Meine Philosophie (auf den Punkt gebracht).



Auf dieser Seite gibt es eine Zusammenfassung meiner Philosophie (wie ich sie auch am Ende meines vierten Buch [zur Philosophiegeschichte] publiziert habe) sowie ein paar Nachträge dazu. Es ist mir ein Anliegen, meine Philosophie - trotz aller weitergehenden Ausführungen zu den verschiedensten Themen - auch immer wieder so kurz wie möglich zusammengefasst zu präsentieren (daher habe ich auch seit meinem ersten Buch in jedem weiteren Buch eine aktuelle Zusammenfassung gemacht).



Urgrund, Schöpfung, System. Gehen wir mit unserem Bewusstsein bis zu einem letzten möglichen Urgrund zurück, so muss dort eine Leere sein. Die Leere ist nicht dasselbe wie das Nichts, was es (nach dem ersten Seinsphilosophen Parmenides) nicht gibt. In die Leere kann oder muss etwas hineinkommen – sonst ist es keine Leere, denn in der Leere fehlt etwas: das (Da-) Sein. Gott, der Geist des Universums – und hier beginnt das Wort Gottes – schöpfte das Sein, welches die Leere erfüllte, ins Dasein (das ist die Schöpfung [Gottes]). Alles materielle Dasein ist begründet in Raum und Zeit (d.h. in der Welt [bzw. in der Raum-Zeit-Welt*]) – die reinen Formationen des Daseins ebenso wie auch die Informationen des Lebens. Das Glauben oder Der Glauben im Leben entspricht dem immateriellen Dasein bzw. dem ersten Bewusstsein. Wir glauben, also sind wir, bevor wir (nach-) denken und also sind. Das (menschliche) Bewusstsein, welches an diesem Punkt bereits auftritt, steht in einer seinswesentlichen Einheit von Sein, Dasein und Bewusstsein (inkl. dem Bewusstsein vom Verbundensein [religio bedeutet: (Wieder-) Verbundenheit]). Das (Ur-) Bewusstsein besteht, zurückgehend bis auf frühe Lebensformen, aus Orientierung und Konzentration bzw. aus der Koordination dieser beiden (denn wir glauben, eine Orientierung zu haben, und wir denken, sie in der Konzentration festigen – oder korrigieren – zu können; heute geht es ferner auch um Fragen der Stimmung und Bestimmung – oder allgemeiner: um bewusste Koordination von allem, was uns betrifft und ausmacht). Schliesslich handeln wir, so dass wir also sind (denn, was sich innen zusammenfügt, hat einen äusseren Ausdruck, so wie das, was aussen ist, hineingekommen ist – zur Information und deren Wahrnehmung). Dem Glauben folgt ergo das (Nach-) Denken und dem (Nach-) Denken das Handeln (inkl. Gut-Handeln und Nicht-Handeln). Daher besteht mein philosophisches bzw. ontologisches System aus diesen fünf Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln (inkl. Gut-Handeln und Nicht-Handeln – siehe meine Bücher, insbesondere: "Postmoderne Ontologie" [2003] sowie "Vom Sein, vom Wahren und vom Guten" [2017]). Das Handeln wird hinterfragt durch die zehn W-Fragen (analog den Kategorien bei Aristoteles: Was? Wie? Wo? Wann? Wer? Wessen? Wem? Wen? Warum? Wozu?**). Das Sein ist der in die Leere hineingekommene, zum Dasein gewandelte Urgrund von allem, das Wahre ist die Religion und/oder die im gesamten Wahrgenommenen wie auch immer geartete Glaubenswahrheit, das Gute soll sein: die Bestimmung der Wissenschaften – meiner Meinung nach in einem soziologischen und ökologischen Paradigma. Dies entspricht dem Hauptzielpunkt meiner Philosophie: dass der Mensch, wenn er eine menschliche Zukunft will, sich soziologisch und ökologisch wird verbessern müssen (und dass er diese Verbesserung in den Wissenschaften, in den Geistes- und Naturwissenschaften, anstreben und verankern muss). Was sollte man in der heutigen Philosophie sonst postulieren und/oder propagieren? Natürlich ist die Forderung nach mehr Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit letztlich international und global gemeint. Nach der Lösung des 1000-jährigen Ost-/West-Problems – die Lösung ist nach der Eskalation im Kalten Krieg gegen Ende des 20. Jahrhunderts (trotz aktueller Schwierigkeiten und Rückschritte) zumindest auf gutem Weg – steht heute das Süd-/Nord-Problem an (mit einer mindestens ebenso bedeutenden Problematik).

* Die Raum-Zeit-Welt hat für mich drei grundlegende Faktoren: 1. Ihre (einfache) Daseinsweise als Wesen vom Sein (im Dasein), 2. Ihre (doppelte) Kausalität in Ursache und Wirkung (regressiv und reflexiv) sowie Grund und Folge (progressiv und intentional), 3. Ihre (dreifache) Ausprägung in Gebundener Energie (in der Physik: 'Materie'), Energiefeld/Feldenergie ('Feld') und Freier Energie ('Energie') – einsehbar in den Wesenheiten der atomaren Ebene sowie (feldtheoretisch betrachtet) in allen übrigen Wesenheiten (die subatomare Ebene betrachte ich nicht, weil sie für mich nur ein mehr oder weniger chaotischer Zustand auf dem Weg zur Ordnung der atomaren Ebene darstellt, in welchem offenbar – wie die Quantentheorie sagt – die Energieformen sehr kurzfristig ineinander übergehen können). Dies – die Welt als Materie, Feld und Energie (mit dem Feld im Zentrum der Organisation) – entspricht meiner physikalischen Weltanschauung (bzw. meiner Anschauung der Welt in der ersten Dimension des Daseins [Existenz/Physik/Chemie – von der atomaren Ebene aus kann ferner ein dreifacher Zusammenhang im Aufbau zur Körperwelt formuliert werden: von Atom-Molekül-Körper; in der Körperwelt wiederum sind die Zusammenhänge als Verhältnisse und die menschlichen Verhältnisse als Beziehungen bezeichnet – alle Körper oder Dinge stehen in einfacheren oder komplexeren Zusammenhängen, Verhältnissen und Beziehungen zuneinander). Ich ordne diese Auffassung der Feldtheorie zu bzw. einer Physikalischen Feldtheorie (und sehe diese Auffassung als einen möglichen neuen [und sinnvolleren] Ansatz zu einer Grand Unified Theory in der Physik).

** Ich weiss (dies als Anmerkung für die Vertreter der linguistischen Wende), dass diese zehn W–Fragen sich v.a. auf den deutschen Sprachgebrauch beziehen – trotzdem scheinen sie mir geeignet dazu, die alten aristotelischen Kategorien (welche schon Kant – wenn auch nicht hinlänglich – uminterpretierte) adäquat zu vertreten.


Weltreligion, Maitreya und Alpha. Wenn ich in meinen Büchern (u.v.a.) auch im Rahmen von einer Weltreligion, in einer fernen und sehr fernen Zukunft, von Maitreya (Weltlehrer) und Alpha (Weltkönig) spreche, so mögen manche eine solche Esoterik* in der Religion - und erst recht in der Philosophie - für verfehlt betrachten. Meine Meinung dazu ist diese: dass weder die Religion noch die Philosophie noch auch die Wissenschaften gänzlich ohne Esoterik, Mystik und/oder Mythologie auskommen (ja selbst die Wissenschaften: weil [auch] sie die letzten Fragen [bis dato] nicht aus sich selber heraus lösen, beantworten und erklären können – wir können natürlich den Traum von einer alles erklärenden Wissenschaft weiterträumen, und das tun wir auch, aber davon, dass dies eine Realität wäre, sind wir noch immer sehr weit entfernt). Was ist meine religiöse Überzeugung? Ich bezeichne meine Konfession als christlich-ökumenisch – der reine Fundamentalismus hat kein sinnvolles Ziel, die reine Ökumene keinen festen Grund. Ich gehe vom Christus Jesus aus, und ich bin der Meinung, dass dieser für eine Person als religiöser Grund vollkommen genügen kann (im Sinn von Weg, Wahrheit und Leben**), nicht aber für die Ökumene in der Weltreligion. Demgegenüber bin ich (entgegen etwa Rudolf Steiner [oder auch Morris und Creme (bzw. der gesamten bisherigen Maitreya-Rezeption)]) der Meinung, dass keine religiöse Figur der Zukunft stärker und höher auftreten können wird als der Christus Jesus (der Messias ist im Menschlichen als solcher nicht zu übertreffen - wir können demnach nicht auf eine neue übermächtige Religion hoffen, sondern höchstens auf eine bescheidene Erklärung der Religion). Weitere Gesandte der Religion können für mich nur einen Sinn und Zweck haben, und das ist die Ökumene zwischen den Religionen und Ideologien (und ich sehe sie in diesem Sinn bloss als Ergänzungen zur bestehenden Religion – ich möchte deren Bedeutung also keineswegs hochspielen, sondern im Gegenteil: sie relativieren [wir können das Heil der Zukunft, so glaube ich, nicht mehr anders erwarten, als durch menschliches Nachdenken und menschliche Arbeit***, aber trotzdem]). Die Ökumene ist (nach Hans Küng) eine Voraussetzung für den Weltfrieden. Neue Religionen und Kirchen benötigen wir nicht unbedingt (die Ökumene kann - auch wenn das oft nicht einfach ist - innerhalb der bestehenden Religionen, Konfessionen und Kirchen vertreten werden [würde die Ökumene eine eigene Kirche bilden, wäre dies ein Konkurrenzwesen zu den bestehenden Kirchen, und als solches der Ökumene wahrscheinlich sogar eher abträglich als zuträglich: dieser Gedanke führt dazu, dass die Ökumene zwischen den religiösen und anderen Ideologien auch oder sogar wesentlich auch in der Philosophie vertreten werden muss (mit einer Ökumene, welche über die rein religiöse hinausgeht)]). Was gibt es überhaupt heute für einen allgemeinen Grund zum Glauben für einen Philosophen? Der Grund ist die Ordnung der Gedanken und Ideen (und deren Ausrichtung). Wenn eine Philosophie, welche mit dem Glauben gar nichts mehr anfangen kann, in einer reinen Kulturkritik aufgeht, dann ist das intellektuell zwar interessant, kulturell aber nicht unproblematisch. Ich sehe mich einerseits als Verteidiger des (religiösen) Glaubens, andererseits muss ich doch einwenden, dass insbesondere der Sozialismus – im Verbund mit dem Liberalismus – einen besseren und geregelteren sozialen Ausgleich geschaffen hat, als alle früheren Religionen, Konfessionen und Kirchen dies jemals vermochten (die Stärken und die Schwächen sowohl des Liberalismus wie auch des Sozialismus sind heute ebenfalls hinlänglich bekannt).

* Der Begriff der Esoterik hat offenbar zu verschiedenen Zeiten verschiedene Bedeutungen (und dasselbe gilt auch für den Begriff des Spiritualismus [und andere Begriffe, notabene - teils sind die verschiedenen Auffassungen sogar auch noch politisch mitgeprägt (wobei die spezifischen Interpretationen oft gar nicht so einfach zuzuordnen sind)]). Während er zu jener Zeit, in welcher ich in die Philosophie eingestiegen bin (in den früheren 1990-er Jahren) - und in den Jahren und Jahrzehnten davor - noch einen klar positiven Wert hatte, scheint ihm heute zunehmend ein negativer Wert beigemessen zu werden. Vielleicht müssten wir daher von einer hellen und einer dunklen Esoterik (und einem ebensolchen Spiritualismus) sprechen (ich möchte aber eigentlich solch allzu strikte Bewertungen eher unterlassen). Die Begriffe, wie ich sie verwende, sind im Zusammenhang mit meiner ganzen Philosophie zu sehen, einzuordnen und zu bewerten (das gilt für diese und natürlich auch für andere Begriffe). Für mich bedeutet Esoterik in erster Linie ein Phänomen der Religionsphilosophie (ähnlich der Auffassung von Steiner diesbezüglich).

** Ich möchte indes aufmerksam machen auf die schwierigen Perspektivenwechsel, die wir beim Lesen der Heiligen Schrift der Bibel beachten müssen - so heisst es z.B. über den Christus: zur (rechten) der himmlischen Kraft, aber (auf Erden) mitten unter uns. Die Bibel ist voller solcher Perspektivenwechsel (in einem Wechselspiel verschiedener Medien [wie etwa Himmel, Gott, Engel, Propheten, Christus, Apostel, Menschen]), die man verstehen muss, und die auch viele Missverständnisse im Zusammenhang mit diesem Buch erklären können.

*** Wir haben heute einen Überblick über die drei grössten Irrtümer der Menschen: 1. dass Gott das Gute schafft, ohne dass die Menschen etwas dazu tun müssten, 2. dass eine (philosophische) Ideologie das Gute schafft, ohne dass die Menschen etwas dazu tun müssten, 3. dass die Wissenschaft das Gute schafft, ohne dass die Menschen etwas dazu tun müssten. Es macht jedoch auch keinen Sinn, diese Dinge zu verleugnen. Was wir tun müssen, ist: den Wert des Menschen in allem erhöhen. Wir brauchen dafür keinen Übermenschen, sondern einen Superhumanismus (jedoch keinen unbewussten - welcher den Menschen ins Zentrum stellt gegen alles andere - sondern einen bewussten, welcher sich bewusst ist, dass das Wohl der Menschen auch von den anderen Dingen abhängt). Ich denke, dass dieser Gedanke (oder diese Entwicklung, falls sich - trotz allem politischen Reaktionismus der Gegenwart - schon Ansätze dazu zeigen) aus den Krisen des 20. Jahrhunderts entstanden ist: mit (u.a.) zwei schlimmen Weltkriegen, einer vernichtenden philosophischen Kulturkritik und einer epochalen Ökoproblematik. Alles Dinge, die den Menschen gezeigt haben, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann. Wir wissen das heute und müssen uns unsere Gedanken dazu machen. Sicher ist ein Superhumanismus nur ein Traum, aber die Träume sind das wichtigste Kapital der Menschen. (Ich sage das nicht von irgendwoher, sondern vom Rand aus von einem der reichsten, bestorganisiertesten, saubersten, engsten und kleinbürgerlichsten Länder der Welt [manche Leute denken, dies sei immer so gewesen, aber das stimmt natürlich nicht: früher waren die Schweizer in ganz Europa bekannt als Reisläufer und Stallknechte, und dies nicht ohne Grund, aber item].)


Politik und Bezeichnung. Ich sehe die Aufklärung als das ewige Wirken der Philosophie – allerdings nicht im alten Sinn (des 18. Jahrhunderts: alleine gegen alte Ordnungen), sondern im Sinn einer neuen Aufklärung nach allen Seiten hin. Weltpolitisch gehöre ich zu den Vertretern einer Weltregierung – die Stärken und Schwächen einer solchen sind jedoch genau zu analysieren und zu beobachten. Es wird eine richtige Zeit dafür geben, welche heute – vielleicht auch aufgrund von demokratischen Mängeln in der Weltpolitik – noch nicht da zu sein scheint (obwohl schon gewisse Ansätze und Notwendigkeiten heute einsehbar sind). Es scheint letztlich keinen Grund dafür zu geben, wieso ausgerechnet in der Welt im Gesamten keine Regierung bestehen soll, wenn doch alle Territorien der Welt eine Regierung haben. Es gibt globale Probleme, welche vermutlich nicht anders gelöst werden können, als mit einer Weltregierung. Diese Probleme – wie das ökologische Problem, die Welthungerfrage oder auch der Regierungsmissbrauch auf allen Ebenen der Regierungstätigkeit, u.a. – müssen nicht nur gelöst werden, sondern die entsprechenden Lösungen müssen auch gesichert werden. Wo sich Menschen zusammentun, entstehen Regierungen gegen Willkür, Chaos und Unrecht. In der Ökonomie, welche ein sehr bedeutender Faktor auch der Politik ist (wir sehen das auch in den grossen Ideologien, die im Zuge der Aufklärung entstanden sind), vertrete ich eine Mischform zwischen liberalistischen und sozialistischen Anliegen – die Stärken beider Einstellungen sollten genutzt, die Schwächen je verhindert werden. Daraus entsteht jene – durchaus aber noch verbesserungsfähige – Soziale Marktwirtschaft, die sich in der Politik des 20. Jahrhunderts herausgebildet hat. Es ist sowohl eine sozial abgemilderte freie Marktwirtschaft denkbar, wie auch eine freiheitlich ergänzte soziale Staatswirtschaft. Das Verhältnis zwischen dem Liberalismus und dem Sozialismus wird in einer Demokratie durch die Politik von den Bürgern festgelegt. Der soziale Ausgleich sollte durch eine starke Wissenschaft der Soziologie gesichert werden (Soziale Sicherung – diese kann durch eine fest abgesicherte, krisenresistente Sozialhilfe oder evtl. durch ein allgemeines Grundeinkommen gewährleistet werden). Ich hoffe, ich habe mit diesen kurzen und knappen Ausführungen meine Grundphilosophie so dargelegt, dass sie allgemein verständlich ist (kürzer und knapper geht es vermutlich nicht). Meine Philosophie bezeichne ich als Integralontologie (in einer begrifflichen Gegenüberstellung zur Fundamentalontologie von Heidegger).


Abschliessend/Weiteres. Als ausseruniversitärer Autodidakt stehe ich in keiner besonderen philosophischen Tradition (nicht einmal innerhalb der Ontologie), habe mich aber gerade auch deswegen besonders intensiv mit der gesamten Philosophiegeschichte auseinandergesetzt. In meiner Philosophie trete ich insbesondere der grossen Lüge vom Ende der Metaphysik entgegen (etwa bei Blumenberg, Foucault oder Rorty, früher bei Armstrong, Sartre oder Quine, abgeschwächt bei Heidegger, ansatzweise bei Kierkegaard, Nietzsche oder Wittgenstein [u.v.a.]), ebenso der grossen Lüge vom Ende der Systematik in der Philosophie. Die systematische Philosophie stand im 20. Jahrhundert zwar nicht im Vordergrund, sondern im Hintergrund, kann aber doch etwa mit Alexander, Hartmann oder Gebser einige bedeutende Vertreter vorweisen. Es wird in der Zukunft weder eine reine Religion noch eine reine Philosophie noch eine reine Wissenschaft geben, demgegenüber aber auch kein Ende derselben. Die Philosophie ist noch immer zuständig sogar für die Systematik in der Wissenschaft, da es keine Gesamtwissenschaft gibt, sondern nur Einzelwissenschaften bzw. sogar nur Teildisziplinen und Forschungsgebiete. (Leute, welche ein Ende der Metaphysik, der Philosophie und/oder der Systematik behauptet haben und weiter behaupten, bezichtige ich – seien sie auch noch so prominent innerhalb der Philosophiegeschichte – in diesem Punkt des blossen, unsinnigen und hohlen Geschwätzes. Nichts von allem geht verloren, schon gar nicht in der gegenwärtigen und kommenden digitalen und virtuellen Welt der gespeicherten Informationen, und die Ansätze von allem bleiben zur weiteren Entwicklung immer vorhanden. Die Datenmengen machen diese Weiterentwicklung zwar nicht einfacher oder leichter, aber doch – und dies gesehen auf eine ferne bis sehr ferne Zeit – eben: weiterhin immer möglich. Ich möchte dem drei Hauptsätze der ontologischen Philosophie anschliessen [und mit diesen diese Kurzdarstellung meiner Philosophie abschlieissen]: 1. Alles Seiende ist, und es gibt kein Nichtseiendes [Parmenides], 2. Es gibt eine Wissenschaft vom Seienden als solchem [Aristoteles (bzw. eine Wissenschaft, die vom Seienden als solchem ausgeht)], 3. Nichts Seiendes, was gewesen ist, kann je wieder ungewesen sein [da alles Seiende und Gewesen-Seiende – und insbesondere auch jeder Mensch auf Erden, mögen sie im Grossen auch noch so klein erscheinen – seine Spuren in der Welt hinterlässt, die aufgrund der kausalen Weltbedingungen unendlich und unausgelöscht in die Zukunft fortexistieren; der Mensch kommt also nicht nur von einer unglaublich fernen Zeit her, sondern er wirkt auch auf eine unglaublich ferne Zeit hin: das können und sollen wir von Zeit zu Zeit bedenken bei all den heutigen Individualitäts– und Freiheitsidealen; wir leben jedoch in einer ambivalenten Zeit, in einer Zeit, deren Hauptbegriff die Ambivalenz ist: von Information und Propaganda/Desinformation, Freiheit und Ordnung/Überwachung, Mehr Freizeit und mehr Arbeitsdruck (auch mehr Freizeitdruck, notabene), Immer verrücktere Fantasy im Kino und immer striktere Normierung im Alltag, Neuem Atheismus und Neuer Religiosität, Zunehmender politischer Links-/Rechtspolarität, Technikverherrlichung und Technikangst, usw. usf., etc. etc. – manchmal denke ich sogar, dass es einen Kreislauf gibt von Magiern, Propheten, Philosophen und Wissenschaftlern, und dass wir in einer Zeit leben, in welcher wieder die Magier an der Reihe sind*, aber ich könnte, würde und möchte dies nicht mit Bestimmheit sagen, was wissen wir?, ich nenne diese Zeit Spätmoderne, und es könnte eine lange, schwierige und verwirrliche Zeit werden – desto wichtiger ist, gerade in solchen Zeiten, die Klarheit, notabene].)

* Dies bedeutet nicht, dass wir Technik verlieren würden. Die Schrift besteht in der Menschenkultur – durch verschiedene Paradigmen hindurch – seit 3000 v. Chr., der Schiffsbau seit 6000 v. Chr., das Rad seit 9000 v. Chr., der Ackerbau seit 10'000 v. Chr., das Feuer gar seit einer Million Jahren. Die Dinge gehen nicht verloren, und wie sich ein jeweiliges Paradigma genau äussern wird, das können wir im Voraus nicht sagen. Wir können nur feststellen, dass das Magische derzeit an Einfluss gewinnt, das Rationale dagegen an Einfluss verliert (einer der ersten, welcher in einer voraussagerischen, seherischen Art und Weise davon gesprochen hat, war übrigens der jamaikanische Musiker Robert Nesta 'Bob' Marley ["Natural Mystic", 1977 – freilich ist das Phänomen von einem unabgeschlossenen und unerfüllten Paradigma der Wissenschaft in der Kultur schon früher bedeutend aufgetreten, etwa im Film des 20. Jahrhunderts und in der Literatur des 19. Jahrhunderts]). Ich denke, dass die Menschen auf solche zyklischen Paradigmen einen gewissen Einfluss nehmen, dass sie sie aber nicht gänzlich umkehren können. Es gibt übrigens verschiedene Paradigmen, auch etwa ein kulturelles oder ein astrologisches, und andere, die sich gemeinsam zu einem aktuellen Paradigma ergänzen. (Wir können also nicht meinen, dass wir alleine anhand von einem einzigen Faktor eine aktuelle oder kommende Zeit bestimmen könnten.)


Was sind die Neuigkeiten und die Wichtigkeiten in meiner Philosophie? Da gibt es einige. Wiederaufnahme der systematischen Philosophie (wider die reine Kulturkritik dieser Zeit). Neubegründung einer ontologischen Systematik (gegenüber Hartmann). Tiefen- und Integralontologische Erwägungen (gegenüber Heidegger). Neue Begründung eines philosophischen Urgrundes der Welt. Darstellung der Philosophie-, Kultur- und Ideengeschichte von der Urzeit bis zur Aktualität (mit ideengeschichtlicher Erweiterung der reinen Philosophie). Tafel der Philosophen nach Richtungen (sowie ausführlichste Liste der Philosophen aller Zeiten und Richtungen [auf meiner Website]). Grundlegende Anwendung der Feldtheorie in der Physik (als grundsätzlich neuer Ansatz zu einer physikalischen bzw. wissenschaftlichen Grand Unified Theory). Erklärung zum Ursprung der materiellen Welt (anhand des Periodensystems der Elemente). Neue Ausrichtung der Wissenschaften in einem soziologischen und ökologischen Sinn. Betrachtung der Weltreligion. Erwägung einer modernen Himmelsordnung in der Theologie/Esoterik. Maitreya- und Alpha-Rezeption. Christus-Behauptung gegen übertriebene Esoterik (sowie neureligiöse Phänomene der Spätmoderne, welche die Tradition der Religion nicht beachten). Betrachtung der Schweizer Politik als (kleines) Teilgebiet der politischen Philosophie*. Gedanken zur Gegenwart und Zukunft der Schweizer Politik. Und schliesslich: Pioniertätigkeit im Bereich der Webphilosophie. (Dies sind - u.a. - etwa die wesentlichsten Punkte aus meiner rund 25-jährigen philosophischen Tätigkeit.)

* Das ist sicher erklärungsbedürftig. Die Schweizer haben abseits der grossen philosophischen Diskussion - und sogar abseits der grossen Weltpolitik - eine Direkte Demokratie begründet (im Wesentlichen mit den demokratischen Erweiterungen 1874 [Fakultatives Gesetzesreferendum] und 1891 [Verfassungsinitiative]). Sie haben (nach der Begründung des Bundesstaates 1848) nicht allzu lange theoretisiert, sondern einfach gehandelt (frei nach Marx, quasi: es kömmt darauf an, die Welt zu verändern, eigentlich hätte er sagen sollen: sie zu verbessern [und - wenn es um die ganz grossen Dinge und deren Realisierung geht - nicht alleine im reinen Glauben und/oder im reinen Denken zu verharren]). So haben sie sich gesagt: lasst das Volk entscheiden über die neuen und die alten Dinge. Natürlich aber gehört die Direkte Demokratie auch in das Feld der politischen Philosophie - als weitestgehende Demokratie, welche es in der Welt bis dato gibt. Erstaunlicherweise sind sogar einige Philosophen an der Entstehung der Demokratie in der Schweiz und speziell auch der Direkten Demokratie beteiligt (auch dies rechtfertigt diesen Ansatz bzw. diese Auffassung [des Einbezugs der Schweizer Politik in die Philosophiegeschichte]). In der heutigen politischen Situation müssen wir vielleicht sogar sagen: das Überleben der Direkten Demokratie in der Schweiz wird davon abhängen, wie sie von aussen bzw. von den europäischen (und vielleicht sogar von den weltweiten) Mächten betrachtet wird. Dafür aber müssen wir sie stärker und besser thematisieren und positionieren. Für mich ist die Politik ein sehr wichtiges Thema der Philosophie - wenn nicht sogar das Haupt- und/oder Endthema. Hierin folge ich insbesondere Marx und Sartre (nicht in deren Philosophie, aber in deren Behauptung von der Bedeutung der Politik). Es ist für mich daher fast unvorstellbar, dass die Direkte Demokratie in der Philosophie heute keine Rolle spielt. Die Philosophie ist eigentlich die Sache des Denkens, aber ihre Infragestellung erfolgt dann, wenn sie eine falsche Politik betreibt oder gar keine (d.h. wenn sie falsche Grundlagen für eine falsche Politik setzt, oder wenn sie im reinen Denken verharrt, was vielleicht einer Person alleine nützen kann, nicht aber einer Gesellschaft oder einer Menschheit [die ersten politischen Philosophen waren - nicht ganz unbedeutend - Platon und Aristoteles, weitere etwa die Staatstheoretiker, die Aufklärer, Kant und eben Marx und Sartre: durch die Politik gestalten wir das Recht und die Zukunft der Menschen; eine Philosophie, die nicht politisch ist, soweit dies überhaupt möglich ist in der heutigen Zeit, ist legitim, aber sie kann nicht den Anspruch haben, die Zukunft aktiv mitzugestalten: Philosophie und Politik, das ist und bleibt ein sehr interessantes Thema]).

Die Weltformel der Wissenschaft ist schon längstens gefunden (E=mc2), der weiseste Satz der Philosophie ist auch bereits gesprochen («Sapere aude») und selbst das motivierendste Wort der Religion («Fürchtet euch nicht!»). Offenbar gibt es aber dennoch immer wieder genügend Gründe für die Philosophie. Ein klares System hilft die Dinge besser zu verankern, die ansonsten - wie so vieles in der heutigen Philosophie - nur lose dahingesagt ist. Ein kluges System gleicht die Dinge dermassen aus, dass Überspitzungen verunmöglicht, oder doch sehr viel schwieriger werden.


Bücher.

Postmoderne Ontologie (2003). In diesem Buch ist meine philosophische/ontologische Systematik vom (Da-) Sein dargelegt und erklärt. Dieses philosophische Schichtenmodell basiert auf den fünf Grundeinheiten (Dimensionen): (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln. Im Grundbuch meines Denkens sind viele weitere Gedanken zu verschiedenen Themen angeführt (zu den Bereichen Philosophie [Verschiedenes], Wissenschaft [Natur- und Geisteswissenschaften (Physikalische Erklärungsversuche zur Entstehung der Welt, Postulat der Soziologie als Führerin der Sozialwissenschaften)], Religion [Christentum und Weltreligion (Himmelsordnung)], Esoterik). [612 Seiten.]

Politika 2000+ (2016). In diesem Buch gebe ich Anregungen für die (Schweizer) Politik, anhand eines 13-Punkte-Programms (welches ursprünglich als Parteiprogramm für eine neue Partei gedacht war, welche dann aber nicht gegründet wurde [stattdessen flossen die entsprechenden Ideen in dieses Buch ein]). Zentrale Punkte sind etwa: EU-Beitritt mit Sonderstatus (zum Schutz der Direkten Demokratie), Allgemeine Anerkennung der Sozialen Marktwirtschaft – evtl. mit einer Festlegung des Begriffs in der Bundesverfassung als offizielle Bezeichnung der Wirtschaftsordnung – oder Wahl- und Stimmpflicht für Schweizer sowie Wahl- und Stimmrecht für Ausländer. [124 Seiten.]

Vom Sein, vom Wahren und vom Guten (2017). In diesem Buch, welches als mein Hauptwerk deklariert ist, gebe ich einen Überblick über meine Gedanken zur Philosophie, Religion und Wissenschaft. Mit einer Verfeinerung meiner Systematik vom (Da-) Sein (sowie weiteren philosophischen Überlegungen zur Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik und Politik), einer Maitreya- und Alpha-Rezeption in der Weltreligion sowie meinen Postulaten von der Soziologie als Führerin der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Ökologie als Führerin der Natur-, Technik- und Ökowissenschaften. Meine Philosophie zielt damit letztlich auf eine soziologische und ökologische Ausrichtung in den Wissenschaften. [144 Seiten.]

Geschichte der Philosophie (2018). In diesem Buch liefere ich eine Dar-stellung der Philosophiegeschichte – von der Ur-Idee bis zum Welt-All. Dazwischen liegt ein weites Feld der Menschheits-, Kultur- und Ideen-geschichte, oder eben: die Philosophiegeschichte (inkl. Religion und Wissenschaft), gegliedert in die Zeitepochen der Antike, des Mittelalters (Christentum), der Neuzeit (Wissenschaft, 17./ 18. Jh.) sowie deren Moderne: Moderne I (Aufklärung/Liberalismus, 18./19. Jh.), Moderne II (Sozialismus, 19./20. Jh.), Moderne III (oder: Spätmoderne, Existentialismus, 20./21. Jh.). Angeführt ist eine Tafel zu den Philosophen nach Richtungen sowie eine Zusammenfassung meiner eigenen Philosophie (auf den Punkt gebracht). [288 Seiten.]

P.S. Dieser Text ist Bestandteil meines vierten Buches "Geschichte der Philosophie - Von der Ur-Idee zum Welt-All" (2018). Er entspricht der Zusammenfassung meiner Philosophie, wie sie in diesem Buch gegeben ist. (Siehe auch: Verlag-Seite und Philorel-Seite).

[Seitenanfang.]





Nachträge (redigiert).

Ich gehe in meiner Philosophie von fünf Teilgebieten der Philosophie aus: Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik, Politik. Die Metaphysik - also: die Philosophie des Seins - ist für mich die Bestimmung des Seins als Urgrund der Philosophie und damit die Voraussetzung von aller Philosophie, sich grundsätzlich mit dem gesamten (Da-) Sein bzw. Seienden auseinanderzusetzen und nicht bloss mit ausgewählten (tendenziösen) Teilen desselben. Die Systematik ist für mich das Erheben eines (philosophischen) Systems als geistiges Modell von der Wirklichkeit des Seienden ('Realität' [inkl. Idealität der Realität]). Die Logik ist für mich die Vorstellung vom Ineinandergreifen der Faktoren des Systems (auf das System bezogen) oder der Dinge bzw. des (Da-) Seienden der Welt überhaupt (allgemein). Die Ethik ist für mich die Erwägung davon, wie Menschen gut zusammenleben wollen/können - es ist die Konzentration der Philosophie auf das Menschliche. Die Politik ist für mich das Gebiet, auf welchem eine Ethik für eine bestimmte Gesellschaft von Menschen besprochen und ausgehandelt wird (von der lokalen über die regionale und nationale bis zur supranationalen bzw. kontinentalen und terrestrischen [und allenfalls extraterrestrischen bzw. galaktischen und intergalaktischen bzw. universalen (und allenfalls multiversalen)] Ebene [das grösste Problem der Philosophie ist, dass man dabei immer an alles denken muss/sollte]). [Sommer 2018.]

Drei Gesetze des (Da-) Seins. 1. Nichts in der Welt entsteht zweifach, sondern alles nur einfach - an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit. 2. Überall, wo etwas entsteht, entsteht es aus Mangel an etwas (darum frag dich, was heute fehlt, und du weisst, was morgen ist). 3. Was über das reine Sein hinausgeht, ist das Wesen* (im Dasein [Ausdehnung, Ausprägung - hier: Wesen als Was-Sein (im Dasein), Sein als das bzw. dieses Sein]). Bei den Entstehungen in Satz 1 und 2 sind neue Entstehungen gemeint. [Herbst 2018.]

* Interessant in der antiken Philosophie bzw. Metaphysik/Ontologie ist die Unterscheidung von Sein und Wesen bei Aristoteles (später auch etwa bei Thomas von Aquino, welcher zu diesem Thema sogar eine eigenständige (kleine) Schrift verfasste: "De ente et essentia" [dt. Vom Seienden und vom Wesen] - man merke auch: der Begriff vom Sein an und für sich ist relativ neu und wurde im 20. Jahrhundert, etwa von Heidegger oder Sartre, behandelt, während zuvor, wie auch etwa bei Hartmann noch, stets vom Seienden die Rede war, und allenfalls vom Seienden an sich [ein kleiner, feiner grosser Unterschied]). Platon sprach nicht vom Wesen, sondern von der Idee. Wie kann man all dies zusammenbringen? Ich sehe hier eine Dreiheit: vom Sein, von der Idee und vom Wesen. In dieser Dreiheit entspricht das Sein dem Wirklichen (tendiert zum reinen Dasein [es ist]), die Idee dem Wahren (tendiert zum Wiesein [Frage] bzw. idealiter zum Seinsollen [wie ist es? und: wie soll es sein?]) und das Wesen dem Wesentlichen (tendiert zum Sosein, in dem das Wesentliche letztlich das konkrete, reale Phänomen in seiner Wesenheit [und Wesentlichkeit] ausmacht - Aristoteles verwendete dafür auch den Begriff der Form: wir können aber in einer rudimentären und immateriellen Analyse beim Begriff vom Wesen bleiben [so ist es]). Die Wissenschaft setzt beim reinen Wesen an bzw. bei messbaren energetischen und materiellen Faktoren desselben, während die Frage nach der Idee v.a. in der Ethik relevant ist (die Frage nach dem Sein an und für sich ist wiederum eigentlich nur für Metaphysiker und Ontologen bedeutend [d.h. für jene, die alles ganz Grundsätzliche irgendwie bzw. möglichst genau und/oder gut analysiert haben möchten (alle anderen gehen davon aus, dass das Dasein ohne weitere Überlegung gegeben ist)]). Es tut sich in dieser Überlegung ein kleiner Unterschied auf zwischen der philosophischen und der wissenschaftlichen Frage nach dem Ideal. Die Wissenschaft zielt auf die Quantität: so wie das meiste dieser Art ist, so ist es gut und richtig, oder zumindest normal, während die Philosophie eigenständige Überlegungen nach dem Ideal anstellen kann. Diese bergen die Gefahr in sich, überzogen zu sein, andererseits aber auch die Chance, nach der Qualität zu fragen statt bloss nach der Quantität (was in menschlichen und gesellschaftlichen Fragen relevant sein kann). Wie dieser Unterschied genau aufgelöst werden kann, ist derzeit noch nicht klar. Es ist eine Auseinandersetzung zwischen der Philosophie und der Wissenschaft bzw. (auch) zwischen der Geisteswissenschaft und der Naturwissenschaft (wo wiederum die Philosophie versuchen kann, zu vermitteln). Solange die Frage nicht besser geklärt werden kann, müssen wir sagen: es gibt eben diese zwei wissenschaftlichen Grundgebiete - der Natur- und der Geisteswissenschaft - die von verschiedenen Fragestellungen ausgehen. [Nachtrag: Frühling 2019.]

Die religiöse Komponente. Ich würde aus heutiger Optik allfällig kommende religiöse Ereignisse als rein geistige Phänomene deuten (wie ich es in meinen Büchern schon angetönt habe [wir können nicht von physischen Erscheinungen ausgehen, wenn das nicht sicher ist]). Während meiner philosophischen Arbeit sind mir auch Jesus, Maitreya und Selassie* begegnet, was eine interessante religiöse Komponente in meine Philosophie eingebracht hat. Ich tendiere aber dazu, die religiösen Phänomene letztlich philosophisch zu deuten, allerdings nicht in einer kalten und abstrakten Religionsphilosophie, sondern: nahe am Thema, und doch differenzierend und integrierend (wie es die Philosophie im Verstand und in der Vernunft verlangt: die gleichzeitige Nähe und Distanz mag manchen - wo auch immer ihr eigener Standpunkt zu religiösen Themen ist - schwierig verständlich erscheinen, aber es ist die Art und Weise, wie sich diese Themen in meiner Philosophie entwickelt haben; ich habe es mir jedoch - wie gesagt - angewöhnt, die letzten Fragen philosophisch zu beantworten).

* Dass ich als Philosoph von zukünftigen religiösen Figuren spreche, mag manchem Universitätsphilosophen seltsam vorkommen, ich möchte aber darauf verweisen, dass dies nicht nur Philosophen getan haben, welche von der universitären Philosophie eher in den Bereich der Esoterik abgeschoben werden (exemplarisch: Rudolf Steiner), sondern auch etwa ein durchaus universitär angesehener Philosoph wie Charles W. Morris* (das entsprechende Buch von ihm wurde vom bedeutenden Soziologen Wright Mills abgewertet als Fluchtversuch eines pragmatischen Philosophen vor den gesellschaftlichen Problemen und Selbstentfremdung des Intellektuellen - ich kann diese Kritik im konkreten Fall nachvollziehen, kann sie aber im Allgemeinen nicht gutheissen: ich kann mich ebenso bedeutend mit der Religion befassen wie auch mit gesellschaftlichen Problemen - ich sehe in dieser Kombination, u.a., überhaupt kein Problem: man kann natürlich aber ein Problem daraus machen und manche tun dies, aber das ist ihr Problem und nicht meines). Im Zentrum meiner Philosophie stehen jedoch nicht meine religiösen Ausführungen (zumal diese sich auch auf Dinge beziehen, die sich zeitlich relativ bis sehr weit entfernt befinden [und daher erst wenig klar gedeutet werden können, aber offen auf dem zukünftigen Weg der Menschheit liegen und bereits mehrfach thematisiert wurden]), sondern mein ontologisches System und mein Vorschlag zur Neuorientierung der Wissenschaften. Ich habe auch Religion, Philosophie und Wissenschaft bewusst getrennt betrachtet (besonders deutlich ist dies im zusammenfassenden dritten Buch), so dass Vorwürfe bezüglich der Religion nicht für die Philosophie gelten können, Vorwürfe bezüglich der Philosophie nicht für die Wissenschaft, und Vorwürfe bezüglich der Wissenschaft nicht für die Religion (und umgekehrt). Oder anders gesagt: man muss diese Gebiete in meiner Philosophie getrennt betrachten (obwohl man auch einen Zusammenhang herstellen kann, was ich aber eben bewusst nicht tue! - wie kann man das auseinanderhalten? Das kann man eben - u.v.a. - nachlesen in meinen Büchern).

Was ich noch sagen möchte (weitere Nachträge, nach Themen gegliedert)... zur... 1. Religion. Wer die Religion überschätzt, wird von ihr enttäuscht werden, wer sie unterschätzt, wird von ihr überrascht werden. 2. Philosophie. Wer die Philosophie überschätzt, wird von ihr enttäuscht werden, wer sie unterschätzt, wird von ihr überrascht werden. 2a. Metaphysik. Von der Seite der Religion her, sagt die Metaphysik, dass es kein (Da-) Sein ohne (Schöpfer-) Gott gibt, von der Seite der Philosophie her, sagt die Metaphysik, dass es keinen Gott ohne das Sein gibt. Die Wissenschaft hat sich noch nicht entschieden und tappt in solchen (letzten) Fragen (weiterhin) im Dunkeln (das grössere Problem der Wissenschaft ist natürlich nicht die Gewissheit über die Ursache, sondern die Bestimmung des Endzwecks [bzw. von Zwecken überhaupt]). Die Metaphysik bildet die Grundlage eines ontologischen Systems. 2b. Systematik. Die (erste) Dimension vom (Da-) Sein könnte noch ausdifferenziert werden in drei verschiedene Dimensionen: Sein, Da-Sein (in der Raumzeit) und Verbunden-Sein (Physik/Chemie: durch physikalische und chemische Bindungen). So ergäbe sich ein siebenfaches System mit den Dimensionen: Sein, Da-Sein, Verbunden-Sein, Leben, Glauben, Denken, Handeln. Es scheint aber ausreichend Gründe dafür zu geben, ein fünfdimensionales System in den Vordergrund zu stellen (und daher, weder ein sieben- noch ein dreidimensionales [Grund-] System: die Drei ist die einfachste Zahl für eine Systematik, die Fünf die beste, von der Sieben an wird es zu komplex, und gerade Zahlen führen zu künstlichen statt natürlichen Systemen [Zwei -> Yin/Yang, Vier -> Quadrat, usw. usf., etc. etc.] - immerhin zur näheren Erklärung der ersten Dimension kann diese Anmerkung hier gemacht werden). 2c. Logik. Die Logik entspricht eigentlich nichts anderem als einer Denkweise. Wir empfinden Denkweisen als logisch oder unlogisch. Da es verschiedene Denkweisen gibt, gibt es verschiedene Logiken. Geht man von einem (Grund-) System aus, so liegt die Logik im System begründet (sie entspricht eigentlich der Erklärung des Systems - im engeren Sinn ist sie daher relativ nahe beim eigentlichen System, in einem weiter gefassten Sinn kann sie viele Detailfragen betreffen). 2d. Ethik. In der Ethik geht es um Verhaltensweisen und unsere Einstellung im Denken zu diesen. Letztlich bleibt wohl ein grosses Fragezeichen zwischen ethischen Grundsätzen und praktischer Lebensmoral bestehen, welches vermutlich nicht gänzlich aufgelöst werden kann (und soll - d.h. wir können einer gewissen Doppelmoral wohl nicht entrinnen, in dem Sinn, dass wir toleranterweise immer mehr durchgehen lassen, als wir eigentlich gutheissen können, bei uns selber wie auch bei Anderen - die Frage ist, wie wir mit diesem Problem umgehen [das Problem ist die Imperfektion des Menschen und dessen Gesellschaft (sowie die Perfidität, die manchmal im Leben liegt [ich mag hier gar nicht weiter über eine Doppelmoral philosophieren, sondern nur anmerken, dass die reine Moral etwas ist, welchem der Mensch letztlich nicht genügen kann, dass die Ethik aber dennoch nicht fallengelassen werden kann: ein ewiges, letztlich aber wahrscheinlich auch nützliches Dilemma für den Menschen]); es gibt sicher bessere und schlechtere Wege, mit diesem Problem umzugehen, und wir sollten versuchen, bessere Wege zu finden]). 2e. Politik. Politik ist Idealismus. Es ist nicht so, dass wir das Maximum erreichen könnten, aber es ist so, dass wir das Maximum anstreben müssen, um das Optimum zu erreichen. Politik ist Realismus. Was wir aus Schwäche (oder Dummheit - meistens ist es [kollektive] Schwäche) nicht erreichen können, sollten wir nicht für gut befinden (weil wir uns damit den wahren Zielen berauben würden [was immer eine Gefahr ist in einem Zustand der Sättigung, oder auch: der Ohnmacht]). In der Politik spiegelt sich die menschliche Verantwortung wider - für alle Fragen*. 3. Wissenschaft. Wer die Wissenschaft überschätzt, wird von ihr enttäuscht werden, wer sie unterschätzt, wird von ihr überrascht werden (in der Wissenschaft liegt sicher der grösste Teil unserer heutigen Zuversicht, auch wenn sie [vermutlich] nicht alle unsere Probleme lösen wird/kann - erst bei einer perfekten Wissenschaft würden wir keine Philosophie und keine Religion mehr benötigen; dass dies kaum je möglich sein wird, sehen wir alleine daran, dass die Welt sich stets weiterentwickelt und niemals stillsteht: könnten wir noch alle Fragen der Vergangenheit klären, was alleine schon so schwierig ist, dass es fast unmöglich erscheint, so blieben immer noch die Fragen der Zukunft [ganz zu schweigen von der Tiefe und Weite der inneren (Psyche) und äusseren Welt (Universum)]).

Wirtschaft, Politik, Medien. Die gängigen Theorien der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sind bekannt. Allzu viel anzufügen gibt es dazu eigentlich nicht. Allerdings stellen sich gewisse Probleme auf höheren Ebenen der wirtschaftlichen Organisation. Ich beschreibe dies mit zwei Begriffen, welche in der ausgeführten Version meiner Systematik vom (Da-) Sein am Ende der fünften Dimension des Handelns stehen (das ist einzusehen in meinem ersten und dritten Buch): Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit. Das sind eigentlich die beiden zentralen Begriffe meiner Philosophie. Der erste Begriff erscheint bereits im volkswirtschaftlichen Zusammenhang, der andere erst im weltwirtschaftlichen Bereich. Es ist klar, dass die heutige Wirtschaft und deren Organisation diesen Begriffen nicht genügen kann. Ebenso klar ist es darum, dass eine Neuorganisierung der Wirtschaft in der Zukunft notwendig erscheint. Wie diese genau aussehen und vor sich gehen könnte, das überlasse ich der ökonomischen Theorie (und Praxis - die Problemfelder der beiden Begriffe dürften die Menschen schon bald zu dringendem politischen Handeln nötigen [die Probleme und Begriffe sind uns ja schon längst bekannt, aber mit der Implementierung hapert es noch immer sehr (man kann diese Anmerkung als relativ simpel betrachten, und doch ist es heute notwendig, auch diese einfachen Ausführungen in einer [möglichst] kompletten Philosophie zu machen)]). Politik. Für mich ist klar: Demokratie über alles (und Monarchie allenfalls erst dann, wenn die Demokratie so gut abgesichert ist, dass nichts passieren kann, was nicht mehr passieren soll [d.h. keine absolutistische Alleinherrschaft]). Ich befürchte jedoch, dass die Demokratie unter Druck geraten wird - einerseits aufgrund wirtschaftlich schwierigerer Zeiten, andererseits aufgrund unmotivierter Schübe (bzw. gedankenlosen Politgenerationen). Wie auch immer: das ist ein anderes Thema (Stichwort: Dystopie). Im Zentrum der Politik, d.h. der Organisation der Polis, stehen für mich die Schlagworte der grossen bürgerlichen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (oder wie man auch immer den dritten Begriff definieren will - meine Favoriten sind: Verwandtschaftlichkeit oder Mitgenossenschaft [aber es gibt letztlich keinen Begriff, welcher den etwas veraltet tönenden Begriff der Brüderlichkeit adäquat ersetzen würde]). Die Umsetzung dieser schwierigen Formel dürfte für die Menschen langwierig und schwierig genug werden, als dass wir uns über die Politik der Zukunft und deren Ausrichtung allzu viele Gedanken machen müssten. Die Losung lautet eigentlich: ständige Verbesserung der Umsetzung der grossen Bürgerrevolution gegen den Absolutismus. Vor der Parteizugehörigkeit sollte jeder Demokrat sich bewusst sein, dass er zuallererst einmal Demokrat ist (und dass jede Partei eine Aufgabe erfüllt, die von einer anderen Partei nicht erfüllt werden kann [was auch der Grund dafür ist, dass überhaupt verschiedene Parteien aufgekommen sind]). Mit einer solchen Einsicht könnten die allerschlimmsten Parteienkämpfe vermieden werden. Die Medien gehören zu bedeutendsten Mit- und Nacherziehungsmitteln dieser Gesellschaft (diese sind: Schule, Kultur, Medien - umrahmt von der Familie als Primärstruktur und der Justiz als letztlichem Gericht). Die Medien sind im Grunde als das Dazwischenstehende und Vermittelnde konzipiert, denn das ist ein Medium. Sie sollten uns also vermitteln, was wir sonst nicht vermittelt bekämen. Natürlich können die Medien dieser Aufgabe nicht gerecht werden, da sie je nach ihrer Ausrichtung ganz wesentlich auch zur öffentlichen Hand oder zur Privatwirtschaft gehören. Sie können also nicht freie Medien sein (wie ein Individuum dies sein könnte [siehe: Jesus Christus] - im Internet gäbe es die Chance für freiere Medien, jedoch sind solche noch nicht erkennbar; die Frage ist auch, ob solche, wenn sie allzu frei sind, überhaupt strukturierbar wären [die Strukturierbarkeit ist natürlich ein Grundfaktor vom Institutionellen]). Die Medien bezeichnen sich selber gerne als vierte Gewalt im Staate (neben der Legislativen, der Exekutiven und der Judikativen). Wenn sie das tatsächlich sind, dann muss es auch eine fünfte Gewalt geben - das ist die Medienkritik. Eine bessere, kritische Aufklärung gegenüber den Medien scheint mir heute in den hochentwickelten Gesellschaften notwendig. Natürlich muss man vorsichtig sein mit dem Begriff der Medienkritik: in einem überautoritären, nichtdemokratischen Staat wird sich diese gegenüber freieren, kritischen Medien eher zurückhalten, während sie aber in einer freieren Gesellschaft notwendig erscheint, damit der Machtfaktor dieser vierten Gewalt nicht zu stark wird (Medienkritik heisst auch: faire Medienkritik, welche die Medienstruktur in bestimmten Verhältnissen berücksichtigt). Wie die Medien soll auch die Medienkritik nur mit dem Wort agieren. Sie soll den Medien den Spiegel vorhalten und ihnen Grenzen aufzeigen. Wenn wir die heutige politische Situation anschauen, müssen wir erkennen, dass wir den Medien zu viel Vertrauen entgegengebracht haben. Wir dachten, die Information allein genüge zur Veränderung der Welt, wir dachten, wenn die Menschen wüssten, was in der Welt los ist, dann würden sie die Welt zum Besseren verändern, aber sie hat sich nicht verändert, jedenfalls nicht im gewünschten Mass - und die Medien scheinen auch einiges falsch gemacht zu haben (wenn sie so wichtig sind, wie sie sich selber erachten). Wir müssen uns auf jeden Fall mehr Gedanken dazu machen, was für Medien wir wollen - bezüglich der klassischen wie der neuen Medien. Und dies - was für Medien wir wollen - ist eine Frage der Medienkritik (und einer Wissenschaft der Medienkritik). Immanuel Kant (in einer eigentlichen Definition zum Wesen der Aufklärung): "Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muss." (Kritik der reinen Vernunft, 1781). Oder etwas schöner, positiver und erträglicher formuliert: Die Dinge sind im Licht einer umfassenden Aufklärung - nach allen Seiten hin - zu betrachten. Dies entspricht dem ewigen philosophischen Projekt der modernen und nachmodernen Philosophie (statt von Religion, Philosophie und Wissenschaft zu sprechen, können wir in diesem Sinn vielleicht auch von [Wieder-] Verbundenheit, Aufklärung und Wissenschaft sprechen). [Winter 2018/2019.]

Zurück zum System. Schliesslich möchte ich hier auch noch etwas genauer erklären, was unter den einzelnen Dimensionen zu verstehen ist (nebst der eigentlichen Herleitung bzw. genauen Erklärung in meinem ersten Buch). Daher habe ich für jede Dimension eine erklärende Dreiheit begründet, welche den Inhalt dieser Dimension genauer erklärt: 1. (Da-) Sein -> Ontologie, Physik, Chemie. 2. Leben -> Pflanze, Tier, Mensch. 3. Glauben -> Haben, Fühlen, Hoffen. 4. Denken -> Bewusstsein, Verstand, Vernunft. 5. Handeln -> Ethik (u. [Lebens- wie auch Leidens-] Moral), Wirtschaft (inkl. Wirtschaftswissenschaft), (Real-) Politik. Besonders schwierig ist natürlich die Darstellung der Dimension des Glaubens - nicht zuletzt deswegen, weil wir uns gewöhnt sind, das Glauben als konkreten religiösen Glauben bzw. konkrete religiöse Konfession aufzufassen (und weil diese sich im Grunde ja nicht philosophisch erklären möchten ['denke nicht, glaube nur']). Ich gehe natürlich von einem allgemeinen und neutralen Glaubensbegriff aus (wobei man sich fragen muss, was für Faktoren das Glauben ausmachen - so bin ich auf die drei angegebenen Faktoren gekommen [Haben bedeutet: wir haben etwas von dem, woran wir glauben (oder zumindest glauben wir, etwas davon zu haben, aber auch: wir glauben etwas, von dem, was wir haben) - Fühlen bedeutet: wir sind verbunden mit dem, woran wir glauben - Hoffen bedeutet: wir hoffen auf das, woran wir glauben]). Das Glauben ist hier natürlich auch geschlechtsneutral aufzufassen (es heisst auch in der Bibel, man solle Vater und Mutter ehren und nicht nur den Vater oder nur die Mutter alleine - dies gilt im [religiösen] Glauben: in den nachfolgenden Dimensionen kann es durchaus zu psychologischen Kontroversen kommen [was in gewissen Konstellationen auch durchaus verständlich ist]). Nicht einfach ist auch die Erklärung der Dimension des Handelns. Insbesondere stellt sich hier die Frage, ob die Wissenschaft einen eigenen Faktor bildet, oder ob dieser der Wirtschaft oder der Ethik angerechnet werden muss. Realiter ist dieser wohl ziemlich stark der Wirtschaft und deren Bedürfnissen anzuhängen (und dies nicht erst seit der Neuzeit übrigens, wie die interessante Fixierung der Alchemisten auf die Goldgewinnung im Mittelalter schon zeigt), idealiter ist die neuzeitliche Wissenschaft natürlich eine Grundlage der neuzeitlichen Ethik (das zeigt sich in der Entwicklung von der grossen Vorstellung des Neuen Atlantis bei Bacon über die Enzyklopädisten bis zur Aufklärung). So betrachtet ist die Wissenschaft der Grundfaktor der Neuzeit überhaupt: der neuzeitliche Mensch soll wissenschaftlich handeln (von der reinen Wissenschaft her könnte man sogar sagen, dass die Wissenschaft die Ethik ersetzt habe [was ich natürlich aus meiner philosophischen Position her als übertrieben betrachte, aber das ist das Credo der Neuzeit (offene Fragen bezüglich der Wissenschaft werfen uns jedoch - zwischen Maschinen, Robotern, Computern und Algorithmen - erneut auf die [eigentlich antike bzw. in der Antike begründete] Ethik und schliesslich die [Lebens- und Leidens-] Moral zurück)]). Es ist nicht einfach, eine Philosophie mit einer so grossen Themenvielfalt, kurz und knapp darzustellen, aber ich habe das hier versucht (in einer Tendenz, die mich von meinem ausführlichen und ausschweifenden ersten Buch in eine begrenztere Art der Publikation gebracht hat - ich bin zwar ein Gern- und Vielschreiber, möchte jedoch im literarischen Bücherausstoss nicht ein Vielpublizierer sein [freilich ist dies eine schwierige Gratwanderung, da man ja zu allem noch so viel an Erklärung hinzufügen könnte und möchte, so dass es dann rasch einmal zu viel werden kann (heutige Philosophen können aus verschiedenen Gründen nicht mehr so riesige Systeme machen, wie das ein Kant oder ein Hegel gemacht hat, aber sie können vielleicht, und das ist vorerst einmal eine blosse Hoffnung, genauere, exaktere und trefflichere Systeme machen)]).

Wozu überhaupt (noch) ein philosophisches (und universalistisches) System und Weltbild begründen? Die Leute sind enttäuscht von alten Weltbildern - insbesondere der Religion und der Ideologien (insbesondere der politischen Ideologien [Liberalismus-Kapitalismus/Sozialismus-Kommunismus]). Keine der Ideologien konnte sich als alleinige Ideologie etablieren und jede der Ideologien hat auch nachteilige Auswirkungen gezeigt. Das gilt selbst für das wissenschaftliche Paradigma, in welchem wir derzeit drinstecken (die schrecklichen Waffeneinsätze in den beiden Weltkriegen und das Aufkommen der Ökoproblematik sowie dystopische Zukunftsvorstellungen in der Kunst und Kultur deuten die Probleme an, die auch die Wissenschaft aufwirft - es scheint auch ein bedeutendes Problem zu sein, dass die Wissenschaft an und für sich keine Ethik herausbildet [eine universitäre Disziplin an der Universität ist bloss ein Anhängsel, welches kaum beachtet wird, und das können wir heute schon fast von der gesamten Philosophie sagen, aus welcher sich die wissenschaftlichen Disziplinen herausgelöst haben, die nun quasi nicht mehr auf die Philosophie zurückschauen wollen]). Können der Mensch und die Menschheit ohne ein System, Weltbild und Paradigma leben? Das ist die grosse Frage. Wir können die Welt von heute nicht anders verstehen, als eine Zusammenfügung verschiedener Paradigmen, die sich zu verschiedenen Zeiten gebildet haben. Doch was wird diese Welt noch zusammenhalten? Ich bin der Meinung, dass dies heute eine philosophische Frage ist. Und daher ist es für mich auch klar, dass sich primär die Philosophie um diese Frage kümmern muss (eine Philosophie, notabene, die schon fast untergegangen ist - verschiedene Philosophen des 20. Jahrhunderts wie etwa die Poststrukturalisten und die Existentialisten [namentlich Heidegger] oder auch Rorty, einer der bedeutendsten US-Philosophen des 20. Jahrhunderts, haben schon so etwas wie ein 'Ende der Philosophie' erklärt, jedenfalls von einer Philosophie, wie wir sie bis dahin gekannt haben). Mich persönlich stiess die Paradigmenlosigkeit dieser Zeit in eine denkerische Krise, in welcher ich mich mit der Philosophiegeschichte zu beschäftigen begann, und aus welcher schliesslich meine Systematik vom (Da-) Sein hervorging. Ich verstehe diese nicht als einzige und letzte Möglichkeit der Begründung eines philosophischen Systems, sondern als Anregung für die Philosophie, über die Systemproblematik nachzudenken und an diesem Problem weiter zu arbeiten. Ich habe versucht eine möglichst neutrale und stark konzentrierte Lösung vorzulegen, aber perfekt ist diese natürlich nicht. Das muss sie auch nicht sein, sondern sie muss bloss möglichst gut der heutigen Zeit entsprechend sein. Die philosophischen Systematiker, falls es überhaupt noch solche gibt, haben heute Angst vor der wissenschaftlichen Perfektion. Sie müssen wieder ein Gefühl für die (wahre) Philosophie bekommen, die nie mehr so frei sein kann, wie sie es vor der Begründung der neuzeitlichen Wissenschaft (und der christlichen Religion, auch) war, aber die immer noch frei genug sein kann, um sich selber zu behaupten und ihre ureigene Aufgabe im Grossen und Ganzen wahrzunehmen und zu erfüllen.

Ich bin auch der Meinung, dass dies heute wieder eine Zeit für die Philosophie ist, denn es sieht so aus (auch wenn das ein bisschen esoterisch tönt): dass die Systematik vom (Da-) Sein auf die Entwicklung der Menschheit in den letzten 2500 Jahren übertragen werden kann, und dass die Menschheit demnach eben einen vollen paradigmatischen Zyklus von Sein (Antike/Philosophie: -500-0), Leben (Christus [und frühe Patristik]: 0-500), Glauben ([Späte] Patristik: 500-1000), Denken (Scholastik [und Renaissance]: 1000-1500) und Handeln (Wissenschaft, Aufklärung, Wirtschaft, Liberalismus, Sozialismus, Existentialismus: 1500-2000 [ungefähre Zeitangaben]) hinter sich hat und nun vor einem neuen solchen Umlauf steht, in welchem im ersten Abschnitt (2000-2500, global) wieder die Grundwerte verhandelt werden - in einer freilich neuen Art und Weise, die wir zuerst ausloten müssen (daher auch die ganze Heftigkeit von politischen und anderen Kämpfen - auch etwa in Kultur und Spielen [insbesondere in Fantasy und Science Fiction, wo dies in einer fiktiven Art und Weise angedeutet wird] - heute, die bereits auf zukünftiges Leben, Glauben, Denken und Handeln zielen [wir können zu dieser Zeit nur hoffen, dass diese Kämpfe trotz ihrer grossen Bedeutung letztlich auf einem vernünftigen Niveau stattfinden, denn natürlich könnten aus solchen Auseinandersetzungen auch neue Weltkriege hervorgehen, was niemand wirklich wollen kann]). Ich möchte jedoch nichts weiter über die weitere Entwicklung sagen bzw. keine weiteren Schlüsse dazu zienen, denn dass die Systematik auf die letzten 2500 Jahre annähernd zu passen scheint, bedeutet nicht, dass sie einfach so auf die nächsten 2500 Jahre übertragen werden kann (das wäre eine Extrapolierung, welche in dieser einfachen Art nicht zulässig ist [es kann durchaus ein weiterer Zusammenhang gegeben sein, aber das können wir aus heutiger Sichtweise heraus noch nicht wirklich sagen - die Zukunft ist immer offen (gleichgültig: was für Überlegungen und Berechnungen wir auch über sie anführen - dies heisst aber nicht, dass wir keine Philosophie haben sollten, die uns in die Zukunft führen kann, denn es ist ja wohl das Schlimmste und Dümmste, in der Vergangenheit und Gegenwart die schlimmsten und gefährlichsten aller Waffen herzustellen und keinen Friedensplan für die Zukunft zu haben - das ist aber ziemlich genau das, was die Weltpolitik und eine Wirtschaft und Wissenschaft ohne Ethik heute machen: wir können die Zukunft beeinflussen, und das sollten wir auch tun)]).

Vermutlich sollten wir eben ein Paradigma schaffen, in welchem die Religion, die Philosophie und die Wissenschaft ihren Platz haben. Dies leuchtet v.a. dann ein, wenn wir uns daran erinnern, dass die verschiedenen Bereiche von verschiedenen Dingen sprechen, nämlich die Religion - ebenso wie die politischen und ökonomischen Leader und Manager (welche in der Neuzeit und ihrer Moderne quasi die Wirkung von Religion übernommen haben [mit teils neuen und teils aber auch fehlenden Antworten]) - von Wirklichkeit, die Philosophie von Weisheit, die Wissenschaft von Wahrheit (während die Technik der Wissenschaft wiederum in den Bereich der Wirklichkeit fällt [und damit vom Wahrheitskriterium abfällt, notabene: es gibt heute auch einen gewissen Widerspruch zwischen der Wissenschaft der Technik und der Technik der Wissenschaft - und natürlich: eigentlich müssten wir heute schon lange nicht mehr von einem wissenschaftlichen, sondern von einem technischen und technologischen Paradigma sprechen (dessen Probleme natürlich aber eng mit dem wissenschaftlichen Paradigma verknüpft sind)]). Wir brauchen die Wahrheit, die Wirklichkeit und die Weisheit - die Menschheit muss ihr volles Potenzial ausschöpfen, wenn sie bestehen will (und das ist ein theoretisches Problem - weil eben die verschiedene Auffassungen bestehen, die nur schwierig zusammenzubringen sind). [Frühling 2019.]


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