Meine Philosophie (auf den Punkt gebracht).


Hier ist das Allerwesentlichste über meine Philosophie (sehr) kurz zusammengefasst.



Wie kam ich zur Philosophie? Nichts deutete in meiner Jugend darauf hin, dass ich mich später mit Philosophie beschäftigen würde. Im Gymnasium faszinierte mich erstmals die Lektüre von belletristischen Büchern. Ich begann auch privat zu lesen - meine damaligen Lieblingsschriftsteller waren etwa (u.a.) Andersch, Camus, Loetscher, Orwell oder Paton - und ebenfalls zu schreiben: Gedichte und Kurzgeschichten, später auch Theaterstücke und Romanfragmente - jedoch alles eigentlich noch ohne irgendeinen Publikationsgedanken (ich habe das Schreiben in jener Zeit auch im engeren Kollegenkreis eigentlich für mich behalten und niemand hat etwas davon gewusst). Es kamen erste populär- und vulgärphilosophische Bücher dazu - besonders bedeutend ist in diesem Zusammenhang vielleicht das Buch "Wendezeit" des US-amerikanischen Physikers und Esoterikers Fritjof Capra. Zur echten Philosophie, sozusagen, kam ich aber erst später. Durch verschiedene schwierige Ereignisse in meinem Privatleben - inkl. dem Abbruch meines Studiums der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften - kam ich anfangs der 1990-er Jahre, mit etwa 27 Jahren, auf diese Spur: zur Lektüre von philosophischen Büchern. Daraus wurde eine richtiggehende Passion, welche mich fortan nicht mehr losliess - als weitere Gebiete kam auch ein bedeutendes Religions- und Wissenschaftsinteresse dazu.

Eine andere, anschliessende Frage wäre: wie kam ich zur Religion? Das war nämlich auch nicht selbstverständlich (und dies geschah eigentlich während meiner philosophischen Phase und wurde dann auch in diese integriert - das integrale Denken ist neben der Seinsphilosophie ein weiterer bedeutender Ansatz in meiner Philosophie*). Im Zentrum standen dabei (u.a.) - ohne dass ich zu alledem ins Detail gehen möchte - ein Bekehrungserlebnis zum Christus, eine intensive Bibellektüre sowie eine Phase der Beschäftigung mit Steiners Anthroposophie.

* Die Bedeutung, welche dieser Begriff für mich hat, muss ich erklären, da er konservativ und reaktionär angehaucht ist. Wenn man dem Begriff vom Integralen - abseits der Mathematik - nachspürt, dann kommt man etwa zu drei verschiedenen Ansätzen: 1. Integraler Nationalismus im 19. Jahrhundert (so bezeichnet nach dem US-Historiker Hayes [Nation als zeitlose, universale Ordnung]), 2. Integrales Yoga (Sri Aurobindo) und Integrale Theorie (Jean Gebser, Ken Wilber), 3. Bedeutung im Katholizismus (als Reaktion gegen den Modernismus - später und/oder früher). Ich sehe den Begriff in einer neuen Art und Weise, indem ich anführen möchte, dass es einen grossen Unterschied macht, ob man etwas in einen bestehenden Kreis oder Zirkel integriert, oder aber in eine offene Welt der Zukunft. Meine Auffassung ist natürlich mit der zweiten Art verbunden. Das bedeutet nicht, dass der reaktionäre Faktor gar keine Rolle spielt, aber ich deute die Welt doch letztlich in einer progressiven Art und Weise (nicht mit einer blinden Progressivität, natürlich, sondern vielmehr mit einer überlegteren Progressivität). Ich würde auch von einer positiven und einer negativen Reaktion sprechen: die negative versucht die Progressivität zu verhindern, die positive versucht, sich selber - mit seinen Grundwerten - in die Progressivität einzubringen. Diese Unterscheidung ist nicht ganz unbedeutend für die heutige politische Zeit. Grundsätzlich bedeutet Integralität/Holismus: Vollständigkeit, Ganzheit, Ganzheitlichkeit.

Wenn ich die Frage beantworten müsste, welche Philosophen mich am Meisten beeinflusst, oder sagen wir: mitgeprägt haben. Dann würde ich sagen: viele, sehr viele, im Besonderen aber vielleicht: Camus, Capra, Konfuzius, Heidegger, Jesus, Steiner, Kant, Hegel, Buddha, Küng, Gebser. Ich schreibe hier keine Namen hin, weil sie schön, toll oder speziell tönen, sondern das wären ungefähr die Namen, die ich angeben würde, wenn ich ein paar Namen angeben müsste. Natürlich ist das eine etwas spezielle Mischung, und ich kann nicht von jedem Universitätsphilosophen erwarten, dass er diese nachvollziehen kann. Wenn ich ein paar Richtungen angeben müsste, welche in meiner Philosophie besonders bedeutend sind, wären es vielleicht etwa diese: Ontologie/Existentialismus, Christentum/Christologie/Ökumene, Holismus/Integralismus, Schichtenlehre/Emergenztheorie, Feldtheorie, Ökologie, Soziologie. Dagegen gibt es kaum Richtungen, welche ich vollkommen verwerfen würde, sondern: ich versuche mich mit allem möglichst adäquat zu beschäftigen (und aus dem, was ich adäquat finde, ergibt sich dann vermutlich meine persönliche Philosophie - man kann daraus, meinetwegen, einen Adäquatismus ableiten [what in the whole thing is really relevant, and what is even more relevant, and what shall we do to not forget all the rest]).


Was ist meine Philosophie? Mein Ausgangspunkt war der Begriff vom (Da-) Sein. Ausgegangen bin ich philosophisch eigentlich vom französischen bzw. einem künstlerischen Existentialismus (v.a. mit Sartre und Camus - ich hatte ja eben auch als belletristischer Schriftsteller mit existentialistischem Flair begonnen). In der Auseinandersetzung mit dem Begriff des (Da-) Seins zeigte sich rasch, dass ein System um diesen Begriff, wie ich es begründen wollte, weg vom reinen Existentialismus und hin zu einer Ontologie führen muss. Daher kam ein gewisses, wenn auch nicht überbetontes Interesse für Heidegger (Existenzphilosophie) und Hartmann (Ontologie) dazu. Diese Wendung vom Existentialismus zur Ontologie ist einer der zentralen Gedanken und Entwicklungen ganz im Anfang meiner Philosophie. In rund elf Jahren bis zur Publikation meines ersten Buches ("Postmoderne Ontologie", 2003*) entwickelte ich mein philosophisches bzw. ontologisches System, mit fünf Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken und Handeln (später [in meinem zweiten Buch ("Politika 2000+", 2016), in welchem es ansonsten spezifisch um die Schweizer Politik ging] ergänzt: inkl. Nicht-Handeln und Gut-Handeln - eine kleine, aber feine Ergänzung!). Nach diesem ersten Buch machte es mir einige Mühe, eine entsprechende Logik und Ethik zur gegebenen Systematik zu finden: über ein paar Umwege kam ich im Herbst 2017 in (m)einem kleinen Heureka zum Schluss, dass diese eigentlich schon in der Systematik drin stecken (und im ersten Buch bereits dargelegt sind [in der ausführlichen Beschreibung der Systematik, welche nur dort gegeben ist]). Die Logik erscheint nämlich in der dialektischen Schichtung der Systematik, die Ethik in den beiden letzten (Ziel-) Faktoren der Systematik, d.h. in der Sozialgerechtigkeit und der Umweltverträglichkeit**.

* Kleines Detail am Rand: der Titel meines ersten Buches beinhaltet - eher unbewusst - zwei grosse Richtungen der europäischen (Festland-) Philosophie des 20. Jahrhunderts: in Frankreich (Postmoderne bzw. Poststrukturalismus) und in Deutschland (Ontologie und Existenzphilosophie - wobei ich unter der Postmoderne allerdings in eine ferner in der Zukunft liegende Zeit meine).

** Daraus könnte man einen Moralischen Konjunktiv ableiten, welcher so aussehen würde: Du könntest so handeln, dass die Maxime deines Willens und Leidens grundsätzlich an der Sozialgerechtigkeit und der Umweltverträglichkeit ausgerichtet ist***. (Dass ich selber dem vollkommen entsprechen würde, ist keine Bedingung für die Behauptung des Satzes - es besteht immer Verbesserungspotenzial [für alle]).

*** Haben wir das ethische Ziel gefunden, müssen wir es aber noch mit dem moralischen Anfang verbinden (sonst bleibt es eine blutleere Papierethik). Der Anfang aber ist der Ursprung, d.h. die Natur bzw. die Schöpfung. Zielt die Ethik auf die Gesellschaft und die Umwelt, so kommt der Anfang von der Natur her. Wir können daher die Conditio Humana festhalten zwischen den Faktoren: Natur, Gesellschaft, Umwelt. Darin ist alles enthalten: von der Freiheit des Individuums über das Zusammenleben der Menschen bis zu einer irdischen oder gar kosmischen Konditionierung der Welt (nachdem der Mensch über mehrere Jahrhunderte jegliche Konditionierung ablehnte, müssen wir heute - mit dem Aufkommen der Ökoproblematik - eine gewisse Konditionierung wieder anerkennen, und dies ist gleichsam der Beginn einer neuen Zeit, welche in ihrer eigentlichen Ausprägung aber noch weit entfernt ist, denn die Ausprägung dieser neuen Zeit liegt nicht in der Erkenntnis dieser Zeit, sondern in der Gestaltung dieser Zeit).


(Kürzest-) Zusammenfassung meiner Philosophie, Religion und Wissenschaft. (Entspricht dem Anhang in meinem dritten Buch und eigentlichen Hauptwerk "Vom Sein, vom Wahren und vom Guten", 2017 - noch einmal redigiert und ergänzt.) Philosophie. 1. Das (Da-) Sein ist der Urgrund der Welt, und Gott ist der Schöpfer vom Sein ins Dasein. 2. Die Systematik vom (Da-) Sein hat fünf Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken und Handeln (inkl. Nicht-Handeln [d.h. Verzicht auf Handeln] und Gut-Handeln [d.h. Ausrichtung des Handelns am Guten (Ethik und Moral)]). 3. Die Logik liegt in der Schichtung des Systems (wie sie aus der Systematik [in ihrer ganzen Darstellung (in meinem ersten Buch)] herauszulesen ist), die Ethik in den letzten zwei Faktoren der Systematik: Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit (ich unterscheide ferner in der Logik zwischen seriellen und dialektischen Ereignissen, in der Ethik zwischen Kondition, Mediation und Perfektion - je als Ziel von Handlungen gegeben [je nach Alltags- und Handlungssituation verschieden bedeutend]). Religion. 1. Es gibt ein Phänomen der Welt-Religion. 2. Jesus (aus dem Judentum) und Buddha (aus dem Hinduismus bzw. dem Brahmanismus) sind die beiden grossen Erlöserfiguren vom Westen und vom Osten her. 3. Eine Weltlehrerfigur, wie sie in der Religion und Literatur beschrieben ist - eine Zusammensetzung von Messias-Paraklet-Mahdi-Kalki-Maitreya - dient der Ökumene im Phänomen der Weltreligion (jedoch steht sie nicht höher als der Christus Jesus*). Wissenschaft. 1. Die spät- und postmoderne Wissenschaft benötigt klarere Richtlinien, Gründe und Ziele. 2. Die Ökologie ist die führende Disziplin der Natur-, Technik- und Ökowissenschaften (zur Förderung des Natur- und Umweltschutzes**), die Soziologie jene der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften (zur Förderung der Gesellschafts- und Weltgerechtigkeit). 3. Die Sozialgerechtigkeit und die Umweltverträglichkeit - siehe: Ethik - sind auch die beiden wesentlichen (politischen) Faktoren in einem Wirtschaftsmodell der Zukunft: über diese beiden Faktoren führt der lange und schwierige Weg zu einer allgemeinen (Welt-) Wohlfahrt. Schliesslich: die Freiheitlichkeit dürfen wir dabei nicht preisgeben, aber sie kann nicht der einzige Grund einer nachhaltigen Entwicklung für die Zukunft sein (wie auch die westliche Politik des 20. Jahrhunderts gezeigt hat).

* Denn dieser hat, klug wie er war in aller Religion, den Parakleten für sich gepachtet, und dies ist auch die einzige dieser Figuren, notabene, welche in der bedeutendsten Grundschrift der entsprechenden Religion verankert ist (das Problem dieser Weltlehrerfigur ist: dass sie von allen grossen Weltreligionen, oder allen bedeutenden Religionen der Welt überhaupt, im Sinn der erwähnten Zusammensetzung anerkannt werden muss, und das ist ein sehr grosses Problem, natürlich).

** Interessant ist in diesem Zusammenhang die Wandlung des Naturbegriffs, welcher nämlich zu verschiedenen Zeiten verschiedene Bedeutungen hatte, so etwa: Kräfte/Mächte/Gewalten*** (Naturreligion, d.h. religiöse und mythologische Kräfte, Geister oder Götter), Sein/Geist/Idee (Urgrundphilosophen [denn Urgrund bedeutet ja auch Natur - als Ursprung (Natur = Ursprung)]), Schöpfung bzw. Gott und Schöpfung (Religion/Christentum), 'Natur' (Wissenschaft: im Gegensatz zur Kultur), Freiheit (Politischer und ökonomischer Liberalismus), Willen (Individualisten [v.a. Schopenhauer und Nietzsche]) sowie Umwelt (Moderne Ökologie). Bei mir bedeutet Natur und Umwelt die Bezeichnung quasi von einer inneren (oder: eigentlichen Natur) und einer äusseren (umweltlichen) Natur. Es ist letztlich die Erkenntnis der eigentlichen Natur, welche uns auf den Schutz der Umwelt verweisen muss - welchem wir uns ansonsten (mit unabsehbaren Folgen) durchaus auch entziehen können - und es ist der Wunsch des Schutzes der äusserlichen Umwelt, welche uns auch auf den Schutz unserer eigentlichen Natur verweisen kann (ich spreche dabei auch von einer gewissen Liebe bzw. einem gewissen - im Zeitalter der ungezügelten Massenproduktion zunehmend verlorengegangenen - Respekt zu denjenigen Erscheinungen, die wir als Dinge betrachten [dies nicht übertrieben, aber doch eben je adäquat (und dies natürlich nicht nur im Kleinen und Privaten, sondern auch im Grossen und Geschäftlichen, denn dort wird der Hauptteil der nachhaltigen Schäden heute angerichtet)]).

*** Das ist tatsächlich die erste Beziehung zwischen Mensch und Natur, die wir kennen. Die Verhältnisse des Urmenschen sind uns dagegen nicht bekannt. Wir müssen annehmen, dass der Mensch sehr früh ein mystisches Verhältnis zur Natur bzw. zu den Erscheinungen der Natur aufgebaut hat - vermutlich vor jeglicher bzw. eigentlicher Religion. Natürlich gab es immer auch schon oder parallel dazu die Verwendung von Naturdingen als Werkzeuge, aber dies hat (bis heute übrigens) wenig zu tun mit der Grundeinstellung des Menschen zur Natur (weil der Mensch die Natur nicht und nie insgesamt als Werkzeug betrachten kann, sondern nur Teile von ihr [die Fokussierung auf diese einzelnen Teile und diesen Werkzeugcharakter hat freilich den trügerischen Naturbegriff der neuzeitlichen und modernen Wissenschaft hervorgebracht: dass der Mensch die Natur gänzlich beherrschen könne - dies wird aber nicht und nie der Fall sein, wodurch wir heute zur Integration verschiedener Denkweisen bzw. (v.a. im Allgemeinen) zu einem integraleren Denken herausgefordert sind]).

Anmerkung zur Religion: Ich komme in meiner späteren Philosophie - nach meinem eigentlichen Hauptwerk - davon weg, der Figur des zukünftigen Gesandten der Religionen einen konkreten Namen zu geben und nenne sie einfach: Weltlehrer der Zukunft (der von allen Religionen als solcher akzeptiert wird). Die bedeutendste Lehre dieser Figur ist nach meiner Auffassung, dass sie nicht behauptet, zu kommen, um die Welt zu verändern (und all deren Probleme zu lösen - welche Figur der Zukunft sollte sich dies zutrauen?), sondern: dass die Menschen die Welt verändern müssen, damit der Weltlehrer überhaupt in einer adäquaten Welt erscheinen kann (mit echtem Frieden sowie echter Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit/Verwandtschaftlichkeit). Das entspricht - wie ich es schon in meinem ersten Buch beschrieben habe - der (esoterischen) Lichttransformation bzw. - mission von Jesus innerhalb der Evangelien der Bibel (Ich bin das Licht [Joh 8,12] - Ihr seid das Licht [Mt 5,14]; oder um eine Antwort auf Nietzsche zu geben: Gott ist nicht tot [wie auch schon Heidegger sagte], aber diejenigen, welche sich eine gute Welt erschaffen sollten, das seid ihr selber, und miteinander, und ihr könnt nicht ewig neue Wundermänner bzw. -menschen erwarten, welche dies für euch besorgen).

P.S. Die Ergänzungen sind auch hier nötig, weil meine Philosophie in einer ständigen Verbesserung meines Denkansatzes beruht. Es baut einerseits alles - vom ersten Buch an - aufeinander auf, aber es wird andererseits auch ständig verfeinert und verbessert. Das ist ein schwierig einsehbarer Prozess, aber das ist vermutlich so, wenn man - wie ich es tue - vom Ganzen ausgeht, und immer auch vom Ganzen spricht, und nicht im Einzelnen von Thema zu Thema springt (das kann auch gut sein, aber mein Ansatz ist ein anderer [holistisch-integraler]).


Was kann man mit meiner Philosophie anfangen? Man hat damit z.B. ein Weltbild, eine Zielsetzung und einen Lebenssinn. Das Weltbild besteht primär in der gegebenen Systematik vom (Da-) Sein, die Zielsetzung besteht - wie beschrieben - in der Sozialgerechtigkeit und der Umweltverträglichkeit. Und dies ist ebenso ein Lebenssinn: Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit. Wir brauchen zwar einen Gott, aber keinen höheren Sinn als dies. Wozu bin ich in der Welt? Für Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit. Was soll die Menschheit erreichen: Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit. Das ist das Ziel der Zukunft, das Ziel der Menschheit, das Ziel des ewigen Lebens. Mehr braucht man nicht für das geistige Leben, ausser eben noch ein Weltbild dazu. Und wer mehr will, der findet in meinen Büchern vieles, bis hin zu neuen wissenschaftlichen Ansichten und Erkenntnissen (u.v.a.). Und warum brauchen wir einen Gott? Weil es Situationen gibt im Leben, in welchen uns nichts anderes mehr weiterhelfen kann als die blosse Religion - wer solche Situationen erlebt hat, der weiss das (und darum gibt es die Religion auch immer noch, obwohl es immer mehr Menschen gibt, welche glauben, dass sie sie nicht benötigen); zudem ist die Religion oft auch nützlich für die richtige Einschätzung von Lebensphänomenen. Der Mensch braucht alle drei: Religion, Philosophie und Wissenschaft. Und es ist nicht sinnvoll, das Eine gegen das Andere auszuspielen, sondern: sinnvoll ist es, alle drei nebeneinander bestehen zu lassen - dass sie sich gegenseitig ergänzen, aber auch beschränken, wenn es nötig ist. Dies entspricht meinem Sinn vom Ganzen: gegenseitige Ergänzung und Beschränkung. Es gibt immer mehr Menschen in dieser spätmodernen Gesellschaft, die überhaupt nichts mehr von solchen Dingen wissen wollen: die Religion erscheint ihnen überflüssig, die Philosophie nutzlos, die Wissenschaft viel zu kompliziert. Doch - ganz abgesehen davon, dass es nicht unwesentlich, ob wir in der Gegenwart und in der Zukunft mit wahrer Religion, Philosophie und Wissenschaft regiert werden (wie die reine Vorstellung oder auch die schon gesehene Wirklichkeit der schlechteren Alternativen zeigt) - der Mensch kann nicht sein ohne diese Dinge, wie sie noch herausfinden werden (und andere wird es nicht geben, denn die Menschheit kann, obwohl sie immer neu entsteht, nicht neu erfunden werden - es gibt keine Transhumanität und keine Posthumanität, und da können sie sich verrenken, wie sie wollen, und in virtuellen Welten herumturnen, wie sie wollen, das wird alles überhaupt gar nichts ändern an den Grundbedingungen der Menschheit).

Für mich steht weder ein Prinzip (Kant) noch der Diskurs (Habermas) im Vordergrund, sondern: der Begriff. Der richtige Begriff kann verwendet werden, um ein Problem auszulegen. Ethik ist in diesem Sinn auch die Vorgabe eines Problemlösungsbegriffs, welcher das Nachdenken über ein Problem anregen kann (während die Lösung situativ und selbstständig vom einzelnen Menschen oder auch von Menschengruppen erarbeitet wird). Wir können ein Prinzip befehlen, oder einen Diskurs, oder wir können Begriffe geben, über die man besonders nachdenken sollte - prinzipiell wie diskursiv - und auf welche ein Handeln sich beziehen könnte. Wenn die Ethik nicht immer ganz so klar ist, sondern manchmal eher diffus, dann müssen wir diese Difussität aufgreifen und ihr ein brauchbares Konzept geben. Ich sage nicht, man muss einfach nur folgen (Kant) oder einfach nur reden (Habermas) - so einfach ist das Ganze nicht. Die Ethik ist billig geworden heutzutage - auch und selbst auch in der Philosophie - so kann es u.v.a. vorkommen, dass ein Philosoph das Gefühl hat, der könnte einfach die zehn Gebote in der Bibel nehmen, sie in eine eigene pseudophilosophische Form giessen und schon ist eine neue Ethik begründet. So kommen wir nicht weiter in diesen Fragen - man kann auch dies machen, aber so wird das Ganze immer beliebiger irgendwie. Meine Philosophie besteht letztlich auf vier Säulen (oder Begriffen): das Handeln (Philosophie), die Zukunft (Religion) sowie die Ökologie (Natur-, Technik- und Ökowissenschaft) und die Soziologie (Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaft). Die Veränderungen in der Wissenschaft stehen für mich dabei im Vordergrund, weil dies der Ort ist, an welchem wir konkret in das Weltgeschehen eingreifen können (nebst der Politik - aber die Wissenschaft sollte uns uns ja auch sagen, in der Soziologie und in der [untergeordneten] Politologie, was wir in der Politik zu tun haben [freilich ist sie eben heute noch lange nicht so weit]). Forderungen nach grossen Veränderungen in der Wissenschaftswelt sind an sich nichts Neues (ich verweise etwa und v.a. auf Fritjof Capra ["The Turning Point - Science, Society, and the Rising Culture", dt. Wendezeit - Bausteine für ein neues Weltbild, 1982] sowie Lothar Schäfer ["Das Bacon-Projekt - Von der Erkenntnis, Nutzung und Schonung der Natur", 1993]). Ich bin auch ganz allgemein der Meinung, dass das alte Urgrunddenken in jedem Bereich durch ein Endzweckdenken ersetzt werden muss. Dabei gehen die Urgründe nicht wirklich verloren, sondern sie verweisen auf die Endzwecke (Ursache-Wirkung/Grund-Folge). Offenkundig war alles Bisherige nicht ausreichend: die Religion, die Philosophie, die Einsicht (Anselmus von Canterbury), die Wissenschaft, die Vernunft (Immanuel Kant) - oder auch das heutige, wie etwa der Diskurs oder die Verantwortung. Ich habe daher eine ganz neue und eigene Art entwickelt um an die ganzen Probleme und Problematiken heranzugehen (welche nicht bedeutet, dass man die erwähnten und andere Dinge nicht für die Zukunft verwenden kann - ich bin ja für die wahre Religion, und ich bin für die wahre Philosophie, und ich bin für die wahre Wissenschaft - sondern: dass ich der Meinung bin, dass man sie neu anschauen und anders anwenden sollte [das können wir just zu diesem Zeitpunkt sagen, nach zwei schlimmen Weltkriegen und einem Kalten [Atomwaffen-] Krieg sowie einer kurzen Zeit von Frieden und Erholung - inkl. aber der Einsicht einer grossen und nachhaltig problematischen Ökoproblematik - sowie etwa seit den 2000-er Jahren aber wieder einem Anstieg von diffusen neuen Weltproblemen und -verunsicherungen; wir dürfen die heutigen Weltprobleme nicht herunterspielen, sondern wir müssen sie angehen - nicht mit Fanatismus, sondern mit Kontinuität]).

Ein paar ernsthafte Sätze zu dieser heutigen Zeit scheinen mir hier auch angebracht. Ich habe einige Menschen lachen gehört bei der Jahrtausendwende, über jene, die gesagt haben, die Welt könnte untergehen. Mir ist es nachwievor nicht verständlich, warum sie genau gelacht haben. Nun, die Welt ist nicht untergegangen (und sie wird vermutlich auch das kritischste Datum in diesem Jahrhundert überstehen), aber schon ein paar Jahre später können wir spüren, dass alles immer ein bisschen härter wird in dieser Zeit. Wir sehen immer mehr Ereignisse, die wir nicht mehr recht einordnen können, weil sie einen Bruch mit der menschlichen Entwicklung bis dahin zu bedeuten scheinen. Jene, die ein negatives Menschenbild haben und verbreiten, scheinen im Vormarsch zu sein (während jene, die ein positives Menschenbild haben, dieses auf immer sandigerem Grund aufzubauen scheinen). Die aktuelle Zeit sehe ich als die Zeit der grossen Ambivalenz (welche die Relativität im 20. Jahrhundert abgelöst hat). Es gibt gute und schlechte Tendenzen in dieser Zeit, und alles scheint ein bisschen ambivalent zu sein. Die schlechten Entwicklungen sind aber katastrophal. Und was ich im sogenannt besten Land der Welt zu dieser Zeit sehe, lässt leider keine allzu optimistischen Weltschlüsse zu. Spätestens die Atombombe und die Ökoproblematik hätte die Menschheit zu besseren Einsichten und auf bessere Wege bringen sollen, dies ist aber nicht wirklich geschehen. Und darum haben wir die heutige Ambivalenz: das Notwendige ist unvermeidlich, die Not aber wird drängender. Dass die Menschen und ihre Regierungen und Medien denken, dass diese schlechten Tendenzen keine Folgen haben werden, ist mir nicht verständlich. Die Folgen werden schrecklich, grässlich und grauenhaft sein. Die Menschheit kann sich heute eigentlich keine Fehlentwicklung mehr leisten (schon alleine aufgrund der immer schlimmer werdenden Waffen, welche sie zur gegenseitigen Vernichtung in ihren Händen hält - und noch sind wir nicht einmal bei den letzten angekommen), aber sie tut es doch. Ich bin bei allem Zeitpessimismus auch ein positiver Mensch, und ich glaube, dass am Ende die richtigen Resultate herauskommen werden, dass aber die Menschheit noch durch einige schwierige Zeiten hindurch gehen muss. Noch immer hat sie jedenfalls nicht gelernt, was ausreichen würde und hinreichend wäre, damit sie sich nachhaltig verbessert. Ich versuche in einer schwierigen kommenden Zeit - von welcher niemand weiss, wie lange sie werden wird - und deren Dunkel ein Licht anzuzünden und eine Fackel mitzugeben für diejenigen, die noch daran interessiert sind, eine Menschheit weiterzuführen.

Immer noch schwierig ist es für mich, einen Namen für meine Philosophie zu finden. Wenn ich meine eigene Philosophie klar einordnen möchte, so würde ich sie - reduktionistisch - als Ontologismus bezeichnen, und in diesem Sinn - zeitmässig betrachtet - als eine intellektuelle Erweiterung und Vertiefung des Existentialismus des 20. Jahrhunderts (kein Philosoph der Welt hat, wenn er nicht auf reine Effekthascherei zielt, solch reduktionistische Bezeichnungen gerne, aber die Leute wollen einem irgendwie einordnen und abstempeln - um einen besser verteidigen oder angreifen zu können). Man könnte den Ontologismus auch in Verbindung mit dem Integralismus/Holismus sehen, quasi als Ontointegralismus, was etwas konzentrierter tönt als Ontoholismus. Allerdings ist für mich die Ontologie per se holistisch und integralistisch. Daher ist vielleicht der Ontologismus eher in Verbindung mit der Teleologie zu sehen: als Ontoteleologie. Denn dies ist nicht unbedingt selbstverständlich, dass man aus der Ontologie utilitaristische und teleologische Schlüsse ableitet (für mich schon - auch zeitbedingt einsehbar bzw. notwendig - aber offenbar nicht für alle).



Meine Bücher finden sich auf meiner Verlagsseite, wo auch Angaben zu den Büchern zu finden sind. Das ist der Sinn meiner Aufgabe, welcher ich mich verpflichtet fühle.




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