Deklaration zur heutigen Zeit und Philosophie.


Wirklich jetzt.

Es ist Zeit zum Aufwachen: Wake up! Cool down. So what?

Punkt 1. Nur noch die Philosophie kann uns (d.h. die Menschheit) retten. Denn es war immer die Philosophie, welche die Menschheit gerettet hat, von der Antike, in welcher die ersten Philosophen die Menschen aus der dunklen Mythenwelt herausgeholt haben (das waren zuerst die Mileser [aus der heutigen Türkei bzw. dem damaligen Griechenland]: Thales, Anaximander und Anaximenes), über das Mittelalter, in welchem Jesus Christus aufgetreten ist, stark beeinflusst von der chinesischen Philosophie (Mozi: universelle Liebe [«universelle Liebe ist der Weg der weisen Könige - sie gibt den Herrschern Frieden und dem Volk Nahrung»] bzw. Nächsten- und Selbstliebe [«die Liebe zu den Menschen schliesst die eigene Person nicht aus»], Konfuzius: goldene Regel [«was du selbst nicht wünschst, das tue auch anderen nicht an»], Laotse: fundamentale Dreifaltigkeit [«aus der Eins entsteht die Zwei, aus der Zwei entsteht die Drei, aus der Drei entstehen alle Dinge - alle Dinge haben im Rücken das Dunkle, und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie»] - Jesus hat, als grosser Friedefürst der Welt, vieles von vielen anderen Kulturen betrachtet und es auf seine eigene Art und Weise gedeutet), zur Neuzeit, mit den Philosophen der Renaissance, der Wissenschaftstheorie und der politischen und ökonomischen Aufklärung (wobei die erste Anleihe zu einem Freiheitsbegriff übrigens von Paulus, aus der Bibel stammt, welcher gesagt hat, dass da, wo der Christus ist, die Freiheit ist [zuvor hatte allerdings immerhin Konfuzius schon gemeint, dass es nicht ungerecht sei, einen ungerechten Herrscher zu stürzen]). Und heute stehen wir wieder in einer grossen, epochalen Krise (Ökoproblem, Gesellschaftsspaltung, Superwaffen und Weltkriege). Wer sollte uns diesmal retten... wenn nicht die (Welt-) Philosophie??

Punkt 2. In der heutigen Politik des Westens spielt sich eigentlich ein christologisches Drama ab. Das ist mir klar geworden, als ich gehört habe, dass die seltsame Verschwörungstheorie, wonach ein Antichrist kommen werde, der eine linke Weltregierung veranstalten würde, heute einen gewissen Anklang bei der Rechten in den USA findet. Tatsächlich muss man aber sagen, dass sich eigentlich die Rechte und die Linke - in dieser ganzen heutigen 50:50-Sache - gegenseitig beschuldigen, den Antichristen zu vertreten. Wie das? Es geht darum, dass die einen die Position des Gottessohnes («Ich bin das Licht!», NT/Johannes 8,12), die Anderen aber die Position des Menschensohnes vertreten («Ihr seid das Licht!», NT/Matthäus 5,14). Das sind zwei grundverschiedene Positionen, nämlich: die Position von oben herab und die Position der Unteren untereinander. Das ist auch die tiefere Bedeutung von '21st Century Schizoid Man' (King Crimson, 1969): dass man bzw. eine Mehrheit verwirrt und unentschieden letztlich ist, zwischen diesen beiden Positionen. Die Politik bringt die Dinge nicht mehr zusammen, und je weiter sich die Rechten und die Linken voneinander entfernen (bei einer gleichzeitig wegschmelzenden und -brechenden Mitte), und je nur noch die Gegenposition zum Anderen vertreten, desto gespaltener wird diese Gesellschaft und desto weiter rückt die Möglichkeit von echten Lösungen weg. Das ist wirklich eine sehr dramatische und schlimme Sache, und sie betrifft nicht nur den Westen, sondern die ganze Weltpolitik. (Tatsächlich hat der Christus beides gesagt, und wer dies nicht begreift, der hat weder die Religion, noch die Philosophie, noch die Wissenschaft verstanden; es handelt sich hierbei auch um ein pseudoszientifistisches Weltverstädnis, welches - trotz einem letztlich noch immer schemenhaften Wissen - jegliches logische oder eben unlogische Paradoxon aus seinem Repertoire gestrichen hat.)

Punkt 3. Ich wiederhole mich und meine Philosophie. Das (Da-) Sein ist der Urgrund der Welt. Systgematik vom (Da-) Sein mit den Dimension vom Sein, Leben, Glauben, Denken, Handeln - zur Orientierung innerhalb der Welt. Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit sind die ewigen Ziele der Menschheit. Und wir benötigen eine Weltregierung, um die Probleme der Zukunft zu lösen. Keine linke oder rechte Weltregierung (und schon gar keine absolutistische und/oder korrupte Weltregierung), sondern eine faire und gerechte Weltregierung. Immer mehr Menschen sagen, das Sein, das Wahre, das Gute und das Schöne seien bloss Illusionen und Träume. Mit einer Menschheit, die so denkt, kann ich nichts mehr anfangen. Wenn wir nicht die Grundlage von alledem setzen, werden wir auch nie die geringste Chance haben, es - oder überhaupt etwas davon - zu erreichen. Darum bleibe ich auf dem richtigen Standpunkt, was auch immer in dieser Welt von heute geschehen mag.


Die Philosophie-Geschichte - oder: die klare (Haupt-) Linie der Philosophie. Wir sollten aufhören, damit zu sagen, die Philosophie sei (nur) offen, und in der Philosophie sei (immer) alles möglich. Das ist wohl wahr, und das bleibt wohl auch so, aber das ist nicht der (Haupt-) Punkt. Der (Haupt-) Punkt ist, dass es ebenso eine klare Linie der Philosophiegeschichte gibt - und dass es diese v.a. zu beachten gilt, wenn man über Philosophie sprechen will. Die ersten Philosophen suchten nach dem Urgrund der Welt (den sie zuerst im Materiellen und Elementaren sahen, später im Geistigen und Humanistischen). Einer kam sogar darauf, dass es (ein monotheistischer) Gott sei (Xenophanes). Bedeutender (für die Philosophie) ist aber Parmenides, welcher das (Da-) Sein des Seienden als Urgrund der Welt bestimmte (mit seinem Grundsatz, dass alles Seiende ist, und dass es nur Seiendes gibt und kein Nichtseiendes [!]). Platon bezeichnete ihn später als den bedeutendsten Philosophen vor ihm (und nicht etwa Sokrates!). In der (griechischen) Klassik gab es die Philosophie des Guten und der Gerechtigkeit (Platon) sowie die Philosophie der Mitte (Konfuzius und Aristoteles) und die Philosophie der Wissenschaft (Aristoteles). Das ist die eigentliche (klassische) griechische Philosophie. Man kann sagen, dass damit das (gut-) bürgerliche Denken formuliert ist. Die (spätgriechischen) hellenistischen Philosophien nenne ich Philosophien des Untergangs: den Skeptizismus (Wahrheitsverleugnung), den Stoizismus (Seelenruhe/Gleichgültigkeit) und den Epikureismus (Philosophie der Lust und Laune). Es ist nichts Unklares in der Geschichte der (antiken) Philosophie. In der römischen Phase spielte die Philosophie praktisch keine Rolle (einzig die Philosophie der Stoa [!] wurde aus der griechischen Antike übernommen, und der einzig vielleicht wirklich bedeutende Name der römischen Philosophie ist jener von Cicero). Ebenfalls kaum eine Rolle spielte in der römischen Zeit die Wissenschaft, notabene (ja: richtig gehört: das Desinteresse an der [systematischen und theoretischen] Wissenschaft begann, dem allgemeinen Vorurteil zum Trotz, nicht erst im christlichen Mittelalter, sondern schon in der römischen Antike: es gab wohl eine praktische Technik, aber kaum eine theoretische Wissenschaft). Auf diese Epoche folgte ein Neuanfang mit Jesus Christus, welcher viele Anleihen in der östlichen Philosophie machte, insbesondere in der chinesischen Philosophie (auch aus anderen Kulturkreisen - vornehmlich auch aus der indogermanischen Kultur - das musste er auch wohl tun, als grosser Friedefürst gegen alle Seiten hin). Die Philosophen des Mittelalters folgten der Religion (des Christentums, des Islams und des Judentums). Um das Jahr 1000 forderte Anselm von Canterbury die Einsicht des Glaubens (also: die Vernunft). Verschiedene christliche Philosophen förderten die Logik, den Rationalismus und die Wissenschaft (Magnus, Bacon [Roger], Grosseteste, Ockham, Buridan und andere). Entscheidend für die Erneuerung der Kultur waren die Einführung des indisch-arabischen Zahlensystems (über Al-Chwarismi und Fibonacci) und die Philosophie der Renaissance. Sie wollte sich wiederum an der griechischen Antike orientieren. Der Leitspruch von Petrarca, dem Vater der Renaissance, lautete: Es ist besser das Gute zu tun, als das Wahre zu erkennen. Die neuzeitliche Wissenschaft hielt sich nicht daran und leitete das Gegenteil ein: eine Wissenschaft (und Technik) ohne Philosophie. Laut Mirandola sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen. Nach der Einführung der neuzeitlichen Wissenschaft (Gilbert, Boyle, Newton) versuchte die Philosophie der Aufklärung einen politischen Humanismus einzuführen (Montesquieu, Voltaire, Rousseau). Dies mündete in die Französische (Bürger-) Revolution und in die Herrschaftszeiten von Robespierre und Napoleon (die quasi als Bürgerkönige herrschten [siehe früher bereits: Savonarola oder Cromwell, als christliche und bürgerliche Herrscher (gegenüber den adligen Monarchen jener Zeit)] - erst später entstand aus dieser Bewegung die heutige Demokratie). Smith begründete die Marktwirtschaft (er war auch ein [Moral-] Philosoph, übrigens). Kant und Hegel begründeten die deutsche Klassik (in der deutschen Philosophie wurde im 17. Jahrhundert auch die Ontologie eingeführt, welche von Kant stark kritisiert wurde). Die deutsche Klassik ist viel weniger bedeutend als manche meinen. Kant formulierte einen höchsten ethischen Satz (dem allerdings niemand wirklich gerecht werden kann), und er forderte einen Völkerbund (der allerdings kaum eine bedeutende Wirkung erzielt hat in der Weltpolitik, bis heute). Hegel führte die (dialektische) Dynamik in die moderne Philosophie ein, aber auch die Willkür. Nach ihm kamen die Individualisten, welche alles auf den Kopf stellten (Schopenhauer, Kierkegaard, Nietzsche, oder auch Stirner und Mainländer). Von ihnen stammt die ganze Wirrnis unserer heutigen Zeit - (idealisiertes) Leiden, (verstörte und verstörende) Angst, Mitleidlosigkeit und Überwillen, d.h. Rücksichtslosigkeit, Egoismus und dergleichen mehr (also auch hier: nach der Klassik folgten die Untergangsphilosophien, und die Deutschen nahmen das genau so ernst und wichtig wie ihre Klassiker... [das Resultat davon haben wir gesehen, als grosse Warnung an Europa und die Welt]; nicht nur wegen Kant und Hegel, sondern auch und v.a. auch wegen Goethe und Heine - die Dichter und Denker standen miteinander in Zusammenhang, und dieser negativistischen Philosophie wurde ein übertrieben grosser Stellenwert gegeben). Zur selben Zeit wehrten sich die utopisch sozialistischen und die kommunistischen Philosophen (Saint-Simon, Marx und andere) gegen die Ausbeutung der Arbeiterschaft durch die Kapitalisten. Sie wollten eine zweite Revolution begründen, die sich aber im Westen nicht durchgesetzt hat (die Wirkung des Kommunismus verlagerte sich in den Osten, nach Russland und China, woraus das heutige Hauptproblem der Weltpolitik geworden ist). Geblieben ist die liberalistische Hauptlinie - aus der Aufklärung - und eine revisionistische Sozialdemokratie (Bernstein). Im 18. Jahrhundert entstanden auch jene drei Philosophien, welche heute den Hauptteil der universitären Philosophie ausmachen: die Kritische Philosophie (Nietzsche), der Existentialismus (Kierkegaard), die Analytische Philosophie (mit Vorreitern wie Frege und Mach sowie der neopositivistischen Bewegung). Während der Existentialismus im 21. Jahrhundert (zumindest in der universitären Philosophie) bereits keine bedeutende Rolle mehr spielt, hat sich die Analytische Philosophie (der Sprache, des Geistes und des Bewusstseins) als eigentliche Hauptphilosophie entwickelt. Sie basiert auf (nach ihrer Selbstdefinition) auf einer klaren Sprache, einer analytischen Vorgehensweise sowie einem starken Bezug zur Wissenschaft. Ich nenne es eine Pseudowissenschaft, die noch lange keine Wissenschaft, aber auch keine Philosophie mehr ist. Die Resultate dieser (Analytischen) Philosophie sind gering bis kaum vorhanden, während die Welt in den (Sozialen) Medien einem bedeutenden Abgrund entgegenstrebt (bzw. dieser da besonders gut erkennbar ist - es ist die Rede von einer grossen Verschwörung, von einem Dritten Weltkrieg oder von einer Endzeit, und dergleichen mehr [interessanterweise, nur ein paar Jahre nach dem Aktionismus von Greta Thunberg, bereits kaum mehr vom Ökoproblem: davon spricht praktisch niemand in den Sozialen Medien heute!; immer mehr Leute sind dagegen mit der Künstlichen Intelligenz KI beschäftigt]). Ich sage: die Philosophie kümmert sich nicht mehr um die Welt. Sie verleugnet ihre eigene Geschichte und turnt in irgendwelchen (unbedeutenden) Hirngespinsten herum. Das Problem der heutigen US-Philosophie ist v.a. politisch begründet. Die Migration, im Zuge der Weltkriege, trug wesentlich zum Aufkommen der Analytischen Philosophie bei, welche in Deutschland eine Minoritätsphilosophie war, in den USA - nach dem Sieg der USA im zweiten Weltkrieg und dem (temporären) Untergang der europäischen Kultur - aber zur Hauptphilosophie der Welt wurde. Das ist die Geschichte der Philosophie, und so kann es nicht weitergehen. Die eigentliche US-Philosophie liegt im Pragmatismus, welcher auf der Tradition der anglophilen Philosophie beruht (Empirismus, Utilitarismus, Pragmatismus). Die (festländisch) europäische Philosophie besteht dagegen im Christentum, im Rationalismus und in der Aufklärung - sie muss sich neu formieren und aufstellen, wenn sie überhaupt noch eine Zukunft haben will (und ich meine damit auch die Philosophie als solche überhaupt; wenn US-Philosophen*, oder auch analytisch-kontinentale Philosophen, heute in Frage stellen, ob die antiken Philosophen überhaupt Philosophen waren, dann stellt sich doch umgekehrt vielmehr die Frage, ob die heutigen Philosophen noch Philosophen sind: die antiken waren es ganz bestimmt, denn sie haben ja die Philosophie begründet). Zu erwähnen ist, dass die Ökophilosophie nur kurzzeitig eine gewisse Nebenrolle in der universitären Philosophie gespielt hat (angefangen mit Bookchin und Shepard), etwa von den 1970-er bis in die 1990-er Jahre - sie konnte sich aber nie zu einer grösseren Bedeutung aufschwingen (wie gesagt die heutige universitäre Philosophie steht nicht auf dem Boden der heutigen Zeit und deren Problemen; früher war die Philosophie ein Kulturmotor, heute ist sie ein Rickscha, oder bestenfalls ein Tuk-Tuk, welches den Entwicklungen in der Weltpolitik sowie der Wissenschaft und deren Technik hinterherkarrt oder -tuckert [oder sich eben ganz einfach von allem abwendet, sich gemütlich zu einem malerischen Seelein fortbewegt, dort ein Picknick ausbreitet und es sich wohlig ergehen lässt]). Ich lasse aber auch gar kein einziges gutes Haar an den heutigen (Universitäts-) Philosophen und Philosophinnen. Nein, (fast) kein einziges (ich habe alles gesehen, und das reicht mir vollkommen - sie verwalten ein grosses Erbe und gehen damit um, als ob es nichts wäre). Chomsky warnt seit Jahren vor den USA (was nat&uum;rlich nicht heisst, dass vor den anderen Welt- und Grossmächten nicht ebenso zu warnen wäre - das sind ja alles unrealistische (oder müssen wir sagen: surrealistische) Monster geworden (MAGA [Make America Great Again], Zhōngguó Mèng [Chinesischer Traum], Velikaya Rossiya [Grossrussland], United States of Europe [Vereinigte Staaten von Europa]), und derzeit sieht es so aus, als wollten sie, v.a. die USA und China, sich letztlich zusammentun, um gemeinsam die Welt auszubeuten [die Alternative wäre vermutlich ein Dritter Weltkrieg]), Heidbrink spricht ein bisschen von Verantwortung, und ein paar Frauen setzen sich für die Frauen ein (wenn man dem so sagen kann) - aber das reicht bei weitem nicht (und was das Verstörendste ist: kaum einer dieser heutigen [Universitäts-] Philosophen und Philosophinnen engagiert sich irgendwie im Internet bzw. in den Sozialen Medien, mit wenigen Ausnahmen nicht einmal jene, die in den klassischen Medien als Public Intellectuals und Philosophers gelten [das haben die nicht nötig, oder vielleicht haben sie auch einfach überhaupt gar nichts mehr, wofür es sich zu engagieren wirklich lohnen würde]).

* Ich habe sehr grosse Vorbehalte gegenüber der Analytischen Philosophie in den USA und überhaupt, möchte aber zur Ehrenrettung der US-Philosophie sagen, dass sie eine sehr interessante Phase hatte von der (Vor-) Aufklärung bis nach dem Zweiten Weltkrieg, bevor etwa in den 1970-er Jahren die Analytische Philosophie zum Mainstream geworden ist und sich zur eigentlichen Weltdominanz in der Philosophie emporgehobene hat (symbolisch dafür steht die sogenannte Jahrhundertdebatte, 1971, in welcher Chomsky, der sich mit der Sprache beschäftigte, auf Foucault stiess, der sich mit dem Wahnsinn beschäftigte [zur Verteidigung der europäischen Philosophie muss aber auch immerhin gesagt werden, dass zehn Jahre später eine Diskussion zwischen Habermas und Chomsky interessanter gewesen wäre; für mich ist in der französischen Philosophie jener Zeit auch Lyotard interessanter als die Poststrukturalisten, während Habermas deswegen interessant ist, weil er aus dem Rahmen der Kritischen Theorie herausgesprungen ist und eine positive Kommunikationstheorie versucht hat]). Über die frühere US-Philosophie informiert ein sehr interessantes Buch von Joseph L. Blau, mit dem Titel "Men and Movements in American Philosophy" (dt. Philosophie und Philosophen Amerikas, 1952). Die US-Philosophie hat sich in jener früheren Zeit stark an der europäischen Philosophie orientiert (d.h. es gab eben noch eine einheitliche westliche Philosophie - und die US-Philosophie hat darin durchaus auch einen interessanten und bemerkenswerten Mehrwert zur europäischen Philosophie geliefert!**). Wir stellen fest, dass die englische Sprache heute nicht nur die Hauptsprache in der Wissenschaft ist, sondern immer mehr auch in der Philosophie - mit bedeutenden Folgen, z.B. einer starken Abnahmetätigkeit von Übersetzungen im Bereich der Philosophie, auch innerhalb Europas, und damit einer Tendenz zu einer noch grösseren Nationalisierung der Philosophie. Wir sehen das ja auch in der Politik derzeit: die Probleme werden immer globaler, die Politik aber wird immer nationaler (das ist auch zu befürchten in der Philosophie - ein solcher Rückwärtstrend).

** Wozu auch gesagt werden kann, dass die stolze europäische Philosophie dies leider viel zu wenig berücksichtigt hat. Blau stellt Philosophen vor wie Edwards, Colden, Jefferson, Paine, Rush, Wayland, Hickok, Porter, Emerson, Thoreau, James H., Fiske, Wright, Abbot, Bowne, Royce, Creighton, Peirce, James W., Mead, Perry, Sellars, Urban, Santayana, Cohen, Dewey und andere (ich behaupte, dieses Buch ist besser und interessanter als die gesamte Analytische Philosophie). Man kann sich fragen, was aus der Welt geworden wäre, wenn im 19. Jahrhundert statt die deutschen und europäischen Individualisten die amerikanischen Denker die Führung in der Philosophie übernommen hätten. Ich vermute wir hätten dann ein anderes Europa und eine andere USA heute - aber das ist reine Spekulation. Es ist eben anders gewesen: eine immer marodere und unzulänglichere europäische Philosophie hat sich viel zu lange gehalten, und die US-Philosophie ist viel zu spät zum Zuge gekommen, und als es dann endlich so weit war, geschah es unter verdrehten und überspitzten Vorzeichen... Nur ein Beispiel dieser ganzen, unerforschten Interaktion: die US-Individualisten haben nicht bloss herumgesponnen wie die deutschen/europäischen (insbesondere etwa Schopenhauer, Stirner oder Nietzsche), sondern die haben ernstgemacht. Thoreau hat sich zurückgezogen an einen Waldsee, in die Natur (siehe: Walden; or, Life in the Woods [dt. Walden oder Leben in den Wäldern, 1854), und seinen Individualismus da richtig ausgelebt - und das konnte dann auch entsprechend kritisiert werden.

[Mehr folgt.]





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