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Die Wahlen in der Schweiz

Die Wahlen der Schweiz in ihrem historischen Zusammenhang: eine kleine Einschätzung zu den aktuellen Wahlen sowie Nationalratswahlen 1848-1917 (Majorz) und 1919-dato (Proporz).






Eidgenössische Parlamentswahl 2019. Parteipolitisch ist die Analyse relativ kurz. Grosse Wahlsieger sind die Grünen und die Grünliberalen, d.h. die bundesrätliche Opposition, Verlierer sind die Bundesratsparteien. Dass die SVP viel zu hoch eingestuft ist, das ist logisch - daher sind auch ihre Verluste logisch (allerdings ist trotzdem zu erwarten, dass ihr Hoch andauert, solange die Europafrage nicht gelöst und geregelt ist). Erstaunlich ist dagegen der Verlust der Sozialdemokraten: erneut mit einem absoluten Tiefstwert (seit der Einführung der Proporzwahl 1919). Ihnen scheint es immer weniger gut zu gelingen, sich als Verkörperung eines notwendigen Gesellschaftsvertrags zu institutionalisieren (manchmal hat man das Gefühl, dass es ihnen nur noch um gewisse Kernthemen - wie v.a. die Frauen und das Klima - geht, nicht aber mehr um das Soziale grundsätzlich). Ich habe allerdings auch schon auf die Gefahr hingewiesen, dass die Gesellschaft der Zukunft zwar ökologischer, aber auch unsozialer (und auch unliberaler) wird. Dieser Trend hat sich bei diesen Wahlen gezeigt, und er könnte sich fortsetzen. Der neue Gegensatz zu rechtsaussen (SVP) ist immer stärker: grün (GPS). Dies könnte auf Kosten eben der SP und auch der FDP gehen, welche mittelfristig beide ihren zweiten Bundesrat verlieren könnten - mit unabsehbaren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. (Zur Erinnerung übrigens: die Schweiz befindet sich weiterhin auf einem Kurs weg von der alten Zauberformel - diese lautete: 3 Rechts, 2 Mitte, 2 Links [auch umgekehrt möglich: 2 Rechts, 2 Mitte, 3 Links] - die heutige Formel [4 Rechts, 1 Mitte, 2 Links] ist ja bereits eine [von der SVP] gebrochene Zauberformel [mit der Abwahl einer CVP-Bundesrätin damals, vorübergehend korrigiert durch die Gründung der BDP], obwohl selbst die Medien dies immer wieder als Zauberformel bezeichnen, was aber ein sehr fauler Zauber ist [der freilich aber eben in Zukunft noch fauler werden könnte].)

Die momentane Erkenntnis aus diesen Wahlen ist diejenige, dass sich erstens die Frage nach einem grünen Bundesrat auf Kosten der FDP stellt, und dass zweitens die vorher schon grosse Entscheidungsmacht der CVP weiter stark gestiegen ist. Die grösste Mittepartei hält nun fast alle Fäden in der Hand (sowohl im Stände- wie auch im Nationalrat), obwohl sie der grösste Wahlverlierer der letzten Jahre und Jahrzehnte ist. Eine kuriose bis groteske Situation. Das zeigt, dass dieses System in den kommenden Jahren an seine Grenzen stossen könnte (indem die ewig und stark unzufriedenen Aussenpositionen numerisch immer stärker vertreten sind, die vermittelnde Mitte aber immer schwächer) - man muss da wachsam und vorsichtig bleiben. Ich bin natürlich ein Freund von einer starken Mittepolitik, frage mich aber nur, wie stark diese Mitte langfristig tatsächlich in der Gesellschaft noch etabliert ist. Die interessanteste Partei ist jetzt natürlich die GLP, welche sich ebenfalls bedeutend in dieser Mitte befindet, ohne eine wirkliche Mittepartei zu sein bzw. das wird man dann eben bei konkreten Vorlagen sehen. Die GLP dürfte gleichzeitig in den nächsten Jahren die stärkste Gegnerin der CVP werden. Das heisst: in der Mitte wird - zumindest im Nationalrat - gekämpft um die Vorherrschaft der Entscheidungsmacht, zwischen der altgedienten CVP und... den Gringos der GLP.

Zur Wahlbeteiligung: sie liegt bei 45,1% und damit noch tiefer als bei den letzten vier Wahlen (das letzte Mal tiefer war sie 1999 - also im vorderen Jahrhundert und Jahrtausend, es ist der tiefste Wert der 2000-er Jahre). Ein Rückschritt also statt ein Fortschritt (es hat sich eben auch niemand für eine bessere Beteiligung eingesetzt: weder der Bundesrat, noch die Politik, noch die Medien). Ich habe angekündigt, einen offenen Brief an den Bundesrat zu schreiben, wenn die Wahlbeteiligung erneut unter 50% liegen sollte, und das werde ich auch tun. Meiner Meinung nach kann es auf keinen Fall so weitergehen. Wake up! Cool down. So what?


Hier gibt es ferner noch ein paar Links zu aktuellen Diskussionssendungen über die Schweizer Politik: Arena (SRF), Club (SRF), Sonntalk (TeleZüri), Standpunkte baz (SRF/BAZ), Standpunkte nzz (SRF/NZZ).





Nationalratswahlen 1848-1917 (Majorzwahlsystem [nach Sitzen]).

Jahr
Parteien
1848 (111)
FL 79, LM 11, KR 10, DL 6, ER 5.
1851 (120)
FL 78, LM 16, KR 16, ER 7, DL 3.
1854 (120)
FL 80, LM 16, KR 14, ER 6, DL 2 + [Andere] 2.
1857 (120)
FL 80, KR 20, LM 15, ER 5.
1860 (120)
FL 64, LM 37, KR 15, ER 3, DL 1.
1863 (128)
FL 59, LM 37, KR 21, DL 6, ER 5.
1866 (128)
FL 53, LM 39, KR 21, DL 11, ER 4.
1869 (128)
FL 56, LM 31, KR 23, DL 15, ER 3.
1872 (135)
FL 60, KR 30, LM 27, DL 15, ER 3.
1875 (135)
FL 63, KR 33, LM 22, DL 15, ER 2.
1878 (135)
FL 57, KR 37, LM 26, DL 10, ER 5.
1881 (145)
FL 75, KR 35, LM 22, DL 10, ER 3.
 
Jahr
Parteien
1884 (145)
FL 74, KR 37, LM 18, DL 15, ER 1.
1887 (145)
FL 73, KR 35, LM 19, DL 14, ER 4.
1890 (147)
FL 74, KR 35, LM 20, DL 15, ER 2, SD 1.
1893 (147)
FL 74, KR 29, LM 27, DL 16, SD 1.
1896 (147)
FL 86, KR 30, LM 21, DL 8, SD 2.
1899 (147)
FL 84, KR 32, LM 20, DL 7, SD 4.
1902 (167)
FL 100, KR 35, LM 20, SD 7, DL 4 + 1.
1905 (167)
FL 104, KR 35, LM 19, DL 6, SD 2 + 1.
1908 (167)
FL 105, KR 34, LM 16, SD 7, DL 5.
1911 (189)
FL 115, KR 38, SD 15, LM 14, DL 6 + 1.
1917 (189)
FL 103, KR 42, SD 20, LM 12, DL 7, BGB 4 + 1.
 

Legende, Gruppierungen. FL = Freisinnige Linke (Linke, Freisinn, Radikale, Radikaldemokraten), LM = Liberale Mitte (Mitte, Liberale, Liberaldemokraten), KR = Katholische Rechte (Katholisch-Konservative), ER = Evanglische Rechte (Evangelisch-Konservative), DL = Demokratische Linke (Extreme Linke, sozialpolitische Gruppen, Demokraten), SD = Sozialdemokraten, BGB = Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (eigentlich zuerst: Bernische Bauern- und Bürgerpartei, gegründet 1918: sollte in dieser Liste also noch nicht auftauchen; es handelt sich hier wahrscheinlich um Vorläufer der späteren BGB?). Man muss hier von 'Gruppierungen' sprechen, die eigentlichen Parteigründungen erfolgten erst im späteren 19. Jahrhundert: 1888 SPS*, 1894 FDP, 1894 KK (die spätere CVP), 1913 LPS, 1917 EVP, 1918 BGB (die spätere SVP). Die Liste stammt vom Bundesamt für Statistik BfS.

* Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz nennt sich eigentlich (oder neuerdings?) in der Abkürzung nur SP; ich bleibe aber vorerst einmal bei der ebenfalls gebräuchlichen und eigentlich korrekteren Bezeichnung SPS.

Wahlbeteiligung 1848-1917: zwischen 45-63%.


Parteienmässig dominierend war in der Phase der Majorzwahlen der Freisinn (heutige FDP), welcher auch mit sieben Bundesräten von sieben in den Bundesstaat 1848 startete (nachdem die [mehrheitlich] reformierten Freisinnigen den Sonderbundskrieg 1847 gegen die Katholischen gewonnen hatten). Die stärkste Opposition zum Freisinn bestand in jener Zeit durch die demokratische Bewegung. Diese brachte ihre direktdemokratischen Interessen durch, ohne eine Regierungspartei stellen zu können. Der Druck dieser demokratischen Bewegung führte zu Volksabstimmungen über direktdemokratische Institutionen, welche vom Volk angenommen wurden (1874 das Referendumsrecht und 1891 das Initiativrecht), und danach wuchs diese Bewegung nicht weiter an, während die anderen Gruppierungen nun die heutigen Parteien bildeten und in ihrem Namen den Begriff des Demokratischen führten (sie hatten also diese demokratische Bewegung adaptiert). Nach dieser Phase der Majorzwahlen hatte der Freisinn immer noch sechs von sieben Bundesratssitzen (der zweite katholisch-konservative Vertreter kam erst nach der Einführung der Proporzwahl). Etwas verwirrlich vielleicht aus heutiger Sicht, dass hier der Freisinn als links bezeichnet ist – die Unterscheidung war damals eher in Progressive ('links') und Konservative ('rechts'), und die Konservativen waren die Katholischen, während die Progressiven eben dem Freisinn entsprachen.

Die politische Rechte und Linke sind also keine fixen bzw. absoluten Grössen, sondern: sie sind zeit- und ortsabhängig. Noch komplizierter ist es, wenn wir von einem politischen Extremismus sprechen, denn solche Bewegungen lassen sich politisch eigentlich gar nicht einordnen in klassische Systeme, oder anders gesagt: an den Rändern verwischt sich dieses politische System, und die Extreme gleichen sich sogar in manchem: dies zeigte sich auch in den absolutistischen bzw. diktatorischen Systemen des 20. Jahrhunderts in gewissen europäischen Ländern; eine gewisse Ähnlichkeit von solchen Bewegungen ergibt sich alleine schon aus ihrem bedeutendsten Beweggrund: es sind im Grunde je extreme Protestbewegungen gegen ein aktuelles politisches System, welches sich aus dem Zusammenspiel von einer gemässigten Rechten und Linken heraus ergeben hat.

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Nationalratswahlen 1919-dato (Proporzwahlsystem [nach Prozenten und Sitzen]).

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Wahlsystem umgestellt vom früheren Majorz- zum Proporzsystem, nicht zuletzt wahrscheinlich aufgrund von sozialen Unruhen in der Schweiz – dabei werden zuerst Parteien gewählt, d.h. eigentlich politische Ideen bzw. Grundhaltungen, und dann werden die gewonnenen Mandate auf die Personen umgerechnet (beim Majorzsystem werden direkt die Personen gewählt). 1971 wurde ferner das Frauenstimmrecht eingeführt.

Vom neuen Wahlsystem profitierten alle Parteien, ausser der bisherigen Hauptregierungspartei (FDP); das Schweizer Politsystem erlebte einen tiefgreifenden Wandel. Rudolf Minger (Gründer der BGB-Partei, in seiner bekannten Bierhübeli-Rede, 1917): "Unser Schweizervolk setzt sich aus verschiedenen Wirtschaftsgruppen zusammen. Diese letzten machen schon heute – und mit Recht – auf der ganzen Linie Anspruch auf angemessene Vertretung im Parlament. Dies wird beim Proporz noch viel scharfer zum Ausdruck kommen. Die Zusammenstellung des Parlaments wird eine andere werden. Eine Mehrheitspartei gibt's nicht mehr, sondern es wird der Weg der Verständigung zwischen den einzelnen Gruppen gesucht werden müssen."



Jahr
1
2
3
4
5 ff
1919 (189)
FDP 28,8 (63)
SPS 23,5 (41)
KK 21,0 (41)
BGB 15,3 (25)
LDS 3,8 (9), DP 2,0 (7), EVP 0,8 (1) + [Andere] 4,8 (2).
1922 (198)
FDP 28,3 (58)
SPS 23,3 (43)
KK 20,9 (44)
BGB 16,1 (35)
LDS 4,0 (10), DP 2,6 (3), KPS 1,8 (2), EVP 0,9 (1) + 2,1 (2).
1925 (198)
FDP 27,8 (59)
SPS 25,8 (49)
KK 20,9 (42)
BGB 15,3 (30)
LDS 4,1 (7), DP 2,2 (5), KPS 2,0 (3), EVP 0,9 (1) + 1,0 (2).
1928 (198)
FDP 27,4 (58)
SPS 27,4 (50)
KK 21,4 (46)
BGB 15,8 (31)
LDS 2,9 (6), DP 1,9 (3), KPS 1,8 (2), EVP 0,7 (1) + 0,7 (1).
1931 (187)
SPS 28,7 (49)
FDP 26,9 (52)
KK 21,4 (44)
BGB 15,3 (30)
LDS 2,8 (6), KPS 1,5 (2), DP 1,3 (2), EVP 1,0 (1) + 1,1 (1).
1935 (187)
SPS 28,0 (50)
FDP 23,7 (48)
KK 20,3 (42)
BGB 11,0 (21)
LdU 4,2 (7), LDS 3,3 (7), KPS 1,4 (2), DP 1,2 (4), EVP 0,7 (1) + 6,2 (5).
1939 (187)
SPS 25,9 (45)
FDP 20,8 (51)
KK 17,0 (43)
BGB 14,7 (22)
LdU 7,1 (9), DP 2,7 (4), KPS 2,6 (4), LDS 1,6 (6), EVP 0,9 (0) + 6,7 (3).
1943 (194)
SPS 28,6 (56)
FDP 22,5 (47)
KK 20,8 (43)
BGB 11,6 (22)
LdU 5,5 (5), DP 3,4 (6), LDS 3,2 (8), EVP 0,4 (1) + 4,0 (6).
1947 (194)
SPS 26,2 (48)
FDP 23,0 (52)
KK 21,2 (44)
BGB 12,1 (21)
PdA 5,1 (7), LdU 4,4 (8), LDS 3,2 (7), DP 2,9 (5), EVP 0,9 (1) + 1,0 (1).
1951 (196)
SPS 26,0 (49)
FDP 24,0 (51)
KK 22,5 (48)
BGB 12,6 (23)
LdU 5,1 (10), PdA 2,7 (5), LDS 2,6 (5), DP 2,2 (4), EVP 1,0 (1) + 1,3 (0).
1955 (196)
SPS 27,0 (53)
FDP 23,3 (50)
KK 23,2 (47)
BGB 12,1 (22)
LdU 5,5 (10), PdA 2,6 (4), LDS 2,2 (5), DP 2,1 (4), EVP 1,1 (1) + 0,9 (0).
1959 (196)
SPS 26,3 (51)
FDP 23,7 (51)
CVP 23,3 (47)
BGB 11,6 (23)
LdU 5,5 (10), PdA 2,7 (3), LDS 2,3 (5), DP 2,2 (4), EVP 1,4 (2) + 1,0 (0).
1963 (200)
SPS 26,6 (53)
FDP 24,0 (51)
CVP 23,4 (48)
BGB 11,4 (22)
LdU 5,0 (10), LDS 2,2 (6), PdA 2,2 (4), DP 1,8 (4), EVP 1,6 (2) + 1,8 (0).
1967 (200)
SPS 23,5 (50)
FDP 23,2 (49)
CVP 22,1 (45)
BGB 11,0 (21)
LdU 9,1 (16), PdA 2,9 (5), LDS 2,3 (6), EVP 1,6 (3), DP 1,4 (3), NA/Rep. 0,6 (1) + 2,3 (1).
1971 (200)
SPS 22,8 (46)
FDP 21,5 (49)
CVP 21,0 (44)
SVP 10,0 (21)
LdU 7,6 (13), NA/Rep. 7,2 (11), PdA 2,5 (5), EVP 2,2 (3), LPS 2,1 (6), DP 0,8 (2) + 2,3 (0).
1975 (200)
SPS 24,9 (55)
FDP 22,2 (47)
CVP 21,1 (46)
SVP 9,9 (21)
LdU 6,1 (11), NA/Rep. 5,5 (6), LPS 2,4 (6), PdA 2,4 (4), EVP 2,0 (3) + 3,5 (1).
1979 (200)
SPS 24,4 (51)
FDP 24,1 (51)
CVP 21,5 (44)
SVP 11,6 (23)
LdU 4,1 (8), LPS 2,8 (8), EVP 2,2 (3), PdA 2,1 (3), NA/Rep. 1,9 (3), GPS 0,6 (1) + 4,7 (5).
1983 (200)
FDP 23,3 (54)
SPS 22,8 (47)
CVP 20,6 (42)
SVP 11,1 (23)
LdU 4,0 (8), NA/Rep. 3,5 (5), LPS 2,8 (8), EVP 2,1 (3), GPS 1,7 (3), PdA 0,9 (1) + 7,2 (6).
1987 (200)
FDP 22,9 (51)
CVP 19,7 (42)
SPS 19,0 (41)
SVP 11,0 (25)
GPS 5,2 (9), LdU 4,2 (8), NA 3,0 (3), LPS 2,7 (9), AP 2,6 (2), EVP 1,9 (3), PdA 0,8 (1) + 7,0 (6).
1991 (200)
FDP 21,0 (44)
SPS 19,1 (41)
CVP 18,0 (35)
SVP 11,9 (25)
GPS 6,5 (14), AP 5,1 (8), SD 3,4 (5), LdU 3,0 (5), LPS 3,0 (10), EVP 1,9 (3), PdA 1,0 (2) + 6,1 (8).
1995 (200)
SPS 21,8 (54)
FDP 20,2 (45)
CVP 17,0 (34)
SVP 14,9 (29)
GPS 5,0 (8), FPS 4,0 (7), SD 3,1 (3), LPS 2,7 (7), LdU 1,8 (3), EVP 1,8 (2), PdA 1,2 (3) + 6,5 (5).
1999 (200)
SPS 22,5 (51)
SVP 22,5 (44)
FDP 19,9 (43)
CVP 15,8 (35)
GPS 5,0 (8), LPS 2,2 (6), EVP 1,8 (3), SD 1,8 (1), PdA 1,0 (3), LdU 0,7 (1) + 6,8 (5).
2003 (200)
SVP 26,7 (55)
SPS 23,3 (52)
FDP 17,3 (36)
CVP 14,4 (28)
GPS 7,6 (13), EVP 2,3 (3), LPS 2,2 (4), PdA 0,9 (2), SD 0,9 (1) + 4,4 (6).
2007 (200)
SVP 28,9 (62)
SPS 19,5 (43)
FDP 15,8 (31)
CVP 14,5 (31)
GPS 9,6 (20), EVP 2,4 (2), GLP 1,4 (3), LPS 1,9 (4), PdA 0,7 (1) + 5,1 (3).
2011 (200)
SVP 26,6 (54)
SPS 18,7 (46)
FDP 15,1 (30)
CVP 12,3 (28)
GPS 8,4 (15), GLP 5,4 (12), BDP 5,4 (9), EVP 2,0 (2), PdA 0,5 (0) + 5,5 (4).
2015 (200)
SVP 29,4 (65)
SPS 18,8 (44)
FDP 16,4 (33)
CVP 11,6 (28)
GPS 7,1 (10), GLP 4,6 (6), BDP 4,1 (8), EVP 1,9 (2), PdA-Sol 0,8 (1) + 5,3 (3).
2019 (200)
SVP 25,6 (53)
SPS 16,8 (39)
FDP 15,1 (29)
GPS 13,2 (28)
CVP 11,4 (25), GLP 7,8 (16), BDP 2,4 (3), EVP 2,1 (3), Lega 0,8 (1), PdA 0,5 (1) + 4,3 (2).

Legende, Parteien. BDP = Bürgerlich-Demokratische Partei, CVP = Christlichdemokratische Volkspartei (aka KK = Katholisch-Konservative, aka KCVPS [in den Wahlen zwischen 1959-1967 trat die Partei unter diesem Namen an: in der Tabelle als 'CVP' bezeichnet]), DP = Demokratische Partei*, EVP = Evangelische Volkspartei, FDP = Freisinnig-Demokratische Partei (heute: 'FDP.Die Liberalen' [das ist der neue Parteiname nach der Fusion mit der LPS: nach deutschem Vorbild]), FPS = Freiheitspartei der Schweiz (aka AP = Autopartei, heute: auto-partei.ch), GB = Grünes Bündnis, GLP = Grün-Liberale Partei, GPS = Grüne Partei der Schweiz, KPS = Kommunistische Partei der Schweiz*, LdU = Landesring der Unabhängigen*, LPS = Liberale Partei der Schweiz* (aka LDS, LIDUS [in den Wahlen 1963 und 1967 trat die Partei unter diesem Namen an: in der Tabelle als 'LDS' bezeichnet]), PdA = Partei der Arbeit, SD = Schweizer Demokraten (aka NA/Rep. = Nationale Aktion/Republikaner [diese beiden Gruppen sind anfangs gemeinsam, ab 1971 eigentlich aber getrennt aufgetreten: ich habe sie hier im Resultat trotzdem zusammengefasst]), SPS = Sozialdemokratische Partei der Schweiz, SVP = Schweizerische Volkspartei (aka BGB = Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei). Aus Platz- und Darstellungsgründen habe ich hier nicht ganz alle Parteien aufgeführt; die mit einem Sternchen [*] bezeichneten Parteien existieren nicht mehr.

Wahlbeteiligung (in Prozent). 1919: 80,4. – 1922: 76,4. – 1925: 76,8. – 1928: 78,8. – 1931: 78,8. – 1935: 78,3. – 1939: 74,3. – 1943: 70,0. – 1947: 72,4. – 1951: 71,2. – 1955: 70,1. – 1959: 68,5. – 1963: 66,1. – 1967: 65,7. – 1971: 56,9. – 1975: 52,4. – 1979: 48,0. – 1983: 48,9. – 1987: 46,5. – 1991: 46,0. – 1995: 42,2. – 1999: 43,3. – 2003: 45,2. – 2007: 48,3. – 2011: 48,5. – 2015: 48,5. – 2019: 45,1.

Das Ergebnis der Nationalratswahl wird oft herangezogen für die Angabe des Wähleranteils einer Partei – allerdings müsste man eigentlich auch die Ständeratswahl berücksichtigen – dort, d.h. in der anderen Kammer des Parlaments, sind die Mitte-Rechts-Parteien (FDP, CVP) deutlich stärker vertreten. Dasselbe gilt es zu sagen für die Exekutive der Kantonsregierungen; in den grösseren Städten wiederum dominieren heute die Linken und die Grünen. Derzeit ist also die SVP die stärkste Partei im Nationalrat, die FDP und die CVP sind die stärksten Parteien im Ständerat und in den Kantonen, während die SPS zusammen mit den Grünen die stärkste Partei in den Städten ist. Das ist einerseits zwar gut verteilt, andererseits aber auch recht konfliktträchtig. Auf jeden Fall aber (und das hat auch die Realpolitik in den letzten Jahren gezeigt) ist die Schweizer Politik nicht und nie mit einem einzigen Indikator (z.B. mit dem Wähleranteil im Nationalrat) zu begreifen, sondern: das ist ein sehr komplexes Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren und Indikatoren. Die Wahl der Bundesräte und der Bundesrichter wird von der Vereinigten Bundesversammlung (National- und Ständerat) vorgenommen.

Ständeratswahlen seit 1919 (Sitzverteilung, insgesamt 46 Sitze [pro Kanton: 2, pro Halbkanton: 1]). 1919 (44): FDP 23, CVP 17, LDS 2, DP 1, BGB 1. – 1922 (44): FDP 23, CVP 17, DP 1, LDS 1, SPS 1, BGB 1. – 1925 (44): FDP 21, CVP 18, SPS 2, DP 1, LDS 1, BGB 1. – 1928 (44): FDP 20, CVP 18, BGB 3, DP 1, LDS 1, übrige 1. – 1931 (44): FDP 19, CVP 18, BGB 3, SPS 2, LDS 1, übrige 1. – 1935 (44): CVP 19, FDP 15, SPS 3, BGB 3, LDS 2, übrige 2. – 1939 (44): CVP 18, FDP 14, BGB 4, SPS 3, LDS 2, übrige 3. – 1943 (44): CVP 19, FDP 12, SPS 5, BGB 4, DP 2, LDS 2. – 1947 (44): CVP 18, FDP 11, SPS 5, BGB 4, LDS 2, DP 2, übrige 2. – 1951 (44): CVP 18, FDP 12, SPS 4, LDS 3, BGB 3, DP 2, übrige 2. – 1955 (44): CVP 17, FDP 12, SPS 5, LDS 3, BGB 3, DP 2, übrige 2. – 1959 (44): CVP 18, FDP 14, BGB 4, LDS 3, DP 2, SPS 2, übrige 1. – 1963 (44): CVP 18, FDP 13, BGB 4, DP 3, LDS 3, SPS 3. - 1967 (44): CVP 18, FDP 14, DP 3, LDS 3, BGB 3, SPS 2, LdU 1. – 1971 (44): CVP 17, FDP 15, SVP 5, SPS 4, LPS 2, LdU 1. – 1975 (44): CVP 17, FDP 15, SPS 5, SVP 5, LdU 1, LPS 1. – 1979 (46 [neu mit Kanton Jura]): CVP 18, FDP 11, SPS 9, SVP 5, LPS 3. – 1983 (46): CVP 18, FDP 14, SPS 6, SVP 5, LPS 3. – 1987 (46): CVP 19, FDP 14, SPS 5, SVP 4, LPS 3, LdU 1. – 1991 (46): FDP 18, CVP 16, SVP 4, SPS 3, LPS 3, LdU 1, Lega 1. – 1995 (46): FDP 17, CVP 16, SPS 5, SVP 5, LPS 2, LdU 1. – 1999 (46): FDP 17, CVP 15, SVP 7, SPS 6, übrige 1. – 2003 (46): CVP 15, FDP 14, SPS 9, SVP 8. – 2007 (46): CVP 15, FDP 12, SPS 9, SVP 7, GPS 2, GLP 1. – 2011 (46): CVP 13, FDP 11, SPS 11, SVP 5, GLP 2, GPS 2, BDP 1, Parteilos 1. – 2015 (46): CVP 13, FDP 13, SPS 12, SVP 5, GPS 1, BDP 1, Parteilos 1. – 2019 (46): CVP 13, FDP 12, SPS 9, SVP 6, GPS 5, Parteilos 1.

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