Meine Philosophie (auf den Punkt gebracht).



Urgrund, Schöpfung, System. Gehen wir mit unserem Bewusstsein bis zu einem letzten möglichen Urgrund zurück, so muss dort eine Leere sein. Die Leere ist nicht dasselbe wie das Nichts, was es (nach dem ersten Seinsphilosophen Parmenides) nicht gibt. In die Leere kann oder muss etwas hineinkommen – sonst ist es keine Leere, denn in der Leere fehlt etwas: das (Da-) Sein. Gott, der Geist des Universums – und hier beginnt das Wort Gottes – schöpfte das Sein, welches die Leere erfüllte, ins Dasein (das ist die Schöpfung [Gottes]). Alles materielle Dasein ist begründet in Raum und Zeit (d.h. in der Welt [bzw. in der Raum-Zeit-Welt*]) – die reinen Formationen des Daseins ebenso wie auch die Informationen des Lebens. Das Glauben oder Der Glauben im Leben entspricht dem immateriellen Dasein bzw. dem ersten Bewusstsein. Wir glauben, also sind wir, bevor wir (nach-) denken und also sind. Das (menschliche) Bewusstsein, welches an diesem Punkt bereits auftritt, steht in einer seinswesentlichen Einheit von Sein, Dasein und Bewusstsein (inkl. dem Bewusstsein vom Verbundensein [religio bedeutet: (Wieder-) Verbundenheit]). Das (Ur-) Bewusstsein besteht, zurückgehend bis auf frühe Lebensformen, aus Orientierung und Konzentration bzw. aus der Koordination dieser beiden (denn wir glauben, eine Orientierung zu haben, und wir denken, sie in der Konzentration festigen – oder korrigieren – zu können; heute geht es ferner auch um Fragen der Stimmung und Bestimmung – oder allgemeiner: um bewusste Koordination von allem, was uns betrifft und ausmacht). Schliesslich handeln wir, so dass wir also sind (denn, was sich innen zusammenfügt, hat einen äusseren Ausdruck, so wie das, was aussen ist, hineingekommen ist – zur Information und deren Wahrnehmung). Dem Glauben folgt ergo das (Nach-) Denken und dem (Nach-) Denken das Handeln (inkl. Gut-Handeln und Nicht-Handeln). Daher besteht mein philosophisches bzw. ontologisches System aus diesen fünf Dimensionen: (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln (inkl. Gut-Handeln und Nicht-Handeln – siehe meine Bücher, insbesondere: "Postmoderne Ontologie" [2003] sowie "Vom Sein, vom Wahren und vom Guten" [2017]). Das Handeln wird hinterfragt durch die zehn W-Fragen (analog den Kategorien bei Aristoteles: Was? Wie? Wo? Wann? Wer? Wessen? Wem? Wen? Warum? Wozu?**). Das Sein ist der in die Leere hineingekommene, zum Dasein gewandelte Urgrund von allem, das Wahre ist die Religion und/oder die im gesamten Wahrgenommenen wie auch immer geartete Glaubenswahrheit, das Gute soll sein: die Bestimmung der Wissenschaften – meiner Meinung nach in einem soziologischen und ökologischen Paradigma. Dies entspricht dem Hauptzielpunkt meiner Philosophie: dass der Mensch, wenn er eine menschliche Zukunft will, sich soziologisch und ökologisch wird verbessern müssen (und dass er diese Verbesserung in den Wissenschaften, in den Geistes- und Naturwissenschaften, anstreben und verankern muss). Was sollte man in der heutigen Philosophie sonst postulieren und/oder propagieren? Natürlich ist die Forderung nach mehr Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit letztlich international und global gemeint. Nach der Lösung des 1000-jährigen Ost-/West-Problems – die Lösung ist nach der Eskalation im Kalten Krieg gegen Ende des 20. Jahrhunderts (trotz aktueller Schwierigkeiten und Rückschritte) zumindest auf gutem Weg – steht heute das Süd-/Nord-Problem an (mit einer mindestens ebenso bedeutenden Problematik).

* Die Raum-Zeit-Welt hat für mich drei grundlegende Faktoren: 1. Ihre (einfache) Daseinsweise als Wesen vom Sein (im Dasein), 2. Ihre (doppelte) Kausalität in Ursache und Wirkung (regressiv und reflexiv) sowie Grund und Folge (progressiv und intentional), 3. Ihre (dreifache) Ausprägung in Gebundener Energie (in der Physik: 'Materie'), Energiefeld/Feldenergie ('Feld') und Freier Energie ('Energie') – einsehbar in den Wesenheiten der atomaren Ebene sowie (feldtheoretisch betrachtet) in allen übrigen Wesenheiten (die subatomare Ebene betrachte ich nicht, weil sie für mich nur ein mehr oder weniger chaotischer Zustand auf dem Weg zur Ordnung der atomaren Ebene darstellt, in welchem offenbar – wie die Quantentheorie sagt – die Energieformen sehr kurzfristig ineinander übergehen können). Dies – die Welt als Materie, Feld und Energie (mit dem Feld im Zentrum der Organisation) – entspricht meiner physikalischen Weltanschauung (bzw. meiner Anschauung der Welt in der ersten Dimension des Daseins [Existenz/Physik/Chemie – von der atomaren Ebene aus kann ferner ein dreifacher Zusammenhang im Aufbau zur Körperwelt formuliert werden: von Atom-Molekül-Körper; in der Körperwelt wiederum sind die Zusammenhänge als Verhältnisse und die menschlichen Verhältnisse als Beziehungen bezeichnet – alle Körper oder Dinge stehen in einfacheren oder komplexeren Zusammenhängen, Verhältnissen und Beziehungen zuneinander). Ich ordne diese Auffassung der Feldtheorie zu bzw. einer Physikalischen Feldtheorie (und sehe diese Auffassung als einen möglichen neuen [und sinnvolleren] Ansatz zu einer Grand Unified Theory in der Physik).

** Ich weiss (dies als Anmerkung für die Vertreter der linguistischen Wende), dass diese zehn W–Fragen sich v.a. auf den deutschen Sprachgebrauch beziehen – trotzdem scheinen sie mir geeignet dazu, die alten aristotelischen Kategorien (welche schon Kant – wenn auch nicht hinlänglich – uminterpretierte) adäquat zu vertreten.


Weltreligion, Maitreya und Alpha. Wenn ich in meinen Büchern (u.v.a.) auch im Rahmen von einer Weltreligion, in einer fernen und sehr fernen Zukunft, von Maitreya (Weltlehrer) und Alpha (Weltkönig) spreche, so mögen manche eine solche Esoterik* in der Religion - und erst recht in der Philosophie - für verfehlt betrachten. Meine Meinung dazu ist diese: dass weder die Religion noch die Philosophie noch auch die Wissenschaften gänzlich ohne Esoterik, Mystik und/oder Mythologie auskommen (ja selbst die Wissenschaften: weil [auch] sie die letzten Fragen [bis dato] nicht aus sich selber heraus lösen, beantworten und erklären können – wir können natürlich den Traum von einer alles erklärenden Wissenschaft weiterträumen, und das tun wir auch, aber davon, dass dies eine Realität wäre, sind wir noch immer sehr weit entfernt). Was ist meine religiöse Überzeugung? Ich bezeichne meine Konfession als christlich-ökumenisch – der reine Fundamentalismus hat kein sinnvolles Ziel, die reine Ökumene keinen festen Grund. Ich gehe vom Christus Jesus aus, und ich bin der Meinung, dass dieser für eine Person als religiöser Grund vollkommen genügen kann (im Sinn von Weg, Wahrheit und Leben**), nicht aber für die Ökumene in der Weltreligion. Demgegenüber bin ich (entgegen etwa Rudolf Steiner [oder auch Morris und Creme (bzw. der gesamten bisherigen Maitreya-Rezeption)]) der Meinung, dass keine religiöse Figur der Zukunft stärker und höher auftreten können wird als der Christus Jesus (der Messias ist im Menschlichen als solcher nicht zu übertreffen - wir können demnach nicht auf eine neue übermächtige Religion hoffen, sondern höchstens auf eine bescheidene Erklärung der Religion). Weitere Gesandte der Religion können für mich nur einen Sinn und Zweck haben, und das ist die Ökumene zwischen den Religionen und Ideologien (und ich sehe sie in diesem Sinn bloss als Ergänzungen zur bestehenden Religion – ich möchte deren Bedeutung also keineswegs hochspielen, sondern im Gegenteil: sie relativieren [wir können das Heil der Zukunft, so glaube ich, nicht mehr anders erwarten, als durch menschliches Nachdenken und menschliche Arbeit***, aber trotzdem]). Die Ökumene ist (nach Hans Küng) eine Voraussetzung für den Weltfrieden. Neue Religionen und Kirchen benötigen wir nicht unbedingt (die Ökumene kann - auch wenn das oft nicht einfach ist - innerhalb der bestehenden Religionen, Konfessionen und Kirchen vertreten werden [würde die Ökumene eine eigene Kirche bilden, wäre dies ein Konkurrenzwesen zu den bestehenden Kirchen, und als solches der Ökumene wahrscheinlich sogar eher abträglich als zuträglich: dieser Gedanke führt dazu, dass die Ökumene zwischen den religiösen und anderen Ideologien auch oder sogar wesentlich auch in der Philosophie vertreten werden muss (mit einer Ökumene, welche über die rein religiöse hinausgeht)]). Was gibt es überhaupt heute für einen allgemeinen Grund zum Glauben für einen Philosophen? Der Grund ist die Ordnung der Gedanken und Ideen (und deren Ausrichtung). Wenn eine Philosophie, welche mit dem Glauben gar nichts mehr anfangen kann, in einer reinen Kulturkritik aufgeht, dann ist das intellektuell zwar interessant, kulturell aber nicht unproblematisch. Ich sehe mich einerseits als Verteidiger des (religiösen) Glaubens, andererseits muss ich doch einwenden, dass insbesondere der Sozialismus – im Verbund mit dem Liberalismus – einen besseren und geregelteren sozialen Ausgleich geschaffen hat, als alle früheren Religionen, Konfessionen und Kirchen dies jemals vermochten (die Stärken und die Schwächen sowohl des Liberalismus wie auch des Sozialismus sind heute ebenfalls hinlänglich bekannt).

* Der Begriff der Esoterik hat offenbar zu verschiedenen Zeiten verschiedene Bedeutungen (und dasselbe gilt auch für den Begriff des Spiritualismus [und andere Begriffe, notabene - teils sind die verschiedenen Auffassungen sogar auch noch politisch mitgeprägt (wobei die spezifischen Interpretationen oft gar nicht so einfach zuzuordnen sind)]). Während er zu jener Zeit, in welcher ich in die Philosophie eingestiegen bin (in den früheren 1990-er Jahren) - und in den Jahren und Jahrzehnten davor - noch einen klar positiven Wert hatte, scheint ihm heute zunehmend ein negativer Wert beigemessen zu werden. Vielleicht müssten wir daher von einer hellen und einer dunklen Esoterik (und einem ebensolchen Spiritualismus) sprechen (ich möchte aber eigentlich solch allzu strikte Bewertungen eher unterlassen). Die Begriffe, wie ich sie verwende, sind im Zusammenhang mit meiner ganzen Philosophie zu sehen, einzuordnen und zu bewerten (das gilt für diese und natürlich auch für andere Begriffe). Für mich bedeutet Esoterik in erster Linie ein Phänomen der Religionsphilosophie (ähnlich der Auffassung von Steiner diesbezüglich).

** Ich möchte indes aufmerksam machen auf die schwierigen Perspektivenwechsel, die wir beim Lesen der Heiligen Schrift der Bibel beachten müssen - so heisst es z.B. über den Christus: zur (rechten) der himmlischen Kraft, aber (auf Erden) mitten unter uns. Die Bibel ist voller solcher Perspektivenwechsel (in einem Wechselspiel verschiedener Medien [wie etwa Himmel, Gott, Engel, Propheten, Christus, Apostel, Menschen]), die man verstehen muss, und die auch viele Missverständnisse im Zusammenhang mit diesem Buch erklären können.

*** Wir haben heute einen Überblick über die drei grössten Irrtümer der Menschen: 1. dass Gott das Gute schafft, ohne dass die Menschen etwas dazu tun müssten, 2. dass eine (philosophische) Ideologie das Gute schafft, ohne dass die Menschen etwas dazu tun müssten, 3. dass die Wissenschaft das Gute schafft, ohne dass die Menschen etwas dazu tun müssten. Es macht jedoch auch keinen Sinn, diese Dinge zu verleugnen. Was wir tun müssen, ist: den Wert des Menschen in allem erhöhen. Wir brauchen dafür keinen Übermenschen, sondern einen Superhumanismus (jedoch keinen unbewussten - welcher den Menschen ins Zentrum stellt gegen alles andere - sondern einen bewussten, welcher sich bewusst ist, dass das Wohl der Menschen auch von den anderen Dingen abhängt). Ich denke, dass dieser Gedanke (oder diese Entwicklung, falls sich - trotz allem politischen Reaktionismus der Gegenwart - schon Ansätze dazu zeigen) aus den Krisen des 20. Jahrhunderts entstanden ist: mit (u.a.) zwei schlimmen Weltkriegen, einer vernichtenden philosophischen Kulturkritik und einer epochalen Ökoproblematik. Alles Dinge, die den Menschen gezeigt haben, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann. Wir wissen das heute und müssen uns unsere Gedanken dazu machen. Sicher ist ein Superhumanismus nur ein Traum, aber die Träume sind das wichtigste Kapital der Menschen. (Ich sage das nicht von irgendwoher, sondern vom Rand aus von einem der reichsten, bestorganisiertesten, saubersten, engsten und kleinbürgerlichsten Länder der Welt [manche Leute denken, dies sei immer so gewesen, aber das stimmt natürlich nicht: früher waren die Schweizer in ganz Europa bekannt als Reisläufer und Stallknechte, und dies nicht ohne Grund, aber item].)


Politik und Bezeichnung. Ich sehe die Aufklärung als das ewige Wirken der Philosophie – allerdings nicht im alten Sinn (des 18. Jahrhunderts: alleine gegen alte Ordnungen), sondern im Sinn einer neuen Aufklärung nach allen Seiten hin. Weltpolitisch gehöre ich zu den Vertretern einer Weltregierung – die Stärken und Schwächen einer solchen sind jedoch genau zu analysieren und zu beobachten. Es wird eine richtige Zeit dafür geben, welche heute – vielleicht auch aufgrund von demokratischen Mängeln in der Weltpolitik – noch nicht da zu sein scheint (obwohl schon gewisse Ansätze und Notwendigkeiten heute einsehbar sind). Es scheint letztlich keinen Grund dafür zu geben, wieso ausgerechnet in der Welt im Gesamten keine Regierung bestehen soll, wenn doch alle Territorien der Welt eine Regierung haben. Es gibt globale Probleme, welche vermutlich nicht anders gelöst werden können, als mit einer Weltregierung. Diese Probleme – wie das ökologische Problem, die Welthungerfrage oder auch der Regierungsmissbrauch auf allen Ebenen der Regierungstätigkeit, u.a. – müssen nicht nur gelöst werden, sondern die entsprechenden Lösungen müssen auch gesichert werden. Wo sich Menschen zusammentun, entstehen Regierungen gegen Willkür, Chaos und Unrecht. In der Ökonomie, welche ein sehr bedeutender Faktor auch der Politik ist (wir sehen das auch in den grossen Ideologien, die im Zuge der Aufklärung entstanden sind), vertrete ich eine Mischform zwischen liberalistischen und sozialistischen Anliegen – die Stärken beider Einstellungen sollten genutzt, die Schwächen je verhindert werden. Daraus entsteht jene – durchaus aber noch verbesserungsfähige – Soziale Marktwirtschaft, die sich in der Politik des 20. Jahrhunderts herausgebildet hat. Es ist sowohl eine sozial abgemilderte freie Marktwirtschaft denkbar, wie auch eine freiheitlich ergänzte soziale Staatswirtschaft. Das Verhältnis zwischen dem Liberalismus und dem Sozialismus wird in einer Demokratie durch die Politik von den Bürgern festgelegt. Der soziale Ausgleich sollte durch eine starke Wissenschaft der Soziologie gesichert werden (Soziale Sicherung – diese kann durch eine fest abgesicherte, krisenresistente Sozialhilfe oder evtl. durch ein allgemeines Grundeinkommen gewährleistet werden). Ich hoffe, ich habe mit diesen kurzen und knappen Ausführungen meine Grundphilosophie so dargelegt, dass sie allgemein verständlich ist (kürzer und knapper geht es vermutlich nicht). Meine Philosophie nenne ich: Integralontologie (in einer begrifflichen Gegenüberstellung zur Fundamentalontologie von Heidegger).


Abschliessend/Weiteres. Als ausseruniversitärer Autodidakt stehe ich in keiner besonderen philosophischen Tradition (nicht einmal innerhalb der Ontologie), habe mich aber gerade auch deswegen besonders intensiv mit der gesamten Philosophiegeschichte auseinandergesetzt. In meiner Philosophie trete ich insbesondere der grossen Lüge vom Ende der Metaphysik entgegen (etwa bei Blumenberg, Foucault oder Rorty, früher bei Armstrong, Sartre oder Quine, abgeschwächt bei Heidegger, ansatzweise bei Kierkegaard, Nietzsche oder Wittgenstein [u.v.a.]), ebenso der grossen Lüge vom Ende der Systematik in der Philosophie. Die systematische Philosophie stand im 20. Jahrhundert zwar nicht im Vordergrund, sondern im Hintergrund, kann aber doch etwa mit Alexander, Hartmann oder Gebser einige bedeutende Vertreter vorweisen. Es wird in der Zukunft weder eine reine Religion noch eine reine Philosophie noch eine reine Wissenschaft geben, demgegenüber aber auch kein Ende derselben. Die Philosophie ist noch immer zuständig sogar für die Systematik in der Wissenschaft, da es keine Gesamtwissenschaft gibt, sondern nur Einzelwissenschaften bzw. sogar nur Teildisziplinen und Forschungsgebiete. (Leute, welche ein Ende der Metaphysik, der Philosophie und/oder der Systematik behauptet haben und weiter behaupten, bezichtige ich – seien sie auch noch so prominent innerhalb der Philosophiegeschichte – in diesem Punkt des blossen, unsinnigen und hohlen Geschwätzes. Nichts von allem geht verloren, schon gar nicht in der gegenwärtigen und kommenden digitalen und virtuellen Welt der gespeicherten Informationen, und die Ansätze von allem bleiben zur weiteren Entwicklung immer vorhanden. Die Datenmengen machen diese Weiterentwicklung zwar nicht einfacher oder leichter, aber doch – und dies gesehen auf eine ferne bis sehr ferne Zeit – eben: weiterhin immer möglich. Ich möchte dem drei Hauptsätze der ontologischen Philosophie anschliessen [und mit diesen diese Kurzdarstellung meiner Philosophie abschlieissen]: 1. Alles Seiende ist, und es gibt kein Nichtseiendes [Parmenides], 2. Es gibt eine Wissenschaft vom Seienden als solchem [Aristoteles (bzw. eine Wissenschaft, die vom Seienden als solchem ausgeht)], 3. Nichts Seiendes, was gewesen ist, kann je wieder ungewesen sein [da alles Seiende und Gewesen-Seiende – und insbesondere auch jeder Mensch auf Erden, mögen sie im Grossen auch noch so klein erscheinen – seine Spuren in der Welt hinterlässt, die aufgrund der kausalen Weltbedingungen unendlich und unausgelöscht in die Zukunft fortexistieren; der Mensch kommt also nicht nur von einer unglaublich fernen Zeit her, sondern er wirkt auch auf eine unglaublich ferne Zeit hin: das können und sollen wir von Zeit zu Zeit bedenken bei all den heutigen Individualitäts– und Freiheitsidealen; wir leben jedoch in einer ambivalenten Zeit, in einer Zeit, deren Hauptbegriff die Ambivalenz ist: von Information und Propaganda/Desinformation, Freiheit und Ordnung/Überwachung, Mehr Freizeit und mehr Arbeitsdruck (auch mehr Freizeitdruck, notabene), Immer verrücktere Fantasy im Kino und immer striktere Normierung im Alltag, Neuem Atheismus und Neuer Religiosität, Zunehmender politischer Links-/Rechtspolarität, Technikverherrlichung und Technikangst, usw. usf., etc. etc. – manchmal denke ich sogar, dass es einen Kreislauf gibt von Magiern, Propheten, Philosophen und Wissenschaftlern, und dass wir in einer Zeit leben, in welcher wieder die Magier an der Reihe sind*, aber ich könnte, würde und möchte dies nicht mit Bestimmheit sagen, was wissen wir?, ich nenne diese Zeit Spätmoderne, und es könnte eine lange, schwierige und verwirrliche Zeit werden – desto wichtiger ist, gerade in solchen Zeiten, die Klarheit, notabene].)

* Dies bedeutet nicht, dass wir Technik verlieren würden. Die Schrift besteht in der Menschenkultur – durch verschiedene Paradigmen hindurch – seit 3000 v. Chr., der Schiffsbau seit 6000 v. Chr., das Rad seit 9000 v. Chr., der Ackerbau seit 10'000 v. Chr., das Feuer gar seit einer Million Jahren. Die Dinge gehen nicht verloren, und wie sich ein jeweiliges Paradigma genau äussern wird, das können wir im Voraus nicht sagen. Wir können nur feststellen, dass das Magische derzeit an Einfluss gewinnt, das Rationale dagegen an Einfluss verliert (einer der ersten, welcher in einer voraussagerischen, seherischen Art und Weise davon gesprochen hat, war übrigens der jamaikanische Musiker Robert Nesta 'Bob' Marley ["Natural Mystic", 1977 – freilich ist das Phänomen von einem unabgeschlossenen und unerfüllten Paradigma der Wissenschaft in der Kultur schon früher bedeutend aufgetreten, etwa im Film des 20. Jahrhunderts und in der Literatur des 19. Jahrhunderts]). Ich denke, dass die Menschen auf solche zyklischen Paradigmen einen gewissen Einfluss nehmen, dass sie sie aber nicht gänzlich umkehren können. Es gibt übrigens verschiedene Paradigmen, auch etwa ein kulturelles oder ein astrologisches, und andere, die sich gemeinsam zu einem aktuellen Paradigma ergänzen. (Wir können also nicht meinen, dass wir alleine anhand von einem einzigen Faktor eine aktuelle oder kommende Zeit bestimmen könnten.)


Was sind die Neuigkeiten und die Wichtigkeiten in meiner Philosophie? Da gibt es einige. Wiederaufnahme der systematischen Philosophie (wider die reine Kulturkritik dieser Zeit). Neubegründung einer ontologischen Systematik (gegenüber Hartmann). Tiefen- und Integralontologische Erwägungen (gegenüber Heidegger). Neue Begründung eines philosophischen Urgrundes der Welt. Darstellung der Philosophie-, Kultur- und Ideengeschichte von der Urzeit bis zur Aktualität (mit ideengeschichtlicher Erweiterung der reinen Philosophie). Tafel der Philosophen nach Richtungen (sowie ausführlichste Liste der Philosophen aller Zeiten und Richtungen [auf meiner Website]). Grundlegende Anwendung der Feldtheorie in der Physik (als grundsätzlich neuer Ansatz zu einer physikalischen bzw. wissenschaftlichen Grand Unified Theory). Erklärung zum Ursprung der materiellen Welt (anhand des Periodensystems der Elemente). Neue Ausrichtung der Wissenschaften in einem soziologischen und ökologischen Sinn. Betrachtung der Weltreligion. Erwägung einer modernen Himmelsordnung in der Theologie/Esoterik. Maitreya- und Alpha-Rezeption. Christus-Behauptung gegen übertriebene Esoterik (sowie neureligiöse Phänomene der Spätmoderne, welche die Tradition der Religion nicht beachten). Betrachtung der Schweizer Politik als (kleines) Teilgebiet der politischen Philosophie*. Gedanken zur Gegenwart und Zukunft der Schweizer Politik. Und schliesslich: Pioniertätigkeit im Bereich der Webphilosophie. (Dies sind - u.a. - etwa die wesentlichsten Punkte aus meiner rund 25-jährigen philosophischen Tätigkeit.)

* Das ist sicher erklärungsbedürftig. Die Schweizer haben abseits der grossen philosophischen Diskussion - und sogar abseits der grossen Weltpolitik - eine Direkte Demokratie begründet (im Wesentlichen mit den demokratischen Erweiterungen 1874 [Fakultatives Gesetzesreferendum] und 1891 [Verfassungsinitiative]). Sie haben (nach der Begründung des Bundesstaates 1848) nicht allzu lange theoretisiert, sondern einfach gehandelt (frei nach Marx, quasi: es kömmt darauf an, die Welt zu verändern, eigentlich hätte er sagen sollen: sie zu verbessern [und - wenn es um die ganz grossen Dinge und deren Realisierung geht - nicht alleine im reinen Glauben und/oder im reinen Denken zu verharren]). So haben sie sich gesagt: lasst das Volk entscheiden über die neuen und die alten Dinge. Natürlich aber gehört die Direkte Demokratie auch in das Feld der politischen Philosophie - als weitestgehende Demokratie, welche es in der Welt bis dato gibt. Erstaunlicherweise sind sogar einige Philosophen an der Entstehung der Demokratie in der Schweiz und speziell auch der Direkten Demokratie beteiligt (auch dies rechtfertigt diesen Ansatz bzw. diese Auffassung [des Einbezugs der Schweizer Politik in die Philosophiegeschichte]). In der heutigen politischen Situation müssen wir vielleicht sogar sagen: das Überleben der Direkten Demokratie in der Schweiz wird davon abhängen, wie sie von aussen bzw. von den europäischen (und vielleicht sogar von den weltweiten) Mächten betrachtet wird. Dafür aber müssen wir sie stärker und besser thematisieren und positionieren. Für mich ist die Politik ein sehr wichtiges Thema der Philosophie - wenn nicht sogar das Haupt- und/oder Endthema. Hierin folge ich insbesondere Marx und Sartre (nicht in deren Philosophie, aber in deren Behauptung von der Bedeutung der Politik). Es ist für mich daher fast unvorstellbar, dass die Direkte Demokratie in der Philosophie heute keine Rolle spielt. Die Philosophie ist eigentlich die Sache des Denkens, aber ihre Infragestellung erfolgt dann, wenn sie eine falsche Politik betreibt oder gar keine (d.h. wenn sie falsche Grundlagen für eine falsche Politik setzt, oder wenn sie im reinen Denken verharrt, was vielleicht einer Person alleine nützen kann, nicht aber einer Gesellschaft oder einer Menschheit [die ersten politischen Philosophen waren - nicht ganz unbedeutend - Platon und Aristoteles, weitere etwa die Staatstheoretiker, die Aufklärer, Kant und eben Marx und Sartre: durch die Politik gestalten wir das Recht und die Zukunft der Menschen; eine Philosophie, die nicht politisch ist, soweit dies überhaupt möglich ist in der heutigen Zeit, ist legitim, aber sie kann nicht den Anspruch haben, die Zukunft aktiv mitzugestalten: Philosophie und Politik, das ist und bleibt ein sehr interessantes Thema]).

Die Weltformel der Wissenschaft ist schon längstens gefunden (E=mc2), der weiseste Satz der Philosophie ist auch bereits gesprochen («Sapere aude») und selbst das motivierendste Wort der Religion («Fürchtet euch nicht!»). Offenbar gibt es aber dennoch immer wieder genügend Gründe für die Philosophie.


Bücher.

Postmoderne Ontologie (2003). In diesem Buch ist meine philosophische/ontologische Systematik vom (Da-) Sein dargelegt und erklärt. Dieses philosophische Schichtenmodell basiert auf den fünf Grundeinheiten (Dimensionen): (Da-) Sein, Leben, Glauben, (Nach-) Denken, Handeln. Im Grundbuch meines Denkens sind viele weitere Gedanken zu verschiedenen Themen angeführt (zu den Bereichen Philosophie [Verschiedenes], Wissenschaft [Natur- und Geisteswissenschaften (Physikalische Erklärungsversuche zur Entstehung der Welt, Postulat der Soziologie als Führerin der Sozialwissenschaften)], Religion [Christentum und Weltreligion (Himmelsordnung)], Esoterik). [612 Seiten.]

Politika 2000+ (2016). In diesem Buch gebe ich Anregungen für die (Schweizer) Politik, anhand eines 13-Punkte-Programms (welches ursprünglich als Parteiprogramm für eine neue Partei gedacht war, welche dann aber nicht gegründet wurde [stattdessen flossen die entsprechenden Ideen in dieses Buch ein]). Zentrale Punkte sind etwa: EU-Beitritt mit Sonderstatus (zum Schutz der Direkten Demokratie), Allgemeine Anerkennung der Sozialen Marktwirtschaft – evtl. mit einer Festlegung des Begriffs in der Bundesverfassung als offizielle Bezeichnung der Wirtschaftsordnung – oder Wahl- und Stimmpflicht für Schweizer sowie Wahl- und Stimmrecht für Ausländer. [124 Seiten.]

Vom Sein, vom Wahren und vom Guten (2017). In diesem Buch, welches als mein Hauptwerk deklariert ist, gebe ich einen Überblick über meine Gedanken zur Philosophie, Religion und Wissenschaft. Mit einer Verfeinerung meiner Systematik vom (Da-) Sein (sowie weiteren philosophischen Überlegungen zur Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik und Politik), einer Maitreya- und Alpha-Rezeption in der Weltreligion sowie meinen Postulaten von der Soziologie als Führerin der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Ökologie als Führerin der Natur-, Technik- und Ökowissenschaften. Meine Philosophie zielt damit letztlich auf eine soziologische und ökologische Ausrichtung in den Wissenschaften. [144 Seiten.]

Geschichte der Philosophie (2018). In diesem Buch liefere ich eine Dar-stellung der Philosophiegeschichte – von der Ur-Idee bis zum Welt-All. Dazwischen liegt ein weites Feld der Menschheits-, Kultur- und Ideen-geschichte, oder eben: die Philosophiegeschichte (inkl. Religion und Wissenschaft), gegliedert in die Zeitepochen der Antike, des Mittelalters (Christentum), der Neuzeit (Wissenschaft, 17./ 18. Jh.) sowie deren Moderne: Moderne I (Aufklärung/Liberalismus, 18./19. Jh.), Moderne II (Sozialismus, 19./20. Jh.), Moderne III (oder: Spätmoderne, Existentialismus, 20./21. Jh.). Angeführt ist eine Tafel zu den Philosophen nach Richtungen sowie eine Zusammenfassung meiner eigenen Philosophie (auf den Punkt gebracht). [288 Seiten.]

P.S. Dieser Text ist Bestandteil meines vierten Buches "Geschichte der Philosophie - Von der Ur-Idee zum Welt-All" (2018). Er entspricht der Zusammenfassung meiner Philosophie, wie sie in diesem Buch gegeben ist. (Siehe auch: Verlag-Seite und Philorel-Seite).



Nachträge.

Ich gehe in meiner Philosophie von fünf Teilgebieten der Philosophie aus: Metaphysik, Systematik, Logik, Ethik, Politik. Die Metaphysik - also: die Philosophie des Seins - ist für mich die Bestimmung des Seins als Urgrund der Philosophie und damit die Voraussetzung von aller Philosophie, sich grundsätzlich mit dem gesamten (Da-) Sein bzw. Seienden auseinanderzusetzen und nicht bloss mit ausgewählten (tendenziösen) Teilen desselben. Die Systematik ist für mich das Erheben eines (philosophischen) Systems als geistiges Modell von der Wirklichkeit des Seienden ('Realität' [inkl. Idealität der Realität]). Die Logik ist für mich die Vorstellung vom Ineinandergreifen der Faktoren des Systems (auf das System bezogen) oder der Dinge bzw. des (Da-) Seienden der Welt überhaupt (allgemein). Die Ethik ist für mich die Erwägung davon, wie Menschen gut zusammenleben wollen/können - es ist die Konzentration der Philosophie auf das Menschliche. Die Politik ist für mich das Gebiet, auf welchem eine Ethik für eine bestimmte Gesellschaft von Menschen besprochen und ausgehandelt wird (von der lokalen über die regionale und nationale bis zur supranationalen bzw. kontinentalen und terrestrischen [und allenfalls extraterrestrischen bzw. galaktischen und intergalaktischen bzw. universalen (und allenfalls multiversalen)] Ebene [das grösste Problem der Philosophie ist, dass man dabei immer an alles denken muss/sollte]). [Sommer 2018.]

Drei Gesetze des (Da-) Seins. 1. Nichts in der Welt entsteht zweifach, sondern alles nur einfach - an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit. 2. Überall, wo etwas entsteht, entsteht es aus Mangel an etwas (darum frag dich, was heute fehlt, und du weisst, was morgen ist). 3. Was über das Sein hinausgeht, ist das Wesen (im Dasein [Ausdehnung, Ausprägung - siehe auch: Thomas von Aquino (De ente et essentia), hier: Wesen als Was-Sein [im Dasein], Sein als das bzw. dieses Sein]). Bei den Entstehungen in Satz 1 und 2 sind neue Entstehungen gemeint. [Herbst 2018.]

Ich würde aus heutiger Optik allfällig kommende religiöse Ereignisse als rein geistige Phänomene deuten (wie ich es in meinen Büchern schon angetönt habe). Während meiner philosophischen Arbeit sind mir auch Jesus, Maitreya und Selassie begegnet, was eine interessante religiöse Komponente in meine Philosophie eingebracht hat. Ich tendiere aber dazu, die religiösen Phänomene letztlich philosophisch zu deuten, allerdings nicht in einer kalten und abstrakten Religionsphilosophie, sondern: nahe am Thema, und doch differenzierend und integrierend (wie es die Philosophie im Verstand und in der Vernunft verlangt).

Wozu überhaupt (noch) ein universalistisches System und Weltbild begründen (in einer Zeit, in welcher - aufgrund von verschiedenen Enttäuschungen mit diversen Systemen - die Systematik in der Philosophie keine besonders grosse Rolle mehr spielt und teils auch sogar etwas schräg angeschaut wird)? Man kann ja die Welt damit nur möglichst gut abbilden, aber nicht gänzlich vertreten (wie es frühere Systematiker - und auch Wissenschaftler - tun wollten [von der Antike über das Mittelalter bis zu Descartes, Newton, Kant oder Marx (u.v.a.)]). Ein universalistisches System kann nebst einer gewissen Weltorientierung auch fundamentalistische Einzelsystematiken relativieren. Es gibt also verschiedene Gründe (immer noch) an einem universalistischen System und Weltbild festzuhalten und ein solches gar wieder zu erheben (gegen die zunehmende Zersplitterung von reinen Fundamentalismen). In einem universalistischen System gibt es immer verschiedene nahezu oder gänzlich gleichwertige Faktoren, so dass es unmöglich ist, aus einem solchen System, einen reinen Fundamentalismus abzuleiten (immer vorausgesetzt, dass das System nicht positivistisch und deterministisch aufgefasst wird, sondern als ein dynamisches System von Faktoren, welche aufeinander verweisen, sich gegenseitig bedingen und ausmachen [(Da-) Sein führt zum Handeln, dieses aber auch zu einem veränderten (Da-) Sein, in welchem wiederum auch Leben, Glauben und Denken eine veränderte Rolle spielen - die (Menschen-) Welt ist ein ständig dynamischer Prozess, in welchem es zwar gewisse Konstanten gibt, aber keine in aller Zeit unveränderlichen Faktoren]).

Was ich noch sagen möchte (weitere Nachträge, nach Themen gegliedert)... zur... 1. Religion. Wer die Religion überschätzt, wird von ihr enttäuscht werden, wer sie unterschätzt, wird von ihr überrascht werden. 2. Philosophie. Wer die Philosophie überschätzt, wird von ihr enttäuscht werden, wer sie unterschätzt, wird von ihr überrascht werden. 2a. Metaphysik. Von der Seite der Religion her, sagt die Metaphysik, dass es kein (Da-) Sein ohne (Schöpfer-) Gott gibt, von der Seite der Philosophie her, sagt die Metaphysik, dass es keinen Gott ohne das Sein gibt. Die Wissenschaft hat sich noch nicht entschieden und tappt in solchen (letzten) Fragen (weiterhin) im Dunkeln (das grössere Problem der Wissenschaft ist natürlich nicht die Gewissheit über die Ursache, sondern die Bestimmung des Endzwecks [bzw. von Zwecken überhaupt]). Die Metaphysik bildet die Grundlage eines ontologischen Systems. 2b. Systematik. Die (erste) Dimension vom (Da-) Sein könnte noch ausdifferenziert werden in drei verschiedene Dimensionen: Sein, Da-Sein (in der Raumzeit) und Verbunden-Sein (Physik/Chemie: durch physikalische und chemische Bindungen). So ergäbe sich ein siebenfaches System mit den Dimensionen: Sein, Da-Sein, Verbunden-Sein, Leben, Glauben, Denken, Handeln. Es scheint aber ausreichend Gründe dafür zu geben, ein fünfdimensionales System in den Vordergrund zu stellen (und daher: weder ein sieben- noch ein dreidimensionales [Grund-] System - immerhin zur näheren Erklärung der ersten Dimension kann diese Anmerkung hier gemacht werden). 2c. Logik. Die Logik entspricht eigentlich nichts anderem als einer Denkweise. Wir empfinden Denkweisen als logisch oder unlogisch. Da es verschiedene Denkweisen gibt, gibt es verschiedene Logiken. Geht man von einem (Grund-) System aus, so liegt die Logik im System begründet (sie entspricht eigentlich der Erklärung des Systems). 2d. Ethik. In der Ethik geht es um Verhaltensweisen und unsere Einstellung im Denken zu diesen. Letztlich bleibt wohl ein grosses Fragezeichen zwischen ethischen Grundsätzen und praktischer Lebensmoral bestehen, welches vermutlich nicht gänzlich aufgelöst werden kann (und soll - d.h. wir können einer Doppelmoral nicht entrinnen, in dem Sinn, dass wir immer mehr durchgehen lassen, als wir gutheissen können - die Frage ist, wie wir mit diesem Problem umgehen [das Problem ist die Imperfektion des Menschen (und die Perfidität, die manchmal im Leben liegt); es gibt sicher bessere und schlechtere Wege, damit umzugehen]). Beides - die Ethik wie die Moral - ist wichtig und bedeutend für den Menschen als Individuum und seine Gesellschaft. 2e. Politik. Politik ist Idealismus*. Es ist nicht so, dass wir das Maximum erreichen könnten, aber es ist so, dass wir das Maximum anstreben müssen, um das Optimum zu erreichen. Politik ist Realismus. Was wir aus Schwäche (oder Dummheit - meistens ist es [kollektive] Schwäche) nicht erreichen können, sollten wir nicht für gut befinden (weil wir uns damit den wahren Zielen berauben würden [was immer eine Gefahr ist in einem Zustand der Sättigung, oder auch: der Ohnmacht]). In der Politik spiegelt sich die menschliche Verantwortung wider - für alle Fragen. 3. Wissenschaft. Wer die Wissenschaft überschätzt, wird von ihr enttäuscht werden, wer sie unterschätzt, wird von ihr überrascht werden (in der Wissenschaft liegt sicher der grösste Teil unserer heutigen Zuversicht, auch wenn sie nicht alle unsere Probleme lösen wird/kann).

Wirtschaft, Politik, Medien. Die gängigen Theorien der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sind bekannt. Allzu viel anzufügen gibt es dazu eigentlich nicht. Allerdings stellen sich gewisse Probleme auf höheren Ebenen der wirtschaftlichen Organisation. Ich beschreibe dies mit zwei Begriffen, welche in der ausgeführten Version meiner Systematik vom (Da-) Sein am Ende der fünften Dimension des Handelns stehen (das ist einzusehen in meinem ersten und dritten Buch): Sozialgerechtigkeit und Umweltverträglichkeit. Der erste Begriff erscheint bereits im volkswirtschaftlichen Zusammenhang, der andere erst im weltwirtschaftlichen Bereich. Es ist klar, dass die heutige Wirtschaft und deren Organisation diesen Begriffen nicht genügen kann. Ebenso klar ist es darum, dass eine Neuorganisierung der Wirtschaft in der Zukunft notwendig erscheint. Wie diese genau aussehen und vor sich gehen könnte, das überlasse ich der ökonomischen Theorie (und Praxis - die Problemfelder der beiden Begriffe dürften die Menschen schon bald zu dringendem politischen Handeln nötigen [die Probleme und Begriffe sind uns ja schon längst bekannt, aber mit der Implementierung hapert es noch immer sehr (man kann diese Anmerkung als relativ simpel betrachten, und doch ist es heute notwendig, auch diese einfachen Ausführungen in einer [möglichst] kompletten Philosophie zu machen)]). Politik. Für mich ist klar: Demokratie über alles (und Monarchie allenfalls erst dann, wenn die Demokratie so gut abgesichert ist, dass nichts passieren kann, was nicht mehr passieren soll [d.h. keine absolutistische Alleinherrschaft]). Ich befürchte jedoch, dass die Demokratie unter Druck geraten wird - einerseits aufgrund wirtschaftlich schwierigerer Zeiten, andererseits aufgrund unmotivierter Schübe (bzw. gedankenlosen Politgenerationen). Wie auch immer: das ist ein anderes Thema (Stichwort: Dystopie). Im Zentrum der Politik, d.h. der Organisation der Polis, stehen für mich die Schlagworte der grossen bürgerlichen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (oder wie man auch immer den dritten Begriff definieren will - meine Favoriten sind: Verwandtschaftlichkeit oder Mitgenossenschaft [aber es gibt letztlich keinen Begriff, welcher den etwas veraltet tönenden Begriff der Brüderlichkeit adäquat ersetzen würde]). Die Umsetzung dieser schwierigen Formel dürfte für die Menschen langwierig und schwierig genug werden, als dass wir uns über die Politik der Zukunft und deren Ausrichtung allzu viele Gedanken machen müssten. Die Losung lautet eigentlich: ständige Verbesserung der Umsetzung der grossen Revolution. Vor der Parteizugehörigkeit sollte jeder Demokrat sich bewusst sein, dass er zuallererst einmal Demokrat ist (und dass jede Partei eine Aufgabe erfüllt, die von einer anderen Partei nicht erfüllt werden kann [was auch der Grund dafür ist, dass überhaupt verschiedene Parteien aufgekommen sind]). Mit einer solchen Einsicht könnten die allerschlimmsten Parteienkämpfe vermieden werden. Die Medien gehören zu bedeutendsten Mit- und Nacherziehungsmitteln dieser Gesellschaft (Familie, Schule, Kultur, Medien). Die Medien sind im Grunde als das Dazwischenstehende und Vermittelnde konzipiert, denn das ist ein Medium. Sie sollten uns also vermitteln, was wir sonst nicht vermittelt bekämen. Natürlich können die Medien dieser Aufgabe nicht gerecht werden, da sie ganz wesentlich auch zur öffentlichen Hand oder zur Privatwirtschaft gehören. Sie können also nicht freie Medien sein (wie ein Individuum dies sein könnte - im Internet gäbe es die Chance für freiere Medien, jedoch sind solche noch nicht erkennbar; die Frage ist auch, ob solche überhaupt strukturierbar wären). Die Medien bezeichnen sich selber gerne als vierte Gewalt im Staate (neben der Legislativen, der Exekutiven und der Judikativen). Wenn sie das tatsächlich sind, dann muss es auch eine fünfte Gewalt geben - das ist die Medienkritik. Eine bessere, kritische Aufklärung gegenüber den Medien scheint mir heute in den hochentwickelten Gesellschaften notwendig. Natürlich muss man vorsichtig sein mit dem Begriff der Medienkritik: in einem überautoritären, nichtdemokratischen Staat wird sich diese gegenüber freien Medien eher zurückhalten, während sie aber in einer freieren Gesellschaft notwendig erscheint (Medienkritik heisst auch: faire Medienkritik, welche die Medienstruktur in bestimmten Verhältnissen berücksichtigt). Es kann nicht sein, dass sich eine Staatsgewalt unkritisiert über alle anderen (und damit letztlich auch über die Demokratie) stellt - genau dies tun aber die Medien heute...* Zwar nur mit dem Wort, aber trotzdem. Die Medienkritik soll auch nur mit dem Wort agieren. Sie soll den Medien den Spiegel vorhalten und ihnen Grenzen aufzeigen. Wenn wir die heutige politische Situation anschauen, müssen wir erkennen, dass wir den Medien zu viel Vertrauen entgegengebracht haben. Wir dachten, die Information allein genüge zur Veränderung der Welt, wir dachten, wenn die Menschen wüssten, was in der Welt los ist, dann würden sie die Welt zum Besseren verändern, aber sie hat sich nicht verändert, jedenfalls nicht im gewünschten Mass - und die Medien scheinen auch einiges falsch gemacht zu haben (wenn sie so wichtig sind, wie sie sich selber erachten). Wir müssen uns auf jeden Fall mehr Gedanken dazu machen, was für Medien wir wollen - bezüglich der klassischen wie der neuen Medien. Und dies - was für Medien wir wollen - ist eine Frage der Medienkritik (und einer Wissenschaft der Medienkritik). Immanuel Kant (in einer eigentlichen Definition zum Wesen der Aufklärung): "Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muss." (Kritik der reinen Vernunft, 1781). Oder etwas Schöner formuliert eben: Die Dinge sind im Licht einer Aufklärung - nach allen Seiten hin - zu betrachten. Dies entspricht dem ewigen philosophischen Projekt der modernen und nachmodernen Philosophie. [Winter 2018/2019 - I.]

Wozu ein philosophisches System? Die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Philosophie brachte mich relativ rasch zur Begründung eines eigenen philosophischen Systems, dessen Entwicklung sich aber ein paar Jahre hinzog. Wozu überhaupt ein System? Die offenkundigste Begründung ist natürlich, dass man damit ein Weltbild hat. Braucht der Mensch ein Weltbild? Die Frage ist vielleicht vielmehr, was der vielseitig interessierte und nach allen Seiten hin beeinflussbare (und gefährdete) Mensch tun soll, ohne ein solches. Die systematische Philosophie wurde im 20. Jahrhundert klein geschrieben (die herausragendsten Vertreter einer als systematisch aufzufassenden Philosophie sind im vergangenen Jahrhundert für mich Hartmann und Gebser). Eine andere, für mich ebenso wichtige Begründung für ein philosophisches System ist die Differenzierung zwischen den verschiedenen Dimensionen, mit welcher Übertreibungen derselben offengelegt werden können (Ontologismus/Physikalismus/Chemizismus, Vitalismus, Religiöser Fundamentalismus, Übertriebener Rationalismus/Kritizismus und Aktionismus - das heisst nicht, dass diese Entitäten nicht bedeutend wären, im Gegenteil: das sind ja die Entitäten, die sich direkt aus den Dimensionen ableiten; im Ganzen relativieren sie sich gegenseitig: es gibt kein Leben ohne [Da-] Sein, es gibt kein Glauben ohne Leben, es gibt kein [Nach-] Denken ohne Glauben, es gibt kein Handeln [inkl. Nicht-Handeln und Gut-Handeln] ohne [Nach-] Denken, es gibt kein [Da-] Sein ohne Handeln [inkl. Nicht-Handeln und Gut-Handeln - mythisch/religiös durch Gott (die genauen Erläuterungen zu diesen Begriffen finden sich in meinen Büchern)]). Das System bietet also eine gewisse Einordnung ebenso wie eine gewisse Relativierung. [Winter 2018/2019 - II.]


Philosophie und Spiele. Mein neues Hauptinteresse gilt den Brett-, Karten- und Würfelspielen. Zu den Spielen also? Das würde sicher dem Sinn der heutigen Jugend entsprechen (auch wenn es da eher um Computer- bzw. Videospiele geht). Wie aber komme ich dazu? Und: Kann man sich das überhaupt leisten als Philosoph? Die Hinwendung zu diesem neuen Bereich ist eigentlich recht überraschend gekommen; dies bedeutet natürlich aber nicht, dass ich mir nicht bereits (erste) Gedanken über diese Verbindung gemacht hätte. Die Philosophie ist mit vielem kombinierbar: ich habe sie in meinen philosophischen Erwägungen mit der Religion und mit der Wissenschaft kombiniert – vermutlich ist sie auch mit dem Spielebereich kombinierbar (u.v.a.). Vor fünf Jahren habe ich in einer schwierigen Lebensphase eine genaue Planung gemacht, wie ich mit der Philosophie und den philosophischen Publikationen weitermachen will. Dieser Plan umfasste vier weitere Bücher (nach meinem ersten Buch 2003), welche ich in Fünfjahresabständen realisieren wollte: ein politisches Buch, eine Zusammenfassung meiner Philosophie sowie ein Buch über die Philosophiegeschichte – den Inhalt eines fünften Buches liess ich offen. Es ist aber zeitlich ganz anders gekommen: ich habe die nächsten drei Bücher innerhalb von drei Jahren geschrieben (2016-2018). Dann habe ich beschlossen eine philosophische Pause zu machen – und das fünfte Buch als rückblickendes Spätwerk anzusetzen. Ich bin zufrieden mit dem, was ich in der Philosophie erreicht habe. Vor 25 Jahren stellten sich mir quasi aus dem Nichts heraus existenzielle und philosophische Fragen: ich begann eine Menge von philosophischen Büchern zu lesen, kreierte ein eigenes philosohpisches System und machte mir viele Gedanken zu allem möglichen. Daraus sind diese vier philosophischen Bücher entstanden. Nun ist es Zeit für etwas anderes in meinem Leben - für einen neuen Impuls. Ich entschied mich für den Bereich der analogen Spiele - ein Bereich, welcher mich bereits in meiner vorphilosophischen Zeit interessierte. Also kann ich jetzt quasi dieses alte Interesse für die Spielewelt mit meinen jahrelangen philosophischen Erfahrungen kombinieren. Ich steige in diesen neuen Bereich ohne grosse Erfolgserwartungen, sondern mit der Bereitschaft Neues zu lernen, und zu schauen, was ich damit anfangen kann.

Homo sapiens ludens. Ich finde den Gedanken schrecklich, dass der Homo sapiens durch einen Homo ludens (nach Huizinga, 1938) – oder gar einen 'Homo struggliensis' (nach Lasker, 1907) – verdrängt werden könnte. Aber vielleicht brauchen wir anstelle des Homo sapiens sapiens, des doppelt und nur noch intelligenten Menschen, oder gar eines Homo sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens sapiens, eines neunmalklugen Menschen, einen Homo sapiens ludens: einen Menschen, der versucht, mit einer einfachen Intelligenz spielerisch weiterzukommen statt eine Welt zu definieren, in welcher am Ende alles nur noch durch die reine Intelligenz festgelegt wird. Die Öko- und Naturkrise lassen vermuten, dass der klassische Homo sapiens sapiens heute auf einem schwierigen Weg ist. Der Name vom Homo sapiens (nach Linné, 1758) wurde seit den 1930-er Jahren erweitert zum Homo sapiens sapiens: dies in der Abgrenzung zum Homo sapiens neanderthalensis – mittlerweilen hat sich jedoch herausgestellt, dass der Neandertaler vermutlich keine Unterart vom Homo sapiens ist, und daher ist diese Bezeichnung (wissenschaftlich) eigentlich nicht mehr gebräuchlich und zeitgemäss (trotzdem wird sie noch immer verwendet). Der Homo sapiens sapiens, der doppelt intelligente Mensch, wurde also quasi zurückgestuft zum Homo sapiens, zum einfach intelligenten Menschen. Im 20. Jahrhundert entstand übrigens ja auch auch der Begriff vom Homo faber, der vom deutschen Phänomenologen Scheler stammt (1928). Dies ist jedoch eigentlich nur ein technischer Begriff zum wissenschaftlichen Begriff vom Homo sapiens (analog ist der Begriff vom Homo oeconomicus ein ökonomischer Begriff dazu: [Natur-] Wissenschaft, Technik und Ökonomie stehen in einer engen Verbindung zueinander [unter dem sogenannten Rationalprinzip]).

Das Problem der Spieltheorie. Für sehr schwierig bis fast unmöglich erachte ich eine wissenschaftliche Spieltheorie, wie sie zuerst von John von Neumann in Betracht gezogen wurde. Es handelt sich hierbei um eine mathematisch-ökonomische Theorie (was viele nicht wissen: dass Neumann bei den Gesellschaftsspielen angefangen hat – mit seiner Schrift "Zur Theorie der Gesellschaftsspiele" (deutsch publiziert - engl. On the Theory of Parlor Games, auch: On the Theory of Games of Strategy, 1928, siehe vorher: "La théorie du jeux et les équations intégrales à noyau symétriques" [Émile Borel, 1921], Neumanns Hauptwerk heisst: "Theory of Games and Economic Behavior" [1944, zusammen mit Oskar Morgenstern] – die Spieltheorie wurde seit den 1950-er Jahren weiterentwickelt). Im Jahr 1994 erhielten John Nash, Reinhard Selten und John Harsanyi einen Nobelpreis für ihre Arbeiten zur Spieltheorie. Eine Spieltheorie ist aber deshalb als so schwierig und problematisch zu betrachten, weil die vielen verschiedenen Spiele so unterschiedlich sind. Diese Einsicht ist mit dem Boom der Brettspiele seit den 1990-er Jahren - nebst den ganzen Entwicklungen in der Videospielbranche, natürlich - vermutlich offensichtlicher als früher. Wo wollte man anfangen, und wo wollte man aufhören? Und wie sollte man sich festlegen? Auch Vergleiche sind zu hinterfragen. Huizinga und andere machen es sich zu leicht, wenn sie etwa meinen, man könne religiöse und andere Rituale als Spielformen betrachten. Natürlich: man kann alles als Ritual auffassen, oder alles als Spiel, oder alles als Ernst, oder wie auch immer – es finden sich immer Argumente. Es sollte bekannt sein (zumindest habe ich in meinen Büchern darauf hingewiesen), dass Wissenschaftler ihren Untersuchungsgegenstand gerne zum Urgrund der Welt machen (das gilt für Wissenschaftler aller Disziplinen - und eigentlich gilt das für alle Menschen: die Menschen haben je ihre eigenen Ansichten von der Welt [und daher bewerten sie auch die Welt, ihren Ernst und ihre Spiele anders]). Nein, das Spiel stellt uns vor ganz andere, spielerische Herausforderungen.

Gott würfelt nicht, die Menschen aber schon. Natürlich kommt einem auch der Satz von Einstein in den Sinn, wonach Gott nicht würfelt. Weil er sich keinen Zufällen hingibt (und keine Schicksale kennt; die Würfel wurden ja - wie die [Spiel-] Karten - auch im esoterischen Bereich verwendet, für Voraussagen). Es ist auch logisch, dass Gott nicht würfelt, denn er ist ja nur einer (und selbst, wenn er drei ist, bleibt er einer). Die Menschen aber sind viele, und es sind viele verschiedene, und sie müssen schauen, wie sie sich unter einen gemeinsamen (Regierungs-) Hut bringen. Die Menschen würfeln. Nach Aristoteles ist die Politie, eine Mischung von Demokratie und Oligarchie, die beste politische Form (also ziemlich genau das Modell, welches wir heute haben: mit dem demokratischen Volk und der politischen Elite). Über die Demokratie sagte er aber folgendes: "Ich bin beispielsweise der Meinung, dass es als demokratisch anzusehen ist, wenn die Herrschenden durch das Los bestimmt werden, während Wahlen als oligarchisch betrachtet werden müssen." Und so taucht das Los oder der Würfel bei ihm plötzlich zuoberst in der Politik auf. Manche mögen sagen, dies sei doch ein kindischer und unrealistischer Gedanke, doch Aristoteles ist bekannt als Realist und Begründer der systematischen Wissenschaft. Der tiefere Sinn dieser Auffassung liegt natürlich und letztlich darin, dass bei einem Losprinzip jedermann eine derart gute politische und moralische (Aus-) Bildung haben sollte, dass man ihm ein solches Amt zutrauen kann (zumindest jede mündige Person [zur Zeit von Aristoteles gab es ja noch Sklaven, welche von der Demokratie ausgeschlossen waren! - dasselbe galt u.a. auch für die Frauen und die Fremden: wer zugelassen war, das waren die (männlichen) Bürger in einem engeren Sinn]). Jedermann muss also bereit sein, in einer Demokratie eine solche Verantwortung für die Allgemeinschaft tragen und übernehmen zu können. Die französischen Aufklärer - insbesondere Montesquieu (dezidiert) und Rousseau (differenziert) schlossen sich übrigens der Meinung von Aristoteles an. Der australische Philosoph John Burnheim bezeichnete diese Vorstellung von einer Los-Demokratie in einem Kunstwort als Demarchie (1987 - was ich als nicht allzu gut gelungene Begriffsbildung emfinde). Auch wenn wir heute vermutlich einige Zweifel bezüglich dieses Prinzips haben (welches teilweise im alten Athen oder auch in der Republik Venedig eingesetzt wurde), stellen sich uns doch vielleicht auch Fragen diesbezüglich, die wir uns nie zuvor gestellt haben. Und so sind die Philosophie und das Spiel doch vielleicht auch gar nicht so weit voneinander entfernt, wie manche denken.

Letztlich sind das aber nur ein paar Gedanken, welche eine Verbindung zwischen dem Philosophie- und dem Spielebereich herstellen sollen, weil mir diese Verbindung derzeit Gedanken macht. Spiele lernen uns, die Dinge spielerisch(er) zu betrachten. Wo und wie das eher angebracht ist oder eher nicht, das bleibt für mich eine bedeutende Frage in einer Philosophie, welche sich mit dem Spiel beschäftigt (die Menschen sind verschieden, und sie bewerten das verschieden - das ist aber eigentlich gar nicht das, was interessant ist, sondern interessant ist natürlich für die Philosophie, wie eine allgemeine Ebene beschaffen ist, oder sein könnte/sollte, denn wo immer Menschen zusammenkommen, zusammenleben oder etwas zusammen tun, bilden sie eine allgemeine Ebene, welche nicht im Voraus gegeben ist, sondern ausgehandelt werden muss).

P.S. Sehr viel stärker im Fokus als das Spiel steht in der heutigen Medienwelt natürlich der Sport. Gibt es einen Unterschied zwischen Spiel und Sport? Ich würde sagen, es gibt einen deutlichen Unterschied, der aber nicht so klar definierbar ist. Der Unterschied besteht vielleicht zwischen dem Gewinnen bzw. Leistung/Performance zeigen wollen (in einem Spiel) und dem Gewinnen bzw. Leistung/Performance zeigen müssen (im Sport). Vielleicht kann man auch unterscheiden zwischen Hobbyspielern, am einen Ende des Spektrums, und Berufssportlern, am anderen Ende des Spektrums (mitunter im selben Spiel oder Sport* - aber der Unterschied beginnt natürlich bereits im Amateurbereich [und er ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten grösser geworden, durch gestiegene Erwartungen von Sponsoren, Medien und Publikum]).

* Auf die Art und Weise des Spiels oder Sports kommt es dabei heute immer weniger an: so spricht man etwa im wettbewerbsmässigen Videospielbereich von E-Sports, obwohl in diesen Spielen nur wenig körperliche Bewegung stattfindet, während die Olympischen Spiele die Olympischen Spiele bleiben, obwohl sie mit reinem, lockerem, fröhlichem und harmlosem Spiel immer weniger zu tun haben.


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