Ehrentafel der Weltmeister. 1886-1894 Steinitz (Oe), 1894-1921 Lasker (De), 1921-1927 Capablanca (Kuba), 1927-1935 Aljechin (Fr), 1935-1937 Euwe (Nl), 1937-1946 Aljechin (Fr), 1948-1957 Botwinnik (Sow), 1957-1958 Smyslow (Sow), 1958-1960 Botwinnik (Sow), 1960-1961 Tal (Sow), 1961-1963 Botwinnik (Sow), 1963-1969 Petrosian (Sow), 1969-1972 Spasski (Sow), 1972-1975 Fischer (USA), 1975-1985 Karpow (Sow), 1985-2000 Kasparow (Sow/Rus), 2000-2007 Kramnik (Rus), 2007-2013 Anand (Ind), seit 2013 Carlsen (Nor).


Anderssen, Morphy, Steinitz - die ersten Schachkönige. Die Ursprünge des Schachspiels liegen vermutlich in Indien (als Tschaturanga), von wo aus das königliche Brettspiel nach Persien (Tschatrang) und Arabien (Schatrandsch) gelangte. Nach der Eroberung Spaniens durch die Mauren kam das Schachspiel nach Europa, wo Ramirez Lucena (1497) und Ruy Lopez (1561) erste Regelbücher herausgaben, die einige Veränderungen gegenüber der arabischen Variante beinhalteten. Diese Regeln sind in ihren Grundzügen auch heute noch gültig. Als Wilhelm Steinitz das erste offizielle Weltmeisterduell gegen Zukertort gewann, galt er bereits seit rund 20 Jahren als der weltbeste Schachspieler. Vor ihm kam diese Ehre Spielern wie François A. D. Philidor (Frankreich), Howard Staunton (Grossbritannien), Adolf Anderssen (Deutschland) und Paul C. Morphy (USA) zu. Steinitz hatte sich bereits nach seinem inoffiziellen WM-Duell gegen Anderssen als Weltmeister bezeichnet, doch anerkannt als erster offizieller Weltmeister wurde er erst zwanzig Jahre später: nach dem Tod Morphys und seinem offiziellen WM-Sieg über Zukertort.

Sowjetische Schachschule und ein legendäres Duell. Nach dem Langzeitweltmeister Lasker und dem Künstler Capablanca kam die sowjetische Schachschule auf: als frühes Vorbild gilt Michail Tschigorin, welcher aber nie Weltmeister werden konnte. Dies gelang dann etwa dem genialen Aljechin, dem soliden Botwinnik oder dem grossen Opferkönig und Angriffsspieler Tal. Von den vielen legendären Duellen in der Schachweltmeisterschaft ist das legendärste wohl jenes zwischen dem US-Amerikaner Fischer und dem Sowjetrussen Spasski 1972 (mitten im Kalten Krieg zwischen der USA und der Sowjetunion auf der politischen Ebene - und einmal mehr war auch die Bedeutung der Medien dabei bedeutend). Fischer gewann es, obwohl er Spasski zuvor noch nie besiegt hatte. Danach verschwand Fischer für rund 20 Jahre von der Weltbühne des Schachs, weil die FIDE nicht auf seine Bedingungen eingegehen wollte. 1992 tauchte er überraschend wieder auf zu einem Revanchematch gegen Spasski in Sveti Stefan/Belgrad, welches er 17½:12½ gewann (offenbar hatte er sich auch in seiner Abwesenheit vom Turnierbetrieb weiter mit Schach beschäftigt).

Verwirrung in der Schachorganisation aufgelöst (FIDE vs. PCA). Legendär sind auch die Duelle zwischen Gary Kasparow und Anatoli Karpow. Seit 1948 wurde die WM unter der Schirmherrschaft der FIDE durchgeführt. Nach der Gründung der Profiorganisation PCA 1993 (durch Gary Kasparow) kam die FIDE in Zugzwang. Die FIDE entschloss sich, die lange Tradition des mehrwöchigen Titelduells auf höchster Ebene zu verwerfen und stattdessen die Knockout-Turnierform mit verkürzter Spielzeit einzuführen. Die erste Austragung 1999 hinterliess einen zwiespältigen Eindruck. In Abwesenheit von Weltmeister Karpow (Verzicht) sowie den beiden Weltranglistenführenden Kasparow und Anand (beide PCA) standen zwei Spieler im Final, die bis dahin auf höchster Ebene kaum auf sich aufmerksam gemacht hatten. Der neue Weltmeister Khalifman wurde von der internationalen Fachwelt nie richtig als Weltmeister anerkannt. Fortan bestimmte Kasparow innerhalb der PCA seine Herausforderer selber und keiner sagte ihm ab. Kasparows grösste PR-Aktion war indessen das Duell gegen den IBM-Computer Deep Blue 1997 in New York, welches er mit 2½:3½ verlor, nachdem er eine Vorgängerversion im Jahr davor in Philadelphia noch mit 4:2 geschlagen hatte (dabei aber auch die erste [offizielle] Niederlage eines amtierenden Schachweltmeisters gegen einen Computer hinnehmen musste). Eine weitere PR-Aktion bestand im Spiel 'Kasparow gegen den Rest der Welt' (im Internet, 1999: die Internetuser konnten, geführt von einem Expertenteam, auf einer MSN-Plattform über die Züge abstimmen, verloren aber die Partie nach vier Monaten im 62. Zug). Die PCA wurde aufgelöst und Kasparow verlor völlig überraschend den BGN-WM-Kampf 2000 gegen Kramnik. Die FIDE hatte das Glück, dass an ihrem zweiten WM-Turnier 2000 der Wunschsieger Anand gewann, doch bei der dritten Austragung 2001/2002 obsiegte mit dem erst 18-jährigen Ukrainer Ponomarjow wieder ein absoluter Aussenseiter – der jüngste Schachweltmeister aller Zeiten. Die verschiedenen Interessen schienen sich dann in einer gemeinsamen Übereinkunft gefunden zu haben: ein Wiedervereinigungsmatch sollte die Verwirrung in der Schachwelt auflösen. Das Vorhaben scheiterte jedoch zuerst an finanziellen (oder anderen) Schwierigkeiten. Die beiden Teilnehmer wurden ermittelt durch zwei Halbfinals: Kasparow (Weltranglistenerster) gegen Ponomarjow (FIDE-Weltmeister) sowie Kramnik ('Profi-Weltmeister') gegen Lékó, welcher 2002 ein Kandidatenturnier für diesen Halbfinal gewann. Kramnik schlug eine Einladung für das FIDE-WM-Turnier 2005 aus, im September bis Oktober 2006 ist es dann aber endlich zu einem Wiedervereinigungsmatch zwischen Kramnik und dem FIDE-Weltmeister Topalow gekommen, welches Kramnik für sich entschied. Kasparow hat im Jahr 2005 seine Karriere offiziell beendet, dabei hat er aber ein ziemliches Wirrwarr im WM-Schach hinterlassen. Der WM-Titel ist 2007/2008 in einer Wiedervereinigung offiziell von Kramnik an Anand übergegangen, welcher (als erster Inder) von 2007-2013 der unbestrittene Weltmeister war - in diesem Jahr verlor er die Schachkrone gegen den jungen Herausforderer Magnus Carlsen aus Norwegen. Mit seinen 22 Jahren ist Carlsen nicht einmal der jüngste Weltmeister: Kasparow war bei seinem Titelgewinn noch ein bisschen jünger.

Erfolgreichste Schach-Weltmeister: 1. Lasker (De) 27 (6). 2. Aljechin (Sow) 17 (4). 3. Karpow (Sow/Rus) 16 (7). 4. Kasparow (Sow/Rus) 15 (6). 5. Botwinnik (Sow) 13 (5). 6. Steinitz (Oe) 8 (4). 7. Kramnik (Rus) 7 (3). 8. Anand (Ind) 6 (4). 9. Petrosian (Sow) 6 (2). 10. Capablanca (Kuba) 6 (1). (Jahre als Weltmeister, in Klammern die Anzahl der Siege bei WM-Turnieren oder Einzelweltmeisterschaften, ohne Gewähr, bei Karpow wurden hier seine Jahre als FIDE-Weltmeister in der Zeit der Trennung zwischen der 'Profi-' und der FIDE-Weltmeisterschaft angerechnet, ebenso wurden Kramnik seine Jahre als 'Profi-Weltmeister' angerechnet - Fischer kommt mit nur drei Jahren als Weltmeister nach dieser Rechnung nicht in die ersten zehn Positionen; ob der gute alte Lasker an der Spitze dieser Rangliste noch je überholt werden kann, ist natürlich auch fraglich: aber, wer weiss).




Berühmte Schachspieler vor der offiziellen Weltmeisterschaft (die inoffiziell besten Spieler früherer Zeiten, nach chessgames.com): Luis Ramires de Lucena (Sp) um 1490, Pedro Damiano (Por) um 1520, Ruy Lopez de Segura (Sp) um 1560, Leonardo da Cutri (It) um 1575, Paolo Boi (It) um 1575, Alessandro Salvio (It) um 1600, Gioachino Greco (It) um 1620, Kermur Sir de Legal (Fr) um 1730-1747, François-André Philidor (Fr) um 1747-1795, Alexandre Deschapelles (Fr) um 1800-1820, Louis de la Bourdonnais (Fr) um 1820-1840, Pierre de Saint Amant (Fr) 1842-1843, Howard Staunton (Gb) 1843-1851, Adolf Anderssen (De) 1851-1858, Paul Morphy (USA) 1858-1862, Adolf Anderssen (De) 1862-1866, Wilhelm Steinitz (Oe) 1866-1886, Johannes Zukertort (Pol) 1879-1886. Die Spiele und Turniere in London galten vor der ersten WM teils als inoffizielle Weltmeisterschaften, im Besonderen das Turnier von 1883: die Weltmeisterschaften wurden dann aber nicht im Turniermodus ausgetragen, sondern in Duellform - zwischen dem Weltmeister und einem auserkorenen Herausforderer.

Unoffizielles Weltmeisterschaftsduell (London 1834): La Bourdonnais (Fr) s. McDonnell (Gb) 45/13/27 (Siege/Unentschieden/Niederlagen).

Erstes internationales Turnier (London 1856): 1. Anderssen (De). 2. Wyvill (Gb). 3. Staunton (Gb). 4. Williams (Gb). 5. Szén (Un). 6. Kennedy (Gb). 7. Horwitz (De). 8. Mucklow (Gb). Ausgeschieden in der ersten Runde: Bird (Gb), Brodie (Gb), Kennedy (Gb), Kieseritsky (Fr), Löwe (Gb), Löwenthal (Un), Mayet (De), Newham (Gb).

Internationales Turnier (London 1862). 1. Anderssen (De). 2. Paulsen (De). 3. Owen (Gb). 4. McDonnell (Gb). 5. Dubois (It). 6. Steinitz (Oe). 7. Barnes (Gb). 8. Hannah (Gb). 9. Blackburne (Gb). 10. Löwenthal (Oe).

Inoffizielles WM-Turnier (London 1883): 1. Zukertort (Pol). 2. Steinitz (Oe). 3. Blackburne (Gb). 4. Tschigorin (Rus). 5. Mason (Irl). 6. Mackenzie (Gb). 7. Englisch (Oe). 8. Rosenthal (Fr). 9. Winawer (Pol). 10. Bird (Gb).



1886-1894 Wilhelm Steinitz (Oe)

s. Zukertort (Pol, USA 1886) 12½:5½.

s. Tschigorin (Rus, Havanna 1889) 10½:6½.

s. Gunsberg (Un, New York 1890) 10½:8½.

s. Tschigorin (Rus, Havanna 1892) 12½:10½.


1894-1921 Emanuel Lasker (De)

s. Steinitz (Oe, New York/Philadelphia/Montreal 1894) 12:7.

s. Steinitz (Oe, Moskau 1896) 12½:4½.

s. Marshall (USA, USA 1907) 11½:3½.

s. Tarrasch (De, Düsseldorf/München 1908) 10½:5½.

s. Schlechter (Oe, Wien/Berlin 1910) 5:5.

s. Janowsky (Pol, Berlin 1910) 9½:1½.


1921-1927 José Capablanca (Kuba)

s. Lasker (De, Havanna 1921) 9:5.

1927-1935 Alexander Aljechin (Sow)

s. Capablanca (Kuba, Buenos Aires 1927) 18½:15½.

s. Bogoljubow (Sow, Deutschland/Niederlande 1929) 15½:9½.

s. Bogoljubow (Sow, Deutschland 1934) 15½:10½.


1935-1937 Max Euwe (Nl)

s. Aljechin (Sow, Niederlande 1935) 15½:14½.

1937-1946 Alexander Aljechin (Sow)

s. Euwe (Nl, Niederlande 1937) 15½:9½. Aljechin blieb während und nach dem zweiten Weltkrieg Schachweltmeister bis zu seinem Ableben. 1948 wurde der Weltschachverband Fédération Internationale d'Échec FIDE gegründet, der ein WM-Turnier ausschrieb.

1948-1957 Michail Botwinnik (Sow)

FIDE-WM-Turnier 1948 (Den Haag/Moskau): 1. Botwinnik (Sow). 2. Smyslow (Sow). 3. Reshewsky (USA). 4. Keres (Sow). 5. Euwe (Nl). (Fine lehnte die Einladung ab).

s. Bronstein (Sow, Moskau 1951) 12:12. – Kandidatenturnier (Budapest 1950): 1. Bronstein (Sow). 2. Boleslawski (Sow). 3. Smyslow (Sow). 4. Keres (Sow). 5. Najdorf (Arg). 6. Kotow (Sow). 7. Stahlberg (Sd). 8. Lilienthal (Sow). 9. Szabo (Un). 10. Flohr (Sow).

s. Smyslow (Sow, Moskau 1954) 12:12. – Kandidatenturnier (Zürich 1953): 1. Smyslow (Sow). 2. Bronstein (Sow). 3. Reshewsky (USA). 4. Keres (Sow). 5. Petrosian (Sow). 6. Najdorf (Arg). 7. Geller (Sow). 8. Kotow (Sow). 9. Taimanow (Sow). 10. Awerbakh (Sow).

1957-1958 Wassili Smyslow (Sow)

s. Botwinnik (Sow, Moskau 1957) 12½:9½. – Kandidatenturnier (Amsterdam 1956): 1. Smyslow (Sow). 2. Keres (Sow). 3. Szabo (Un). 4. Spasski (Sow). 5. Petrosian (Sow). 6. Bronstein (Sow). 7. Geller (Sow). 8. Filip (Cs). 9. Panno (Arg). 10. Pilnik (Arg).

1958-1960 Michail Botwinnik (Sow)

s. Smyslow (Sow, Moskau 1958) 12½:10½.

1960-1961 Michail Tal (Sow)

s. Botwinnik (Sow, Moskau 1960) 12½:8½. – Kandidatenturnier (Jugoslawien 1959): 1. Tal (Sow). 2. Keres (Sow). 3. Petrosian (Sow). 4. Smyslow (Sow). 5. Fischer (USA). 6. Gligoric (Jug). 7. Olafsson (Isl). 8. Benkö (staatenlos).

1961-1963 Michail Botwinnik (Sow)

s. Tal (Sow, Moskau 1961) 13:8.

1963-1969 Tigran Petrosian (Sow)

s. Botwinnik (Sow, Moskau 1963) 12½ :9½. – Kandidatenturnier (Curacao 1962): 1. Petrosian (Sow). 2. Keres (Sow). 3. Geller (Sow). 4. Fischer (USA). 5. Kortschnoi (Sow). 6. Benkö (USA). 7. Tal (Sow). 8. Filip (Cs).

s. Spasski (Sow, Moskau 1966) 12½:11½. – Kandidatenturnier, Final (Tiflis 1965): Spasski (Sow) s. Tal (Sow). Halbfinals: Spasski (Sow) s. Geller (Sow), Tal (Sow) s. Larsen (Dän). Viertelfinals: Geller (Sow) s. Smyslow (Sow), Larsen (Dän) s. Iwkow (Jug), Spasski (Sow) s. Keres (Sow), Tal (Sow) s. Portisch (Un).

1969-1972 Boris Spasski (Sow)

s. Petrosian (Sow, Moskau 1969) 12½:10 ½. – Kandidatenturnier, Final (Kiew 1968): Spasski (Sow) s. Kortschnoi (Sow). Spiel um den dritten Platz: Larsen (Dän) s. Tal (Sow). Halbfinals: Kortschnoi (Sow) s. Tal (Sow), Spasski (Sow) s. Larsen (Dän). Viertelfinals: Kortschnoi (Sow) s. Reshewsky (USA), Larsen (Dän) s. Portisch (Un), Spasski (Sow) s. Geller (Sow), Tal (Sow) s. Gligoric (Jug).

1972-1975 Robert James Fischer (USA)

s. Spasski (Sow, Reykjavik 1972) 12½:8½. – Kandidatenturnier, Final (Buenos Aires 1971): Fischer (USA) s. Petrosian (Sow). Halbfinals: Fischer (USA) s. Larsen (Dän), Petrosian (Sow) s. Kortschnoi (Sow). Viertelfinals: Fischer (USA) s. Taimanow (Sow), Kortschnoi (Sow) s. Geller (Sow), Larsen (Dän) s. Uhlmann (DDR), Petrosian (Sow) s. Hübner (BRD).

1975-1985 Anatoli Karpow (Sow)

s. Fischer (USA, 1975) forfait (nachdem sich die FIDE und Fischer nicht über die Matchbedingungen einigen konnten, verzichtete Fischer auf eine Titelverteidigung, worauf FIDE-Präsident Euwe - der ehemalige Weltmeister - Karpow zum neuen Weltmeister erklärte). – Kandidatenturnier, Final (Moskau 1974): Karpow (Sow) s. Kortschnoi (Sow). Halbfinals: Kortschnoi (Sow) s. Petrosian (Sow), Karpow (Sow) s. Spasski (Sow). Viertelfinals: Kortschnoi (Sow) s. Mecking (Br), Karpow (Sow) s. Polugajewski (Sow), Petrosian (Sow) s. Portisch (Un), Spasski (Sow) s. Byrne (USA).

s. Kortschnoi (staatenlos, Baguio City 1978) 16½:15½. – Kandidatenturnier (Belgrad 1977): Kortschnoi (staatenlos) s. Spasski (Sow). Halbfinals: Kortschnoi (staatenlos) s. Polugajewski (Sow), Spasski (Sow) s. Portisch (Un). Viertelfinals: Kortschnoi (staatenlos) s. Petrosian (Sow), Portisch (Un) s. Larsen (Dän), Polugajewski (Sow) s. Mecking (Br), Spasski (Sow) s. Hort (Cs).

s. Kortschnoi (Sz, Meran 1981) 11:7. – Kandidatenturnier, Final (Meran 1980): Kortschnoi (Sz) s. Hübner (BRD). Halbfinals: Kortschnoi (Sz) s. Polugajewski (Sow), Hübner (BRD) s. Portisch (Un). Viertelfinals: Hübner (BRD) s. Adorian (Un), Kortschnoi (Sz) s. Petrosian (Sow), Portisch (Un) s. Spasski (Sow), Polugajewski (Sow) s. Tal (Sow).

vs. Kasparow (Sow, Moskau 1984/85) 25:23. Der Wettkampf wurde von FIDE-Präsident Campomanes abgebrochen und neu angesetzt (als Grund wurde die Schonung der Gesundheit der Spieler angegeben [Karpow führte nach 27 Partien mit 5:0-Gewinnpartien, bei insgesamt sechs geforderten Gewinnpartien, konnte aber den sechsten Erfolg nicht realisieren, worauf Kasparow gegen den offenbar etwas erschöpften Karpow das 32. sowie das 47. und 48. Spiel gewinnen konnte, wonach die Partie abgebrochen wurde - nach Gewinnpartien stand es also immer noch 5:3 und Karpow hätte nur noch einen Erfolg gebraucht zum WM-Titel; im selben Jahr wurde Kasparow bei der Neuansetzung der jüngste Weltmeister bis dato]). – Kandidatenturnier, Final (Wilnus 1984): Kasparow (Sow) s. Smyslow (Sow). Halbfinals: Kasparow (Sow) s. Kortschnoi (Sow), Smyslow (Sow) s. Ribli (Un). Viertelfinals: Smyslow (Sow) s. Hübner (BRD), Ribli (Un) s. Torre (Phi), Kasparow (Sow) s. Beliawski (Sow), Kortschnoi (Sow) s. Portisch (Un).

1985-2000 Gary Kasparow (Sow/Rus)

s. Karpow (Sow, Moskau 1985) 13:11. Neuangesetztes WM-Duell von 1984/85.

s. Karpow (Sow, London/Leningrad 1986) 12½:11½. WM-Revanche, kein Kandidatenturnier (Karpow als Herausforder gesetzt).

s. Karpow (Sow, Sevilla 1987) 12:12. – Kandidatenturnier, Final (Linares 1987): Karpow (Sow) s. Sokolow (Sow). Halbfinals: Sokolow (Sow) s. Jusupow (Sow); Karpow (Sow) für den Final gesetzt. Viertelfinals: Waganian (Sow) s. Sokolow (Sow), Jusupow (Sow) s. Timman (Nl); Karpow (Sow) für den Final gesetzt. – Kandidatenqualifikationsturnier (Montpellier 1985): 1. Jusupow (Sow). 2. Waganian (Sow). 3. Sokolow (Sow). 4. Timman (Nl). 5. Tal (Sow). 6. Spasski (Fr). 7. Beliawski (Sow). 8. Smyslow (Sow). 9. Tschernin (Sow). 10. Seirawan (USA).

s. Karpow (Sow, New York/Lyon 1990) 12½:11½. – Kandidatenturnier, Final (Kuala Lumpur 1990): Karpow (Rus) s. Timman (Nl). Halbfinals: Timman (Nl) s. Speelman (Gb), Karpow (Rus) s. Jusupow (Rus). Viertelfinals: Speelman (Gb) s. Short (Gb), Karpow (Rus) s. Hjartarson (Isl), Timman (Nl) s. Portisch (Un), Jusupow (Rus) s. Spraggett (Ka).

s. Short (Gb) 12½:7½ (London 1993). – Kandidatenturnier, Final (San Lorenzo del Escorial 1993): Short (Gb) s. Timman (Nl). Halbfinals: Short (Gb) s. Karpow (Rus), Timman (Nl) s. Jusupow (De). Viertelfinals: Karpow (Rus) s. Anand (Ind), Short (Gb) s. Gelfand (Wrus), Jusupow (De) s. Iwantschuk (Ukr), Timman (Nl) s. Kortschnoi (Sz). Der amtierende Weltmeister Kasparow und der Sieger des FIDE-Kandidatenturniers Short gründeten für diesen WM-Titelkampf ihre eigene Organisation, die Professional Chess Association PCA. Die FIDE sperrte daraufhin die Beiden und setzte ein WM-Titelduell zwischen Timman und Karpow an.

s. Anand (Ind) 10½:7½ (New York 1995).


Die FIDE-Weltmeister 1993-2006

1993-1998 Anatoli Karpow (Rus)

s. Timman (Nl, Niederlande/Djakarta 1993) 12½:8½.

s. Kamsky (USA, Elista 1996) 10½:7½. – Kandidatenturnier (Sanghi Nagar 1995; mit Weltmeister Karpow, der für die Finalspiele gesetzt ist: die beiden Sieger bestreiten das WM-Duell), Finals: Karpow (Rus) s. Gelfand (Wrus), Kamsky (USA) s. Salow (Rus). Halbfinals: Kamsky (USA) s. Anand (Ind), Gelfand (Wrus) s. Kramnik (Rus), Salow (Rus) s. Timman (Nl). Viertelfinals: Anand (Ind) s. Jusupow (De), Gelfand (Wrus) s. Adams (Gb), Kamsky (USA) s. van der Sterren (Nl), Kramnik (Rus) s. Judasin (Isr), Salow (Rus) s. Khalifman (Rus), Timman (Nl) s. Lautier (Fr).

s. Anand (Ind) 5:3 (Lausanne 1998). – Kandidatenturnier (Groningen 1997), Final: Anand (Ind) s. Adams (Gb). Halbfinals: Anand (Ind) s. Gelfand (Wrus), Adams (Gb) s. Short (Gb). Viertelfinals: Gelfand (Wrus) s. Drejew (Rus), Anand (Ind) s. Schirow (Sp), Short (Gb) s. Krasenkow (Pol), Adams (Gb) s. van Wely (Nl).

1999 Alexander Khalifman (Rus)

FIDE-WM-Turnier in Las Vegas 1999, Final: Khalifman (Rus) s. Akopian (Arm) 3½:2½. Halbfinals: Akopian (Arm) s. Adams (Gb), Khalifman (Rus) s. Nisipeanu (Rum). Viertelfinals: Adams (Gb) s. Kramnik (Rus), Akopian (Arm) s. Mowsesian (Tsch), Khalifman (Rus) s. Judit Polgar (Un), Nisipeanu (Rum) s. Schirow (Sp). Erstes FIDE-WM-Finalturnier seit 1948, nachdem der Titelkampf zuvor immer in einem Finalduell vergeben wurde. Das Turnier wird im K.O.-System gespielt. Es fehlen u.a. die Weltranglistenführenden Kasparow und Anand (PCA) sowie Karpow (Verzicht).

2000-2001 Viswanathan Anand (Ind)

FIDE-WM-Turnier in New Delhi/Teheran 2000, Final: Anand (Ind) s. Schirow (Sp) 3½:½. Halbfinals: Anand (Ind) s. Adams (Gb), Schirow (Sp) s. Grischuk (Rus). Viertelfinals: Anand (Ind) s. Khalifman (Rus), Adams (Gb) s. Topalow (Bul), Grischuk (Rus) s. Tkatschiew (Fr), Schirow (Sp) s. Barejew (Rus). Es fehlen Profiweltmeister Kramnik und der Weltranglistenführende Kasparow.

2002-2003 Ruslan Ponomarjow (Ukr)

FIDE-WM-Turnier in Moskau 2001/2002, Final: Ponomarjow (Ukr) s. Iwantschuk (Ukr) 4½:2½. Halbfinals: Iwantschuk (Ukr) s. Anand (Ind), Ponomarjow (Ukr) s. Swidler (Rus). Viertelfinals: Anand (Ind) s. Schirow (Sp), Swidler (Rus) s. Gelfand (Isr), Ponomarjow (Ukr) s. Barejew (Rus), Iwantschuk (Ukr) s. Lautier (Fr). Es fehlen Kramnik und Kasparow.

Kandidatenturnier für den Halbfinal des Wiedervereinigungsmatches in Dortmund 2002, Final: Lékó (Un) s. Topalow (Bul) 2½:1½. Halbfinals: Lékó (Un) s. Schirow (Sp), Topalow (Bul) s. Barejew (Rus). In der Vorrunde mit zwei Gruppen à vier Spieler sind Adams (Gb), Gelfand (Isr), Morosewitsch (Rus) und Lutz (De) ausgeschieden. Der Sieger dieses Turniers ist qualifiziert für das Halbfinale der Wiedervereinigung zwischen der FIDE und der Privatorganisation von Kasparow. Die Halbfinals (bestimmt in der sogenannten Prager Abmachung 2002) lauten somit: Kramnik - Lékó und Ponomarjow - Kasparow; diese Spiele fanden aber nie statt (Ponomarjow verlangte Änderungen in seinem Vertrag, welchen die FIDE nicht zustimmte).

2004 Rustam Kasimjanow (Usb)

FIDE-WM-Turnier in Tripolis 2004, Final: Kasimjanow (Usb) s. Adams (Gb) 4½:3½. Halbfinals: Kasimjanow (Usb) s. Topalow (Bul). Adams (Gb) s. Radjabow (Ase). Viertelfinals: Kasimjanow (Usb) s. Grischuk (Rus). Adams (Gb) s. Akopian (Arm). Topalow (Bul) s. Charlow (Rus). Radjabow (Ase) s. Dominguez (Kuba). Es fehlen Kramnik und Kasparow (sowie einige andere Weltklassespieler). Wieder sollte der FIDE-Weltmeister zu einem Wiedervereinigungsspiel - gegen Kasparow - antreten, doch auch dieses Spiel kam nicht zustande.

2005 Wesselin Topalow (Bul)

FIDE-WM-Turnier in San Luis 2005: 1. Topalow (Bul). 2. Anand (Ind). 3. Swidler (Rus). 4. Morosewitsch (Rus). 5. Lékó (Un). 6. Kasimjanow (Usb). 7. Adams (Gb). 8. Judit Polgar (Un). Nach den verschiedenen Überraschungserfolgen in den letzten FIDE-WM-Turnieren von Khalifman, Ponomarjow und Kasimjanow stellt die FIDE um: die FIDE-WM wird nun nicht mehr im K.O.-System, sondern in einem Rundenturnier ausgetragen. Es fehlen Kramnik und Kasparow (beide wurden eingeladen zu diesem Turnier, Kramnik sagte ab, weil er den Wiedervereinigungsvertrag als gebrochen ansah, Kasparow hat mittlerweilen – nach dem Turnier von Linares am 10. März 2005 – seine Karriere offiziell beendet).

Wiedervereinigungsmatch 2006 in Elista: Kramnik s. Topalow (Bul) 6:6/2,5:1,5 in der Schnellschach-Entscheidung.


2000-2007 Wladimir Kramnik (Rus)

s. Kasparow (Rus, London 2000) 8½:6½. Kramnik hatte 1998 ein Kandidatenduell gegen Schirow verloren (!), wurde von Kasparow aber als Weltranglistenzweiter (hinter Kasparow) trotzdem zum legitimen Herausforderer bestimmt.

s. Lékó (Un, Brissago 2004) 7:7 (erstes Halbfinale für die Wiedervereinigung: mit dem Unentschieden bleibt Kramnik (inoffizieller) Weltmeister; die Entscheidung war denkbar knapp: Kramnik gewann das letzte Spiel, in welchem Lékó ein Unentschieden zum Sieg genügt hätte). Die Wiedervereinigung kam jedoch nach diesem Halbfinal nicht zustande: der andere vorgesehene Halbfinal zwischen Ponomarjow und Kasparow wurde im August 2003 abgesagt. Ponomarjow, der damalige FIDE-Weltmeister, schlug daraufhin vor, die Wiedervereinigung in einem Sechserturnier durchzuführen. Dazu kam es aber auch nicht. Die Situation im Weltschach war – nach dem ganzen Kasparow-Theater und den seltsamen FIDE-WM-Turnieren am Beginn des 21. Jahrhunderts – noch immer sehr unbefriedigend, nachdem zwar eine grosse Wiedervereinigung aufgegleist wurde, das Endspiel desselben dann aber nie stattfinden konnte. Nach dem Rücktritt von Kasparow im Jahr 2005 war Kramnik, welcher die Einladung zum FIDE-WM-Turnier 2005 ausgeschlagen hatte, nun der einzige Spitzenspieler, welcher ausserhalb der FIDE stand.

s. Topalow (Bul, Elista 2006) 6:6/2,5:1,5 in der Schnellschach-Entscheidung. Dies war der in der Schachwelt so lange ersehnte Wiedervereinigungsmatch zwischen Kramnik und dem Gewinner des letzten FIDE-Turniers (San Luis 2005). Damit war Kramnik nun offizieller Weltmeister (wobei zu sagen ist, dass dies zwar ein Wiedervereinigunsmatch war, aber keine eigentlich offizielle Weltmeisterschaft, na ja. Interessant: Kasparow ist nach seiner Niederlage 2000 gegen Kramnik nicht mehr gegen diesen angetreten, obwohl er eigentlich immer noch als der beste Schachspieler der Welt galt: 2005 hat er seine Karriere beendet.


2007-2013 Viswanathan Anand (Ind)

FIDE-WM-Turnier in Mexiko-Stadt 2007: 1. Anand (Ind), 2. Kramnik (Rus), 3. Gelfand (Isr), 4. Lékó (Ung), 5. Swidler (Rus), 6. Morosewitsch (Rus), 7. Aronian (Arm), 8. Grischuk (Rus). - Kandidatenturnier 2007 in Elista (Russland), 2. Runde (Sieger qualifiziert für das WM-Turnier): Aronian (Arm) s. Schirow (Sp), Lékó (Ung) s. Barejew (Rus), Gelfand (Isr) s. Kamsky (USA), Grischuk (Rus) s. Rublewski (Rus). In der ersten Runde waren ausgeschieden: Adams (Gb), Bacrot (Fr), Carlsen (Nor), Gurewitsch (Tür), Kasimjanow (Usb), Malachow (Rus), Polgár Judit (Ung), Ponomarjow (Ukr). - Qualifikation für das Kandidatenturnier beim Weltpokal 2005 in Chanty-Mansijsk (Russland): 1. Aronian (Arm), 2. Ponomarjow (Ukr), 3. Bacrot (Fr), 4. Grischuk (Rus), 5. Barejew (Rus), 6. Gelfand (Isr), 7. Rublewski (Rus), 8. Gurewitsch (Rus), 9. Carlsen (Nor [bei Anfang des Turniers 14-jährig, am Ende 15]), 10. Kamsky (USA), 11. Malachow (Rus - alle qualifiziert).

Ausgangslage: aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung für die Wiedervereinigung hat nun Kramnik das Recht auf eine Herausforderung in einem Zweikampf gegen Weltmeister Anand; diese Begegnung wird vom 11. bis 30. Oktober 2008 in Bonn ausgetragen. Dies geht aus jener komplizierten Vereinbarung hervor. Dem Sieger des Vereinigunsmatches 2006 (Topalow-Kramnik) wurde ein Platz an der FIDE-WM 2007 freigehalten und Topalow stimmte zu, dass sein Platz bei einer Niederlage des damaligen FIDE-Weltmeisters an Kramnik gehen würde. Kramnik gewann dieses Wiedervereinigungsmatch und sicherte sich damit einen Platz an der WM 2007. Topalow wurde dabei eine Chance für eine direkte Herausforderung gewährt, falls Kramnik diese WM gewinnen sollte. Nun hat aber Anand gewonnen und damit fällt dieses Recht an Kramnik. Gleichzeitig steht Topalow im Finale der Qualifikation für die Schachweltmeisterschaft 2009 (realiter ausgetragen 2010), welches austragen wird gegen den Gewinner des FIDE-Weltpokals 2007 (Gata Kamsky). Der Sieger dieser Qualifikation spielt dann gegen den Weltmeister von 2008 (um die Weltmeisterschaft 2009); ab dem Jahr 2010 wären dann all diese Verpflichtungen, welche sich aus dieser Vereinbarung über die Wiedervereinigung ergaben, erfüllt. Na ja.

s. Kramnik (Rus, Bonn 2008) 6½:4½.

s. Topalow (Bul, Sofia 2010) 6½:5½. Dieser qualifizierte sich für diesen WM-Kampf in einem Kandidatenfinal gegen Kamsky (USA, Sofia 2009, 4½:2½ [siehe oben]).

s. Gelfand (Isr, Moskau 2012) 6:6, Tie-Break (Schnellschach) 2½:1½. - Kandidatenturnier, Final (Kasan 2011): Gelfand (Isr) s. Grischuk (Rus). Halbfinals: Gelfand (Isr) s. Kamsky (USA), Grischuk (Rus) s. Kramnik (Rus). Viertelfinals: Gelfand (Isr) s. Mamedyarow (Ase), Grischuk (Rus) s. Aronian (Arm), Kamsky (USA) s. Topalow (Bul), Kramnik (Rus) s. Radjabow (Ase).

Nach den ganzen Wirren um die Wiedervereinigung (siehe oben), ging es nun (glücklicherweise) nach bewährtem FIDE-Muster weiter, mit einem Weltmeister und einem Herausforderer, welcher in einem Kandidatenturnier erkoren wird. Summa summarum: es geht halt nichts über eine gute und überzeugende Organisation. Allerdings gibt es weiter Diskussionen um die Fairness nun der Nominierung für das Kandidatenturnier: Magnus Carlsen (No) befand dieses als nicht fair und zog sich daher als Weltnummer 2 (und einziger Vertreter Westeuropas) zurück. Ebenfalls diskutiert wird der Modus: von 30 Partien mit normaler Bedenkzeit endeten im Kandidatenturnier 27 mit einem Remis (einige schon nach wenigen Zügen), so dass meistens Blitzpartien entscheiden mussten.


seit 2013 Magnus Carlsen (Nor)

s. Anand (Ind, Chennai 2013) 6½:3½. - Kandidatenturnier (London 2013): 1. Carlsen (Nor), 2. Kramnik (Rus), 3. Swidler (Rus), 4. Aronian (Arm), 5. Gelfand (Isr), 6. Grischuk (Rus), 7. Iwantschuk (Ukr), 8. Radjabow (Ase).

Endlich wieder einmal ein 'normaler FIDE-WM-Wettkampf' nach dem guten alten Muster, mit einem Kandidatenturnier der stärksten Schachspieler der Welt - zum ersten Mal seit 50 Jahren als Round-Robin-Turnier (statt einem Knock-Out-Turnier) - sowie einem WM-Duell gegen den aktuellen Champion - und alles mehr oder weniger ohne grosse Diskussionen.

s. Anand (Ind, Sotschi 2014) 6½:4½. - Kandidatenturnier (Chanty-Mansijsk 2014): 1. Anand (Ind), 2. Karjakin (Rus), 3. Kramnik (Rus), 5. Mamedyarow (Ase), 5. Andreikin (Rus), 6. Aronian (Arm), 7. Swidler (Rus), 8. Topalow (Bul).

s. Karjakin (Rus, New York 2016), 6:6, Tiebreak 3:1. - Kandidatenturnier (Moskau 2016): 1. Karjakin (Rus), 2. Caruana (It), 3. Anand (Ind), 4. Swidler (Rus), 5. Aronian (Arm), 6. Giri (Nl), 7. Nakamura (USA), 8. Topalow (Bul).

-> Offizielle WM-2016-Seite, Videos zur Schach-WM von GM Daniel King (Spielanalysen zur WM gibt es auch bei Mato Jelic).

Aktuelle FIDE-Weltrangliste (Schweizer). Newcomer April 2017 (im Vergleich zum letzten Kandidatenturnier): So (USA, Platz 2), Vachier-Lagrave (Fr, 5 [Biel-Seriensieger: 2009, 2013-2016 (Interview)])! - Aktuelle Turnierveranstaltungen.


Magnus-Film: der Dokumentarfilm Magnus (2016) kann vermutlich allen empfohlen werden, auch Nichtschachspielern. Seit der 13-jährige Carlsen 2004 an einem Schnellschach-Turnier gegen den grossen Meister Kasparow ein Remis erreichte, gilt er als Wunderkind oder gar Mozart des Schachs (auch wenn der Weg an die Weltspitze dann etwas steiniger war, als man allgemein weiss). Carlsen hat in diesem Film zwar nur soviel preisgegeben, wie nötig war, um einen interessanten Film zu machen, trotzdem lernt man hier den Weg von Carlsen zum WM-Titel und der höchsten je erreichten ELO-Zahl auf eine interessante Art und Weise kennen.

Favoriten für die Carlsen-Herausforderung bei der nächsten WM (2018):

-> Fabiano Caruana (USA, ursprünglich: Italien)
-> Wesley So (USA, ursprünglich: Philippinen)
-> Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich)
-> Sergei Karjakin (Russland)
-> Viswanathan Anand (Indien)



Schachprobleme lösen:





 
Grosse Spieler, tolle Züge. Hier gibt es ein paar der schönsten und berühmtesten Schachspiele der Weltmeister - sowie anderer bedeutender Grössen der Schachgeschichte - zu sehen und zu studieren.

Magnus Carlsen vs. Lewon Aronian 2013. Vielleicht ist es noch etwas früh, um die interessantesten Spiele des jungen neuen Weltmeisters zu bestimmen (und vielleicht hat er seine unsterbliche Partie noch vor sich). Besonders interessant waren bisher oft seine Spiele gegen Aronian, z.B. dieses hier.

Wladimir Kramnik vs. Viswanathan Anand 2004. Auch Remispartien können unsterblich sein: dies zeigen hier Anand und Kramnik - fast sinnbildlich für das jahrelange Unentschieden zwischen der FIDE und Kasparows PCA, in welcher Kramnik diesen als Weltmeister ablöste.

Garry Kasparow vs. Wesselin Topalow 1999. Unglaubliche Figurenopfer: Berechnung oder Intuition? Kasparow galt zu seiner Zeit als der beste Schachspieler aller Zeiten, auch wegen seiner Showevents gegen Schachprogramme (dies wurde aber zu verschiedenen Zeiten von mehreren Spielern gesagt).

Alexei Schirow vs. Judit Polgar 1994. Hier sehen wir ein interessantes Spiel der besten Frau im (Männer-) Schach bis dato. Sie hat im Verlauf ihrer bisherigen Karriere neun Weltmeister bezwungen, war aber im Gegensatz zu ihrer Schwester Zsuzsa nie Frauenweltmeisterin.

Anatoli Karpow vs. Wolfgang Unzicker 1974. Karpow ist nicht bekannt für eine extravagante Spielweise und spektakuläres Angriffsschach*, aber er war vielleicht einer der solidesten Spieler überhaupt - und ein gewiefter und konsequenter Taktiker.

Boris Spasski vs. Wiktor Kortschnoi 1968. Spasski wurde weltberühmt durch sein legendäres WM-Duell gegen Fischer, Kortschnoi gilt als der beste oder einer der besten Spieler, die nie Weltmeister geworden sind (als seine grösste Zeit - und natürlich auch der grösste Schweizer Schachspieler bis dato).

Donald Byrne vs. Bobby Fischer 1956. Diese Spiel gilt als Spiel des 20. Jahrhunderts. Schachgenie Fischer war hier 13-jährig und besigte auf spektakuläre Weise einen der besten US-amerikanischen Schachspieler jener Zeit.

Michail Tal vs. Wladimir Simagin 1956. Tal ist vielleicht der Weltmeister mit der offensivsten und aggressivsten Spielweise (und das pure Gegenteil von Systemspieler Botwinnik). Es ist schon erstaunlich, wie diese Spielweise, die Andere ins Chaos stürzen würde, bei ihm immer wieder aufging.

David Bronstein vs. Michail Botwinnik 1951. Dies ist nur ein Endspiel, aber eines der berühmtesten. Mit Botwinnik, der ein systematischer Spieler war, begann eine wissenschaftliche Weise der Auffassung des Schachspiels. Die Sowjetrussen dominierten im Weltschach über einige Jahrzehnte.

Richard Réti vs. Alexander Aljechin 1925 (1/3 - 2/3, 3/3). Tolle Kombinationen in einem verwirrenden Figurengeknäuel. Dies ist mein Lieblingsspiel, mit zwei der interessantesten Spieler der Schachgeschichte. Aljechin ist bekannt als grosser Kombinationskünstler, Réti als besonders kreativer Spieler.

Friedrich Sämisch vs. Aaron Nimzowitsch 1923. In diesem Spiel sucht man vergebens den Namen eines Weltmeisters, Nimzowitsch - welchem dieses Spiel gewidmet ist - ist aber trotzdem eine der bedeutendsten Figuren der Schachtheorie des 20. Jahrhunderts. Hier seine unsterbliche Zugzwangpartie.

Emanuel Lasker vs. José Raúl Capablanca 1914 (1/2 - 2/2). Die beiden Erben des ersten Weltmeisters im direkten Duell, welches Lasker zu jener Zeit gegen das Schachwunderkind Capablanca gewann. Man sieht in diesem Spiel das Aufkommen einer modernen Schachtaktik.

Harry Nelson Pillsbury vs. Michail Tschigorin 1896. Tschigorin war nie Weltmeister, gehörte aber trotzdem zu den bedeutendsten Figuren seiner Zeit. In diesem Video wird gezeigt, wie er die alte Spielweise von Steinitz revolutionierte. Er gilt auch als Vorläufer der grossen russischen Schachschule.

Wilhelm Steinitz vs. Curt von Bardeleben 1895. Steinitz war der erste offizielle Schachweltmeister, und dies ist eine der berühmtesten Partien aus dem 19. Jahrhundert. Nicht die Zeitlosigkeit des Spiels ist erstaunlich, sondern vielmehr die Zeitentwicklung (die es auch gibt).

Paul Morphy vs. Duke Karl 1858. Morphy ist ebenfalls einer der berühmtesten Schachspieler vor den Weltmeisterschaften, und dieses Spiel ist unter dem Namen 'Morphy's Opera House Game' bekannt geworden als eines seiner schönsten. Wie später Fischer galt er als Schach-Genie.

Adolf Anderssen vs. Jean Dufresne 1852. Anderssen war vermutlich der bedeutendste Spieler der Aera vor der ersten offiziellen WM. Einige seiner Partien wurden hochberühmt, z.B. diese 'immergrüne Partie' (gegen Dufresne), oder auch die (erste) 'unsterbliche Partie' (gegen Kieseritzky).

François-André Philidor vs. Unknown 1749 (1/2 - 2/2). Der vielleicht bekannteste Spieler aus dem 18. Jahrhundert ist der Franzose Philidor, vielleicht auch der erste Spieler, der den Ruf des besten Schachspielers der Welt genoss. Er legte einen grossen Wert auf die Bauernführung.



Schacheröffnungen. Top 10 Most Popular Responses to 1. e4 - Chess Openings Explained. Wie im Video gesagt, sind die meistverwendeten Eröffnungen mit e4: Italienisch (auch: Giuoco Piano) und Spanisch (auch: Ruy Lopez). Die vermutlich meistverwendete Abwehrstrategie von Schwarz ist Sizilianisch (Übersicht), meist gespielt von Spielern, die mit Schwarz ein möglichst rasches Gegenspiel haben möchten - ebenfalls relativ oft verwendet werden die Französische Verteidigung (Part 1, 2), die etwas aggressive Russische Verteidigung (auch: Petrov-Verteidigung) sowie die Aljechin-Verteidigung - dies eher für Spieler, die mit Schwarz ein diffiziles taktisches Verteidigungsspiel mögen. Es gibt natürlich viele weitere Varianten und Alternativen - ich erwähne hier nur kurz die wichtigsten. Hier gibt es die Übersicht der d4-Eröffnungen: Top 10 Most Popular Responses to 1. d4 - Chess Openings Explained - inkl. Damengambit und Nimzoindisch. Eröffnungen, welche nicht mit e4 oder d4 beginnen sind eher selten (und werden daher hier nicht speziell betrachtet - ebenfalls selten sind superaggressive Eröffnungsspiele [weil man damit gegen bessere Spieler, welche die richtigen Antworten auf dies finden, meist nicht durchkommt - daher dies eher zur Unterhaltung als zur Empfehlung]). Wer variieren will, findet immer neue Möglichkeiten und Herausforderungen im Eröffnungsdschungel. Reti? Stonewall? Trompowsky? Blackmar-Diemer?, usw. usf., etc. etc. - Grafik: Übersicht Eröffnungen, Statistik: Gewinnchancen Eröffnungen (ohne Gewähr!).

Die meisten Schachkanäle sind englisch - einer der interessantesten deutschsprachigen Kanäle ist vermutlich Schach TV.



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