nicht so gerne Folgespiele (weil die Liste schon so lang genug ist), aber in diesem Fall kommt man nicht darum herum. Dies ist die relativ spektakuläre Fortsetzung von Brass (bzw. Brass: Lancashire, 2007). Schönes Design, interessante Spielmechanismen (und trotzdem hat die Langzeit-BBG-Nr. 1 mich nicht restlos überzeugt). Top-Wirtschaftssimulation der 2000-er Jahre? Jedenfalls: die grosse Alternative zum 'guten alten Monopoly'.



Catan - Das Spiel (ursprünglich: Die Siedler von Catan, Brettspiel/Eurogame/Siedlungsspiel, Kosmos, Teuber, 1995 [V/W]). Der (über-) grosse (und ewige) Siedlungsspieleklassiker ist das bekannteste Spiel der neueren Zeit bis heute (und man kann es tatsächlich immer noch spielen!). Untypisch für die folgende Eurogamesphase kommt hier noch ein etwas glückslastiger Würfel zum Einsatz (zum Auswürfeln der Rohstofferträge). Erweiterungen empfohlen. (Siehe auch: Die Siedler von Catan: Das Kartenspiel [1996], Die Sternenfahrer von Catan [1999]).



Colt Express (Brettspiel/Westernspiel, Ludonaute, Raimbault, 2014 [V/W]) Schlägereien, Schiessereien und Raubzüge - dies ist alles sehr lustig und unterhaltend in diesem actionreichen Fun-Westernspiel mit programmierter Bewegung, welches sich in einem 3D-Karton-Zug abspielt. Das heisst: zuerst wird mit Aktionskarten von allen die Bewegung programmiert, welche am Ende der Runde durchgespielt wird. Erst dann sieht man, was sich da wirklich alles abspielte. Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.



Cyclades (Brettspiel/Mehrheitenspiel, Matagot, Cathala/Maublanc, 2009 [V[inkl. Erweiterung]/W]). Ein Mehrheitenspiel, welches weniger bekannt ist, als es sein könnte (und trotzdem wird es nicht selten mal in Hitlisten genannt). Es spielt in der griechischen Antike, in deren Inselwelt man für die Götter auf Inseln Städte baut.Es geht nicht nur um Gebietskontrolle, sondern auch um Schiffskämpfe. Die antiken Götter greifen in das Geschehen ein und bringen den Spielern spezielle Fähigkeiten (u.a. auch durch Philosophen).



Fortune and Glory: The Cliffhanger Game (Brettspiel, Flying Frog Productions, Hill, 2011 [V/W]. Sehr spezielles, etwas üppiges, episches, weltumspannendes, popiges indiana-jones-inspiriertes Abenteuerspiel. Die Spieler reisen um die Welt, kämpfen gegen allerhand Verbrecher und erleben verrückte Abenteuer. Das Spiel spielt in den 1930-er Jahren. Hier geht es wirklich ums Abenteuer und die Atmosphärik... und das entsprechendes Würfelglück. (Nur in Englisch erhältlich!).



Galaxy Trucker (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Czech Games Edition, Chvátil, 2007 [V/W]). Eines der ersten und beliebtesten Spiele mit Echtzeit-Elementen. Es gilt, möglichst rasch ein Raumschiff zusammenbauen und es für bevorstehende Ereignisse und Gefahren (wie Piraten oder Meteoriten) auszurüsten. Die späteren Aufgaben kann man im voraus einsehen, wobei man aber Zeit verliert für den Bau des Raumschiffs. In drei Runden müssen die Aufträge erfüllt werden. Gelingt dies nicht, verliert man Waren, Besatzungsmitglieder oder Teile des Raumschiffs.



Kingsburg (Brettspiel/Eurogame, Stratelibri, Chiarvesio/Iennaco, 2007 [V/W]). Vermutlich das erste (oder zumindest das erste bekannte) Spiel, welches den Worker-Placement-Mechanismus mit Würfeln kombinierte (Dice Placement), und somit die Würfelphobie der Eurogamer durchbrach. Die Spieler übernehmen die Rolle eines Gouverneurs, welcher eine Provinz eines Königsreichs verwaltet. Dabei gilt es dieses zum Blühen zu bringen und es auch vor Feinden zu schützen. Mit den Würfeln können die königlichen Berater beeinflusst werden.



Magical Athlete (Brettspiel/Rennspiel/Funspiel, CMYK, Garfield/Ishida, 2025 [V/W]). Dies ist ein Reprint eines gleichnamigen Spiels aus dem Jahr 2023. Sehr einfaches Rennspiel, wenn nicht da so viele spezielle Kniffe darin auch noch wären. Diese kommen von den lustigen und verrückten Meeples, von welchen alle vier Stück haben und die alle einen speziellen, verrückten Charakter besitzen. Vier verrückte Rennen - dann gibt's die Endwertung. (Siehe auch: Hot Streak [2025 - V (ähnliches Spiel vom gleichen Verlag)]).



Root (Brettspiel, Leder Games, Wehrle, 2018 [V/W]). Abenteuer-Fantasy-Spiel in der grossen Wildnis der Waldkreaturen. Das Spezielle an diesem Spiel ist, dass es asymmetrisch ist (wie auch 'Vast: The Crystal Caverns' vom selben Verlag [2016]). Es gibt in diesem Spiel vier verschiedene Faktionen, welche um Macht und Recht kämpfen, und welche sich vollkommen verschieden spielen (die Spieler können so dasselbe Spiel immer wieder aus verschiedenen Optiken heraus erleben). (Siehe auch: Fort [2020], Oath [2021]).



Spirit Island (Brettspiel, Greater Than Games, Reuss, 2017 [V/W]). Komplexes, kooperatives Anti-Kolonialisations-Expertenspiel mit Inselnaturgeistern. Die Eingeboren leben im Einklang mit den Inselgeistern. Nun wird die Insel von Entdeckern entdeckt und damit kommt das Gleichgewicht der Insel durcheinander. Die Spieler müssen den Einwohnern helfen, um die Entdecker, die sich immer stärker verbreiten, wieder loszuwerden und die dramatischen Effekte, welche durch die Entdecker ausgelöst werden, zu verhindern.





71-80: Arche Nova, Concordia, Darwin's Journey, Die Quacksalber von Quedlinburg, Downforce, Eselsbrücke, Just One, Menara, Orléans, Planet Unknown.



Arche Nova (engl. Ark Nova - Brettspiel/Eurogame, Feuerland Spiele, Wigge, 2021 [V/W]). Beliebtes komplexeres, kartengesteuertes Tier- und Zoospiel. Nicht unbedingt üblich für dieses Genre - das Spiel überzeugt aber die Liebhaber von komplexeren Spielen mit viel Symbolik und interessanter Mechanik. Die Spieler sind Betreiber eines Zoos, welcher gefüllt werden muss, d.h. es müssen Gehege gebaut und Tiere angeschafft werden. Zeitgemäss gibt es in diesem Spiel aber auch Artenschutzprojekte (also sogar einen gewissen Ökoeffekt).



Concordia (Brettspiel/Eurogame, PD-Verlag, Gerdts, 2013 [V/W]). Recht elegantes Aufbau-/Entwicklungsspiel mit Karten-Deckbaumechanismus. Die antike Atmosphäre ist hier auch grafisch stimmig umgesetzt. Die Aktionskarten stellen Berufsleute mit verschiedenen Möglichkeiten dar. Im Verlauf des Spiels werden in römischen Provinzen Waren produziert. In der Endwertung kommen die Götter ins Spiel, welche ebenfalls auf den Aktionskarten sind - sie belohnen die Spieler, indem sie die Siegpunkte verteilen. Für manche vielleicht ein bisschen zu trocken.



Darwin's Journey (Brettspiel/Eurogame, ThunderGryph Games, Luciano/Mangone, 2023 [V/W]). Zu verschiedenen Zeiten erleben verschiedene Philosophen und Wissenschaftler eine kleine Renaissance - derzeit ist es gerade Darwin, und dies schlägt sich in der Spieleszene nieder - mit einigen Darwin-Spielen, von welchen dieses vermutlich das ambitionierteste ist. Die Spieler reisen von Insel zu Insel, wie die HMS Beagle von Darwin auf ihrer Reise zu den Galapagos-Inseln. Kleine Züge, grosse Wirkung. Das Spiel ist auch optisch sehr ansprechend.



Die Quacksalber von Quedlinburg (engl. The Quacks of Quedlinburg - Brettspiel/Eurogame, Schmidt Spiele, Warsch, 2018 [V/W]). Zauberhafte Tränke und Tinkturen brauen... bis zum Explodieren des Kessels. Dies im beschaulichen Quedlinburg, wo sich allerhand Wunderdoktoren und Kurpfuscher treffen, um sich mit ihren Tränken gegenseitig zu übertreffen. In diesem Bag-Building-Spiel werden Plättchen auf dem Kesselplan verbaut, um Belohnungen zu erhalten. Zu viele Knallerbsen bringen jedoch den Kessel zum Explodieren.



Downforce (Brettspiel/Sportspiel/Rennspiel, Restoration Games, Daviau/Jacobson/Kramer, 2017 [V/W]). In diesem kleveren Rennspiel mit Tippmechanismus geht es weniger ums Tempo, als vielmehr ums Tippen. Bewegt werden die Wagen mit dem kramerschen Kartensystem (siehe auch: Tempo, Formel 1 Nürburgring und Top Race). Der Tippmechanismus, in welchem auf die Schlussplatzierung getippt wird, kehrt dreimal im Spiel wieder. Am Ende gibt es aber Punkte für die Platzierungen der eigenen Autos wie auch für die abgegebenen Tipps.



Eselsbrücke (Brettspiel/Partyspiel, Schmidt Spiele, Dorra/Zur Linde, 2011 [V/W]). Sehr originelles Geschichtenerzählspiel (etwa so). Der Titel geht auf den Begriff der Eselsbrücke zurück, also eine Hilfe zum Merken von Dingen. Aufgrund von drei gezogenen Kärtchen mit gezeichneten Begriffen wird eine Geschichte erzählt bzw. erfunden. Die anderen Spieler müssen sich die Geschichte bzw. Begriffe merken, die später abgefragt werden. Für gemerkte Begriffe gibt es Punkte, für gelungene Eselsbrücken einen Vorteil.



Just One (Wortspiel/Partyspiel, Repos Productions, Roudy/Sautter, 2018 [V/W]). Sehr einfaches kooperatives Party-Wortspiel - eines der besten Partyspiele der Zeit. Mit Karten werden Begriffe vorgegeben: die Spieler müssen dann Begriffe finden, die zum vorgegebenen Begriff passen. Gleiche Begriffe fallen aus der Wertung, so dass man eher originelle Begriffe wählen sollte. Typisches Partyspiel mit wenig Downtime - alle sind immer ins Spiel involviert, was ein gutes Spielgefühl vermittelt. Bis zu 7 (oder mehr) Spieler. So unscheinbar, so gut.



Menara (Brettspiel/Bauspiel, Zoch Verlag, Richtberg, 2018 [V/W]). (Fast) Alle haben Freude an Bauspielen. Dies ist ein kooperatives Bauspiel (etwa so). Karten bestimmen die Aktion, wählbar in drei Schwierigkeitsgraden. Gebaut wird ein Tempelgebäude. Zuerst müssen die Säulen ausgelegt werden, auf welche die Etagenböden gelegt werden. Sind alle Aufgabenkarten, alle Böden und/oder alle Säulen verbraucht worden und ist die vorgebene Zahl von Etagen erreicht, gewinnen die Spieler das Spiel. Wenn der Tempel vorher einstürzt, verlieren sie es.



Orléans (Brettspiel/Eurogame/Multisektionsspiel, dlp games, Stockhausen, 2014 [V/W]). Das Artwork dieses Spiels haut einem nicht gerade um, aber es ist ein sehr solides Eurogame, von einer speziellen Sorte, die sich Bag-Building nennt (d.h. die Aktionsplättchen werden zufällig aus einem Beutel gezogen). Das Spiel gehört auch zum Genre der Engine-Building-Spiele, was bedeutet, dass man im Verlauf des Spiels immer mehr Ressourcen erhält, um stärkere Aktionen zu tätigen. Es gibt viele Dinge zu tun, und die Sachen greifen perfekt ineinander.



Planet Unknown (Brettspiel/Teillegespiel/Science-Fiction-Spiel, Adam's Apple Games, Lambert/Rehberg, 2022 [V/W]). Kooperatives (Planeten-) Entwicklungsspiel, mit Teillegemechanismus. Es wird gepuzzelt, um Belohnungen zu erhaschen - das ist sehr befriedigend und populär. Leisten hochgehen, um Aktionen auslösen und Siegpunkte sowie auch Spezialeffekte zu gewinnen. Ein plättchenspendender Drehteller in der Tischmitte sorgt für einen zusätzlichen Effekt (namens: S.U.S.A.N. [Simultaneous Unit Selection Axial Node]).





81-90: Ancient Knowledge, Beyond the Sun, Citadelles (aka Citadels, dt. Ohne Furcht und Adel), Compile, Dixit, Flip 7, Istanbul, Life of the Amazonia, Super Fantasy Brawl, The Wolves (dt. Die Wölfe).



Ancient Knowledge (Kartenspiel, Iello, Mathieu, 2023 [V/W]). Engine-Builder mit einem Zeitmechanismus. Es gilt, in einer untergehenden Kultur altes Wissen zu retten (das Wissen der Antike). Die ausgespielten Karten verfallen, wobei verlorenes Wissen verhindert werden muss. Es gibt Monument- und Technologiekarten - die Aktionen der Karten beeinflussen sich gegenseitig, was ziemlich knifflig ist. Das wäre an sich supertoll - Mangel: nicht optimal ausgewogen (-> Erweiterung Heritage (nur englisch)]).



Beyond the Sun (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel/Multisektionsspiel, Rio Grande Games, Chan, 2020 [V/W]). Weltraumzivilisationsspiel mit Worker-Placement- und Area-Control-Mechanismus. In diesem Spiel werden neue Technologien entwickelt (in den Bereichen Wissenschaft, Ökonomie, Militär und Handel). Ferner geht es um die Besiedlung und Entwicklung von exoplanetarischen Systemen. Das sieht höchst technisch aus, gerade diese technologische Umsetzung ist aber auch das Besondere an diesem Spiel.



Citadelles (dt. Ohne Furcht und Adel, aka Citadels [Neuauflage] - Kartenspiel, MultiSim, Faidutti, 2000 [V/W]). Überraschendes, kleines, älteres Spiel aus dem Bereich von Role Selection (Rollenauswahl). Die Spieler suchen sich durch Card Drafting in jeder Runde eine neue Rolle mit einer Spezialfähigkeit aus, welche die anderen Spieler nicht kennen. Dann geht es darum, im mittelalterlichen Setting Gebäude zu bauen. Wenn ein Spieler acht Gebäude gebaut hat, ist das Spiel zu Ende. Gewinner ist der Spieler, der am Schluss die wertvollsten Gebäude besitzt.



Compile (Kartenspiel, Greater Than Games, Yang, 2024 [V/W]). Taktisches Zwei-Personen-Duellspiel. Die Karten - die zu gemischten Themendecks zusammengestellt werden - haben Spezialeffekte für die Auslage. Es geht um Künstliche Intelligenzen, die versuchen, ihre Protokolle zu kompilieren (d.h. von Programmiersprache in Maschinencode übersetzen). Das ist das Ziel des Spiels. Wer drei Spalten seiner Auslagen (mit mindestens zehn Punkten) gewinnt, der gewinnt das Spiel. Viele Mö,glichkeiten, grosser Wiederspielreiz.



Dixit (Ratespiel, Libellud, Roubira, 2008 [V/W]). Bei diesem Spiel werden Karten geraten. Ein Spieler tritt als Rätselgeber auf. Er beschreibt eine seiner Karten mit einem Satz, einem Wort, einem Ton oder einer Geste. Er legt die Karte verdeckt hin, und die Rätselrater geben nun eine ihrer Karten dazu, von der sie finden, dass sie am Besten zur Beschreibung passt. Dann wird mit offenen Karten geraten, welches die Karte des Rätselgebers ist. Raffiniertes Punktesystem - nicht zu gut/einfach und nicht zu schlecht/schwierig beschreiben.



Dungeon Fighter (Brettspiel/Fantasyspiel, Cranio Creations, Buonfino/Silva/Sorrentino, 2011 [V/W]). Ein Dungeon-Crawler-Spiel humorvollen Art. Hier geht es nicht nur darum, Schätze zu bergen und Monster zu bekämpfen, sondern v.a. mit verschiedenen Arten des Würfelns auf eine Zielscheibe zu werfen und ein möglichst gutes Würfelresultat zu erzielen, um die Kämpfe zu gewinnen (z.B. mit Aufprall auf dem Tisch [dies bei jedem Wurf], mit der linken Hand, mit geschlossenen Augen, usw. usf., etc. etc. - fast schon ein Partyspiel).



Flip 7 (Kartenspiel, The Op Games, Olsen, 2024 [V/W]). Ich mag Push-your-luck-Spiele genau dieses Typs (siehe auch etwa: Dead Man's Draw [2014] oder Kleine Fische [1997]), und daher hat das Spiel auf jeden Fall einen Platz in dieser Liste, obwohl es sehr simpel ist und überhaupt nichts Neues bringt. Sicher ein Kronjuwel der supereinfachen Kartenspiele. Eignet sich sehr gut auch als Glücks-/Geldspiel (ich hab's nicht gesagt!). Ein Spiel, welches fast alle mindestens ein bisschen mögen, so dass man es praktisch überall spielen kann.



Istanbul (Brettspiel/Eurogame, Pegasus Spiele, Dorn, 2014 [V/W]). Solides, originelles Eurogame, welches als Weiterentwicklung von Bazaar II (aka Samarkand) betrachtet werden kann (dieses war so etwas wie das Ur-Eurogame, von Sid Sackson). Im orientalischen Handelsspiel besteht der Spielplan aus 16 Ortskarten. Auf diesen werden würfelbasiert verschiedene Aktionen durchgeführt. Die mehrgliedrige Figur wird während ihrer Bewegung abgetragen - die abgetragenen Teile dienen als Assistenten. Spielziel ist es, fünf Rubine zu gewinnen.



Life of the Amazonia (Brettspiel, Bad Comet, Bloom, 2023 [V/W]). Hyperschön gestaltetes (Bagbuilding-) Tierdschungelspiel, welches auch mechanisch überzeugt. So etwas wie der Star unter verschiedenen Spielen dieses Genres - aber ein bisschen komplexer als gewöhnliche Familienspiele. Auch hier geht es - wie bei ähnlichen Spielen - darum, Tiere so einzusetzen, dass sie am Ende am meisten Punkte bei der Endwertung ergeben. Mit zwei oder drei Spielern besser als mit mit vier (mit vier Spielern wird das Spiel etwas lang).



Super Fantasy Brawl (Brettspiel/Fantasyspiel, Mythic Games, Eisenhuth, 2022 [
V/W]). Cooles taktisches und strategisches Arena-Battle-Spiel, welches so interessant und originell ist, wie es aussieht. Zwei Teams von Helden kämpfen gegeneinander. Die Aktionen sind sehr klar und fordern einiges Überlegen. Nach neuerer Methode sind die Kämpfe nicht mehr würfel-, sondern kartenbasiert. Das Spiel gewinnt man, indem man gegnerische Helden ausschaltet und Missionsziele erfüllt. Die Spiele sind meistens recht kurz.



The Wolves (dt. Die Wölfe - Brettspiel, Pandasaurus Games, Kamath/Simpson, 2022 [V/W]). Typisches, einfaches Gebietskontrollenspiel, welches eigentlich nicht viel Neues bringt, dafür aber (fast) alles richtig macht in seinem Genre und auch thematisch sehr stimmig ist. Um Aktionen durchführen, werden Geländeplättchen umgedreht. Je nach Typ kann man die Wölfe auf dem Spielfeld bewegen, einen Bau begründen oder ausbauen, andere Tiere jagen oder Wölfe dominieren. Wenn es Zeit ist für eine Wertung entscheidet sich, wer mehr Wölfe platzieren konnte.





91-100: Dominion, Dungeon Fighter, Friesematenten, Hellapagos, Java, Mage Knight, Meeple Circus, Rückkehr der Helden, Snapshot, The Loop.



Dominion (Kartenspiel/DBG, Rio Grande Games, Vaccarino, 2008 [V/W]). Gilt als Anfang der modernen Deck-building (Card) Games (DBG - also des Deckbaus). Die Spieler sind Herrscher eines Königsreichs - sie starten mit einem vorgegebenen Kartendeck, welches durch Kauf von weiteren Karten ausbaut werden kann. Gekauft werden die Aktions-, Geld- und Punktekarten, welche letztlich die Siegpunkte bringen. Das Spiel ist relativ leicht verständlich, aber reichlich komplex zu spielen, weil es sehr variantenreich ist.



Friesematenten (Kartenspiel, 2F-Spiele, Friese, 1998 [V/W]). Ein absolutes Fungame - und ein geradezu typisches Friese-Spiel: witzig, originell, interessant. Hier geht es um Kartenauktionen mit lustigen Karten. Es gibt Fabrik-, Status-, Einfluss- und Aktionskarten, die ersteigert werden können. Dabei gilt es möglichst viel Einkommen zu generieren, um die Partie mit möglichst guten Siegpunktkarten gewinnen zu können. Das Spiel war ursprüglich als Sammelkartenspiel konzipiert, ist heute aber v.a. bekannt in der Amigo-Variante von 2010.



Hellapagos (Brettspiel/Abenteuerspiel, 999 Games?, L. Gamelin/P. Gamelin, 2017 [V/W]). Survival-Abenteuerspiel, bei welchem es ums nackte Überleben geht. Das Spiel endet, sobald alle die Insel mit einem Floss verlassen haben, bevor der grosse Hurrikan kommt (wenn sie nicht vorher gestorben sind). Es geht hier sowohl um gruppendynamische wie auch um egoistische Aktionen. Bis zu zwölf Spieler können mitmachen. Alleine die Ausgangssituation sorgt für ein sehr angeregtes Spiel (was allerdings auch zu Streit führen kann).



Java (Brettspiel/Legespiel/Eurogame/Siedlungsspiel, Ravensburger, Kiesling/Kramer, 2000 [V/W]). Dies ist das mittlere Spiel einer Trilogie (mit Tikal und Mexica - die Spiele dieser sogenannten Masken-Trilogie sind unabhängig voneinander). Der Spieler baut Städte, welche er durch Paläste kontrollieren kann (was die Möglichkeit schafft, Festivals zu veranstalten). Der Clou des Spiels ist hier, dass nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe gebaut werden kann. Etwas unterbewertet - wie Tikal ein echter Klassiker.



Mage Knight Board Game (Brettspiel/Fantasyspiel, WizKids, Chvátil, 2011 [V/W]). Ursprünglich war dieses Spiel ein Kampagnen-Miniaturenkriegsspiel im Tabletop-Modus (ohne Spielbrett), mit sammelbaren Miniaturen. Hier die Brettspielvariante (ferner gibt es auch noch eine Computerspielvariante [Mage Knight Apocalypse, 2006]). Das Spiel kombiniert Role Playing, Deck Building und weitere Brettspielmechanismen, in einer der Interessantesten Mischungen zwischen Eurogame und Fantasyspiel.



Meeple Circus (Brettspiel/Geschicklichkeitsspiel, Matagot, Millet, 2017 [V/W]). Sehr spezielles, witziges und besonders schön gemachtes Geschicklichkeitsspiel, in welchem Zirkusvorführungen gespielt werden - am Ende gibt es eine grosse Zirkusshow, bei welchem die Spieler einander zuschauen, wie sie ihre schwierigste Aufgabe lösen. Dabei gibt es artistische Karten, mit denen man ein kleines Kunststück baut, und andere Karten mit anderen Effekten. Das ist geeignet auch als Familien- oder sogar Kinderspiel (offiziell: 8+).



Rückkehr der Helden (engl. Return of the Heroes - Brettspiel/Fantasyspiel, Pegasus Spiele, 2003 [V/W]). Ein spezielles, cooles Oldstyle-Fantasyabenteuer mit Role-Playing-Effekten aus einem deutschen Verlag, in welchem es darum geht, Artefakte zu sammeln und Aufgaben zu erfüllen. Das Spiel wird verglichen mit Magic Realm und Talisman (der Komplexitätsgrad soll irgendwo dazwischen liegen). Das Spielfeld wird gebildet aus einem flexiblen 4x4-Kartenfeld. (Siehe auch: Im Schatten des Drachen [2004]).



Snapshot (Brettspiel, Kosmos, Dorn, 2010 [V/W]). Noch eine Überraschung - und was für eine! Ich mag Schnippspiele, finde es aber schwierig, interessante Schnippspiele zu finden. Mit den Schnippscheiben gilt es hier in einem quadratischen Spielfeld verschiedene Aufgaben zu erfüllen - vorgegeben durch acht Aufgabenkarten. Dazu müssen zwei Glitzersteine von allen drei Farben gewonnen werden. Im Weg stehen verschiedene Hindernisse und ein Mauerstab. Durch den Gewinn von Bonussteinen gibt's Extrazüge. Simple and true.



The Loop (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Catch Up Games, Rambourg/Rivière, 2020 [V/W]). Ein Spiel für die Liebhaber von etwas anderen Spielen. Die Spieler müssen in diesem kooprerativen Spiel mit einem sehr speziellen Look einen zeitreisenden, verrückten Wissenschaftler aufhalten, welcher die Fähigkeit hat, sich zu duplizieren. Das Spiel findet in sieben verschiedenen Zeitzonen statt. Eine wichtige Rolle spielt auch die tolle Würfelmaschine, die Zeitrisse (in Form von Würfeln) ausspuckt. Mit dem Loop kann man Artefakte erneut aktivieren.



[Die Liste kann sich natürlich jederzeit verändern (Stand: 12.9.2026 [letzte Änderung]). Ich habe nicht alle Spiele selber schon gespielt, sondern teils auch Einschätzungen durch Youtube-Videos vorgenommen.]


Ehrenvolle Erwähnungen (Honourable Mentions - das sind Spiele, welche ich mir auch in dieser Liste vorstellen könnte, die es aber knapp nicht geschafft haben sowie ein paar weitere spezielle und auch ein paar witzige Erwähnungen [nicht zu viele, aber auch nicht zu wenige - d.h. es sind recht viele, es gibt aber auch heute sehr viele gute Spiele]): Acquire (dt. [auch] Hotel-König - Brettspiel/Klassiker/Wirtschaftsspiel, 3M, Sackson, 1964 [V/W]), Aeon's End (Brettspiel/Fantasyspiel, Indie Boards & Cards, Iglesias/Little/Riley, 2016 [V/W]), Albion's Legacy (Brettspiel/Fantasyspiel, Jasco Games, 2015 [V/W]), Alea Iacta Est (Würfelspiel, Ravensburger, Allers/Eisenstein, 2009 [V/W]), Amalfi: Renaissance (Brettspiel/Wirtschaftsspiel, uchibacoya, Yamada, 2020 [V/W]), Anachrony (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Mindclash Games, Turczi/Amann/Peter, 2017 [V/W]), Andromeda's Edge (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Cardboard Alchemy, L. Laurie & M. Laurie, 2024 [V/W]), Anno Domini (Kartenspiel/Partyspiel, Fata Morgana, Hostettler, 1998 [V/W]), AquaSphere (Brettspiel/Eurogame, Hall Games, Feld, 2014 [V/W]), Black Fleet (Brettspiel/Piratenspiel, Space Cowboys, Bleasdale, 2014 [V/W]), Blood on the Clocktower (Fantasyspiel/Social-Deduction-Spiel, The Pandemonium Institute, Medway, 2022 [V/W]), Bloodborne: The Board Game (Brettspiel/Fantasyspiel/Video-Game-Adaption, CMON Global Limited, Land/Shinall, 2021 [V/W] - Tipp: Bloodborne: The Board Game - Forbidden Woods [2020]), Cacao (Legespiel/Eurogame, Abacusspiele, Walker-Harding, 2015 [V/W]), Carrom (CH: Carambole - Brettspiel/Schnippspiel, öffentlich, unbekannt, unbekannt [V/W]), Champions of Midgard (Brettspiel/Wikingerspiel, Grey Fox Games, Lanza Cebrian/Corbella, 2015 [V/W]), Chips Olympiade (Brettspiel/Geschicklichkeitsspiel, Holger Thiesen Spiele, Thiesen, 1984 [V/W]), Coimbra (Brettspiel/Eurogame, eggertspiele, Brasini/Gigli, 2018 [V/W]), Condottiere (Brettspiel/Eurogame/Minispiel, Eurogames, Ehrhard/Vitale/Kemppainen, 1995 [V/W]), Cosmic Encounter (Brettspiel/Klassiker/Science-Fiction-Spiel, Eon, Eberle/Kittredge/Norton/Olotka, 1977 [V/W]), Crokinole (Brettspiel/Schnippspiele, öffentlich, unbekannt, 1876 [V/W]), Cthulhu Wars (Brettspiel/Horrorspiel/Kriegsspiel, Petersen Games, S. & L. Petersen, 2025 [V/W]), Descent: Journeys in the Dark (dt. Descent: Reise ins Dunkel - Brettspiel/Fantasyspiel/Dungeon Crawler, Fantasy Flight Games, Wilson, 2005 [V(2nd edition)/W]), Dice Forge (Würfelspiel/Fantasyspiel, Libellud, Bonnessée, 2017 [V/W]), Die Aufsteiger (engl. The Climbers - Bauspiel, Chili Spiele, Lanz, 2008 [V/W]), Dorfromantik: Das Brettspiel (Brettspiel/Video-Game-Adaption, Pegasus Spiele, Palm/Zach, 2022 [V/W]), Drakborgen (engl. DungeonQuest, dt. Drachenhort, Brettspiel/Fantasyspiel, Alga, Bonds/Glimne, 1985 [V/W]), Dungeons & Dragons (Pen&Paper-Rollenspiel/Klassiker/Fantasyspiel, Tactical Studies Rules/Wizards of the Coast, Arneson/Gygax, 1974 [V/W]), Dvonn (Brettspiel/Strategiespiel, HUCH!, Burm, 2001 [V/W]), Ein solches Ding (engl. Such a Thing? - Kartenspiel/Partyspiel, Fata Morgana, Hostettler, 1989 [V/W]), (Imperial Settlers:) Empires of the North (Kartenspiel, Portal Games, Kljanka/Trzewiczek, 2019 [V/W]), Endeavor: Deep Sea (dt. Endeavor: Die Tiefsee - Brettspiel/Abenteuerspiel, Burnt Island Games, De Visser/J. Gray, 2024 [V/W] - Grundspiel nicht erwähnt, da rassistisch angehaucht), Entdecker (Brettspiel, Goldsieber Spiele, Teuber, 1996 [V/W]), Euphrat & Tigris (engl. Tigris & Euphrates - Brettspiel/Eurogame/Mehrheitenspiel, Hans im Glück, Knizia, 1997 [V/W]), Flick of Faith (Brettspiel/Schnippspiel, Awaken Realms Lite, Stobiecki/Truchanowicz/Wlodarczyk, 2019 [V/W]), Fiese Freunde Fette Feten (Brettspiel/Eurogame/Erwachsenenspiel, 2F-Spiele, Friese/Casasola Merkle, 2005 [V/W]), Final Titan (Würfelspiel/Fantasyspiel, Nerdlab Games, Garfield/Kudahl, 2026 [V/W]), Forbidden Island (dt. Die verbotene Insel - Brettspiel/Abenteuerspiel, Gamewright, Leacock, 2010 [V/W]), Ganz schön clever (engl. That's pretty clever! - Würfelspiel/Belohnungsspiel, Schmidt Spiele, Warsch, 2018 [V/W]), Go (Brettspiel/Strategiespiel, öffentlich, unbekannt, ca. vor 2200 Jahren [V/W]), Grand Austria Hotel (Brettspiel/Eurogame, Lookout Games, Gigli/Luciani, 2015 [V/W]), Hansa Teutonica (Brettspiel/Eurogame, Argumentum Verlag, Steding, 2009 [V/W]), Heat: Pedal to the Metal (Brettspiel/Sportspiel/Rennspiel, Days of Wonder, Granerud/Pedersen, 2022 [V/W]), Hellas (Brettspiel/Antikespiel/Minispiel, Kosmos, Delonge, 2002 [V/W]), Helvetia (Brettspiel/Eurogame, Kosmos, M. Cramer, 2011 [V/W] - ein bisschen Spielreviewer-History: das war die allererste Spielerezension von... Rahdo!), Herd (Brettspiel, Mark Steere Games, Steere, 2022 [V/W]), HeroQuest (Brettspiel/Klassiker/Fantasyspiel/Dungeon Crawler, MB, Baker, 1989 [V/W]), Imperial (Brettspiel/Eurogame, PD-Verlag, Gerdts, 2006 [V/W]), In the Year of the Dragon (Brettspiel/Eurogame, alea/Ravensburger, Feld, 2007 [V/W]), Innovation (Kartenspiel, Asmadi Games, Chudyk, 2010 [V/W]), ISS Vanguard (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Awaken Realms, Oracz/Piskorski/Samborski/Swierkot, 2021 [V/W]), Jamaica (Brettspiel/Eurogame/ Piratenspiel/Rennspiel, GameWorks, Braff/Cathala/Pauchon, 2007 [V/W]), La Città (Brettspiel/Eurogame, Kosmos, Fenchel, 2000 [V/W]), Lisboa (Brettspiel/Eurogame [komplex], Eagle-Gryphon Games, Lacerda, 2017 [V/W]), Lords of Waterdeep (Brettspiel/Eurogame [USA]/Fantasyspiel, Wizards of the Coast, P. Lee/Ro. Thompson, 2012 [V/W]), Magic Athlete (dt. Turbo-Flitzpiepen 2000), Mahé (aka Känguruh, Die heisse Schlacht um das kalte Buffet, Monsterfressen - Brettspiel/Kinderspiel, Ravensburger, Randolph, 1974 [V[Mahé]/W]), Manila (Brettspiel, Zoch Verlag, Delonge, 2005 [V/W]), Maracaibo (Brettspiel/Eurogame, Game's Up, Pfister, 2019 [V/W]), Marvel Champions: The Card Game (Kartenspiel/LCG/Superheldenspiel, Fantasy Flight Game, Boggs/French/Grace, 2019 [V/W]), Mechs vs Minions (Brettspiel, Riot Games, Cantrell/Ernst/Librande/Saraswat/Tiras, 2016 [V/W]), MLEM: Space Agency (dt. MLEM: Die Astrokatzen - Brettspiel, Rebel Studio, Knizia, 2024 [V/W]), Murano (Brettspiel/Eurogame, Lookout Games, I. Brand/M. Brand, 2024 [V/W]), Navegador (Brettspiel/Eurogame/Wirtschaftsspiel, PD-Verlag, Gerdts, 2010 [V/W]), Nemesis (Brettspiel/Fantasyspiel, Awaken Realms, Kwapinski, 2018 [V/W]), Olympus (Brettspiel/Eurogame, Stratelibri, Chiarvesio/Iennaco, 2010 [V/W]), Once Upon a Time: The Storytelling Card Game (dt. Es war einmal... - Kartenspiel/Partyspiel/Erzählspiel, Angry Lion Games, Lambert/Rilstone/Wallis, 1993 [V/W]), Orloj: The Prague Astronomical Clock (dt. Horologium: Die Orloj von Prag - Brettspiel/Eurogame, Perro Loko Games, Sanchez Hermida/Pascual, 2025 [V/W]), Outlive (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel/Überlebensspiel, La Boîte de Jeu, Oliver, 2017 [V/W]), Palastgeflüster (Kartenspiel, Adlung-Spiele, Rieneck, 2007 [V/W]), Pandemic, demie - Brettspiel/Kooperativspiel, Z-Man Games, Leacock, 2008 [V/W]), Panic Island! (Brettspiel, Blue Orange Games, Boccara, 2017 [V/W]), Patchwork (Brettspiel/Minispiel, Lookout Games, Rosenberg, 2014 [V/W]), Pax Pamir (Brettspiel/Mehrheitenspiel, Sierra Madre Games, Eklund/Wehrle, 2015 [V/W]), Pingo Pingo (Kartenspiel/Kinderspiel [6+], Iello, Fraga, 2015 [V/W]), Piña Coladice (Würfelspiel, Iello, Dupont, 2024 [V/W]), Port Royal (Kartenspiel/Piratenspiel, Pegasus Spiele, Pfister, 2014 [V/W]), Revolte in Rom (engl. Roma - Kartenspiel, Queen Games, Feld, 2005 [V[inkl. Roma II]/W]), Robin Hood (Brettspiel/Kinderspiel, Clementoni, unbekannt, 1974 [V/W]), Royal Game of Ur (dt. Königliches Spiel von Ur - Brettspiel/Klassiker, Merit, unbekannt, 1977 [V/W]), Samarkand (aka Bazaar [II] - Brettspiel, Schmidt Spiele, Sackson, 1980 [V/W]), San Marco (Brettspiel/Mehrheitenspiel, Ravensburger, Moon/Weissblum, 2001 [V/W]), Scarface 1920 (Brettspiel/Mafiaspiel, Redzen Games, Serradesanferm/Simon, 2023 [V/W]), Scrabble (Brettspiel/Legespiel/Wortspiel, Eigenverlag, Butts, 1949 [V/W]), Seasons (Brettspiel/Fantasyspiel, Libellud, Bonnessée, 2012 [V/W]), SETI: Search for Extraterrestrial Intelligence (dt. SETI: Auf der Suche nach ausserirdischem Leben - Brettspiel/Eurogame/Science-Fiction-Spiel, Czech Games Edition, Holek, 2024 [V/W]), Shadows Over Camelot (frz. Les Chevaliers de la Table ronde, dt. Schatten über Camelot - Brettspiel, Days of Wonder, Cathala/Laget, 2005 [V/W]), Slay the Spire: The Board Game (Brettspiel/Fantasyspiel/Video-Game-Adaption, Contention Games, Dworetsky/Giovannetti/Yano, 2024 [V/W]), Smart 10 (Brettspiel/Partyspiel/Wissensspiel, Piatnik, Reiser/Steinwender, 2017 [V/W]), Spartacus: A Game of Blood and Treachery (dt. Spartacus: Ein Spiel über Blut und Verrat - Brettspiel/Antikespiel, Gale Force Nine, Dill/Kovaleski/Sweigart, 2012 [V/W]), Spukstaben (Brettspiel/Wortspiel, Nürnberger-Spielkarten-Verlag, Dressler, 2020 [V/W]), Stakk Chess (Brettspiel/Schachspiel, Warp Spawn Games, Krassner, USA [V/W]), Star Wars: Rebellion (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Fantasy Flight Games, Konieczka, 2016 [V/W]), Stone Age (Brettspiel/Eurogame, Hans im Glück, Brunnhofer, 2008 [V/W]), Super Rhino Hero Battle (Brettspiel/Kinderspiel/Stapelspiel, 2017 [V/W]), Survive: Escape from Atlantis! (Brettspiel/Abenteuerspiel/Überlebensspiel, Parker Brothers, J. Courtland-Smith, 1982 - verbesserte Version: Escape from Atlantis [dt. Atlantis, 1986 (V/W)]), Sword & Sorcery: Immortal Souls (Brettspiel/Fantasyspiel/Dungeon Crawler, Ares Games, Romano/Surace, 2017 [V/W]), Take Time (Brettspiel/Deduktionsspiel, Libellud, Piovesan/Prothère, 2025 [V/W]), Tales of the Arabian Nights (Brettspiel/Abenteuerspiel, Z-Man Games, Gallela/Goldberg/Maroney/Shlasinger, 2009 [V/W] - nur in Englisch erhältlich!), Tang Garden (Brettspiel/Eurogame, ThunderGryph Games, Testini/Zizzi, 2020 [V/W]), That Time You Killed Me (Brettspiel/Strategiespiel, Pandasaurus Games, Hayward, 2021 [V/W]), The Grand Carnival (dt. Der grosse Jahrmarkt - Brettspiel/Legespiel, R. Cramer, 2020 [V/W]), The Lord of the Rings: Fate of the Fellowship (Brettspiel/Fantasyspiel, Z-Man Games, Leacock, 2025 [V/W]), Thunder Road: Vendetta (Brettspiel/Rennspiel, Restoration Games, Chalker/Myers/Cohen/Daviau/Jacobsen/Keifer/Neff, 2023 [V/W]), Thurn und Taxis (Brettspiel/Eurogame/Wirtschaftsspiel, Hans im Glück, A. Seyfarth/K. Seyfarth, 2006 [V/W]), Ticket to Ride (dt. Zug um Zug, Brettspiel/Eisenbahnspiel, Days of Wonder, Moon, 2004 [V/W]), Tiletum (Brettspiel/Eurogame/Multisektionsspiel, Board&Dice, Luciani/Tascini, 2022 [V/W]), Tipperary (Brettspiel, Lookout Games, Burkhardt, 2023 [V/W]), Tipp-Kick (Tischspiel/Sportspiel/Mechanikspiel, unbekannt, C. Mayer, 1921 [V/W]), Trickerion: Legends of Illusion (dt. Trickerion: Macht der Magie - Brettspiel/Eurogame, Mindclash Games, Amann/Peter, 2015 [V/W]), Ultimate Railroads (Brettspiel, Hans im Glück, Ohley/Orgler, 2021 [V/W]), Uprising: Curse of the Last Emperor (Brettspiel/Fantasyspiel, Nemesis.Games, Cremin/Mazur/Sommer, 2021 [V/W]), Vindication (Brettspiel/Fantasyspiel, Orange Nebula, 2018 [V/W]), Voidfall (Brettspiel/Eurogame/Science-Fiction-Spiel, Mindclash Games, Buckle/Turczi, 2023 [V/W]), Warhammer Quest (Brettspiel/Fantasyspiel/Dungeon Crawler, Jones, 1995 [V/W]), Western Legends (Brettspiel/Westernspiel, Kolossal Games, 2018 [V/W]), Wiraqocha (Brettspiel/Abenteuerspiel, Sit Down!, Kermarrec, 2011 [V/W]), Würfelkönig (engl. King of the Dice - Würfelspiel/Minispiel/Kinderspiel [8+], Haba, Nilsson, 2017 [V/W]), Xia: Legends of a Drift System (Brettspiel/Science-Fiction-Spiel, Far Off Games, C. Miller, 2014 [V/W]), Zombicide (Brettspiel/Horrorspiel, CMON Limited, Guiton/Lullien/Raoult, 2012 [V/W]).

Anmerkung: warum manche dieser Spiele sich nicht in meiner Liste befinden, oder warum ich manche Spiele nicht für die Klassikerliste berücksichtigt habe, darüber müsste man im Einzelnen diskutieren...

P.S. Ich kaufe praktisch keine grossen Spiele (bzw. Neuerscheinungen) mehr, da sie für mich einfach zu teuer geworden sind (oder ich zu billig für sie - wie auch immer [daher halte ich stets nach Schnäppchen Ausschau (meist halt von etwas älteren Spielen)]). Trotzdem interessiert mich das Thema weiter. Die Spieleindustrie wendet sich leider immer mehr an Leute, welche das Geld aufbringen können, um all das Zeug zu kaufen, was sie sich wünschen. Was mir ein bisschen fehlt, ist die (preiswertere, aber trotzdem gute und interessante) Produktion für die grosse Masse (wo dann vielleicht ein bisschen mehr Idee und Witz drinsteckt [darauf beruhen nämlich Brettspiele, und das vergessen viele im Lauf der Zeit (in der Kultur ist es dasselbe - die Leute vergessen, warum, wozu und wie etwas begründet wurde und sie nehmen es für selbstverständlich hin, dass es das gibt, und das führt wiederum dazu, dass nicht mehr das Echte gefordert wird, sondern immer mehr nur noch irgendein Abklatsch von irgendetwas [die Frage ist einfach: möchte man als Spieler lieber in der heutigen Spielewelt leben oder in der früheren Spielewelt, als die Eurogames entwickelt wurden (das war doch sehr viel spannender - denn da hiess es: was kommt wohl als nächstes..., während es heute nur noch heisst: das will ich haben, gleichgültig, was es ist: gimme that shit)?])]). Oder mit anderen Worten: das ist doch teils nur noch ein fucking Geschäft (auf der einen, und eine reine Konsumsucht auf der anderen Seite) und kein Spiel mehr (das heisst: auf der Seite des Business sind keine Spieler mehr, die Spielentscheidungen treffen - das war früher andere; und das spaltet übrigens auch die Brettspielcommunity, die sich früher so gerne als eine in ihrer Nerdness verbundene Szene gesehen hat [das ist nicht mehr so: da gibt es die immer zynischeren und dekadenteren Typen und da gibt es die 'normalen' Brettspieler (und natürlich kommt diese Entwicklung aus den USA und ein [bedeutender] Teil der Europäer bzw. ehemaligen ach so stolzen Eurogamer macht das mit)]). Der Preis ist natürlich für mich auch ein Kriterium eines Spiels, d.h. ob ein grossartiger Preis in dieser heutigen Zeit der allgemeinen Überproduktionen für ein Spiel irgendwie gerechtfertigt ist oder nicht (oder anders gesagt: 100'000 Karten [für die Variation des Spiels] nützen einem wenig, wenn man das Spiel dann nicht auch 100'000 mal spielt, oder ein allfällig einmaliges Spielerlebnis dies auch rechtfertigt, und die schönsten Miniaturen sind eben letztlich bloss Spielzeuge und nicht Träger eines Spiels, wenn das Spiel nicht auch eine wirklich einmalige und tolle Mechanik hat, aber item). Summa summarum: in der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, im Brettspielbereich (wie auch in anderen Bereichen), eine kluge Auswahl zu treffen (denn auch diejenigen, die sich vieles leisten können, können weder alles spielen, noch sich alles leisten). Information, Selection, Worship - that's the sign of the time. Cheer up. (Was kann man von einem Philosophen im Spielebereich heute erwarten? Dies.)

Ich bin auch ein bisschen ein Nostalgiker, was Reproduktionen von alten Spielen angeht. Ich spiele dann meistens lieber das alte Spiel in der Urform (wenn da bereits eine gewisse Qualität vorhanden ist, natürlich), verstehe aber auch, dass neue Spieler gerne eine neue und aufgepeppte Version haben möchten (aber sie sehen dann vielleicht in ein paar Jahren und Jahrzehnten, was ich meine damit - wenn sich bei ihren früheren Lieblingsspielen die Frage stellt: Original oder Reproduktion?).

Zum Vergleich - All-Time BGG Nr. 1 (das wichtigste Ranking in der Brettspielwelt): August 2001 bis Februar 2002: Paths of Glory, Februar 2002 bis August 2002: Euphrat & Tigris, August 2002 bis August 2008: Puerto Rico, August 2008 bis Dezember 2010: Agricola, Dezember 2010 bis Januar 2016: Twilight Struggle, Januar 2016 bis Dezember 2017: Pandemic Legacy: Season 1, Dezember 2017 bis Februar 2023: Gloomhaven, Februar 2023 bis dato: Brass: Birmingham. - Aktuelle BGG-Rangliste. - Weitere (Videoreviewer, Top-10): Dice-Tower (Tom Vasel, Zee Garcia & Mike DiLisio) - Ranglisten am Ende des Videos), Rahdo (Richard Hamm), Hunter & Friends (keine aktuelle Topliste), BBG (Christoph), BBG (Thomas), Brettballett (Sven).

Aktuell: BGG-Vorschläge, Spiele 2025




MAGAZIN - Dies & Das zum Thema (Brett-) Spiele.


Spielereviewer (10): Before You Play (engl.), Better Board Games (dt.), BoardGameGeek (engl.), Brettspielblog (dt.), BrettspielSuchties (dt.), Hunter & Friends (dt.), Meeple University (engl.), Rahdo (engl.), The Dice Tower (engl.), Watch It Played (engl.). - Spezielle Erwähnungen (5), Français: Un Monde de jeux (frz.), Originalität: Shut Up & Sit Down (engl.), Spezialitäten: Brettballett (dt.), Solo/Kooperativ: One Stop Co-op Shop (engl.), Szene: Spiel doch mal... ? (dt.). - Weitere (10): Actualol (engl.), Board Game Dad (engl.) [Siehe auch Website: The Perfect Boardgame (mit individuellen Brettspieltipps*)], BoardGameCo (engl.), Brettspiel Dude (dt.), Brettspielgeeks (dt.), Spielkult (dt.), Staygeeky (dt.), Tantrum House (engl.), The Brothers Murph (engl.), TheGameBoyGeek (engl.).


Play online - (Moderne) Brettspiele online (Plattformen). Online-Plattformen: Board Game Arena (grösste) [Interview mit dem Gründer (frz.)], BoardSpace (mit App-Download), Boîte à jeux, Brainking, Brettspielnetz, Brettspielwelt, BuddyBoardGames, Happymeeple, Tabletopia (gross aufgemacht, wenig Spieler, keine Führung, Discordchannel [z.B. für Spielersuche]), Vassal (mit App-Download), Your Turn My Turn, Yucata, Y8-Board Games [Weitere, siehe auch (download): Boardgames on Steam (kostenlose und kostenpflichtige)]. - (Einzelne) Neuere Spiele: Android: Netrunner, Codenames, Magic: The Gathering, Spukstaben - Apps: Agricola (Special Adaption), Catan, Carcassonne, Ganz schön clever, Terraforming Mars. - Ältere Spiele: Backgammon, Bridge, Checkers (Dame), Clue (Cluedo), Go, Jassen - Differenzler / Jassen - Schieber / Jassen - Coiffeur, Monopoly, Scrabble (oder hier), The Royal Game of Ur (Königliches Spiel von Ur), Uno. - Online-Puzzle-Seiten*: Jigsawexplorer, Jigsawplanet, The Jigsaw Puzzles.

* 10 Puzzle Challenges. A Day at the Lake, Fantasy Landscape, Flying Balloons, Mann auf dem Mond, Noah's Arche, Ori and the Blind Forest, Patchwork, Periodensystem der Elemente, (Philosophen-) Schule von Athen (Gemälde von Raffael), Sonnensystem (engl.).

Schach: chess.com (die grösste Online-Schachsite - mit vielen Varianten), lichess (beliebt), chessbase (Fritz-Plattform), chessmail (entspannt), chessclub (Internet Chess Club ICC - kommerziell), freechess (Free Chess Club aka Free Internet Chess Server FICS - Chess.com-Brett). Deutsche Seite, nur mit Anmeldung/Registrierung (keine Gäste): schacharena. - Computerprogramme: Fritz, Shredder, Stockfish. Kleine Warnung: Online-Schach kann - aufgrund des Wertungssystems (und der grossen Dynamik und Interaktion vom Schnellschach) - süchtig machen. Auf chess.com kann man auch das indische Urschach Chaturanga spielen (hier gibt es Erklärungen dazu). - Diverse Schachspielereien (Minigames): Anti-Chess, Chess Minigames, Chess Puzzles/Tactics, Chess Variants, Chessformer, Crazy Chess, Dungeon Chess, Knight-Errant, 4 Player Chess, 4x4 Chess.

Mini-/Flashgames. Die guten alten Flashgames - vieles ist zwar doof, manches aber recht gut und manches sogar sehr gut. Mit den kleinen Spielen kann man eigentlich alles erleben, was man mit den grossen auch erleben kann (und dies kostenlos [und mit etwas weniger Infiltrierungseffekt, vielleicht]) - halt einfach im Kleinformat (Flash-Games-Hommage). - Top-10: Drifting Afternoon, Galagian, Gandy's Quest, Gulper.io [Grossformat], Super Mario 63, Paradox Embrace, Portal - The Flash Version, Relic Runway, Starsky and Hutch Pinball [richtig cooles Pinball-Spiel - Tasten: Shift/Ctrl, Arrow down, Space (Play Fullscreen, Esc)], The World's Hardest Game, so sollte das am Ende aussehen - na ja] + 150 weitere Spiele (more flash game mania). - Flash Museum, Flashpoint Database, Internet Archive/Flash, Flash Game Player for Mobile.

Thema Car&Bike-Rush/Race/Trial: Dune Buggy, 4 Wheel Madness, Trial Bike Pro, Desert Rider, Moto Rush Game, Jungle Moto Trial, Adrenaline Challenge, CycloManiacs, Renegade Racing, Icycle, Line Biker, Dream Car Racing (II, III/Evo) (für das realistische Spiel Motocross Nitro ist ein Unity-Player erforderlich, was nicht alle Browser haben; es gibt auch einige Horrorgames wie Hell Riders, Halloween Graveyard Racing oder Happy Wheels).

Thema Escape&Puzzle Games: Being One [1] (weitere: Episoden 1-5), Bermuda Escape, Heart of Tota, Morningstar, Monkey Go Happy [ganze Serie!], Mystery IQ Test, Professor Fizzwizzle, Quick Escape, The X Spot, 100 Doors Challenge.


Sind Spiele nur etwas für Kinder? Keineswegs: auf vielen alten Bildern sieht man, dass die damaligen Brettspiele von Erwachsenen gespielt wurden (Schach, Dame, Backgammon im Westen, aber auch Go im Osten [das Schachspiel kommt natürlich auch aus dem Osten]; und das gilt natürlich auch für die Karten- und die Glücksspiele). Die alten Griechen waren bekannt als Volk der Spieler - das sieht man u.a. an den Olympischen (Sport-) Spielen. Sogar die neuzeitlichen Philosophen haben gespielt: Voltaire und Rousseau waren passionierte Schachspieler, Kant und Hegel leidenschaftliche Kartenspieler.

Auch die frühen modernen Brettspiele in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren zunächst auf die Erwachsenen ausgerichtet (Checkers Game of Life und andere). Die industrielle/kommerzielle Herstellung von Kinderspielen begann im grossen Stil eigentlich erst im 20. Jahrhundert. Das Spielen gehört heute zu den bedeutendsten Freizeitaktivitäten der Menschen für jung und alt (insbesondere auch mit dem Aufkommen der Videospiele - kommerziell ab 1979 [Space Invaders]). Spielen fördert Spass und Freude, Kreativität, Logik- und Strategievermögen sowie Gesellschaftsaktivität.

Es gibt sogar einen eigenen Bereich der Spielphilosophie. Das Spiel wurde schon früh als Symbol für das Geschehen rund um den Menschen verstanden. Heraklit meinte, in seiner dunklen Art, dass die Zeit wie ein Kind sei das spielt. Platon dagegen sah den Menschen in ein Spiel der Götter verstrickt. Die Idee vom Menschen als Spielzeug Gottes wurde auch von frühen Kirchenvätern vertreten. In der Neuzeit wurde das Spiel unter dem Aspekt der Kindererziehung betrachtet. Insbesondere in der Richtung der Reformpädagogik und deren Vorläufern (Locke, Rousseau und andere). Bedeutende Philosophen der Aufklärung und des Idealismus waren Spieler: Voltaire und Rousseau gelten als leidenschaftliche Schachspieler, Kant und Hegel als passionierte Kartenspieler. Sowohl die Kartenspiele, wie auch die meisten der klassischen Brettspiele waren nicht für Kinder konzipiert, sondern für Erwachsene (typischerweise natürlich Schach).

Eine eigentliche Spielphilosophie entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Schaller, Lazarus und Groos waren die ersten Autoren der eigentlichen Spielphilosophie). Im 20. Jahrhundert kam, insbesondere bei Johan Huizinga, die Idee auf, dass die gesamte menschliche Kultur aus dem Spiel heraus entstanden ist (bzw. aus spielerischen Versuchen heraus). Ich spreche davon, dass weite Teile der Gesellschaft aus 'Metaspielen' besteht, d.h. aus Aktivitäten, die wie Spiele aussehen, nicht aber wirklich, welche sind (Konkurrenz- und Werbewirtschaft, Wahl- und Abstimmungsspiel, Bewerbungsspiel für Arbeit und Wohnung, Schulnotenspiel, Sportspiele, Kunstspiele [wir spielen Musik und sprechen sogar auch vom Schauspiel, und das Kino hiess früher sogar Lichtspieltheater, usw. usf., etc. etc.] und andere).

Eine wichtige Eigenschaft des Spiels ist, dass es eine eigene Welt bildet, welche den Ernst der Realität - ursprünglich von Familie, Arbeit, Religion - nicht tangiert. Ein Spiel ist auch vollkommen frei: man kann jederzeit aus einem Spiel aussteigen, und es kann niemand zu einem Spiel gezwungen werden (sonst ist es kein Spiel - typischerweise kann man dazu das Spiel von Jungtieren betrachten: sie bewegen sich in einem Reigen des Spiels, in welchem es nie wirklich ernst wird - an deren Spiel zeigt sich auch, dass das Spielen in seinem urtümlichen Sinn damit zu tun hat, Dinge fürs Leben zu lernen bzw. Skills zu erwerben [wie weit dies für die heutigen analogen und digitalen Spiele gilt, kann diskutiert werden]; es gibt aber bei den Tieren auch sinnlose Spiele bzw. solche, die so aussehen).

Wie kam ich zum Spielethema? Einerseits habe ich natürlich - wie viele andere auch - in der Jugend gerne gespielt (Monopoly, Scrabble, Stratego, Cluedo, Acquire und andere - später auch Videospiele wie Space Invaders, Moon Cresta, Galaga oder auch Donkey Kong oder Super Mario Bros.). Vor einigen Jahren habe ich das Spielen wiederentdeckt: einerseits aufgrund meines Interesses für die Spielphilosophie (ich habe ziemlich viele Bücher zu diesem Thema gelesen), andererseits durch einen spontanen Wunsch irgendwie mal auszusteigen und etwas ganz anderes zu machen - so hatte ich eine Zeit lang vor, Spieleautor zu werden, und daher habe ich begonnen, mich für die Spielmechanismen zu interessieren (und dafür tonnenweise Spielevideos angeschaut). Das liess sich dann jedoch nicht realisieren - nichts im Leben ist einfach, und Spieleautor zu sein oder zu werden, ist gleich schwierig, wie alles andere auch. Heute spiele ich zwar weniger, aber das Thema fasziniert mich immer noch. Für mich ist die Spielewelt auch ein Ausgleich für den ganzen Ernst in der Philosophie, Wissenschaft und Religion - also die Gebiete, mit denen ich ich in meinem philosophischen Projekt beschäftige.

So weit, so gut. Einwände gibt es aber (ausser dem ökonomischen, natürlich) trotzdem auch, und das betrifft natürlich zuerst den ökologischen Einwand (ein Argument [doch] auch für das Onlinespiel?). Daher: Spiele nicht wegwerfen, sondern verkaufen oder verschenken - oder gar nicht erst anschaffen (wenn man schon genügend Spiele hat - auf jeden Fall (wie bei allem) gut auswählen, bevor man sich Dinge anschafft, die man gar nicht braucht: ein paar gute Spiele sollte vielleicht aber schon jedermann zuhause haben). Ein wanderer Einwand ist vielleicht, dass die modernen, komplexeren, strategischen Spiele wesentlich von den Wargames in den 1950-er Jahren in den USA geprägt worden sind (heute auch etwa bezeichnet auch als Strategiespiele oder Konfliktsimulationsspiele - angefangen mit den Spielen Tactics, Tactics II und Gettysburg von Avalon Hill). Insbesondere die Genres der Science Fiction und der Fantasy dienten in der Folge als verkappte Kriegsspiele. Es sieht fast so aus, als hätte man nach dem Zweiten Weltkrieg noch ein bisschen mehr Kriegsaction gebraucht und als hätte sich das in den Bereich der Spiele verlegt (in den Bereich der Brettspiele ebenso wie in den Bereich der Videospiele, natürlich und v.a. heute auch). Man kann diese Spiele trotzdem gut finden, aber ich finde auch, dass man das wissen sollte. Das Spiel sollte ja (nach der reinen Spieltheorie) wert- und zweckfrei sein - es stellt sich die Frage, ob das wirklich immer der Fall ist. Trotz der Neigung der heutigen Spielewelt zu Kriegsspielen und anverwandten ist doch auch zu bemerken, wie gross die Themenvielfalt der heutigen Spiele ist - da kommt fast alles darin vor, was es im Leben sonst auch gibt (und nat6uuml;rlich eben noch sehr viel mehr).

Viel interessant als allgemein angenommen, selbst in der Spieleszene selber, ist die moderne Kontroverse zwischen den sogenannten Eurogames und dem sogenannten Amitrash - eine etwas bösartige Bezeichnung für US-Materialspiele, bei welchen das Spielmaterial wichtiger ist als der Spielmechanismus. Die Geschichte der modernen (Brett-) Spiele beginnt in den USA, etwa um 1820. Bedeutend ist The Checkered Game of Life, 1861. In der Folge bestimmten v.a. die USA und Grossbritannien die Entwicklung der modernen Spiele. Die Deutschen und die Europäer konnten sich erst nach und nach in den Vordergrund schieben. Ironischerweise war es sogar ein US-Amerikaner, welcher die Entwicklung der Eurogames initiierte: der grosse Sid Sackson (bis heute vermutlich der bedeutendste Spieleautor der Welt). Im Vordergrund stehen dabei seine Spiele Bazaar und Bazaar II (1968 und 1980). In diesen Spielen werden Ressourcen getauscht - ein typisches Element der späteren Eurogames. Ebenfalls bedeutend waren etwa das Gebietskontrollenspiel Risk (1957 - USA), das Kriegsspiel Kingmaker (1974 - GB) oder das früe Zivilisationsspiel Civilization (1980 - GB). Erste direkte Vorläufer der Eurogames waren dann etwa: Die Macher (1986 - DE), Kreml (1986 - CH), Adel verpflichtet (1990 - DE), Fugger Walser Medici (1994 - DE), Manhattan (1994 - DE) - dann kam Catan (1995 - DE), womit der Boom der Eurogames begann. So wurde Deutschland führend im Brettspielbereich, während praktisch der gesamte übrige Unterhaltungsbereich von den USA bestimmt wurde. Nach und nach zog ganz Europa an diesem Boom der Eurogames mit und schliesslich auch die USA, die das Geschehen wieder ausgleichen konnte - v.a. auch dank der Kickstarter-Plattform für kleine unabhängige Gamedesigner. Heute hat Frankreich den grössten Spieleverlag (Asmodee), Deutschland die grösste Spielemesse (SPIEL Essen) und die USA haben die meisten Kickstarter-Neuerscheinungen.

Was ist eigentlich mir der Moral beim Spielen? Manche denken ja, dass es beim Spielen keine Moral gibt, eigentlich ist aber das Gegenteil der Fall: es gibt (meistens) genaue Spielregeln, ein genaues Spielfeld und eine genaue Spielzeit. Und wenn jemand sich nicht an die Regeln hält, finden es die Anderen (meist) überhaupt nicht lustig. Die Frage stellt sich natürlich auch bezüglich des Themas. Ich bin da sehr offen, aber es gibt doch gewisse Spiele, die ich aus thematischen Gründen nicht spiele - das sind etwa: Pagan (weil man da einen Hexenjäger spielen kann [und das Thema völlig verblödet wird]), Deal With the Devil (das erklärt sich von selber) oder Final Girl (das finde ich schon in den Filmen doof, geschweige denn erst als Spielidee [vollkommen daneben, und das muss ich nicht haben] - was den Teufel betrifft: der darf für mich schon in Spielen auftreten, wenn es aber dann einen gewissen satanistischen Touch hat, dann bin ich nicht mehr dabei [remember: der Teufel kommt (eben gerade) nicht von unten], dagegen habe ich nichts gegen Spiele mit Monstern, auch wenn der Reiz dieser Spiele meist eben in den Monstern liegt, und weniger in den Helden, die sie bekämpfen, aber das geht bei mir durch, und das spiele ich auch selber, unter dem Thema der Mythologie [weitgehendst]). Aber es ist ja nur ein Spiel? Ja, eben: Spiele sollten allen gefallen (die beteiligt sind), sonst ist es kein Spiel (und darum darf man auch für sich gewisse Themen und Spiele ausschliessen). Eine andere Frage betrifft die Ökologie, und das ist vielleicht die schwierigste Frage in der Spielindustrie überhaupt. Es liegt auf der Hand, dass sich diese nicht sonderlich für dieses Thema interessiert (denn eigentlich wird ja neben dem Spielvergnügen auch sehr viel Abfall produziert [dabei gibt es das Thema seit etwa 1970, wo vielleicht die ersten drei Spiele mit Ökothema auf den Markt gekommen sind (Extinction: The Game of Ecology, Ecology: The Game of Man and Nature, Smog, später auch etwa Öko und Ökolopoly [je 1980])]). Das Thema ist auch relativ schwach vertreten in der Spielewelt: wir haben unzählige Spiele, in welchen sich Monster gegenseitig den letzten Funken Intelligenz aus dem Gehirn kloppen, aber kaum wirklich gute Spiele zum Thema Natur- und Umweltschutz (eigentlich bloss 'e-Mission' - das ist einzige wirklich gross bekannte Spiel zu diesem Thema [hier ist jemand diesem Thema von Green Games tatsächlich mal ein bisschen nachgegangen (siehe: erster Beitrag)]).



Ein Philosophie-Spiel? In eigener Sache: Meine Ambitionen als Spieleautor habe ich in letzter Zeit stark zurückgeschraubt. Oder anders gesagt: ich hatte letzthin nicht Zeit, mich diesem Thema zu widmen. Derzeit nimmt das Thema aber wieder Fahrt auf. Insbesondere behielt ich mir ja noch ein philosophisches Spiel im Hinterkopf vor. Dieses Projekt habe ich wieder aufgenommen. Gut möglich, dass man irgendwann einmal etwas davon hören wird. Der Zeitrahmen ist offen. Ich hatte einmal Herrn Hostettler, den grossen Berner Spieleautoren angefragt, ob wir nicht zusammen ein philosophisches Anno Domini herausgeben könnten, doch er schmetterte das gleich mit einem klaren und deutlichen 'nein' ab. Das würde sein Verlag nicht unterstützen, meinte er (ohne nachfragen zu müssen). Das zeigt, wie gross der Stellenwert der Philosophie in der heutigen Gesellschaft ist. Oder wohl doch eher nur bei Herrn Hostettler? Dieser unterliess es jedenfalls nicht, in derselben Mailsession einen grösseren Disput über Aristoteles anzuheizen, welcher offenbar zu seinen Lieblingsfeinden gehört. Das konnte ich mir als Philosoph natürlich nicht bieten lassen, und so sind wir in einem kleinen Streit - wegen Aristoteles! - auseinandergegangen. Na ja, ich möchte jedenfalls der Spieleszene beweisen, dass man ein interessantes und grosses Philosophiespiel machen kann.

P.S. Urs Hostettler hat Spiele wie 'Tichu', 'Anno Domini', 'Kreml', 'Ein solches Ding' oder 'Der wahre Walter' herausgebracht und ist insofern bedeutend in der Brettspielgeschichte, weil er zu den ersten Eurogame-Autoren gehörte, die in den USA erfolgreich waren und damit die Eurogameidee nach Übersee gebracht haben. Zur Verteidigung der Amis muss man aber sagen, dass ausgerechnet ein US-Amerikaner der eigentliche Erfinder und Vorläufer von eurogameartigen Spielen ist. Es war natürlich Sid Sackson, der erste grosse Spieleautor überhaupt, welcher auch teilweise in Deutschland sogar publiziert hat.



Tipps für Onlineschachspieler (Anfänger und andere).

Ich habe mittlerweilen eine reiche Erfahrung mit Onlineschach und kann daher Tipps in diesem Bereich abgeben. Das Onlineschach, v.a. der Blitzschachbereich, gehört vermutlich zu den dynamischsten, faszinierendsten und herausfordernsten Spielmöglichkeiten im Web. Das kann auch süchtig machen (ich hatte mal so eine Phase) - daher vorab gleich mal eine Warnung davor. Man sollte sich das zeitlich gut einteilen, und v.a. sollte es darum gehen, zu versuchen sich im Schachspiel stets zu verbessern - und das ist bei exzessivem Spiel nicht mehr gegeben, sondern damit verschlechtert man eher seine eigentlichen Fähigkeiten. Von den Plattformen her gibt es natürlich verschiedene - und das sollte man ausprobieren (ich kann v.a. auch Fernschachplattformen empfehlen heute, bei denen es nicht um das Instantspiel geht, sondern um langsames und überlegtes Spiel [aber die grosse Faszination bleibt natürlich das Instant- und Blitzspiel]). Wieviel sollte man an Theorie machen? Ich bin der Meinung, dass war jetzt nicht gerade Turnier- und/oder Profispieler werden will, nicht allzu viel Theorie machen sollte. Man kann sich ein klein wenig mit Eröffnungstheorie beschäftigen - aber nicht zu viel. Die (Google-) KI gibt folgenden Eröffnungen als die meistgespielten an: Italienisch, Spanisch, Sizilianisch, Französisch und Caro-Kann in den offenen Spielen (Er&oumL;ffnungen nach 1. e4) sowie Damengambit, Londoner System und Königsindische Verteidigung bei den geschlossenen Spielen (Eröffnungen nach 1. d4). Dazu kann man sich je ein Instruktionsvideo anschauen, damit man ein bisschen weiss, um was geht. Es gibt auch verschiedene scharfe Eröffnungen, mit denen man den Gegner ein bisschen herausfordern kann. Erfahrungsgemäss bringt das nicht allzu viele Vorteile. Vielleicht ein paar rasche Gewinne in Blitzpartien, aber das ist ja nicht unbedingt das, was das Schach jetzt wirklich verbessern würde. Ich habe zwei solche Überraschungseröffnungen in meinem Programm mehr nicht (man sollte ja auch ein bisschen Erfahrung damit - und zu viel Studium in diesem Bereich würe ich für Anfänger sicher nicht empfehlen). Allgemein lernt man auch durch die Erfahrung so zu eröffnen, dass man die allergrössten Eröffnungsfallen umschiffen kann. Wenn man anfangs ein paar Partien in der Eröffnung verliert, dann ist das nicht weiter schlimm. Wie gesagt: es geht darum, das eigene Schachspiel stetig ein bisschen zu verbessern. Ab einem gewissen Niveau kann man sich dann ein bisschen mehr mit Eröffnungen beschäftigen - es muss allerdings nicht unbedingt sein (für wirksame Standarderöffnungen: siehe Link unten). Das Schach besteht aus Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel. Viele haben das Gefühl, dass die Er6ouml;ffnung das Wichtigste sei, aber das stimmt überhaupt nicht. Das Wichtigste ist das Mittelspiel, und sehr bedeutend in der Theorie ist das Endspiel. Darüber sollte man sich wirklich informieren. Denn es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn man eine gut geführte Partie, in welcher man sich einen Vorteil herausgearbeitet hat, durch die Unkenntnis im Endspiel noch verliert. Das kann hin und wieder mal vorkommen, aber es sollte nicht allzu oft vorkommen. Daher: für die Theorie ist das Endspiel die wichtige Sache, und allgemein entscheiden sich die Partien meist im Mittelspiel. Dazu kann man in der Theorie leider nicht allzu viel machen. Es gibt schon auch Videos zum Mittelspiel, natürlich, aber das Wesentliche dabei ist die Stabilität und Kreativität des eigenen Spiels. Das merkt man dann rasch einmal, ob das einigermassen vorhanden ist und man sich damit überhaupt zum guten Schachspieler eignet oder eher nicht. Darüber, ob man überhaupt spielt, sollte dagegen die reine Spielfreude entscheiden. Das Entscheidende, gerade auch in Blitzspielen, ist nicht, dass man x-Züger vorausberechnen kann, sondern es ist viel mehr die Intuition. Und diese kann man sich nur erarbeiten, indem man fleissig und regelmässig schachspielt - denn die Intuition wächst mit der Erfahrung (das ist nicht nur im Schachspiel, sondern allgemein). Die Vorausberechnung ist bedeutend in Turnierspielen mit längeren Spielzeiten (und selbst da spielt die Intuition immer noch eine grosse Rolle, nämlich die Intuition davon, was man überhaupt berechnen soll - man ist ja kein Computer, der alles berechnen kann), aber das ist im Onlineschach doch eher anders. Intuition bedeutet, die Spielsituation richtig einschätzen und einen adäquaten Zug machen. Beim Ziehen ist es wichtig, dass man immer zuerst schaut, ob man einen direkten Gewinn machen kann. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man einen Zug machen, welcher die eigene Situation verbessert (das braucht kein wahnsinnig gewagter Zug zu sein, sondern eine kleine Verbesserung reicht meistens aus). Wichtig ist dabei nicht nur, dass man die Angriffsmöglichkeiten im Auge hat, sondern auch das eigene Deckungssystem. Die eigenen Figuren sollten einander möglichst gegenseitig decken. Das ist im Spiel nicht immer der Fall, wenn man andere Absichten verfolgt, aber man sollte das doch immer auch ein bisschen im Auge haben - und v.a. sollte man natürlich nicht einfach so Figuren im Schilf stehen lassen, welche der Gegner dann einfach nehmen kann. Das wird am Anfang, v.a. in den schnellen Spielen, relativ oft geschehen, weil man einfach dauernd mit der Analyse bestäftigt ist, und das zuerst irgendwie in den Griff bekommen muss, aber es ist wichtig, das von Anfang an stark zu berücksichtigen. Daher lieber ein Sicherheitszug als ein unsinniger Angriffszug. Man möchte natürlich kreativ sein, aber es ist einfach nur frustrierend, wenn man die meisten Spiele dann aufgrund von Nachlässigkeit verliert. Besser als die Theorie empfinde ich das Nachspielen von richtigen Partien der grossen Meister, und zwar ein gezieltes Nachspielen. Das kann man z.B. machen, indem man einen gewissen Meister über eine gewisse Zeit verfolgt, und dessen bessere Spiele nachspielt. Da kann man viel lernen. Die alten Meister haben den Vorteil, dass sie ganz bestimmte Eigenschaften und Charaktere hatten: so steht etwa Michail Tal für den Angriff, Alexander Aljechin für die Originalität, Bobby Fischer für die Klarheit, Anatoli Karpow für die Stabilität oder Tigran Petrosjan für die Verteidigung. Man kann diese Dinge besonders gut bei diesen (und anderen) grossen Meistern lernen. Bei den neueren Stars - etwa mit Kasparow, Anand, Carlsen und wie sie alle heissen) - ist es so, dass sie zwar alles können heute, dagegen aber etwas an Originalität verloren haben (gegenüber den Altmeistern). Daher empfehle ich eher (zuerst) das Studium der Altmeister (von denen ja auch die heutigen Grossmeister gelernt haben*).

* So stand etwa Kasparow vor der (schwierigen) Aufgabe, Karpow analysieren und überwinden zu müssen, um Weltmeister zu werden. Karpow war für mich zu seinen Spitzenzeiten vielleicht sogar der stabilste Spieler der Schachgeschichte. Bei ihm kann man wirklich sehr gut lernen, wie man das eigene Spiel zusammenhält und sich stets kleine Vorteile schafft, die dann schliesslich oft zum Erfolg führen. Nicht zuletzt dank dieser Herausforderung gegen Karpow, schon lange vor dem eigentlichen WM-Kampf, wurde Kasparow vielleicht zum besten Schachspieler aller bisherigen Zeiten. Karpow selber hat keinen geringeren als Bobby Fischer überwunden, notabene. Das ist vielleicht die wichtigste Linie in der bisherigen Schachgeschichte: Fischer - Karpow - Kasparow (WM-Geschichte 1972-2000 [also vom legendären Kalten Krieg auf dem Schachbrett bis zum Millenniumswechsel]). Und übrigens: nach dem Rücktritt von Kasparow aus der FIDE war Karpow, nach seinen ersten zehn Jahren als Weltmeister (1975-1985), noch einmal FIDE-Weltmeister (1993-1999). Das heisst: er war von 1975-1999 zuerst klar der weltbeste und dann unbestritten der zweitbeste Spieler hinter Kasparow. Zieht man bei Lasker die letzten elf Jahre ab, in welchen er u.a. wegen Kriegsereignissen keinen WM-Kampf bestritten hat, sieht die ewige Weltmeisterliste so aus: 1. Lasker und Karpow je 16 Jahre, 3. Kasparow 15 Jahre (d.h. Karpow ist letztlich so oder so sogar der erfolgreichste Spieler der starken [sowjet-] russischen Schule aller bisherigen Zeiten - im Vergleich auch: die Superstars der letzten Zeit kommen auf acht [Carlsen] und sieben Jahre [Anand], also etwa die Hälfte [!]). 2021 überraschte Karpow im Alter von 70 Jahren mit einem Sieg gegen den damals 23-jährigen aufstrebenden GM Parawjan [Video, hier ein anderes typisches Karpowspiel]. Karpow ist im Verlauf der Zeit mein Lieblinsspieler geworden (anfangs war es Aljechin [also: von der Originalität zur Stabilität]), und daher hier diese interessanten Informationen zu ihm. (Ich spreche hier ausschliesslich vom Schachspiel - die politischen Geschichten sind wieder etwas anderes - sowohl bei Aljechin wie auch bei Karpow oder Kasparow.)

Was ist CCT? CCT heisst Check, Captures & Threat. Das sind die Dinge, die wir bei jedem Zug des Gegners überlegen sollten - also: Schach (d.h. kann er Schach geben?), Nehmen (kann er eine Figur nehmen?), Bedrohung (ist eine gefährliche Situation entstanden?) - auch Deutsch also: SNB. Und dieselbe Überlegung kann man sich natürlich auch bei den eigenen Zügen machen, um zu sehen, was man für Optionen hat. Beim eigenen Zug stellt sich immer die Frage AOS: Angriff oder Sicherheit (engl. attack or safety). Wenn wir nicht unmittelbar einen überzeugenden Angriff lancieren können (oder gar einem mehrzügigen Angriffsplan verfolgen), ist es allermeist besser, mit einem Sicherheitszug einen kleinen Stellungsvorteil anzustreben oder auch einfach nur die Stellung zu verteidigen, wenn es notwendig ist.

-> Links: How to Win Every Chess Game, These 35 Minutes Will Teach You to Beat Everyone at Club Level (Standarderöffnungstipps: weiss, schwarz). Natürlich sind die Versprechungen hier überrissen, aber die Tipps sind doch recht gut für Anfänger und andere (auch mir hilft es zwischendurch immer wieder solche 'allgemeinen Videos' zu sehen, denn im Verlauf des Spielens vergisst man oft wieder die Grundsätze - es ist also auch nützlich, daran erinnert zu werden). [Und dies ist noch eine kleine Hommage an die Website, auf welcher ich mich anfangs in meiner Onlineschachzeit ein bisschen informiert habe, v.a. über Eröffnungen: jrobichess (Jason Robideau - wie ich ein [Hobby-] Spieler, welcher relativ spät in ein ambitionierteres Schachspiel eingestiegen ist [weitere interessante Kanäle: Agadmator's Chess Channel (Antonio Radic), Chess School (Mato Jelic), Gotham Chess (Levy Rozman), Hanging Pawns (Stjepan Tomic), Journey to Grandmaster (Yevhenii Yelisieiev), Kingcrusher (Tryfon Gavriel), PowerPlayChess (Daniel King), The Big Greek (Georgios Souleidis - deutsch)]).]

Spiele zum Nachspielen (Alltime Top 10 von chess.com): 1. Kasparow vs. Topalow, Wijk Aan Zee 1999, 2. Morphy vs. Allies, Paris Opera 1858, 3. Aronjan vs. Anand, Wijk aan Zee 2013, 4. Karpow vs. Kasparow, Wolrd Championship 1986, Game 16, 5. Byrne vs. Fischer, New York 1956, 6. Iwantschuk vs. Jussupow, Brüssel 1991, 7. Short vs. Timman, Tilburg 1991, 8. Bai Jinshi vs. Ding Liren, Chinese League 2017, 9. Rotlewi vs. Rubinstein, Lodz 1907, 10. Geller vs. Euwe, Zürich 1953, 11. Spassky vs. Fischer, World Championship 1972 Game 13, - und das ist mein absolutes Lieblingsspiel: Réti vs. Aljechin, Baden-Baden 1925 (dies ist mein persönliches Lieblingsspiel - bei Chess.com gibt es die ganze Liste [weitere Wahnsinnspartien: Keres vs. Stahlberg (1935)<#a> - diese Partie zeigt, wie offensiv da früher teils gespielt wird, eine Spielart, die immer mehr zurückkommt mit dem heutigen Blitzschach, notabene (weil einfach der Angreifer immer ein bisschen im Vorteil ist, und weil der Verteidiger im Blitzschach noch sehr viel mehr Mühe hat, die ganze Verteidigung stets im Griff zu haben - ich mag ja diese eingeigelten Verteidigungstaktiken, v.a. mit Schwarz, gar nicht so schlecht, im Gegensatz zu den meisten anderen Blitzschachspielern im Netz, aber man merkt halt schon, dass auch im Blitzschach der kleinste Fehler zur Niederlage führen kann; hier ein wieteres solches unglaubliches Offensivspiel vom Offensivmeister himself: Tal vs. Bobozow [1958])]).

Frage: Überlege ich im Leben auch schachmässig? Natürlich nicht: das Leben ist sehr viel komplexer als das Schachspiel. Das Schachspiel ist begrenzt auf 64 Felder, im Leben gibt es unzählige Felder mehr... Gleichzeitig werden wir uns aber wohl auch auf weniger als 64 Felder konzentrieren (notabene - aber diese einzelnen Felder bleiben sehr viel komplexer, als dies im Schachspiel der Fall ist). Die meisten Menschen denken, dass Spieler auch im Leben Spieler seien. Das muss überhaupt gar nicht sein, ganz abgesehen davon, dass es auch gar nicht schlecht sein muss, im Leben ein Spieler zu sein, wenn man ein guter Spieler ist, welcher auch das Leben schätzt als das, was es ist (damit ist auch das Leben anderer gemeint, aber item). Das Spiel ist ja eben übrigens beides: ebenso kreativ wie auch (meistens) fest geregelt (mit genauem Spielfeld, genauer Spielzeit [und/oder Spielendbedingungen] und genauen Spielregeln). Nur wer diese Ambivalenz des Spiels versteht, der versteht auch das Spiel richtig. Und was man zudem verstehen muss: dass ein Spiel nur dann gegeben ist, wenn alle teilnehmenden Spieler Freude daran haben (bzw. freiwillig und freudvoll daran teilnehmen). Wenn das nicht der Fall ist, ist es kein echtes und wahres Spiel. Manchmal denke ich mir, wie schön es wäre, wenn das Leben ein echtes und wahres Spiel wäre, und wir uns alle darum bemühen würden, ein gutes Spiel zu spielen und die Bedingungen des Spiels möglichst gut für alle zu machen - aber diesen Gedanken werden vermutlich nicht alle nachvollziehen können. Ich denke, dass Spielende die Chance haben, den Ernst besser zu erkennen - das kann oder sollte sein, auch wenn es nicht immer der Fall ist - während dieser das Spiel leider oft abwertet. Ich erinnere diesbezüglich auch an das Spielerische in der Erziehung, wie es von den bedeutenden Vorreitern der Reformpädagogik (wie Comenius, Locke, Rousseau) vertreten wurde (leider wurden die Ansätze der Reformpädagogik nie wirklich adäquat umgesetzt [sondern eher reiner Drill (früher) und Wissensüberfütterung (heute) - das Internet und die KI bieten die Chance, Bildung und Erziehung neu zu überdenken; aber das ist ein ganz anderes Thema]).




GAME OVER, oder...?

Je schwieriger die politische Situation in der Welt wird, desto mehr stellt sich die Frage, ob es überhaupt moralisch noch legitim ist, für das Spiel einzutreten. Gleichzeitig gibt es natürlich die Stimmen, die sagen: Das Spiel lasse ich mir sicher nicht verderben, das zuletzt - jetzt erst recht! Das ist eine ambivalente Geschichte. Fakt ist wohl: das Spiel ist, wie alles andere in der Kultur auch, relativ stark auf den (gesellschaftlichen) Frieden angewiesen und von diesem abhängig. Wir erinnern uns. Während den Weltkriegen waren die sportlichen Grossveranstaltungen unterbrochen (bzw. ausgesetzt - alle [von der Tour de France über das Wimbledon-Turnier und die Fussball-WM bis zu den Olymischen Spielen]), und ganz sicher wurde auch zuhause sehr viel weniger fröhlich und spassig herumgespielt. Auf die Spieler kommen keine leichten Zeiten zu, denn sie sind Menschen (und auf die Menschen kommen allgemein keine leichten Zeiten zu [es sei denn, es gäbe eine grosse Wende, aber die ist derzeit kaum in Sicht (und schon gar nicht, wenn die Leute zuhause an den Brettspieltischen hocken, oder vor dem Computer vertieft sind in irgendwelche Videogames und deren eskapistischen Welten - ich bin hin- und hergerissen)]). Deutschland ist das Land, welches - wie kein anderes - die spätmoderne (Brett-) Spielwelt in Schwung gebracht hat... durch die Erfindung der sogenannten Eurogames. Das Referenzdatum dafür ist fast exakt genau benennbar wie jenes der Französischen Revolution (1789) - es war das Jahr 1995 (mit dem Catan-Spiel - gut, es gab auch das Magic-Kartenspiel in den USA, zwei Jahre vorher, und das Pen&Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons, über 20 Jahre vorher, beides hat auch den Spieleboom mitbegründet, aber trotzdem: mit D&D und auch Magic wäre es eine kleinere eingefleischte Gilde geblieben, mit Catan wurde es ein grosser und spektakulärer Welterfolg [warum rede ich immer nur von Brettspielen? Weil ich ein Brettspielfan bin, und weil die Brettspiele den Videospielen vorausgegangen sind, und die Grundlage allen heutigen Spielens bilden, und dies nicht nur ein paar Jahre, sondern über 4500 Jahre - wenn Rick Roderick meinte, dass Rorty und die heutigen Philosophen und Philosophinnen eine Kultur zerstören würden, die rund 2500 Jahre alt ist, so ist hier etwas, was noch über 2000 Jahre älter ist: wir sprechen von Brettspielen]). Daraus sind all die herrlichen heutigen Spiele entstanden. Aber heute muss Deutschland dafür aufstehen, dass ihm (in seiner ganzen internationalen und nationalen Herausforderung [mit Europa und sich selber]) und der Welt die Spielfreude nicht gänzlich abhanden kommt. Wie sagte doch Gerald Hüther jüngst so schön (wirklich schön): "Rettet das Spiel!" (Weil Leben mehr als Funktionieren ist, 2016). Und er wusste damals noch gar nicht, dass er damit noch so viel mehr recht hatte, als er es ja doch eben auch schon wusste. Der Satz könnte ein epochaler Satz sein/werden. Geradezu ein massenaufrüttelnder Protestschrei: RETTET DAS SPIEL !!!

Wir müssen dazu sagen, dass Spiele eigentlich nie ganz unpolitisch waren. Wenn die Leute während des Wirtschaftsaufschwungs begeistert Monopoly spielten, so war damit natürlich auch eine klare politische Botschaft und Erwartung verknüpft. Und als ich jung war (wir spielte in meiner früheren Jugendzeit immer noch begeistert Monopoly), in der späteren Jugendzeit kamen (u.a.) all diese witzigen bis aberwitzigen alternativen Spiele auf (die heute niemand mehr kennt): Anti-Monopoly (1973), Junta (1978), Grass (1979) oder The Mad Magazine Game (dt. Das MAD Spiel, 1979 - man muss bedenken, dass wir damals immer ein paar Jahre hintendrein waren, gegenüber dem, was in den USA geschehen ist [gleich wie etwas später auch bei Computer- und Internetentwicklungen]; das waren die Games, welche abseits der gemütlichen Familienspielrunden, damals bei den Jungen im Trend lagen [jedenfalls in einem alternativen Trend - manche wissen oder kennen das noch]). Auch diese Spiele hatten - auch wenn wir uns dessen nicht wirklich gross bewusst waren - auch eine mehr oder weniger versteckte politische Aussage. Da fragt es sich natürlich auch, wenn es denn mit den heutigen Spielen aussieht - bezüglich politischer Botschaft. Wenn wir heute immer mehr Spiele mit teuflischem Bezug sehen (ich meine damit nicht unbedingt die 'mythologischen' Spiele, sondern Spiele mit wirklichem Satan- oder Teufelbezug), so weiss ich nicht, ob man das politisch nennen kann (fast muss man es immer mehr befürchten...). Das ist aber trotzdem nur ein Nebengeleise, die Frage ist sehr viel interessanter und bedeutender. [Mehr folgt.]





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