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Artikel: Coronapandemie.

Hinweis: Wo und wann hat die Coronakrise angefangen? Wie hat sich die intellektuelle Diskussion dazu entwickelt? Warum ist es zu Coronaprotesten gekommen? Was sollen wir tun in der Coronakrise? Wird uns diese Krise viel länger beschäftigen, als wir vielleicht denken? Auf alle diese Fragen gibt es Antworten im Artikel.

Begriffe und Fakten: Corona = Virusfamilie (Coronaviridae), COVID-19 = Krankheit (Corona Virus Disease 2019, inkl. SARS-CoV[-1], MERS-CoV, SARS-CoV-2), SARS-CoV-2 = Virus (SevereAcuteRespiratorySyndrome CoronaVirus type 2). Erstes Auftreten: China (Mitte Dezember 2019 [erste Meldungen in den Nachrichten am 31.12.2019]), in Europa (nach Meldungen in den Nachrichten): Frankreich (25.1.2020 [an WHO gemeldet am 24.1.]), Italien (28.1.2020 [erster Fall jedoch eigentlich bereits im November 2019?*]), Deutschland (28.1.2020), Grossbritannien (29.1.), Spanien (31.1.) - ferner: Österreich und Schweiz (je 25.2.2020). Bedeutendste Mutationen bzw. Mutanten: Britische Variante (Dez. 2020), Südafrikanische Variante (Dez. 2020), Brasilianische Variante (Jan. 2021). [Fall- und Todeszahlen aller Länder nach WHO.]

* Wenn das nicht Fake News ist, bedeutet dies, dass entweder der weltweit erste Fall in Italien stattgefunden hat (es gibt bedeutende geschäftliche Verbindungen zwischen China und Italien - daher war auch der erste Fall Europas in Italien [wie man annimmt]), oder dass Pandemie früher als vermutet in China aufgetreten ist. (Wie sicher diese Quelle ist, das weiss ich nicht.)

Das Aufkommen vom Coronavirus in Europa war ein einigermassen grosser Schock, da die Europäer und Westler nicht damit rechneten, dass Pandemien bei ihnen - d.h. bei ihrem grossen technischen Know-How - überhaupt noch auftreten könnten (Masken tragen, hatten wir hier anfangs dieser Pandemie noch das Gefühl: das tun doch eigentlich nur die Chinesen und Asiaten, oder?, wir doch nicht [siehe: Kontroverse zum Maskentragen (am Beginn der Pandemie)]: diese Meinung hat sich aber sehr rasch verändert). Bill Gates hatte 2015 in einem TED-Talk mit dem Titel "We're Not Ready" vor einer weltweiten Pandemie gewarnt (obwohl Gates als so etwas wie ein stinkreicher Ur-Nerd gilt, ist dieser Talk im Rückblick mehr als nur interessant - aber interessant ist natürlich auch, dass die heutigen globalen Probleme - wie Pandemien und Ökologie - auch die Reichen interessieren [im Gegenteil zu der früheren sozialen Thematik]). Im Jahr 2017 kam der wichtige Dokumentarfilm "Unseen Enemy" heraus, welcher u.a. auch den ökologische Faktor der Pandemie erklärt. Der chinesische Virologe und Immunologe George Gao sagt hier: «Wenn wir den Neu- und Wiederausbruch von Viren verhindern wollen sind drei Dinge wichtig: eine frühe Identifizierung, präzise Diagnose und sofortiges Handeln.»

Anfangs behaupteten viele Regierungen (auch die schweizerische, notabene), dass das Maskentragen nichts nütze (weil man schlicht nicht vorgesorgt und zu wenig Masken zur Verfügung hatte [dass man damit die Argumente der Kritiker und Leugner unterstützt, wurde nicht bedacht]). Mittlerweilen ist man von dieser Maskenlüge weggekommen (Warum Masken besser funktionieren als man denkt). Jetzt ist die Frage, ob FFP2-Masken einen besseren Schutz bieten - das tun sie vielleicht, jedoch müsste man wohl auch annehmen, dass Medizinalmasken genügend Schutz bieten, wenn sie bisher immer in der Medizin im Einsatz waren (unter der Voraussetzung natürlich, dass alle sie tragen, was nicht der Fall ist [weil es viele Bürger gibt, die den Regierungen misstrauen und lieber ihren eigenen Verstand benützen (was gut ist, wenn er auch in ausreichendem Mass vorhanden ist)]).

Die Philosophen und andere Intellektuelle reagierten in einer kontroversen Diskussion im Internet bereits im Januar 2020 auf die Pandemie (Cespedes [26.1.2020 - in seiner Sendung Philolive auf seinem Youtube-Kanal (Penser la pandémie)], Taleb [26.1.2020 - mit einem Artikel [Systemic Risk of Pandemic, was thematisch in sein aktuelles Forschungsprogramm passte]; diese beiden Philosophen, Cespedes und Taleb, waren die ersten Stimmen von Public Intellectuals überhaupt zu diesem Thema: just ein Tag nach dem ersten veröffentlichten Fall in Europa (in Frankreich!)], Fusaro [31.1.2020 - mit einer eigenartigen linken Gegenverschwörungstheorie zur Wuhan-Virus-Theorie, wonach das Virus aus einem Labor in Wuhan ausgebrochen oder freigesetzt worden sei: Fusaro mutmasst, die USA habe das Virus zur Destabilisierung Chinas eingesetzt], Zizek [3.2.], Agamben [25.2.], Hirt [25.2. - ich habe die intellektuelle Diskussion auf einer kurzfristigen Pandemieseite auf meiner Website mitverfolgt und kommentiert], Cacciari [27.2.], Nancy [27.2.], Sgarbi [27.2.], Galimberti [28.2.], Enthoven [29.2.], Scobel [5.3.], Forst [8.3.], Liessmann [9.3.] usw. usf., etc. etc. [alle Angaben ohne Gewähr - dies sind bloss die Public Philosophers, welche sich zuerst öffentlich zum Thema geäussert haben (soweit ich das mitbekommen habe, und ich habe das relativ gut recherchiert)]). Ich hatte zuerst v.a. Mühe mit der Einordnung der kritischen Stimmen, v.a. auch nachdem ich relativ früh den Film 'Unseen Enemy' gesehen hatte (der zu diesem Zeitpunkt noch gratis und in voller Länge im Internet zu sehen war [heute nicht mehr!?]). Schien es nicht klar zu sein, dass in einer Pandemie v.a. die Virologen die Wissenden und Weisen sind (dies jedenfalls war in der ersten Panik die logische Ansicht der Regierungen [der deutsche Fussballnationaltrainer Löw, wie Drosten der Regierung Merkel nahestehend, ging in branchenfremden Überlegungen sogar so weit, das Virus - sehr gewagt und ein bisschen esoterisch - als Reaktion der Welt gegen den Menschen zu betrachten]).

In Italien gab es unter den Philosophen früh kritische Stimmen (aus verschiedenen Gründen) - den Vogel abgeschossen hat Sgarbi im italienischen Parlament* - so etwas wie der Grossvater der Coronaprotestler. Wenig später gab es in den Nachrichten Bilder aus norditalienischen Spitälern in grossen Nöten (Norditalien wurde rasch zum frühen europäischen Epizentrum der Pandemie). Wiederum (bzw. trotzdem) traten auf der Seite der Kritiker Durchseuchungsintellektuelle auf (allen voran: Eichenberger [er trat in fast allen bedeutenderen Schweizer Medien auf, inkl. im NZZ-Talk 'Standpunkte', ebenfalls im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Schweiz], Halpern, Nida-Rümelin), auf der anderen Seite Beschwichtigungsintellektuelle, welche die Regierungsmassnahmen verteidigten (allen voran: Yogeshvar, Scobel, Lesch - Welzer und Precht verglichen die Coronamassnahmen abwertend mit den Ökomassnahmen (und Precht vertritt hier auch sogar die Grippetheorie der Kritiker!); eine weitere Tendenz unter den Intellektuellen war es wiederum, teils recht idealistisch die Krise als Chance zu betrachten (Cespedes, Welzer, Silva)]). Als es um die Lockdown-Thematik ging, wurde immer deutlicher, dass es in dieser ganzen Sache um einen Streit zwischen den Virologen und den Ökonomen geht (und auch: um virologische und ökonomische Virologen, quasi - in Deutschland wurde dieser Streit recht heftig ausgetragen, zwischen Drosten und Kekulé einerseits sowie Streeck oder Schmidt-Carasit, die viel weniger regulieren wollten, andererseits). Für mich ist dies ein bedeutender und zeittypischer Streit innerhalb der Wissenschaft (und ein symbolträchtiger Moment dafür, dass die grossartige Einigkeit selbst innerhalb der Naturwissenschaft vorbei ist und die heutige Zeit zunehmend von schwierigen Ambivalenzen geprägt ist). Der Hauptgrund für die Regierungsmassnahmen liegt in der befürchteten Überlastung des Gesundheitssystems, während die Kritiker und die Ökonomen einen Untergang der Wirtschaft befürchten. In diesem Szenario befinden wir uns eigentlich heute immer noch - während des zweiten Lockdowns - in einer Zeit, in welcher immer klarer wird, dass die Pandemie und ihre Problematik (und ihre Mutationen) für lange Zeit bleiben wird.

* Diese sehr irritierende Rede von Sgarbi wirft Fragen auf. Ist die Coronapandemie wirklich nur eine stärkere Grippe? Und hat sie wirklich nichts mit der Pest zu tun? Mit der Pest hat sie wenig zu tun, weil wir heute wissenschaftlich auf einem höheren Niveau sind: wir können früher und besser eingreifen. Und trotzdem hat diese Pandemie aufgezeigt, dass wir sehr schlecht auf solche Krisen und Notfälle vorbereitet sind, und daher reichte eben schon diese Supergrippe - sie ist ansteckender und stärker als eine normale Grippe, aber trotzdem - um uns völlig aus dem Konzept zu bringen. Aber natürlich: es sind leider noch viel schwere Pandemien denkbar und keineswegs unmöglich (allgemein haben die Pandemien in den letzten Jahrzehnten zugenommen, daher ist mit weiteren Pandemien verschiedenster Art unbedingt zu rechnen).

2019 (mit den Ökoprotesten um Greta Thunberg, die mit der Coronaproblematik, zu welcher sie nicht allzu viel sagte [' I personally recommend that we do as the experts say'], quasi aus den Medien verschwunden ist [TED-Talk von Greta Thunberg 2018, TED-Talk von Al Gore 2016, TED-Talk von Bill Gates 2010]) und 2020 (mit der Coronapandemie und den Coronaprotesten) erlebten zwei schicksalsreiche und weltverändernde Jahre, die zeigen, dass wir vor oder bereits in einer neuen Zeit stehen, in welcher globale Probleme in verschiedenen Bereichen eine grössere Dimension annehmen, als wir uns das je bisher gedacht haben (für mich ist damit auch die 'goldene Zeit' - zwischen den Weltkriegen und den globalen Pandemien - definitiv vorbei [warum scheinen übrigens die globalen Pandemien aus dem Osten* zu kommen? Das versteht vielleicht nur, wer auch versteht, warum die Weltkriege aus dem Westen gekommen sind: es ist einfach die Welt, die Kreise schliessen sich täglich tausendfach, oder so]). Mich erstaunt, dass es derzeit - rund ein Jahr nach dem Ausbruch der Krise - nicht einmal internationale politische (Video?-) Konferenzen gibt zur Pandemiethematik (sonst gibt es doch immer zu allem internationale Konferenzen) - jeder Staat scheint in dieser globalen Krise zu tun, was ihm gerade so einfällt (und auch von der UNO, welche einst - zurückgehend auf eine Idee des Aufklärungsphilosophen Kant im 18. Jahrhundert - gegründet wurde, um die Weltprobleme zu lösen, hört man in den Medien fast nichts). Eigentlich hätte die Welt im Dritten Jahrtausend nach Christi Geburt und Wirken vernünftiger werden sollen, aber derzeit scheint sie v.a. immer ein bisschen verrückter zu werden. Haben vielleicht sogar Ausserirdische das Virus freigesetzt, um die Menschheit zu verunsichern, in der Vorbereitung auf eine bevorstehende Invasion der Aliens? (Immerhin glaubte sogar der Aufklärungs- und Vernunftsphilosoph Kant an solche**.) Sicher scheint bei den Fake-News-Verschwörungstheoretikern jedenfalls heute nichts mehr zu sein.

* Natürlich gibt es 'den Osten' und 'den Westen' nur in einer eurozentrischen Betrachtung. Geografisch sind 'Osten' und 'Westen' keine absoluten Begriffe, sondern es kommt immer auf den jeweiligen Standpunkt auf der Weltkugel drauf an.

** In der Zeit der frühen Wissenschaft und der Aufklärung war der Glaube an Aliens sehr populär. Kepler ("Somnium") und Voltaire ("Micromégas") gehören zu den allerersten Science-Fiction-Autoren (in der Antike treten Ausserirdische jedoch schon etwa bei Plutarch oder Lukian auf). Kant schrieb in seinem frühen naturwissenschaftlichen Werk ein Essay mit dem Titel: 'Von den Bewohnern der Gestirne'. Der britische Hofastronom Rees ist einer der bedeutendsten heutigen Vertreter der Alien-Theorie, doch auch einige (bzw. erstaunlich viele) US-Präsidenten - auch Churchill, welcher einen 11-seitigen Essay über Ausserirdische schrieb, oder Gorbatschow - und -Astronauten gehören dazu. Im Jahr 2010 hielt die Royal Society ein zweitägiges Seminar ab zum Thema von Ausserirdischen, die schon heute unter uns leben sollen. (Will ich damit ein neues Feld auftun - überhaupt nicht, denn ich halte die Existenz von Ausserirdischen - w.z.b.s.w. - von einem vernünftigen Standpunkt aus betrachtet, für nahezu unmöglich [aber wer wollte dies schon mit letzter Konsequenz behaupten??]. Nur zum Sagen [ich sage das im Gegenteil nur, um darauf hinzuweisen, dass wir uns heute eher den schwieriger werdenden irdischen Problemen und Diskussionen zuwenden sollten - auf Ausserirdische können wir unter Umständen sehr lange warten].)

Schweizer Politik: Viel zu nahe beim Volk, um rechtzeitig einschneidende Eingriffe zu verordnen? Dazu zu sagen ist allerdings, dass in den meisten europäischen Ländern die zweite Welle viel bedeutender ausfiel als die erste (was nicht ausschliesst, dass alle Regierungen in einer solchen Situation die selben Fehler machen; allgemein besteht vermutlich in einer solchen Krise die Tendenz, sie im ersten Moment zu unterschätzen, dann im weiteren Verlauf zu überschätzen und danach, wenn sie bewältigt erscheint [oder wie hier: eine erste Welle erst einmal vorbei ist], wieder zu unterschätzen [in Hinsicht auch auf ähnliche und andere Fälle]). In der Analyse auf meiner (ehemaligen) Pandemieseite habe ich vorgeschlagen, dass bei Krisen und Katastrophen dieser Dimension von der Politik ein Krisenmanager oder eine Krisenmanagerin eingesetzt werden könnte, welche/r sich nur mit der Problematik dieser Krise beschäftigt, während deren Verlauf ebenso wie in der Nachbetrachtung (typisch wäre für mich das gute Beispiel von Franz Steinegger als [Krisen-] Präsident der Expo.02 - damit sage ich nicht, dass die Schweizer Regierung mehr Fehler in dieser Krise gemacht habe als andere, aber man weiss nie, in welcher Situation und Konstellation eine solche Krise auftritt, noch in welchem Bereich genau, und daher empfiehlt es sich, die fähigstmögliche Person für das Krisenmanagement aufzubieten [es könnte gut sein, dass es in der Zukunft mehr solche aussergewöhnliche Zeiten in einer eigentlichen Friedenszeit geben wird (die genaue Stellung dieses Amtes zur Regierung und Politik wäre natürlich vorab zu definieren [wie das auch etwa bei einem General im Kriegsfall der Fall ist])]).

Interessant und bedeutend ist für mich in diesem aktuellen Coronaproblem - wie immer (da ich selber Medienschaffender bin) - auch das Verhalten und die Rolle der Medien. Meiner Meinung nach verhalten sie sich wie ein Blatt im Wind: die Politik ist unsicher, die Leute sind unsicher und die Medien sind es auch. Dies zeigt für mich, dass die Medien nicht gefestigt und standfest sind und teils auch gar nicht wissen, was sie eigentlich wollen. Sowohl aus der Öko- wie auch auch aus der Coronaprotestbewegung kommt bedeutende Medienkritik. Nehmen die Medien die Probleme dieser Zeit nicht ernst genug? Was sind eigentlich die Kriterien der Medien? Erstens ist es - nein: nicht die Information - die Wirtschaftlichkeit. Ausser dem Medium ist der Grad seiner Beachtung egal, was bei Massenmedien sicher nicht der Fall ist - Massenmedien sind zuerst einmal Wirtschaftsunternehmen. Zweitens: die Information, natürlich - denn das ist das, was die Bürger von den Medien erwarten. Drittens: die Kommunikation - das ist das Wesen der sogenannt Neuen Medien. Und dann gibt es einen vierten Punkt, welchen die Medien leider nicht beachten, und das ist der (philosophische) Sinn. Medien sollen Sinn machen, denn sie befinden sich inmitten des Sinns, wenn sie das wollen - und ausserhalb des Sinns, wenn sie das nicht wollen. Und das ist genau der Punkt, wo meine Medienkritik einsetzt. Es ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits möchten wir unabhängige Medien haben, und andererseits möchten wir nicht nur wirkliche, sondern auch starke und richtungsweisende Medien haben. Immer wenn Bewegungen von Menschen ihre Meinungen vertreten, erwarten sie, dass die Medien ihre Botschaft transportieren. Doch die Sinngebung aus dem Medium heraus ist immer eine schwierige (und daher philosophische) Sache. Brauchen wir neue bzw. neuere und bessere Medien? Das Medienthema ist vielleicht ein Thema für einen anderen Artikel (sicher erscheint derzeit bloss, dass wir eine bessere fünfte Gewalt [der Medienkritik] benötigen). Bruce Springsteen - 57 Channels And Nothin' On (1992)*.

* Auch eine Erfahrung in der Corona- und Lockdown-Zeit (u.v.a.)**. ;-) Psychologisch rate ich dazu - wenn immer möglich - in schlechten Zeiten, sich (antizyklisch, quasi) etwas Gutes zu tun. Ich habe in der bisher schlimmsten Phase meines Lebens aufgehört, zu rauchen (vor einigen Jahren), und habe nun beschlossen in diesem Jahr der zweiten Welle und in diesem zweiten Lockdown der Coronakrise - in diesem leidigen, etwas trüben Spätwinterwetter auch noch - abzunehmen (insgesamt 15 Kilogramm im Jahr 2021 - das ist das Ziel). Jeder hat da so seine eigenen Baustellen und weiss selber, wo er ansetzen könnte. Das Abnehmen eignet sich besonders, weil man in der Zeit zuhause besonders gefährdet ist, (noch mehr) zuzunehmen: weil man sich vielleicht viel mehr Zwischenmahlzeiten genehmigen möchte als sonst. Statt etwas Negatives zu beseitigen, kann man auch etwas Positives fördern - es gibt immer die Möglichkeit, sich etwas Gutes zu tun (und in schlechten Zeiten ist das besonders sinnvoll - und nach meiner persönlichen Erfahrung auch besonders wirksam [wichtig ist es v.a., die schlechte Gewohnheit - und die schlechte Laune natürlich auch - die sich in der schlechten Zeit einnisten will, zu durchbrechen]).

** Vielleicht meint er damit, dass die Welt solange keine bessere wird, als wir im Fernsehen nur sehen und lernen, was man mit Geld machen kann (und in dieser Zeit wird auch das Fernsehen kein besseres, notabene). Vielleicht meint er aber auch etwas ganz anderes damit, ich weiss es nicht.

Und übrigens: den guten Bruce Springsteen vergisst man immer wieder, und dabei ist der heute immer noch so gut und authentisch wie damals - in meiner späteren Jugendzeit ("Born in the U.S.A", 1984: we learned more from a three minute record than we ever learned in school - er gehört definitiv zu den Besten - und zu jenen wertvollen Phänomenen auch, die bei Live-Aufnahmen noch sehr viel besser sind als bei Studioalben, auch wenn nicht jeder Ton haargenau ins Schema passt, aber: das ist einfach gut). Interessant auch: wie Bruce Springsteen und Peter Maffay einander ähnlich sind und mehr als alle anderen das Lebensgefühl einer ganzen Generation ausgedrückt haben (der 80-er Generation).

Web & Social Media: Bill Gates (Website, Facebook, Twitter, Instagram, Youtube), Bruce Springsteen (Website, Facebook, Twitter, Instagram, Youtube), Christian Drosten (Twitter [Podcast]), Diego Fusaro (Website, Facebook, Twitter, Instagram, Youtube), Greta Thunberg (Facebook, Twitter, Instagram, Youtube [Themenwebsites: The Year of Greta, Fridays for Future]), Jason Silva (Website, Facebook, Twitter, Instagram, Youtube), Reiner Eichenberger, Richard David Precht (Facebook [TV-Sendung]), Vincent Cespedes (Website, Facebook, Twitter, Instagram, Youtube), Vittorio Sgarbi (Website, Facebook, Twitter, Instagram, Youtube). Und mich selber findet man immer noch jederzeit - aber nur - auf meiner Website (Social Media, wenn überhaupt, erst später - dafür müsste ich mich erst besonders darauf einstellen und Konzepte entwickeln, dass das auch eine gute Sache werden würde - dazu habe ich derzeit wenig bis gar keine Zeit, neben meinen Buch-, Spiel- und Web[site]projekten: vielleicht im nächsten Jahr).

Marco Hirt, im Februar 2021.

Anmerkung (2.6.2021): Weiteres Maskentragen. «Viele Deutsche wollen auch nach Pandemie-Ende Maske tragen. 44,7 Prozent der Deutschen wollen auch nach dem Ende der Corona-Pandemie weiterhin Maske tragen, beispielsweise während einer Grippewelle. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, aus der die Zeitung Augsburger Allgemeine berichtet. 41,9 Prozent der Befragten wollen demnach auf das Stück Stoff vor Mund und Nase dauerhaft verzichten. Der Rest ist unentschlossen.» (SRF). Viele Leute haben halt einfach gemerkt, dass sie mit dem Masketragen im öffentlichen Raum gesundheitlich sehr viel besser durch den Winter gekommen sind als vorher. Herr Koch - welcher 2020, mitten in der Coronakrise, übrigens als 'Mister Corona' ebenso von seinem Amt als Chef der Abteilung 'Übertragbare Krankheiten' beim Bundesamt für Gesundheit BAG zurückgetreten ist wie der Direktor des Bundesamtes, Herr Strupler - muss zur Kenntnis nehmen, dass das jetzt auch zu unserer Kultur gehört. Koch meinte anfangs der Pandemie, dies gehöre zur asiatischen Kultur und belächelte das: sie würden das auch bei einer ganz normalen Grippewelle tragen (die Asiaten hatten bisher ganz einfach mehr Erfahrung mit solchen Pandemien als wir). Wir sollten aufhören, die Asiaten zu belächeln: sie machen manches besser als wir. Nicht alles, aber manches.

Anmerkung (9.6.2021): Ständiges wissenschaftliches Gremium. In der Schweiz besteht derzeit die Idee ein ständiges wissenschaftliches Gremium einzurichten für Krisenlagen wie die Coronakrise, ein ständiger Wissenschaftsrat in der Schweizer Politik quasi. Die hauptsächlichste und wichtigste Frage ist für mich: Was ist 'die Wissenschaft' überhaupt? Und was ist ein 'wissenschaftliches Gremium'? 'Die Wissenschaft' gibt es eigentlich gar nicht, sondern es gibt verschiedene natur- und geisteswissenschaftliche Disziplinen. Ich habe hingewiesen auf den Streit zwischen Epidemologen und Ökonomen in der Coronakrise, also zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern - ich habe dies als typisches Moment in der heutigen Wissenschaft gesehen. So sieht das 'wissenschaftliche Gremium' zur Coronakrise aus: an der Spitze sehen wir drei Naturwissenschaftler und einen auserlesenen Ökonomen (also z.B. keine Philosophen, keine Theologen, keine Soziologen, keine Psychologen, keine Politikwissenschaftler, keine Rechtswissenschaftler, keine Medienwissenschaftler - die Geisteswissenschaft wird hier quasi mit der Ökonomie gleichgesetzt...???). Wie sollte ein ständiges 'wissenschaftliches Gremium' für alle möglichen Problemlagen aussehen?? Inklusive der Frage, wie man mit dem Politischen umgehen will - alles wird heute immer politischer: auch die Wissenschaft. Das Ganze ist in der Schweiz nicht nur sehr naturwissenschaftlich orientiert, sondern auch sehr technologisch (und technokratisch - was seine Vorteile hat, aber auch seine Nachteile, deren sie sich nicht bewusst sind [denn die Technokraten glauben heute gleichermassen in der Wahrheit und im Recht zu sein, wie früher die Priester]): die spezifischen, aber auch simplifizierten, technologisch reduzierten Hochschulen, und insbesondere die Eidgenössische Technische Hochschule, finden hierzulande mehr Beachtung heute als die Universitäten. Ich sehe das ganze Wissen jedoch immer noch an den Universitäten versammelt und verankert. Heutige Probleme und Krisen - die Coronakrise hat das sehr deutlich gezeigt - sind aber viel zu komplex, um sie alleine mit Naturwissenschaftlern zu lösen. Gewisse Kreise behandeln die sozialen Fortschritte des 20. Jahrhunderts - wie die ganzen Freiheitsbewegungen - so, als ob es sie überhaupt nicht geben würde, und die Naturwissenschaft steht im Verdacht, zu diesen Kreisen dazu zu gehören. Trotz Einstein und der Quantenphysik, vertritt sie nachwievor ein Weltbild, wie es vor 200 Jahren gültig war - die Vorstellung hat sich bloss von einem wissenschaftlichen auf einen technologischen Alleingang verschoben (es ist aber nicht so einfach wie Laplace [Determinismus], Comte [Positivismus] oder Neumann-Ulam-Vinge [Technologische Singularität] das in ihren eindimensionalen Vorstellungen sehen). Natürlich hat man in einer Krise vielleicht nicht Zeit, lange zu philosophieren. Ich frage mich nur, warum es nicht vorher gemacht wurde, in 400 Jahren Wissenschaft. Warum ist das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Philosophie und Theologie nicht besser geklärt worden bisher. Und warum gibt es keine wissenschaftliche Task-Force zu den soziologischen Problemen, die wir heute haben? Man soll mich nicht falsch verstehen: ich bin überhaupt nicht gegen die Naturwissenschaften, ich wehre mich bloss dagegen, wenn diese sich heute (immer noch, oder: erneut) als 'die Wissenschaft' ausgeben.

«Corona-Exponenten werden massiv bedroht. Beschimpfungen und Todesdrohungen: Wer sich zu Corona äussert, wird zur Zielscheibe von Hatern. Das hat zur Folge, dass einzelne Politikerinnen und Politiker sowie Forschende öffentlich keine Stellung mehr beziehen. "Können wir keine differenzierten Meinungen mehr kundtun, ist das für unsere Demokratie verheerend", sagt Sozialwissenschaftler Marko Kovic.» (20 Minuten, Printausgabe, 6.7.2021 [Online-Ausgabe]).

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