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Die Wahlen in der Schweiz

Die Wahlen der Schweiz in ihrem historischen Zusammenhang: eine kleine Einschätzung zu den aktuellen Wahlen sowie Nationalratswahlen 1848-1917 (Majorz) und 1919-dato (Proporz).





Nächste eidgenössische Parlamentswahl: 2019. Obwohl die politische Stimmung derzeit sehr spannend* ist, um es gelinde auszudrücken, ist für mich die Wahlbeteiligung das noch grössere Problem. Es gibt dazu zwei (Haupt-) Überlegungen - die eine ist bekannt: es ist die Peinlichkeit, dass die Vorbild-Demokratie keine 50% Wähler bei einer Parlamentswahl zusammenbringt (und damit regelmässig in den hintersten Positionen in Weltranglisten bezüglich der Wahlbeteiligung einnimmt), die andere aber ist auch nicht zu verachten: es ist eine Sicherheitserwägung, indem man (zumindest ich jedenfalls) wissen möchte, wie die politische Einstellung der Nichtwähler genau ist. Eine solch riesige Masse von Nichtwählern, die man aus den Augen verloren hat, und die vor rund 40 Jahren zum letzten Mal wählen gegangen ist, stellt nämlich eine schleichende politische Gefahr dar (auf welcher Seite und in welcher Hinsicht auch immer). Es gibt noch eine dritte Überlegung (und vielleicht auch noch weitere): diese zielt darauf, dass das Schweizer Volk politisch zu definieren ist, und dass die Direkte Demokratie der einzige Grund ist, welche die Schweiz in der Welt nachhaltig legitimiert (interessanterweise ist die Schweiz ein Land, welches solche Legitimierungen in seiner Geschichte immer wieder nötig hatte). Wie will man aber dieses Argument gegen aussen und gegen innen vortragen, wenn nicht einmal 50% der Leute sich an Wahlen beteiligen? Da ernten man ja heute nur noch ein Lachen - für solch rationale Argumente. Ich würde daher der Regierung und der Politik vorschlagen, für die nächsten Wahlen (etwa bis 2019, 2023 und 2027 [d.h. bis in zehn Jahren]) dafür zu schauen, dass man die Beteiligungsquote wieder über 50% bringt (ich habe [in meinem zweiten Buch] eine Wahlpflicht vorgeschlagen [wie sie im Kanton Schaffhausen bereits besteht, notabene (jemand sagte mir, es sei nicht möglich in der Schweiz so eine Pflicht einzuführen: das gibt es bereits, eben im Kanton Schaffhausen)] - wenn man das Gefühl hat, man schaffe es auch anders, dann soll man es anders schaffen, bisher habe ich aber noch nicht einmal einen Anfang von irgendwelchen Bemühungen in dieser Richtung gesehen). Wollen wir - oder wollen wir nicht - ein demokratisches Vorbild sein und bleiben in der Welt? (Und wenn ja: dann gehört die Beteiligung ganz sicher mit dazu, und diese beginnt bei den Wahlen, und da führt überhaupt kein Argument daran vorbei.)

* Was ist denn eigentlich so spannend daran? Es ist in der ganzen Welt und in ganz Europa politisch spannend derzeit. In der Schweiz kommt dazu, dass nicht nur eine politische Kraft unter Druck ist, sondern: alle. Die SVP ist - aufgeheizt von den ganzen Blocher-, Maurer- und Mörgeli-Reden der Vergangenheit (u.a.) - immer noch auf dem Vormarsch und muss auch noch immer erleiden, wie schwierig und lang in der Schweiz der Weg zur Vormachtstellung ist. Sie hat es immer noch nicht erreicht, obwohl sie zum Leidwesen ihrer Gegner schon einiges erreicht hat. Die FDP hat den grossen Kurswechsel vollzogen von der anfänglichen Pro-EU-Einstellung der Wirtschaft zum kleinen Bruder der SVP. Das ist sie zwar nicht ganz, wird aber immer mehr von manchen so gesehen. Sie vertritt das Liberale in Wirtschaft und Gesellschaft, aber das hat derzeit auch einige Mühe, sich behaupten zu können - trotz leichtem Aufschwung nach einer langen Durstphase. Die CVP war die grösste Verliererin der letzten Jahre und Jahrzehnte: sie hat ihren zweiten Bundesratssitz verloren und nichts deutet darauf hin, dass sie diesen in absehbarer Frist zurückholen könnte. Mehr noch sind Konstellationen denkbar, welche die CVP gänzlich aus der Bundesregierung verbannen würden, womit ein dualistisches System entstehen würde (wie in den USA: Rechts gegen Links, ohne Mitte [bzw. mit einer überschneidenden Mitte in den beiden Flügeln]). Ich denke nicht, dass dies in der Schweiz passieren wird, aber die Möglichkeit ist derzeit vorhanden. Die SP(S) ist zwar nachwievor die zweitstärkste Kraft in der Schweiz, aber sie hat in dieser Position nicht mehr die gleiche Macht wie noch vor kurzem - Tendenz weiter sinkend (womit das ganze Sozialwesen unter Druck geraten dürfte). Dazu ist die SP auch innerlich im Konflikt: die Jusos und andere linkere Kreise möchten eine radikalere Gegenwehr setzen, während die gemässigten Kreise dafür bemüht sind, den politischen Anschluss zu halten (ein Phänomen, welches man in den letzten grossen Wahlen gesehen hat: in den USA, Frankreich oder Deutschland). Die Grünen sind auch weiter unter Druck: sie sind die konstante Opposition derzeit, die es einfach immer knapp nicht in den Bundesrat schafft, und der grosse Schritt vorwärts ist hier leider nicht auszumachen. Die anderen Parteien schaffen es auch immer wieder geschickt, den Grünen die Themen ein bisschen wegzunehmen bzw. zu entschärfen, damit ihre gesellschaftlichen Vorstellungen nicht durchdringen. Die Grünen sind ständig vom Absturz bedroht, welcher dann eintreten könnte, wenn andere Protestparteien stärker aufkommen würden. Das gab es in der Schweiz bisher - ausser dem Landesring der Unabhängigen LdU - nicht, aber die derzeitige politische Situation lässt vermuten, dass dies jederzeit möglich ist (eine Oppositionspartei, welche die Jungen abholt und in weiteren Kreisen der Gesellschaft punkten kann [eigentlich nur eine Frage der Zeit!]). Also: alle sind unter Druck derzeit, und das macht die Sache extrem spannend.

Immer interessant ist auch ein vergleichender Blick in das übrige Europa. Welches sind die stärksten Parteien in den verschiedenen Ländern nach Richtungen? Nationalismus (Rechts-aussen): Kroatien, Polen, Russland, Schweiz, Türkei, Ungarn. - Liberalismus (Rechts): Belgien, Finnland, Irland, Niederlande, Norwegen, (Serbien), Ukraine. - Christentum (Mitte): Bulgarien, Deutschland, Österreich, Spanien. - Sozialismus (Links): Albanien, (Frankreich), Griechenland, Italien, Portugal, Rumänien, Schweden, Tschechien. - Ökologismus (Links-aussen): keine. [Stand 1.11.2017.]



Das Wahlresultat 2015 im Vergleich, je mit Wähleranteil und Anzahl Sitze von 200 gesamt (aktuell [2015] sowie vor 10 Jahren [1995], vor 20 Jahren [1967] und vor 100 Jahren [1919 – erste Proporzwahl], ferner je das Höchst- und Tiefstresultat [alles während der Zeit der Proporzwahl 1919-2015]). Dieser Vergleich zeigt v.a., dass die drei mitgliederstärksten und ältesten Parteien ihren Tiefstpunkt bei den letzten beiden Wahlen hatten (je als Gegenpart zum SVP-Aufschwung in den letzten 20 Jahren). Auch interessant, ganz nebenbei: die Grünen (alleine die GPS) hatte bei den letzten Wahlen 2007, auf ihrem bisherigen Höhepunkt, etwa das gleiche Resultat wie die SVP 1975, bei deren Tiefstpunkt (dies bereits vier Jahre nach der Gründung der neuen SVP, die seit den 1990-er quasi aus dem Nichts heraus derart eingeschlagen hat [aus der BGB und den Demokraten]).

1. SVP 29,4 (65) – 1995: 14,9 (29), 1967: 11,0 (21), 1919: 15,3 (25). – Höchstes 2015: 29,4 (65). Tiefstes 1975: 9,9 (21).
2. SPS 18,8 (44) – 1995: 21,8 (54), 1967: 23,5 (50), 1919: 23,5 (41). – Höchstes 1931: 28,7 (49). Tiefstes 2011: 18,7 (46).
3. FDP 16,4 (33) – 1995: 20,2 (45), 1967: 23,2 (49), 1919: 28,8 (63). – Höchstes 1919: 28,8 (63). Tiefstes 2011: 15,1 (30).
4. CVP 11,6 (28) – 1995: 17,0 (34), 1967: 22,1 (45), 1919: 21,0 (41). – Höchstes 1963: 23,4 (48). Tiefstes 2015: 11,6 (28).
5. GPS 7,1 (10) – 1995: 5,0 (8), 1967 u. 1919: noch nicht teilgenommen. – Höchstes. 2007: 9,6 (20). Tiefstes: 1979: 0,6 (1).

6. GLP 4,6 (7). 7. BDP 4,1 (7). 8. EVP 1,9 (2). 9. EDU 1,2 (0). 10. Lega 1,0 (2).
11. PdA-sol 0,8 (1). 12. Piratenpartei 0,4 (0). 13. CSP 0,4 (1). 14. AL 0,4 (0). 15. MCG 0,3 (1).
Teilgenommen haben ferner in den verschiedenen Kantonen insgesamt 42 weitere Parteien/Gruppen.


Hier gibt es ferner noch ein paar Links zu aktuellen Diskussionssendungen über die Schweizer Politik: Arena (SRF), Club (SRF), Sonntalk (TeleZüri), Standpunkte baz (SRF/BAZ), Standpunkte nzz (SRF/NZZ).





Nationalratswahlen 1848-1917 (Majorzwahlsystem).

Jahr
Parteien
1848 (111)
FL 79, LM 11, KR 10, DL 6, ER 5.
1851 (120)
FL 78, LM 16, KR 16, ER 7, DL 3.
1854 (120)
FL 80, LM 16, KR 14, ER 6, DL 2 + [Andere] 2.
1857 (120)
FL 80, KR 20, LM 15, ER 5.
1860 (120)
FL 64, LM 37, KR 15, ER 3, DL 1.
1863 (128)
FL 59, LM 37, KR 21, DL 6, ER 5.
1866 (128)
FL 53, LM 39, KR 21, DL 11, ER 4.
1869 (128)
FL 56, LM 31, KR 23, DL 15, ER 3.
1872 (135)
FL 60, KR 30, LM 27, DL 15, ER 3.
1875 (135)
FL 63, KR 33, LM 22, DL 15, ER 2.
1878 (135)
FL 57, KR 37, LM 26, DL 10, ER 5.
1881 (145)
FL 75, KR 35, LM 22, DL 10, ER 3.
 
Jahr
Parteien
1884 (145)
FL 74, KR 37, LM 18, DL 15, ER 1.
1887 (145)
FL 73, KR 35, LM 19, DL 14, ER 4.
1890 (147)
FL 74, KR 35, LM 20, DL 15, ER 2, SD 1.
1893 (147)
FL 74, KR 29, LM 27, DL 16, SD 1.
1896 (147)
FL 86, KR 30, LM 21, DL 8, SD 2.
1899 (147)
FL 84, KR 32, LM 20, DL 7, SD 4.
1902 (167)
FL 100, KR 35, LM 20, SD 7, DL 4 + 1.
1905 (167)
FL 104, KR 35, LM 19, DL 6, SD 2 + 1.
1908 (167)
FL 105, KR 34, LM 16, SD 7, DL 5.
1911 (189)
FL 115, KR 38, SD 15, LM 14, DL 6 + 1.
1917 (189)
FL 103, KR 42, SD 20, LM 12, DL 7, BGB 4 + 1.
 

Legende, Gruppierungen. FL = Freisinnige Linke (Linke, Freisinn, Radikale, Radikaldemokraten), LM = Liberale Mitte (Mitte, Liberale, Liberaldemokraten), KR = Katholische Rechte (Katholisch-Konservative), ER = Evanglische Rechte (Evangelisch-Konservative), DL = Demokratische Linke (Extreme Linke, sozialpolitische Gruppen, Demokraten), SD = Sozialdemokraten, BGB = Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (eigentlich zuerst: Bernische Bauern- und Bürgerpartei, gegründet 1918: sollte in dieser Liste also noch nicht auftauchen; es handelt sich hier wahrscheinlich um Vorläufer der späteren BGB?). Man muss hier von 'Gruppierungen' sprechen, die eigentlichen Parteigründungen erfolgten erst im späteren 19. Jahrhundert: 1888 SPS*, 1894 FDP, 1894 KK (die spätere CVP), 1913 LPS, 1917 EVP, 1918 BGB (die spätere SVP). Die Liste stammt vom Bundesamt für Statistik BfS.

* Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz nennt sich eigentlich (oder neuerdings?) in der Abkürzung nur SP; ich bleibe aber vorerst einmal bei der ebenfalls gebräuchlichen und eigentlich korrekteren Bezeichnung SPS.

Wahlbeteiligung 1848-1917: zwischen 45-63%.


Parteienmässig dominierend war in der Phase der Majorzwahlen der Freisinn (heutige FDP), welcher auch mit sieben Bundesräten von sieben in den Bundesstaat 1848 startete (nachdem die [mehrheitlich] reformierten Freisinnigen den Sonderbundskrieg 1847 gegen die Katholischen gewonnen hatten). Die stärkste Opposition zum Freisinn bestand in jener Zeit durch die demokratische Bewegung. Diese brachte ihre direktdemokratischen Interessen durch, ohne eine Regierungspartei stellen zu können. Der Druck dieser demokratischen Bewegung führte zu Volksabstimmungen über direktdemokratische Institutionen, welche vom Volk angenommen wurden (1874 das Referendumsrecht und 1891 das Initiativrecht), und danach wuchs diese Bewegung nicht weiter an, während die anderen Gruppierungen nun die heutigen Parteien bildeten und in ihrem Namen den Begriff des Demokratischen führten (sie hatten also diese demokratische Bewegung adaptiert). Nach dieser Phase der Majorzwahlen hatte der Freisinn immer noch sechs von sieben Bundesratssitzen (der zweite katholisch-konservative Vertreter kam erst nach der Einführung der Proporzwahl). Etwas verwirrlich vielleicht aus heutiger Sicht, dass hier der Freisinn als links bezeichnet ist – die Unterscheidung war damals eher in Progressive ('links') und Konservative ('rechts'), und die Konservativen waren die Katholischen, während die Progressiven eben dem Freisinn entsprachen.

Die politische Rechte und Linke sind also keine fixen bzw. absoluten Grössen, sondern: sie sind zeit- und ortsabhängig. Noch komplizierter ist es, wenn wir von einem politischen Extremismus sprechen, denn solche Bewegungen lassen sich politisch eigentlich gar nicht einordnen in klassische Systeme, oder anders gesagt: an den Rändern verwischt sich dieses politische System, und die Extreme gleichen sich sogar in manchem: dies zeigte sich auch in den absolutistischen bzw. diktatorischen Systemen des 20. Jahrhunderts in gewissen europäischen Ländern; eine gewisse Ähnlichkeit von solchen Bewegungen ergibt sich alleine schon aus ihrem bedeutendsten Beweggrund: es sind im Grunde je extreme Protestbewegungen gegen ein aktuelles politisches System, welches sich aus dem Zusammenspiel von einer gemässigten Rechten und Linken heraus ergeben hat.

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Nationalratswahlen 1919-dato (Proporzwahlsystem).

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Wahlsystem umgestellt vom früheren Majorz- zum Proporzsystem, nicht zuletzt wahrscheinlich aufgrund von sozialen Unruhen in der Schweiz – dabei werden zuerst Parteien gewählt, d.h. eigentlich politische Ideen bzw. Grundhaltungen, und dann werden die gewonnenen Mandate auf die Personen umgerechnet (beim Majorzsystem werden direkt die Personen gewählt). 1971 wurde ferner das Frauenstimmrecht eingeführt.

Vom neuen Wahlsystem profitierten alle Parteien, ausser der bisherigen Hauptregierungspartei (FDP); das Schweizer Politsystem erlebte einen tiefgreifenden Wandel. Rudolf Minger (Gründer der BGB-Partei, in seiner bekannten Bierhübeli-Rede, 1917): "Unser Schweizervolk setzt sich aus verschiedenen Wirtschaftsgruppen zusammen. Diese letzten machen schon heute – und mit Recht – auf der ganzen Linie Anspruch auf angemessene Vertretung im Parlament. Dies wird beim Proporz noch viel scharfer zum Ausdruck kommen. Die Zusammenstellung des Parlaments wird eine andere werden. Eine Mehrheitspartei gibt's nicht mehr, sondern es wird der Weg der Verständigung zwischen den einzelnen Gruppen gesucht werden müssen."



Jahr
1
2
3
4
5 ff
1919 (189)
FDP 28,8 (63)
SPS 23,5 (41)
KK 21,0 (41)
BGB 15,3 (25)
LDS 3,8 (9), DP 2,0 (7), EVP 0,8 (1) + [Andere] 4,8 (2).
1922 (198)
FDP 28,3 (58)
SPS 23,3 (43)
KK 20,9 (44)
BGB 16,1 (35)
LDS 4,0 (10), DP 2,6 (3), KPS 1,8 (2), EVP 0,9 (1) + 2,1 (2).
1925 (198)
FDP 27,8 (59)
SPS 25,8 (49)
KK 20,9 (42)
BGB 15,3 (30)
LDS 4,1 (7), DP 2,2 (5), KPS 2,0 (3), EVP 0,9 (1) + 1,0 (2).
1928 (198)
FDP 27,4 (58)
SPS 27,4 (50)
KK 21,4 (46)
BGB 15,8 (31)
LDS 2,9 (6), DP 1,9 (3), KPS 1,8 (2), EVP 0,7 (1) + 0,7 (1).
1931 (187)
SPS 28,7 (49)
FDP 26,9 (52)
KK 21,4 (44)
BGB 15,3 (30)
LDS 2,8 (6), KPS 1,5 (2), DP 1,3 (2), EVP 1,0 (1) + 1,1 (1).
1935 (187)
SPS 28,0 (50)
FDP 23,7 (48)
KK 20,3 (42)
BGB 11,0 (21)
LdU 4,2 (7), LDS 3,3 (7), KPS 1,4 (2), DP 1,2 (4), EVP 0,7 (1) + 6,2 (5).
1939 (187)
SPS 25,9 (45)
FDP 20,8 (51)
KK 17,0 (43)
BGB 14,7 (22)
LdU 7,1 (9), DP 2,7 (4), KPS 2,6 (4), LDS 1,6 (6), EVP 0,9 (0) + 6,7 (3).
1943 (194)
SPS 28,6 (56)
FDP 22,5 (47)
KK 20,8 (43)
BGB 11,6 (22)
LdU 5,5 (5), DP 3,4 (6), LDS 3,2 (8), EVP 0,4 (1) + 4,0 (6).
1947 (194)
SPS 26,2 (48)
FDP 23,0 (52)
KK 21,2 (44)
BGB 12,1 (21)
PdA 5,1 (7), LdU 4,4 (8), LDS 3,2 (7), DP 2,9 (5), EVP 0,9 (1) + 1,0 (1).
1951 (196)
SPS 26,0 (49)
FDP 24,0 (51)
KK 22,5 (48)
BGB 12,6 (23)
LdU 5,1 (10), PdA 2,7 (5), LDS 2,6 (5), DP 2,2 (4), EVP 1,0 (1) + 1,3 (0).
1955 (196)
SPS 27,0 (53)
FDP 23,3 (50)
KK 23,2 (47)
BGB 12,1 (22)
LdU 5,5 (10), PdA 2,6 (4), LDS 2,2 (5), DP 2,1 (4), EVP 1,1 (1) + 0,9 (0).
1959 (196)
SPS 26,3 (51)
FDP 23,7 (51)
CVP 23,3 (47)
BGB 11,6 (23)
LdU 5,5 (10), PdA 2,7 (3), LDS 2,3 (5), DP 2,2 (4), EVP 1,4 (2) + 1,0 (0).
1963 (200)
SPS 26,6 (53)
FDP 24,0 (51)
CVP 23,4 (48)
BGB 11,4 (22)
LdU 5,0 (10), LDS 2,2 (6), PdA 2,2 (4), DP 1,8 (4), EVP 1,6 (2) + 1,8 (0).
1967 (200)
SPS 23,5 (50)
FDP 23,2 (49)
CVP 22,1 (45)
BGB 11,0 (21)
LdU 9,1 (16), PdA 2,9 (5), LDS 2,3 (6), EVP 1,6 (3), DP 1,4 (3), NA/Rep. 0,6 (1) + 2,3 (1).
1971 (200)
SPS 22,8 (46)
FDP 21,5 (49)
CVP 21,0 (44)
SVP 10,0 (21)
LdU 7,6 (13), NA/Rep. 7,2 (11), PdA 2,5 (5), EVP 2,2 (3), LPS 2,1 (6), DP 0,8 (2) + 2,3 (0).
1975 (200)
SPS 24,9 (55)
FDP 22,2 (47)
CVP 21,1 (46)
SVP 9,9 (21)
LdU 6,1 (11), NA/Rep. 5,5 (6), LPS 2,4 (6), PdA 2,4 (4), EVP 2,0 (3) +3,5 (1).
1979 (200)
SPS 24,4 (51)
FDP 24,1 (51)
CVP 21,5 (44)
SVP 11,6 (23)
LdU 4,1 (8), LPS 2,8 (8), EVP 2,2 (3), PdA 2,1 (3), NA/Rep. 1,9 (3), GPS 0,6 (1) + 4,7 (5).
1983 (200)
FDP 23,3 (54)
SPS 22,8 (47)
CVP 20,6 (42)
SVP 11,1 (23)
LdU 4,0 (8), NA/Rep. 3,5 (5), LPS 2,8 (8), EVP 2,1 (3), GPS 1,7 (3), PdA 0,9 (1) + 7,2 (6).
1987 (200)
FDP 22,9 (51)
CVP 19,7 (42)
SPS 19,0 (41)
SVP 11,0 (25)
GPS 5,2 (9), LdU 4,2 (8), NA 3,0 (3), LPS 2,7 (9), AP 2,6 (2), EVP 1,9 (3), PdA 0,8 (1) + 7,0 (6).
1991 (200)
FDP 21,0 (44)
SPS 19,1 (41)
CVP 18,0 (35)
SVP 11,9 (25)
GPS 6,5 (14), AP 5,1 (8), SD 3,4 (5), LdU 3,0 (5), LPS 3,0 (10), EVP 1,9 (3), PdA 1,0 (2) + 6,1 (8).
1995 (200)
SPS 21,8 (54)
FDP 20,2 (45)
CVP 17,0 (34)
SVP 14,9 (29)
GPS 5,0 (8), FPS 4,0 (7), SD 3,1 (3), LPS 2,7 (7), LdU 1,8 (3), EVP 1,8 (2), PdA 1,2 (3) + 6,5 (5).
1999 (200)
SPS 22,5 (51)
SVP 22,5 (44)
FDP 19,9 (43)
CVP 15,8 (35)
GPS 5,0 (8), LPS 2,2 (6), EVP 1,8 (3), SD 1,8 (1), PdA 1,0 (3), LdU 0,7 (1) + 6,8 (5).
2003 (200)
SVP 26,7 (55)
SPS 23,3 (52)
FDP 17,3 (36)
CVP 14,4 (28)
GPS 7,6 (13), EVP 2,3 (3), LPS 2,2 (4), PdA 0,9 (2), SD 0,9 (1) + 4,4 (6).
2007 (200)
SVP 28,9 (62)
SPS 19,5 (43)
FDP 15,8 (31)
CVP 14,5 (31)
GPS 9,6 (20), EVP 2,4 (2), GLP 1,4 (3), LPS 1,9 (4), PdA 0,7 (1) + 5,1 (3).
2011 (200)
SVP 26,6 (54)
SPS 18,7 (46)
FDP 15,1 (30)
CVP 12,3 (28)
GPS 8,4 (15), GLP 5,4 (12), BDP 5,4 (9), EVP 2,0 (2), PdA 0,5 (0) + 5,5 (4).
2015 (200)
SVP 29,4 (65)
SPS 18,8 (44)
FDP 16,4 (33)
CVP 11,6 (28)
GPS 7,1 (10), GLP 4,6 (6), BDP 4,1 (8), EVP 1,9 (2), PdA-Sol 0,8 (1) + 5,3 (3).

Legende, Parteien. BDP = Bürgerlich-Demokratische Partei, CVP = Christlichdemokratische Volkspartei (aka KK = Katholisch-Konservative, aka KCVPS [in den Wahlen zwischen 1959-1967 trat die Partei unter diesem Namen an: in der Tabelle als 'CVP' bezeichnet]), DP = Demokratische Partei*, EVP = Evangelische Volkspartei, FDP = Freisinnig-Demokratische Partei (heute: 'FDP.Die Liberalen' [das ist der neue Parteiname nach der Fusion mit der LPS: nach deutschem Vorbild]), FPS = Freiheitspartei der Schweiz (aka AP = Autopartei, heute: auto-partei.ch), GB = Grünes Bündnis, GLP = Grün-Liberale Partei, GPS = Grüne Partei der Schweiz, KPS = Kommunistische Partei der Schweiz*, LdU = Landesring der Unabhängigen*, LPS = Liberale Partei der Schweiz* (aka LDS, LIDUS [in den Wahlen 1963 und 1967 trat die Partei unter diesem Namen an: in der Tabelle als 'LDS' bezeichnet]), PdA = Partei der Arbeit, SD = Schweizer Demokraten (aka NA/Rep. = Nationale Aktion/Republikaner [diese beiden Gruppen sind anfangs gemeinsam, ab 1971 eigentlich aber getrennt aufgetreten: ich habe sie hier im Resultat trotzdem zusammengefasst]), SPS = Sozialdemokratische Partei der Schweiz, SVP = Schweizerische Volkspartei (aka BGB = Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei). Aus Platz- und Darstellungsgründen habe ich hier nicht ganz alle Parteien aufgeführt; die mit einem Sternchen [*] bezeichneten Parteien existieren nicht mehr.

Wahlbeteiligung (in Prozent). 1919: 80,4. – 1922: 76,4. – 1925: 76,8. – 1928: 78,8. – 1931: 78,8. – 1935: 78,3. – 1939: 74,3. – 1943: 70,0. – 1947: 72,4. – 1951: 71,2. – 1955: 70,1. – 1959: 68,5. – 1963: 66,1. – 1967: 65,7. – 1971: 56,9. – 1975: 52,4. – 1979: 48,0. – 1983: 48,9. – 1987: 46,5. – 1991: 46,0. – 1995: 42,2. – 1999: 43,3. – 2003: 45,2. – 2007: 48,3. – 2011: 48,5. – 2015: 48,5.

Das Ergebnis der Nationalratswahl wird oft herangezogen für die Angabe des Wähleranteils einer Partei – allerdings müsste man eigentlich auch die Ständeratswahl berücksichtigen – dort, d.h. in der anderen Kammer des Parlaments, sind die Mitte-Rechts-Parteien (FDP, CVP) deutlich stärker vertreten. Dasselbe gilt es zu sagen für die Exekutive der Kantonsregierungen; in den grösseren Städten wiederum dominieren heute die Linken und die Grünen. Derzeit ist also die SVP die stärkste Partei im Nationalrat, die FDP und die CVP sind die stärksten Parteien im Ständerat und in den Kantonen, während die SPS zusammen mit den Grünen die stärkste Partei in den Städten ist. Das ist einerseits zwar gut verteilt, andererseits aber auch recht konfliktträchtig. Auf jeden Fall aber (und das hat auch die Realpolitik in den letzten Jahren gezeigt) ist die Schweizer Politik nicht und nie mit einem einzigen Indikator (z.B. mit dem Wähleranteil im Nationalrat) zu begreifen, sondern: das ist ein sehr komplexes Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren und Indikatoren. Die Wahl der Bundesräte und der Bundesrichter wird von der Vereinigten Bundesversammlung (National- und Ständerat) vorgenommen.

Ständeratswahlen seit 1919 (Sitzverteilung, insgesamt 46 Sitze [pro Kanton: 2, pro Halbkanton: 1]). 1919 (44): FDP 23, CVP 17, LDS 2, DP 1, BGB 1. – 1922 (44): FDP 23, CVP 17, DP 1, LDS 1, SPS 1, BGB 1. – 1925 (44): FDP 21, CVP 18, SPS 2, DP 1, LDS 1, BGB 1. – 1928 (44): FDP 20, CVP 18, BGB 3, DP 1, LDS 1, Übrige 1. – 1931 (44): FDP 19, CVP 18, BGB 3, SPS 2, LDS 1, Übrige 1. – 1935 (44): CVP 19, FDP 15, SPS 3, BGB 3, LDS 2, Übrige 2. – 1939 (44): CVP 18, FDP 14, BGB 4, SPS 3, LDS 2, Übrige 3. – 1943 (44): CVP 19, FDP 12, SPS 5, BGB 4, DP 2, LDS 2. – 1947 (44): CVP 18, FDP 11, SPS 5, BGB 4, LDS 2, DP 2, Übrige 2. – 1951 (44): CVP 18, FDP 12, SPS 4, LDS 3, BGB 3, DP 2, Übrige 2. – 1955 (44): CVP 17, FDP 12, SPS 5, LDS 3, BGB 3, DP 2, Übrige 2. – 1959 (44): CVP 18, FDP 14, BGB 4, LDS 3, DP 2, SPS 2, Übrige 1. – 1963 (44): CVP 18, FDP 13, BGB 4, DP 3, LDS 3, SPS 3. - 1967 (44): CVP 18, FDP 14, DP 3, LDS 3, BGB 3, SPS 2, LdU 1. – 1971 (44): CVP 17, FDP 15, SVP 5, SPS 4, LPS 2, LdU 1. – 1975 (44): CVP 17, FDP 15, SPS 5, SVP 5, LdU 1, LPS 1. – 1979 (46 [neu mit Kanton Jura]): CVP 18, FDP 11, SPS 9, SVP 5, LPS 3. – 1983 (46): CVP 18, FDP 14, SPS 6, SVP 5, LPS 3. – 1987 (46): CVP 19, FDP 14, SPS 5, SVP 4, LPS 3, LdU 1. – 1991 (46): FDP 18, CVP 16, SVP 4, SPS 3, LPS 3, LdU 1, Lega 1. – 1995 (46): FDP 17, CVP 16, SPS 5, SVP 5, LPS 2, LdU 1. – 1999 (46): FDP 17, CVP 15, SVP 7, SPS 6, Übrige 1. – 2003 (46): CVP 15, FDP 14, SPS 9, SVP 8. – 2007 (46): CVP 15, FDP 12, SPS 9, SVP 7, GPS 2, GLP 1. – 2011 (46): CVP 13, FDP 11, SPS 11, SVP 5, GLP 2, GPS 2, BDP 1, Parteilos 1. – 2015 (46): CVP 13, FDP 13, SPS 12, SVP 5, GPS 1, BDP 1, Parteilos 1.

-> Hier gibt es noch mehr Informationen zu den Schweizer Wahlen (für jene, die es ganz genau wissen wollen).

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