Meine Philosophie (auf den Punkt gebracht).



Einführung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Vorurteile die Leute gegenüber der Philosophie haben. Vielleicht hatte ich solche früher auch; ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie ich über die Philosophie dachte, bevor ich mich mit ihr beschäftigt habe. Niemand hätte in meiner früheren oder späteren Jugendzeit gedacht, dass aus mir einmal ein Philosoph werden würde. Mit einer eher bescheidenen, aber doch vorhandenen intellektuellen Vorgeschichte, als mittelmässiger Schüler am Gymnasium und als Studienabbrecher an der Universität, begann ich etwa im Alter zwischen 27-30 Jahren [d.h. etwa in der Zeit nach dem Abbruch meines Wirtschafts- und Rechtsstudiums] damit, mich mit philosophischer Literatur zu beschäftigen (nachdem ich in der Gymnasiumszeit bereits New-Age-Literatur [Capra, Fromm, Jonas, Sheldrake, Vester] und existentialistische Belletristik [Camus, Sartre] gelesen hatte, ohne mir bewusst zu sein allerdings, dass dies irgendwie auch schon zur Philosophie dazugehörte und damit meinen allerersten Erfahrungen mit der Philosophie entsprach - in der Folge gehörte ich sowohl zur letzten Generation der reinen Bücherphilosophen wie auch zur ersten Generation der Internetphilosophen [ich glaube, dass es im heutigen Internetzeitalter gar niemandem mehr in den Sinn kommt, in dieser Intensität und Quantität*, wie ich das gemacht habe, all die alten Bücher zu lesen]). Ich bin zwar nicht der Meinung, dass die Philosophie bloss aus Büchern besteht, sondern: eher aus Ideen als aus Büchern - andererseits kann ich mir aber keinen ernsthaften heutigen Philosophen vorstellen, der sich nicht mindestens etwa mit den Werken von Descartes, Locke, Rousseau, Kant und Hegel auseinandergesetzt hat (ich frage mich aber, ob das auch wirklich alle Universitätsphilosophen tun [man macht sich vermutlich eine falsche Vorstellung von einem Philosophiestudium, wenn man denkt, dass die Studenten der Philosophie in Massen alte Klassikern lesen würden - ein Philosophiestudium funktioniert anders]). Was aber ist Philosophie überhaupt? Vielleicht oder vermutlich fängt bei der Erklärung dessen, was Philosophie ist (grch. philein: lieben, sophia: Weisheit), schon die ganze Schwierigkeit der Philosophie an. Für mich ist Philosophie (v.a.): Ideengeschichte und Weltbegründung. Die Ideengeschichte zeigt uns, wie verschiedenste Ideen im Lauf der Kulturgeschichte der Menschheit zu unserer heutigen Zeit geführt haben. Die Weltbegründung kann uns zeigen, dass die Dinge, die da sind, durchaus eine metaphysische Bedeutung und einen metaphysischen Sinn haben und machen können (das heisst, eine Bedeutung und einen Sinn, welche hinter und zwischen aller Physik der Dinge der Welt steht). Die philosophischen Ideen sind nicht bloss blasse Schimmer aus der Vergangenheit, sondern lebendig wirkende Kräfte in dieser heutigen Zeit, und die philosophischen Weltbegründungen sind nicht bloss leere Worte, sondern sinnreiche Weltdeutungen und -erklärungen. Der Philosoph möchte wissen, in welcher Welt er lebt, und was für Kräfte darin wirken - im Guten wie im Schlechten, notabene (der Mensch macht ja in seinem Leben nicht nur gute, sondern auch schlechte Erfahrungen, ergo gehören auch diese zur Philosophie dazu). Und meine Philosophie ist eine wundersame Reise durch die Ideengeschichte und die Weltbegründung. Dabei habe ich schon früh in meiner Beschäftigung mit der Philosophie angefangen, ein eigenes philosophisches System zu erwägen (offenbar reichten mir die Ideen und Begründungen der vorhandenen spätmodernen, aus dem 19. und 20. Jahrhundert** stammenden - existentialistischen, kritizistischen und analytischen - Philosophie nicht).

* Dazu gehören etwa - um nur einige der bedeutendsten Namen zu nennen (20): Aristoteles, Augustinus, Bacon, Descartes, Hegel, Heidegger, Hobbes, Hume, Kierkegaard, Konfuzius, Locke, Montesquieu, Nietzsche, Platon, Rousseau, Sartre, Schopenhauer, Spinoza, Thomas von Aquino, Voltaire - insgesamt umfasst meine bisherige Leseliste rund 100 Philosophen (darunter weitere grosse Klassiker, vornehmlich der deutschen und europäischen, oder auch der US-amerikanischen Philosophie). Meistens habe ich vom entsprechenden Philosophen das Hauptwerk gelesen, teils auch weitere Werke; dazu auch rund zehn verschiedene Bücher über die Philosophiegeschichte, viele Internetseiten und -videos zu philosophischen Themen, sowie auch die Grundbücher der grössten Religionen (etwa: Bibel, Koran, Bhagavadgita, Reden des Buddha) und ein paar wissenschaftliche Bücher.

** Interessant: dass wirklich alle bedeutenden aktuellen Philosophien ihren Ursprung bereits im 19. Jahrhundert haben: mit Kierkegaard (Existentialismus), Nietzsche (Kritizismus/Kulturkritik) und Frege (Analytik/Logizismus) als Hauptpersonen; ebenso übrigens die Umweltphilosophie mit Haeckel - eigentlich bloss mit der Begriffsbegründung der Ökologie, aber immerhin -, welche aber bis dato leider einen eher untergeordneten Wert in der philosophischen Welt besitzt, und ebenso die sozialorientierte Philosophie mit Saint-Simon (noch weiter zurück geht die liberalorientierte Philosophie, nämlich bis ins 17. und 18. Jahrhundert mit Locke [und den bekannten Figuren der Aufklärung und der Bürgerrevolution (allen voran natürlich Rousseau [sowie Kant als Spätaufklärer in Deutschland])]). Die drei Hauptrichtungen der Philosophie des 20. Jahrhunderts sag(t)en eigentlich: die Welt ist befremdlich (Existentialismus), die Kultur ist zu kritisieren (Kritizismus), und die Philosophie ist der Mathematik, dem Logizismus und dem Formalismus zu unterwerfen. Das war - wie sich das insbesondere nach den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs eingerichtet hat - insgesamt eine philosophische Umgebung, in welcher ich mich nicht wohlgefühlt habe (daher habe ich wohl auch damit begonnen, all die alten Klassiker der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit und ihrer Moderne zu lesen und aufzuarbeiten, um zu schauen, ob da nicht doch eigentlich noch viel mehr hinter dieser ganzen Philosophie steckt, als bloss die mageren Schlüsse, welche uns die Philosophen des 20. Jahrhunderts vorgesetzt haben [die blosse Frage danach, ob die Alten vielleicht schon zu verstaubt seien, um sich heute noch wohlwollend damit zu beschäftigen - vgl. Sloterdijk: Regeln für den Menschenpark, 1997 - genügte mir auch nicht, sondern ich habe quasi den Staub von den alten Büchern geblasen und sie wirklich interessiert und intensiv gelesen (was man vermutlich nicht tun kann, ohne gewisse Nachteile bezüglich der allgemeinen Lebensqualität für das eigene Privatleben in der spätmodernen [Wirtschafts-*** (und Mobbing-)] Gesellschaft zu riskieren, da einem diese Informationen unweigerlich in einen gewissen Widerstreit mit dem Zeitgeist bringen müssen. Der Schluss, die althergebrachten Kulturgüter aus diesem Grund abzulehnen, wäre natürlich ein falscher Schluss (es gilt letztlich, sie so aufzubereiten, dass man sie für die Zukunft verwenden kann).

*** Natürlich habe ich nichts gegen eine Wirtschaftsgesellschaft, d.h. eine Gesellschaft deren oberste Priorität die Wirtschaft ist (und dies nicht nur, weil ich früher einmal Wirtschafts- und Rechtswissenschaften studiert, wenn auch nicht abgeschlossen habe - aber es ist doch sicher auch, trotz vielen anderen Phasen und Erfahrungen in meinem Leben, etwas davon hängengeblieben). Letztlich sehe ich die Politik als bedeutendstes Instrument des Menschen an, und in der Politik wiederum die Wirtschaftspolitik - ergänzt durch die Sozial- und Umweltpolitik. Eine gut funktionierende Wirtschaft ist eine der wichtigsten Grundbedingungen für eine gut funktionierende Gesellschaft. Natürlich aber kann ich mich nicht erwärmen an einem reinen Ökonomismus (oder jedem anderem reinen Ismus), welcher ausser der Wirtschaft - und vielleicht noch einer ökonomisierten Wissenschaft - nichts anderes gelten lässt (und auf solches treffe ich natürlich relativ häufig und bedeutend in der heutigen Schweiz, sei es vorder- oder hintergründig; die Schweiz gehört sicher ideologisch mit den USA - nebst [noch] kleineren Staaten wie Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, Singapur, Katar, Brunei - zu den bedeutendsten Wirtschaftsgesellschaften der letzten 50 Jahre). Ebenso wenig erwärmen, wie an den reinen Ismen, kann ich mich an den Gegnern der Ismen, die in verschiedenster (meist nicht bewusster) Hinsicht von früheren Ismen profitieren und behaupten, sie könnten gänzlich ohne diese auskommen.

Es bleibt die Frage, warum mir denn das heutige wissenschaftliche Weltbild nicht genügt hat. Die meisten heutigen Menschen geben sich ja damit zufrieden: dass die Religion und die Philosophie immer mehr verblassen, dagegen aber die Wissenschaft immer bedeutender scheinende Erklärungen anbietet, welche bis in Erst- und Letzterklärungen hineingehen. Schaut man sich diese etwas genauer an, so sind die Erstbegründungen (Urknall, Singularität) doch einigermassen schwammig und brüchig, die Letzterklärungen dagegen sogar vollkommen unakzeptabel (Technologische Singularität*, Weltende - die Wissenschaft geht davon aus, dass das Schicksal der Menschen die Unterwerfung derselben unter eine Technik ist, welche sie selber erschaffen haben, und noch ferner hinausgedacht von verschiedenen Weltendszenarien [Erlöschen von Erde und Sonne etwa, oder sogar das Verschwinden des Universums in einem Schwarzen Loch; das sind Spekulationen und Extrapolationen, die in die Milliarden und Billionen oder noch mehr Jahre hinausreichen, und das kann, als reinstes Faktum dargestellt, gar nicht wissenschaftlich sein (zumal wir ja heute noch nicht einmal genauer wissen, was das Universum eigentlich darstellt und ist)]). Ich kritisiere die Wissenschaft deshalb nicht, oder nicht ausschliesslich, sondern ich glaube, dass in einer neuen (postmodernen?) Betrachtung die Religion, die Philosophie und die Wissenschaft(en) zusammenbetrachtet werden müssen bzw. dass - noch weitergehend - alle möglichen Ansätze von Erfahrungen und Wissen zusammengenommen werden müssen, um eine zukunftsträchtige, umfassende Wissenschaft zu begründen. Der Mensch wird das ganze Spektrum seiner Möglichkeiten aufbieten und nutzen müssen, um den Problemen und Gefahren der Zukunft adäquat begegnen zu können. Die Wissenschaft der Zukunft dient nicht mehr bloss der Erweiterung der Wohlfahrt, sondern der Bewältigung bedeutender Gefahren. Bei dem, was die Philosophie dabei in positiver Hinsicht noch immer leisten kann (ausser dem modernphilosophischen Hang zur Kritik), stechen für mich zwei Argumente heraus, und das sind: das Ganze und das Mittlere. Die Philosophie kann eine Gesamtbetrachtung versuchen, und sie kann das Mittlere erheben (siehe: Konfuzius und Aristoteles - in einer grossen ethisch-moralischen Übereinkunft zwischen Ost und West in der Antike [Aristoteles mit der Tugend, die auf die Mitte ziele, Konfuzius mit der Bewahrung von Mass und Mitte als wahrer Tugend; und dem schloss sich auch noch Jesus Christus übrigens an, als Mensch der späteren Antike wie des früheren Mittelalters, mit dem Gottesreich mitten unter uns - und ferner ist natürlich auch das Gesellschaftsmodell der Moderne dazu zu nennen: mit einem breiten Mittelstand im Zentrum der modernen, demokratischen Gesellschaft]). Die Philosophie kann natürlich noch viel mehr, aber diese zwei würde ich herausheben.

* Das Grundproblem einer zu technokratischen Ansicht ist natürlich dies: dass wenn wir bloss noch die Maschine betrachten, den Menschen vergessen, welcher dahintersteht (sowohl in der Arbeit mit der Technik wie auch in der Begründung und Erfindung der Technik an und für sich) - und damit die Verantwortung desselben (der Erschaffer kann seine Verantwortung letztlich nicht an das Geschaffene übergeben). Ein ähnlich gelagertes Problem besteht etwa mit der Kritik des Anthropozentrismus in der Ökologie. Gerade die Kritik an menschlichem Verhalten muss uns ja dazuführen, den Menschen und seine Verantwortung noch stärker (und nicht schwächer) in den Fokus zu rücken (und gerade die Ökokritik sollte den Menschen in den Fokus stellen, doch sie tut das Gegenteil - dies sind [u.a.] die Denkfehler, die sich heute einschleichen [und die unweigerlich zu falschen Schlüssen führen werden - wie auch andere falsche Akzentuierungen, notabene (man kann weder Jesus noch Kant dafür verantwortlich machen, dass sich der Mensch zu wenig an moralische und ethische Grundsätze hält und die Verantwortungsphilosophie gehört für mich zu den bedeutendsten Zweigen der heutigen Philosophie [Ingarden, Weischedel, Jonas, Lévinas, Etzioni, Nida-Rümelin, Heidbrink (u.a.)]). Im schlimmsten Fall bedeutet eine technologische Singularität, dass sich der Mensch nur noch mit der Lösung von Problemen beschäftigt, welche die Maschinen, die er selber erschaffen hat, verursachen (und dabei seine eigene Problematik - die Conditio humana [wie sie beispielhaft Mirandola in der Renaissance herausarbeitete] - vergisst).

Anmerkung: Die folgenden, im Text hochgestellten Zahlen beziehen sich auf die Ersterwähnung des entsprechenden Gedankens in meiner Literatur: eine Zusammenstellung davon findet sich weiter unten im Text.


System und Ausrichtung. Braucht der Mensch überhaupt ein Weltbild - oder nicht? In der Religion heisst es zuweilen, wir sollen uns keine Bilder machen, aber nur um ihre eigenen spezifischen (und limitierten) Bilder durchzubringen - zudem gibt es auch keine Religion, die nicht auch ihre Theologie hat (also ihre eigene Deutung der Bilder und Phänomene). Ich hatte im Verlauf meines Lebens das Gefühl, dass ich eigentlich gerne ein Weltbild haben möchte, aber keines hatte (daher habe ich mich auf die philosophische Suche und Reise gemacht). Der erste Philosoph, welcher ein philosophisches Weltbild und/oder -system aufstellte, war Empedokles. Für ihn bestand die Welt aus vier Elementen (Erde, Wasser, Luft, Feuer) und zwei Kräften (Liebe, Streit). Das ist ein Weltsystem bzw. das war das erste eigentliche Weltsystem der Philosophie. Heute sollten wir ein bisschen weiter sein, aber sind wir das wirklich? Die Physik hat die Elementenlehre von Empedokles verworfen, und die Philosophen haben manch anderes erwogen. Die heutige Philosophie aber kann und will kein Weltsystem mehr anbieten. Ein bedeutender Grund dafür besteht vermutlich in den Enttäuschungen mit den grossen politischen Ideologien (sofern man diese je für sich selber betrachtet und behauptet [(politisches) Christentum, Liberalismus/Kapitalismus, Sozialismus/Kommunismus]), aber das waren ja keine Weltsysteme, sondern eben eigentlich nur politische Systeme. Man kann zwar sagen, dass derjenige, welcher die Welt verändern will, die Politik verändern muss, aber trotzdem sind politische Systeme keine philosophischen Weltsysteme - sondern: sie sind politisch tendenziös (daher bin ich in der Politik letztlich für einen vernünftigen Ausgleich der Tendenzen). Die Politik bestimmte das Weltgeschehen im 20. Jahrhundert, v.a. mit der politischen Auseinandersetzung zwischen dem Liberalismus und dem Sozialismus. Auch die Philosophie ist im 20. Jahrhundert politisch geworden (zumindest ein bedeutender Teil der Philosophie, und in diesem Prozess der Politisierung von mehr oder weniger allem stecken wir immer noch drin, notabene [wir merken das heute ganz deutlich und immer wieder: wie hochpolitisch diese Zeit ist]). Unser heutiges Weltbild wird aber v.a. auch von der Wissenschaft geprägt - so bedeutend, dass wir offenbar meinen, dass die Wissenschaft schon alles richten wird, und dass wir gar kein (philosophisches) Weltbild mehr benötigen würden. Doch wo bleibt der Mensch in diesem technokratischen Weltbild? Ist ein zukünftiges Weltbild alleine geprägt von den Möglichkeiten und Grenzen von Maschinen, Robotern und Cyborgs? Ein philosophisches Weltbild kann die Bereiche von Religion/Esoterik, Philosophie/Politik und Wissenschaft/Wirtschaft sowie Kunst/Spiel - für mich die Grundbereiche des geistigen Erwägens von Kultur - ausgleichend betrachten (wir sehen dabei, dass die moderneren Zusatzbegriffe [die je zweiten, angeführten Begriffe] die alten Begriffe ergänzt, abgelöst und teils überformt haben). Im 20. Jahrhundert gab es nur wenige Systemphilosophen - ich sehe zwei Namen diesbezüglich im Vordergrund: Nicolai Hartmann (Aufbau der realen Welt: Unorganisches, Leben, Seele, Geist) und Jean Gebser (Strukturmodell der Bewusstseinsentwicklung: Archaisches, Magisches, Mythisches, Mentales, Integrales [vgl. Integrale Theorie]). Beide vertraten ein sogenanntes Schichtenmodell bzw. ein System mit verschiedenen Ebenen - das tue ich ebenfalls (und schliesse mich in meiner Systematik damit philosophiegeschichtlich an diese beiden Philosophen an [wobei die Erhebung von philosophischen Schichtenmodellen historisch bis auf Aristoteles zurückgeht]). Meine Systematik vom (Da-) Sein hat fünf verschiedene Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken und Handeln1 (sowie Gut-Handeln und Nicht-Handeln2 - was dazu unbedingt angefürt werden muss [als gerichtetes bewusstes Tun und bewusstes Nicht-Tun]). In meinem System steht also am Anfang, als Urgrund von allem, das (Da-) Sein - mit der Erklärung von einer Schöpfung vom (reinen) Sein durch Gott ins Dasein3 - und am Ende das Handeln, d.h. das bewusste Tun: das Dasein ist sozusagen das erste Wesentliche der Welt, das Handeln die letzte, bewusst gewählte Tätigkeit des Menschen als Individuum und der Menschen im Kollektiv. Das ist der Sinn dieser Aufstellung (in der Mitte steht das Glauben, wobei ich hier nicht einen bestimmten religiösen Glauben meine, sondern das Glauben allgemein [jeder Mensch glaubt an irgendetwas, oder an verschiedene Dinge, auch Menschen, die sich als nicht-religiös bezeichnen]). Die bedeutendsten Grundsätze in diesem bewussten Tun, dem Handeln, sind für mich - auf einer allgemein menschlichen Ebene - die Sozialgerechtigkeit und die Umweltverträglichkeit4. Daher vertrete ich eine Neuausrichtung der Wissenschaften: die Naturwissenschaften sollen ökologisch, als Natur-, Technik- und Ökowissenschaften, die Geisteswissenschaften soziologisch, als Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, ausgerichtet werden5. Dies ist für mich bzw. nach mir die einzige Möglichkeit, wie wir den Problemen der Zukunft adäquat begegnen können.


Weiteres. Auf dem Weg zu meiner Philosophie gab und gibt es natürlich noch viele andere Erwägungen zu diesem und jenem. Das möchte ich aber hier nicht alles anführen, weil es sonst zu ausführlich und die Erfassung des Kerns im Ganzen untergehen würde - daher nur kurz ein paar Erwähnungen (teils sind oben bereits erwähnte Gedanken mitaufgeführt). Die Philosophie habe ich eingeteilt in fünf (Grund-) Gebiete: Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik, Politik6. In der Metaphysik habe ich die Frage nach dem Urgrund behandelt: der Urgrund ist das (Da-) Sein7 (Gott tritt in der Religion als Schöpfer vom Sein ins Dasein auf8). In der Logik habe ich die (regressive) Ursache-Wirkungs-Beziehung von der (intentionalen) Grund-Folge-Beziehung unterschieden9: das sind die beiden unterschiedlichen Grundprinzipien der Natur- und der Geisteswissenschaften. In der Ethik habe ich auf die erstaunliche Übereinkunft in der östlichen und westlichen Philosophie der Antike bezüglich der Tugend, welche auf die Mitte zielt, hingewiesen10 (Konfuzius/Aristoteles). In meinen Erwägungen zum Bewusstseinsbegriff habe ich von drei Faktoren des Ur-Bewusstseins gesprochen: Orientierung, Konzentration, Koordination11. Bezüglich der Raum-Zeit der Physik habe ich den Raum und die Zeit wechselseitig definiert: den Raum als Anordnung in der Zeit, die Zeit als Veränderung im Raum12 (so ähnlich zu finden auch bei Schelling [wobei ich das aber selbstständig erarbeitet und erst später ansatzweise auch bei ihm gefunden habe (solches kommt in der Philosophie manchmal vor, weil man ja nicht jedes Werk der Philosophie bis in den hintersten Winkel kennen kann)]). In der Physik habe ich ferner eine feldtheoretische Ansicht des Daseins erwogen, mit den Faktoren der materiell gebundenen Energie ('Materie'), der organisierenden Feld-Energie ([Energie-] 'Feld') und der freien Energie13 ('Energie' - das entspricht [trotz Ansätzen etwa in der Elektrodynamik] hier einer neuen [feldtheoretischen] Grundansicht der Physik). Bezüglich des in der heutigen Philosophie oft zitierten Leib-Seele-Problems habe ich darauf hingewiesen, dass dieses Problem längst gelöst ist durch die Vorstellung vom dreigliedrigen Menschen (Körper, Seele, Geist14, oder etwa: Hand, Herz, Kopf [nach Pestalozzi]), wie sie u.a. in der Philosophie von Steiner vorkommt (die Vorstellung soll, so habe ich einmal gelesen, von altägyptischen Wanderpredigern um die Zeit Christi Jesu stammen - jedenfalls aus einer alten Zeit [bedeutend ist die Philosophie der Triade auch im Neuplatonismus (Plotin, Porphyrios, Proklos) und im frühen Christentum (Marius Victorinus, Augustinus)]). In der Religion habe ich das Verhältnis zwischen dem Christus und dem kommenden Gesandten der Weltreligion, von welchem in der Esoterik die Rede ist, zu klären versucht. Diese Figur ('Weltlehrer', 'Maitreya') steht für mich - im Gegensatz zur fast gesamten westlichen Maitreya-Rezeption - nicht höher als der Christus (sondern auf der selben Stufe15; zudem bin ich der Meinung, dass diese Figur auch weiblich sein könnte16 [das ist offen (das Geschlecht ebenso wie die Herkunft, notabene) - ebenso wie bei King oder Queen Alpha*]). Ferner habe ich eine neue Himmelsordnung17 erwogen, in sieben verschiedenen Himmeln: vom Himmel des Schlüssels bis zum Himmel des Thrones (dieses Thema wurde seit dem Mittelalter nicht mehr aufgegriffen; ich habe diese Himmelsordnung direkt aus der Bibel abgeleitet). In diesen (religiösen) Fragen habe ich eine längere, schwierige persönliche Entwicklung durchgemacht (die während dem Aufbau der eigentlichen Philosophie kontinuierlich und logisch erfolgte [sie führte mich quasi vom Christus über den Maitreya zu Jesus zurück, in welchem ja auch die ganze Weltreligion schon enthalten ist - trotzdem vertrete ich ein eher esoterisches Christentum zwischen Mediation und (auch philosophischer) Meditation]). In der Politik habe ich ein Buch geschrieben zur Schweizer Politik (immerhin das einzige direktdemokratische Land der Welt, und daher für mich auch von philosophischer Relevanz [in diesem Buch habe ich u.a. die Zauberformel18 besprochen [bzw. die Machtverteilung in systematisch-mathematisch-ästhetisch-symmetrisch-politologischer Hinsicht], einen EU-Beitritt der Schweiz mit Sonderstatus zum Schutz der direkten Demokratie vorgeschlagen19 sowie die Einführung der Wahlpflicht zur Aufhebung des Problems der Wahlbeteiligung unter 50% seit den späteren 1970-er Jahren20]). In der Wirtschaft habe ich ein (kleines) Modell für die Weltwirtschaft begründet, in welchem die Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital) erweitert werden durch Sozialverträglichkeit und Umweltgerechtigkeit: dies ist mein modellhafter Vorschlag zu einer Verbesserung des Wirtschaftssystems bzw. zu einem bewussteren Umgang mit der Weltwirtschaft21 - wir benötigen in Zukunft unbedingt eine sozialgerechtere und umweltverträglichere Wirtschaft (siehe auch unterer Abschnitt zu 'Wirtschaft und Politik')]). Schliesslich habe ich zwei verschiedene Zeit- und Epocheneinteilungen begründet: eine kulturgeschichtliche22 und eine astrologische Zeitrechnung23 (zu diesem Thema gibt es bereits verschiedene Rechnungen, ich habe eine neue Rechnung dazu angeführt [im Zentrum steht dabei die Frage nach dem Wassermannzeitalter (in der New-Age-Philosophie)]). Bedeutend ist ferner auch die Kleine Tafel der Philosophen nach Richtungen24 (was vermutlich der erste Versuch überhaupt ist, die gesamte Philosophie in einer Philosophenliste zu kategorisieren). Neue Themen gibt es teils im kommenden bzw. geplanten Buch zur Spielphilosophie und zur Wissenschaftstheorie.

* Diese Figur habe ich in meiner Esoterik - für eine sehr viel fernere Zeit - vom Rastafarianismus abgeleitet, der immerhin wohl bedeutendsten Weltbewegung der Religion im 20. Jahrhundert, in welchem es nicht viele solche Bewegungen gab. Ich stelle mir diese Figur in einer gut abgesicherten Demokratie vor, und auch als Verteidiger oder Verteidigerin derselben, wogegen das Verhältnis der heutigen Referenzfigur, d.i. Haile Selassie, zur Demokratie nicht klar umrissen ist (es gibt von ihm positive, und für das Afrika seiner Zeit sehr fortschrittliche, wie auch eher fragwürdige Aussagen dazu - aber das gab es eigentlich in derselben Art und Weise schon bei Rousseau [heute sind wir - hoffentlich - einen kleinen Schritt weiter (und das wird - hoffentlich - ein grosser Schritt werden in der Zukunft)]). Wir haben natürlich heute, aus unserer heutigen Zeit heraus, grosse Mühe, uns einen demokratischen König oder eine demokratische Königin vorzustellen, aber das heisst nicht, dass dies unmöglich ist für alle Zeit. Die Spätform der Demokratie könnte einer Mischung aus Monarchie/Oligarchie und Demokratie/Anarchie entsprechen, in welcher das Beste aller Grundformen vereinigt wird. (Für die Schweiz ist dieser Gedanke vielleicht weniger bedeutend als für andere Staaten der Welt, die keine direktdemokratische Tradition kennen.)


Bücher:


Postmoderne Ontologie (2003). Dies ist sozusagen mein philosophisches Grundbuch, in welchem meine gesamte, auch spätere Philosophie bereits vorangelegt ist. Die Systematik vom (Da-) Sein - mit den Dimensionen vom (Da-) Sein, vom Leben, vom Glauben, vom Denken und vom Handeln - ist hier ausführlich dargelegt. Sie bildet das Grundgerüst meiner Philosophie. Dazu gibt es in diesem Buch die breiteste Gedankenübersicht zu anderen Themen, wenngleich einiges später noch etwas besser und reifer ausgearbeitet wurde*. Die bearbeiteten Themen umfassen u.a. die Bereiche der Philosophie, Theologie, Psychologie, Physik, Mathematik, Biologie, Soziologie, Ökonomie, Esoterik, Astrologie. [612 Seiten.]

* Meine Philosophie entspricht ja nicht - wie es in der heutigen spezialisierten Philosophie eigentlich üblich ist - einer Bücherreihe zu verschiedenen Spezialthemen, sondern einer fortwährenden Weiterentwicklung einer generalisierten Philosophie (und daher habe ich auch in jedem Buch eine übersichtsmässige Zusammenfassung gegeben vom aktuellen Stand meiner [Gesamt-] Philosophie [so wie ich das auch auf dieser Webseite tue]).

Politika 2000+ (2016). In diesem Buch gebe ich Anregungen für die (Schweizer) Politik, anhand eines 13-Punkte-Programms (welches ursprünglich als Parteiprogramm für eine neue Partei gedacht war, welche dann aber nicht gegründet wurde [stattdessen flossen die entsprechenden Ideen in dieses Buch ein]). Zentrale Punkte sind etwa: EU-Beitritt mit Sonderstatus (zum Schutz der Direkten Demokratie), Allgemeine Anerkennung der Sozialen Marktwirtschaft - evtl. mit einer Festlegung des Begriffs in der Bundesverfassung als offizielle Bezeichnung der Wirtschaftsordnung - oder Wahl- und Stimmpflicht für Schweizer sowie Wahl- und Stimmrecht für Ausländer. [124 Seiten.]

Vom Sein, vom Wahren und vom Guten (2017). In diesem Buch, welches als mein Hauptwerk deklariert ist, gebe ich einen Überblick über meine Gedanken zur Philosophie, Religion und Wissenschaft. Mit einer Verfeinerung meiner Systematik vom (Da-) Sein (sowie weiteren philosophischen Überlegungen zur Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik und Politik), einer Maitreya- und Alpha-Rezeption in der Weltreligion sowie meinen Postulaten von der Soziologie als Führerin der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Ökologie als Führerin der Natur-, Technik- und Ökowissenschaften. Meine Philosophie zielt damit letztlich auf eine soziologische und ökologische Ausrichtung in den Wissenschaften. [144 Seiten.]

Geschichte der Philosophie (2018). In diesem Buch liefere ich eine Darstellung der Philosophiegeschichte - von der Ur-Idee bis zum Welt-All. Dazwischen liegt ein weites Feld der Menschheits-, Kultur- und Ideen-geschichte, oder eben: die Philosophiegeschichte (inkl. Religion und Wissenschaft), gegliedert in die Zeitepochen der Antike, des Mittelalters (Christentum), der Neuzeit (Wissenschaft, 17./ 18. Jh.) sowie deren Moderne: Moderne I (Aufklärung/Liberalismus, 18./19. Jh.), Moderne II (Sozialismus, 19./20. Jh.), Moderne III (oder: Spätmoderne, Existentialismus, 20./21. Jh.). Angeführt ist eine Tafel zu den Philosophen nach Richtungen. [288 Seiten.]




Hier finden sich die entsprechenden Passagen der Kernpunkte meiner Philosophie (siehe: hochgestellte Zahlen im obigen Text) in meinen Büchern. 1 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.3-3.6 u. 3.8, S. 71-87 u. 92-101. 2 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 1.3, S. 33 u. 34. 3 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 1.2, S. 21-29. 4 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.9, S. 101. 5 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 3.1, S. 118. 6 Politika 2000+, 5.[0], S. 108; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 5.[0], S. 59. 7 Postmoderne Ontologie, Kap. 3,2, S. 65. 8 Postmoderne Ontologie, Kap. 3,2, S. 71. 9 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 3.3, S. 128. 10 Postmoderne Ontologie, Kap. 2.1 u. 2.2., S. 38 u. 39. 11 Geschichte der Philosophie, Kap. 7.[0], S. 276. 12 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.3, S. 72. 13 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.3, S. 72 u. 73. 14 Postmoderne Ontologie, Kap. 3.4, S. 76; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 1.4, S. 55. 15 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.2, S. 91. 16 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.2, S. 92. 17 Postmoderne Ontologie, Kap. 12.3, S. 446-459; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.1, S. 85-88. 18 Politika 2000+, Kap. 2.2, S. 35-37. 19 Politika 2000+, Kap. 3.4, S. 68 u. 69. 20 Politika 2000+, Kap. 3.7, S. 71 u. 72. 21 Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 3.3, S. 139 u. 140. 22 Geschichte der Philosophie, Inhaltsverzeichnis, S. 5-6. 23 Postmoderne Ontologie, Kap. 11.4, S. 404-411; Vom Sein, vom Wahren und vom Guten, Kap. 2.2, S. 93-95. 24 Geschichte der Philosophie, Kap. 6, S. 255-273.

Da ich in meinen Büchern jeweils auch eine aktuelle Zusammenfassung meiner Philosophie gemacht habe, finden sich die Ansätze teils in verschiedenen Büchern - ich habe hier jeweils die Ersterwähnung und/oder die eigentliche oder bedeutendste Erwähnung angegeben (wo mir zwei Erwähnungen gleich relevant erscheinen, habe ich beide angegeben). Die Angaben zu meinem zweiten Buch "Politika 2000+" beziehen sich auf die 2. Auflage - die erste war leider fehlerhaft korrigiert, und ich betrachte diese daher als nicht relevant. Natürlich findet sich in meinen Büchern noch sehr viel mehr, was für den Leser je nach Interesse interessanter oder weniger interessant ist - dies ist eine Auflistung meiner vielleicht bedeutendsten Ideen. Es würde zu weit führen, hier eine ausführlichere Aufstellung zu geben - dies genügt als kleine Übersicht über meine Philosophie. Das Meiste vom Diversen findet sich in meinem ersten Buch. Eine Darstellung der Philosophiegeschichte findet sich in meinem vierten Buch "Geschichte der Philosophie" (in diesem Buch findet sich auch eine Tafel der Philosophen nach Richtungen - dies ist der erste Versuch, eine allgemeingültige Ordnung in die Philosophiegeschichte zu bringen bzw. eine Art Klassifizierung der Philosophie).


In meinem nächsten Buch wird es um Spiel, Ernst und Wissenschaft gehen, d.h. v.a. um Spielphilosophie und Wissenschaftstheorie. Da wird sicher der eine oder andere interessante neue Punkt in meiner Übersicht noch dazu kommen. Vielleicht wird dies mein letztes philosophisches Buch werden - es ist fast wie bei einem Marathonläufer: das denke ich eigentlich bei jedem Buch (schon vor dem ersten Buch übrigens, denn ureigentlich wollte ich bloss ein philosophisches Buch schreiben), und doch ist immer wieder etwas Neues dazugekommen, aber das nächste Buch könnte nun wirklich der Abschluss meiner philosophischen Publikationstätigkeit in der Art und Weise sein, wie ich dies in den letzten Jahren praktiziert habe. Das heisst nicht, dass ich in Zukunft keine Bücher mehr publizieren werde, aber dass es vermutlich eine grössere Pause geben wird, und dass weitere Bücher, falls es sie geben wird, von einer anderen Art sein werden. Ich habe meine publizistische Philosophie bzw. meine Philosophiepublikation eigentlich immer als ein zeitlich beschränktes Projekt betrachtet, welches ich irgendwann einmal abschliessen können möchte, und auf welches ich irgendwann einmal zurückschauen können möchte. Ob das wirklich gelingen kann, das steht in den Sternen geschrieben (be humble for you are made of earth, but be noble for you are made of stars [whatever gods there may be]*).

* Ich habe diesen Satz erstmals beim Youtube-Philosophen Jason Silva gehört, hierzu aber eine interessante weiterreichende Erklärung gefunden. (Letztlich kann man wohl nicht so genau sagen, woher das alles genau kommt, aber es ist doch interessant zu sehen, wie sich solche Dinge aufbauen - von dem her gesehen, was man weiss, und das ist ja meistens nur die Spitze eines Eisbergs.)


Die kürzeste Zusammenfassung meiner Philosophie. Kulturbereiche: Religion/Esoterik, Philosophie/Politik, Wissenschaft/Ökonomie und Kunst/Spiel (sowie Medien als Fluidum und [politisch begründete] Jurisprudenz als [gesellschaftliche] Grundlage). Philosophiedisziplinen: Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik, Politik. Metaphysik: (Da-) Sein als Urgrund. Systematik bestimmt Logik, Politik bestimmt Ethik*. (Philosophisches Schichten-) System: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln (sowie Gut-Handeln und Nicht-Handeln). Politik: Sozial-liberal (Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit in liberaler Wirtschaft und demokratischer Gesellschaft). Mensch: Körper, Seele, Geist.

* Diese zwei Sätze muss ich kommentieren. Viele Esoteriker gehen vom Gegenteil aus: dass die Ethik die Politik bestimmen soll bzw. dass eine Weltverbesserung nur dann erreicht werden kann, wenn sich zuerst der einzelne Mensch bei und an sich selber verbessert. Dies hat es leider in einem Massenphänomen bisher in der Geschichte noch nie gegeben - und ich glaube, dass wir auch in Zukunft vergebens darauf warten werden. Wenn einzelne Menschen einen (positiven) esoterischen und/oder ethischen Weg gehen, dann ist das durchaus begrüssenswert, die Politik hat natürlich aber eine viel grössere Wirkkraft - leider aber auch viel grösseres Manipulations- und Korruptionspotenzial. Normalerweise hat die Politik eigentlich gar kein Interesse an einer Verbesserung des Menschen, sondern es geht ihr letztlich um die Erreichung und Erhaltung der politischen Macht und um das Durchbringen der eigenen politischen Agenda. So hat etwa der realexistierende Kommunismus trotz einer interessanten Ideologie leider keine Menschenverbesserung erreicht. Demgegenüber zielte aber die bürgerliche Revolution mit ihrem Credo von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit - wie wir heute präzisieren müssen - im 18. Jahrhundert durchaus auf menschliche Grundwerte und eine direkte Verbesserung des einzelnen Menschen! Ich meine daher, dass wir immer noch und immer wieder an diesem Punkt anknüpfen können. Es braucht auch keine neue Revolution, sondern: die alte ist gut genug, sie muss nur besser umgesetzt werden! Ich muss also, als Kompromiss zwischen den beiden Ansichten, eine Politik fordern, welche auf eine direkte Verbesserung der Menschen zielt. Ähnlich ist es mit der Logik und der Systematik. Wenn ich die Logik durch die Systematik ausdrücken will, dann muss ich ein logisches System haben, und dies aufzustellen, war auch durchaus in meinem Sinn, natürlich. In der Kombination von beiden Überlegungen liegt mein Programm zur Welt- und Menschenverbesserung also in diesen Begriffen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln (inkl. Gut-Handeln und Nicht-Handeln), Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit. Wenn wir immer wieder über diese Begriffe nachdenken, können wir - nach meiner Ansicht - die Welt und den Menschen verbessern. Ich sehe diese Begriffe also (auch) als Meditationsgrundlage für die Verbesserung des Menschen und der Welt.


Ontologie und Postmoderne: Gedanken, Probleme, Lösungen. Das Programm meiner Philosophie ist durch all die Jahre gleichsam jenes von einer 'Postmodernen Ontologie' (vgl. erster Buchtitel) geblieben. Auf diese beiden Begriffe bin ich anfangs eigentlich eher intuitiv gekommen (schon gar nicht ist mir bewusst gewesen, dass ich damit just die Schlagworte der deutschen und der französischen Philosophie im 20. Jahrhundert verwendet und zusammengebracht habe). Die tiefere Bedeutung dieser Formel liegt in einer Unzufriedenheit mit der kulturkritischen bis nihilistischen Philosophie der Kritizisten (Kritische Theorie), der Existentialisten und der Poststrukturalisten. Ich habe mich als philosophischer Generalist mit einer vielfältigen, breiten Lektüre anfangs gar nicht allzu tief und speziell und eigentlich eher minimal mit den philosophischen Wurzeln dieser beiden Begriffe beschäftigt (dies kam eigentlich erst später - und daher spreche ich von einer philosophischen Intuition [ich bin auch gerade dabei, die theoretischen Kenntnisse in diesem Bereich durch neuere Studien [etwa von Flusser, Welsch, Lyotard, Zimmermann und Hartmann] zu ergänzen [meine Einschätzungen dazu werden folgen; bisher habe ich nichts gesehen, was meine eigenen Überlegungen widerlegen würde, vielmehr scheine ich eben eher intuitiv die richtigen Ansätze für die Lösung der Probleme in diesen Bereichen gefunden zu haben, welche ich dann durch Nachdenken vertieft habe]). Ich habe quasi die Ontologie nicht gewusst, sondern gefühlt und den Postmodernismus gespürt. Auf einer generalistischen Grundlage also machte ich mich - ziemlich unvoreingenommen - ans Werk eines eigenen philosophischen Systems, welches schliesslich vom (Da-) Sein ausgehend, durch das Leben das Glauben vermitteln und durch das (Nach-) Denken das Handeln (sowie Gut-Handeln und Nicht-Handeln) bestimmen sollte. Unter der Postmoderne verstehe ich die Überwindung der Moderne, also der Zeit des ständig und immer rascher sich wandelnden Modus vom Dasein, durch neue Gewissheiten, welche eine postmoderne Zeit begründen können. Ich gehöre damit zu denjenigen Philosophen, welche im Begriff der Postmoderne keinen negativen, sondern einen positiven Begriff sehen. Im Vordergrund der postmodernen Idee steht (auch [siehe Welsch*]) bei mir die Vielfalt und deren Ambivalenz (d.h. Vieldeutigkeit: von der Unterstützung und Betonung des vielfältigen und multifunktionalen Parteiensystems in einer gesamtpolitischen Sichtweise - natürlich bin ich nicht der Meinung, dass dieses System optimal genutzt wird, aber es besteht immerhin - bis zur Ansicht von einer zusammenhängenden Weltreligion [siehe auch: Morris - ich habe diesen Begriff unabhängig von ihm erarbeitet]; das Alte verwerfe ich nicht, sondern ich integriere es - die Idee vom Integralen [siehe: Aurobindo, Gebser, aber auch etwa Hartmann] ist ebenfalls ein bedeutender Faktor in meiner Philosophie). [Im Winter 2020.]

* Bei Welsch wird die ganze Verwirrung bezüglich der zeitlichen Einordnung der Postmoderne deutlich. So gut er im Allgemeinen darin ist, die Inhalte der Postmoderne zu erklären** und die Geschichte der postmodernen Philosophie aufzuzeigen, so schlecht ist er in der zeitlichen Bestimmung. Er sagt ausdrücklich, die Postmoderne sei nicht nach-modern, sondern radikal-modern. Das ist falsch: radikal-modern ist die heutige Spätmoderne, die Postmoderne jedoch ist postmodern, also nach-modern (Konfuzius meinte, der Philosoph solle die Begriffe richtig verwenden - die Postmoderne kann nicht anders sein als post-modern; alle sinnlosen Verkomplizierungen dieses einfachen Begriffs sind absolut unnötig). Die Postmodernisten siedeln die Postmoderne in der heutigen Zeit an, ich siedle sie in einer zukünftigen Zeit an, wiewohl wir die Vorboten dieser Zeit heute schon einsehen können. Beim Begriff der Moderne - in der Auffassung von einem Zeitalter der Moderne - spielt es wiederum keine Rolle, seit wann dieser Begriff eine Rolle spielte, sondern seit wann er ein ganzes Zeitalter prägte, und das war der Fall, als die Freiheitlichkeit aufkam, also in der Zeit der Aufklärung. In dieser Zeit wurde die Freiheitlichkeit zur Moderne begründet (inkl. ihrem Hang zur Beliebigkeit). Der Hinweis darauf, dass Hegel schon bei Descartes den Anfang der modernen Philosophie gesehen hat (und somit in diesem ganzen Begriffswirrwarr mitgemacht hat [wie wir es in der Philosophie nicht selten auch etwa sehen bei der Differenzierung von Begriffen wie Seele und Geist oder Verstand und Vernunft]), ist unnütz. Hegel hat sich in diesem Punkt geirrt: Descartes liegt am Beginn der Neuzeit, nicht von deren Moderne. Dass Descartes Konzeption diese Freiheitlichkeit der Moderne eben noch nicht enthielt, beschreibt Flusser sehr schön und immer wieder, indem er betont, wie abhängig das radikale Subjekt von Descartes von den ihm gegenüberstehenden Objekten ist (kein Subjekt, ohne die Bedingungen durch die Objekte - das wissenschaftliche Forschersubjekt der frühen Neuzeit ist nicht frei zu forschen oder nicht zu forschen, es muss forschen: es wird quasi von den [unerforschten] Objekten dazu gezwungen [ja: die Wissenschaft gehört in diesem Stadium zu den grössten, bedeutendsten und unumgänglichsten Zwängen, welche die Menschheit [oder Flusser würde in seinem eigenwilligen und manchmal etwas despektierlichen Jargon vielleicht sagen: die (von den Urwaldbäumen) heruntergekommene, sich zur technischen und artifiziellen oder synthetischen (künstlichen) Intelligenz aufrichtende Affenheit***] je erlebt hat - aus diesem szientifistischen Imperativ heraus erklärt sich auch die ganze phänomenale Dynamik der neuzeitlichen Wissenschaft]).

** Vielheit, aber nicht ohne Ganzheit (meine Ergänzung: und nicht ohne Wahrheit), Aufnehmen von Tradition im Modus der Verwandlung (nicht blosse Konservierung - da kann ich voll zustimmen).

*** In dieser Formulierung wird deutlich, dass die alte Conditio Humana von Mirandola (Tier-Mensch-Gott) aufgehoben ist, und dass es eine neue szientifistische oder transhumanistische Conditio Humana gibt (Tier-Mensch-Maschine/Computer - nach Aristoteles sogar: Pflanze/Tier-Mensch-Maschine/Computer). Die neue hebt jedoch die alte nicht auf, sondern überformt sie nur. Das heisst: realiter gibt es jetzt zwei menschliche Konditionsformeln - vielleicht ist deswegen auch, auf einer gewissen Spitze des Szientifismus, die Rede auch vom '21st Century Schizoid Man' (King Crimson - das ist eine Musikgruppe vom Progressive Rock). Mit dieser und anderen Ambivalenzen werden wir in Zukunft leben müssen. Die beiden Formeln können leider nicht zur Deckung gebracht werden. Wir können wohl sagen, dass die alte Gottesformel eigentlich stärker ist (weil die Maschinen letztlich nur etwas sind, was der Mensch selber erschaffen hat - das heisst: sie liegen eigentlich auf der Verantwortungsebene des Menschen), die Maschinenformel ist dagegen aber neuer und aktueller. Und so haben eben heute und bis auf Weiteres beide Formeln ihre Wirkung und Bedeutung. Rein theoretische könnte man ein Kreuz (+) machen, mit einer (vertikalen) Achse Pflanze/Tier-Mensch-Gott/All und einer (horizontalen) Achse mit Buddha/Christus-Mensch-Maschine/Computer - aber das wäre wohl zu komplex für die Meisten und würde vermutlich auch verschiedenste Widerreden hervorrufen (selbst und gerade auch dann, wenn dieses Kreuz beliebig dreh- und wendbar wäre), so dass wir es zurzeit eben bei den zwei erwähnten Formeln - und deren Ambivalenz - belassen müssen. (Ich arbeite in meiner Philosophie viel - und immer wieder - mit solchen Modellen und Formeln.)

Anmerkung/Ferner - vom Relativen und vom Absoluten. Wenn Welsch (u.a.*) sagt, die postmoderne Philosophie sei (nur und alleine) pluralistisch aufzufassen und mit jeglicher Einheit sei es aus, so ist das falsch. Sie vertritt vielmehr eine Vielfalt in der Einheit oder eine Einfalt in der Vielheit (d.h. das Eine ist relativiert im Vielen/Ganzen, aber nicht etwa aufgehoben [wie man denken könnte etwa bei gewissen Aussagen von Welsch] - die Einheit ist und bleibt ein Modus im Vielen/Ganzen [und jegliche Versuche, in der postmodernen Philosophie eine wahrheitsfeindliche und/oder skeptizistische Wahrheit zu begründen, ist zum Scheitern verurteilt]). 'Alles ist relativ', bedeutet ja paradoxerweise auch, dass das Relative absolut ist bzw. eben dass das Absolute im Relativen enthalten ist, oder sogar: dass dieser Satz relativistisch wie absolutistisch aufgefasst werden kann - Welsch spricht sogar auch von einem Absolutismus der Moderne - und daher auch keines von beidem ist. Kues sprach vom Zusammenfall des Entgegengesetzten - das sind Wahrheiten, die sich nur in tiefster Mystik und/oder konzentriertestem Nachdenken erschliessen; dies ist die Art von neuen Gewissheiten, welche die Postmoderne mit sich bringt [wie den Wahrheitsverächtern gesagt sei: dass eben, wenn - nach umgekehrter skeptizistischer Auffassung (nichts ist wahr -> alles ist wahr) - alles wahr ist, auch das Wahre wahr ist (und bleibt), gleich argumentiert: wenn alles behauptet werden kann (in der Zeit von Pimped & Faked News/Infos), wie im reinen Skeptizismus, wo nichts wahr ist, dann kann auch die Wahrheit behauptet werden (unter allem anderen - wie gut sie dann noch ersichtlich und erkenntlich ist, das ist eine ganz andere Frage, die sich aber eigentlich immer schon gestellt hat; so etwa, wenn die Unwahrheit mit Macht behauptet wird, wie es oft der Fall gewesen ist in der Geschichte der Menschheit)]).

* Es entspricht einem häufigen Irrtum der Postmodernisten des 20. Jahrhunderts - wie überhaupt aller Futuristen jeglicher Art immer wieder - dass sie glaubten, mit dem Kommen des Neuen würde gleichzeitig das Alte verschwinden. Aber das ist nicht der Weltenlauf (selbst bei der Französischen Bürgerrevolution war es nicht so). Das Neue drängt sich zwar in den Vordergrund, aber das Alte verschwindet deswegen nicht. Die Postmodernisten des 20. Jahrhunderts waren in dem Sinn Futuristen, dass sie von einer eigentlich zukünftigen Zeit sprachen - sie versetzten jedoch diese Zeit durch ihre falsche Zeitanalyse in die Gegenwart (der Sp¨tmoderne). So sprachen sie auch von der Vielheit, die sich in der Moderne schon aufgebaut hat, und die sich in der Spätmoderne quasi überschlägt, wo wir vor lauter Vielheit fast die übersicht verlieren. Sie sprachen aber nicht von den neuen Gewissheiten, die sich in der Postmoderne ergeben. Das heisst: sie sprachen von der Postmoderne, aber über die Spätmoderne.

Anmerkung/Ferner - von der Vielfalt und der Einfalt. Die postmoderne Vielheit ist nicht unproblematisch. Erklärt sei dies an der heutigen Parteienvielfalt. Als Philosoph kann ich sagen - und das tue ich auch - dass ich jeweils nach dem Bedürfnis bzw. aus der Situation des Systems heraus wähle. Ich kann also eine einzelne Parteien unter den vielen wählen, weil ich glaube, dass diese Wahl für das System am Nützlichsten ist. Dies kann ich aber nur tun, weil es Leute gibt, die sich für die einzelne Partei einsetzen, die also parteiisch und in einem gewissen Sinn egoistisch und fast sogar absolutistisch denken. Denn würden sie das nicht tun, dann würde es die Vielfalt der Parteien gar nicht geben. Ich muss also froh sein, dass es Leute gibt, die prim&aum;r an das Einzelne denken und sich für dieses einsetzen - und nicht primär an das Ganze. Die Demokratie braucht Leute, welche sich praktisch und parteipolitisch für sie einsetzen (ich sage immer, die Parteipolitiker sollten zuerst Demokraten sein und dann erst Parteipolitiker - das ist in einem gewissen Sinn richtig und intelligent, aber auch dieser Satz hat seine Grenzen [weil es eben auch wichtig und bedeutend ist, dass sich die einzelnen Parteien und damit die einzelnen politischen Argumente behaupten können]). Und wenn also der Postmodernist die Einfalt verleugnet, dann stellt er damit gleichzeitig auch die Vielfalt in Frage. So einfach ist die Sache halt nicht, dass man nur relativistisch und/oder pluralistisch denken könnte (daher habe ich auch gesprochen von der Relativierung des Relativismus [das ist der Untertitel meines ersten Buches zur Postmodernen Ontologie] - wir werden hier auch vom rein Pluralistischen [wieder] an das Systemische [zurück-] verwiesen, welches bessere und vertieftere Einsichten bringt [daher plädiere ich für ein systemisches Denken, gegenüber einem rein pluralistischen und/oder relativistischen Denken; die Vielfalt ist ohne das Einzelne nicht denkbar, und das Einzelne macht ohne die Vielfalt keinen Sinn im Ganzen - ganz konkret: das Liberale macht nur dann Sinn, wenn auch jemand an das Soziale denkt (eine Erfahrung des 19. Jahrhunderts), und umgekehrt (notabene!, eine Erfahrung des 20. Jahrhunderts), es braucht immer beides, und daran kann man auch bei künftigen Neubegründungen schon einmal denken, ohne immer wieder ins gleiche Desaster hineinzukommen, in der Übertreibung zuerst vom Einen und dann auch noch von dessen Gegenteil, mit Problemen, welche die Menschheit Jahrhunderte lang beschäftigen]). Und natürlich: wenn man relativistisch denkt, dann muss man auch möglichst alle Positionen gleichermassen akzeptieren - das ist bei den sogenannten Postmodernisten des 20. Jahrhunderts jedoch nicht der Fall. Sie hatten teils grosse Vorurteile, z.B. gegenüber der Religion (dies ist typisch für die Moderne - siehe Voltaire - nicht so aber für den Beginn der Neuzeit, obwohl oft gesagt wird, dass die Wissenschaft den modernen Atheismus gebracht habe: Descartes, Leibniz und Newton waren keine Atheisten; es gab zwar vielleicht einen Anflug von Religionskritik, aber sicher keinen eindeutigen Atheismus [auf dem Weg zur Postmoderne stellen wir dagegen ebenso typisch einen Neuen Atheismus fest wie auch eine Neue Religiosität, dies wiederum in einer ebenso typischen Vielfalt, von den klassischen Religionen über die Esoterik bis zur Fantasy]).

Sein und Dasein. Eine offene Frage war in meiner Ontologie noch, wie ich mich in der Seinsbegründung zu Hartmann stelle. Ich habe immer vom Sein an und für sich gesprochen, welches von einem Äther aus ins raumzeitliche Dasein geschöpft wird. Hartmann macht die Unterscheidung vom idealen (und möglichen) und dem realen (und wirklichen) Sein. Kann ich mich dem anschliessen (obwohl ich mich bisher ein bisschen dagegen gesträubt habe - weil dies für mich einer Verlagerung des Seins in ein Jenseits entspricht)? Was ist das Dasein ohne Da bzw. Hier und Jetzt? Es ist (in einem gewissen Sinn*) ein unwirkliches Sein, da Wirklichkeit die Raumzeit voraussetzt. Und so gesehen, kann man durchaus von einem idealen bzw. möglichen Sein sprechen, in einer Art (platonisch-) ideellem Jenseits. Für mich stehen aber das Jenseits und das Diesseits in einer klaren Verbindung (diese heisst: Schöpfung, nicht nur als Ur-Schöpfung, sondern als immer wieder stattfindenden Schöpfungen und Erschöpfungen - durch die Schöpfung ist das Mögliche klar mit dem Wirklichen verbunden [ich würde nie die Welt in zwei vollkommen verschiedene Welten trennen, sondern ich bin ein Anhänger der One-World-Theorie (sozusagen - eine Welt mit verschiedenen Dimensionen und vielen Aspekten)]). So gesehen kann ich Hartmann in diesem Punkt bestätigen, auch wenn ich im Aufbau des realen Seins andere Dimensionen und Schwerpunkte gewählt habe, die mir richtiger und gründlicher erschienen sind. Trotzdem ist Hartmann für mich einer der bedeutendsten und wertvollsten Philosophen der Neuzeit und ihrer Moderne** - und einer der meistunterschätztesten auch. Dass das Möglich auch bereits dem Seienden entspricht, ist dagegen klar, denn es ist ja - nicht als Wirkliches, sondern als Mögliches (gleich wie die Null und das Nichts als solche sind, während das Nicht-Seiende nicht ist [nach Parmenides - man kann sich das wie eine Division durch Null vorstellen, welche in der Mathematik nicht defniert ist: das Nicht-Seiende ist weder in der Idealität noch in der Realität irgendwie definierbar oder vorstellbar]). Die meisten Weltmodelle der Philosophie bleiben im Denken und im Geist stecken, meines berücksichtigt sowohl das Handeln nach dem Denken, wie auch das Glauben vor dem Denken. Manchen mag das alles viel zu viel Gewörtel und Gedeutel sein, aber das ist halt eben die Philosophie: die Phänomene der Welt so daruzustellen, dass sie begreifbar werden (und dazu braucht man Wörter und Deutungen - für diejenigen, die sich durch das ganze Gewörtel und Gedeutel der Vergangenheit durchkämpfen wollen, oder dass sie dies dann eben nicht mehr tun müssen [entweder weil sie meinen Ausführungen etwas abgewinnen können, und/oder weil sie zur Einsicht kommen, dass ein solches Unterfangen viel zu komplex ist, um überhaupt schon nur damit anzufangen - sela (will heissen: damit wäre ja auch schon etwas erreicht und/oder gerettet***)]).

* Diese Einschränkung folgt aus dem Satz des Parmenides, wonach es kein Nichtseiendes gibt, sondern nur Seiendes. Dies bedeutet, dass auch das Gewesene nur ein Seiendes ist und bleibt. Es gibt also nicht nur kein Nichtseiendes, sondern auch kein Nichtmehrseiendes. Oder wie ich es formuliere: was einmal war, wird immer (gewesen) sein (und in diesem Sinn, aber nur in diesem Sinn, auch immer weiter wirkend [darauf kann man die ganze Karmalehre begründen übrigens]).

** Wer sich kurz über Hartmanns Philosophie informieren möchte, dem empfehle ich: "Nicolai Hartmann - Zur Einführung" von Martin Morgenstern, in der empfehlenswerten Einführungsreihe vom Junius-Verlag (die Reihe gehört für mich zu den wertvollsten Reihen überhaupt, zusammen mit der 50-Klassiker-Reihe vom Gerstenberg-Verlag und der dtv-Atlas-Reihe).

*** Natürlich nur ein kleiner Witz. Man kann sich auch einfach ins Netz der Philosophie reinhängen und sich davon inspirieren lassen. Es kommt immer auf die Ambitionen an, die man hat. Bei mir waren sie sehr aktiv und auch ziemlich hoch - das kann ich nicht unbedingt weiterempfehlen.

Dass ein Wirtschaftsstudent - und erst noch einer, welcher im Gymnasium nur ein mittelmässiger bis eher schlechter Schüler war, der sich viel lieber auf Fussballplätzen und in Spielsalons aufhielt (inkl. Klassenwiederholung) - sich nach dem Abbruch seines Studiums nicht immerhin noch einen gut bezahlten Wirtschaftsjob schnappt, sondern beginnt, sich mit Philosophie zu beschäftigen, ist selten. Dass er dies dann 25 Jahre lang durchzieht, ist noch sehr viel seltener. Mit anderen Worten: das ist sehr aussergewöhnlich (und es ist auch nicht einfach, sondern sehr schwierig, denn das Verständnis der Leute für so etwas in der spätmodernen Wirtschafts- und Spassgesellschaft ist an einem kleinen Ort, die Gesellschaft ist am Anfang des 21. Jahhrhunderts und dritten Jahrtausends in solchen und anderen Dingen noch immer vollkommen rückständig wie eh und je, keinerlei fortschrittlich oder irgendwie modern, gar nichts solches, man wird zwangsläufig zum Aussenseiter, auch wenn man versucht, irgendwie dabei zu bleiben [ich beklage mich jedoch nicht darüber, sondern gehe meinen Weg trotzdem weiter, manchmal ist meine Philosophie ein innerer und äusserer Kampf gewesen, immer war sie ein mit sehr viel Arbeit und Anstrengung verbundenes grosses Abenteuer - es waren, sind und bleiben meine Entscheidungen, auch wenn ich nicht weiss, wenn ich diesen Weg anschaue, wie sie anders hätten ausfallen können*]). Es ist überhaupt sehr selten, dass sich jemand so intensiv mit Philosophie beschäftigt (und autodidaktisch alle alten Klassiker** liest [was heute kaum ein studierter Philosoph noch tut, notabene]), der nicht mindestens ein Studium abgeschlossen hat. Dass ein Studierter aus einer anderen Richtung zum Philosophen wird und/oder der Philosophie zugerechnet wird, ist nicht selten, aber bekanntere Philosophen, die kein Studium abgeschlossen haben, gibt es nur wenige in der Philosophiegeschichte der Neuzeit: Spinoza, Voltaire, Rousseau, Mill - allzu viel mehr Namen dazu gibt es nicht. Philosophen sind also heute meist Philosophiestudierte oder sonst Studierte. Dass jemand es wagt, quasi, sich auf Augenhöhe in diesen Kreis hinein zu begeben und sich als Philosoph zu bezeichnen, ist ungewöhnlich. Jedoch ist dies mein Weg, an welchem ich von dem Moment an, wo ich ihn betreten habe, nicht mehr gezweifelt habe. Ich bin auch sehr zufrieden mit dem, was ich in der Philosophie erreicht habe, und ich finde, es ist ein wichtiger und bedeutender Beitrag für die Philosophie der Zukunft.

* So einfach, wie es vielleicht erscheinen mag, ist das natürlich alles nicht verlaufen, sondern einigermassen komplex. Das kann ich jedoch hier nicht im Gesamten schildern. (Vielleicht gibt es irgendwann eine Biografie von mir, in welcher ich alles ein bisschen genauer erklären kann - das steht aber noch in den Sternen [und eigentlich geht es nicht um meine Person, sondern um meine Philosophie].)

** Natürlich nicht alle, aber einige - darunter etwa die Hauptwerke von Adorno, Aristoteles, Augustinus, Bacon, Bloch, Boethius, Böhme, Camus, Capra, Descartes, Epikur, Feuerbach, Fichte, Flusser, Gebser, Groos, Hartmann***, Hegel, Heidegger, Heraklit, Hobbes, Hume, Jonas, Kant, Kierkegaard, Konfuzius, Laotse, Leibniz, Locke, Lyotard, Marx, Mill, Mirandola, Morus, Nietzsche, Parmenides, Platon, Roderick, Rousseau, Sartre, Schelling, Schopenhauer, Spinoza, Steiner, Thomas von Aquino, Voltaire, Wittgenstein, Wolff (sowie auch viele Bücher zur Philosophiegeschichte und die bedeutendsten Grundbücher der bedeutendsten Religionen [Bibel, Koran, Bhagadvadgita, Reden des Buddha] - angegeben sind hier nur die Hauptwerke der bedeutendsten Philosophen [sowie ein paar persönlicher Favoriten]). Ich gehöre zu den letzten reinen Bücherphilosophen und zu den ersten Internetphilosophen - als ich angefangen habe, mich mit Philosophie zu beschäftigen, war es noch klar, dass das alles nur über die Bücher läuft (das ist heute nicht mehr unbedingt so, aber das hat ich dazu gezwungen all die alten Klassiker zu lesen).

*** Das steht noch aus (u.a.), aber wenn ich Zeit habe, werde ich mich auf jeden Fall noch mit Hartmanns Hauptwerk befassen (Ontologie - in vier Bänden; auch eine ziemlich happige Geschichte [mal schauen, ob ich solch happige Brocken auch im fortgeschrittenen Alter noch schaffe (oder vielleicht dann im erst wirklich fortgeschrittenen Alter wieder; derzeit habe ich die Lektüre ziemlich heruntergedrosselt, nachdem ich mich anfangs mit philosophischer Lektüre überhäuft habe)]).


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