Philotexte 2 - Philosophie und Bildung



Philosophie und Bildung, oder: Bildung leicht(er) gemacht. Dies ist ein Raster der intellektuellen Bildung* für jedermann. Die Dinge sind einerseits komplex und kompliziert, ich halte sie aber andererseits auch wiederum im Grunde für viel einfacher und leichter, als manche glauben und denken. Nicht das Leben in dieser Vielfalt und Komplexität (der Welt wie der Wissenschaft) ist einfach, sondern das - für das Gesamtverständnis und das Welt- und Menschenbild so wichtige - Verstehen der Gründe, des Aufbaus und des Zusammenhangs dieser ganzen Komplexität ist gar nicht so kompliziert. Ich spreche hier von Religion, Philosophie und Wissenschaft, von Physik, Chemie und Biologie, von Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft und Systemwissenschaft. Ich werde versuchen, meine eigene Philosophie hier in ein umfassendes Bildungssystem einzubringen - und aufzuzeigen, wie man den Menschen neue Gewissheiten anstelle von alten Verunsicherungen vermitteln kann (wie sie leider derzeit um sich zu greifen scheinen, in diesem heutigen [ersten, frühen] Anflug von einer allgemeinen Relativität und (sogenannt) postmodernen Zeit, was uns gewisse Sorgen bereiten kann, dagegen aber auch nicht allzu pessimistisch stimmen sollte [es werden sich sowohl negative wie auch positive Faktoren weiterentwickeln, und die Menschheit wird wie immer versuchen, das Beste daraus zu machen]). Es soll eine kleine Übersicht werden über die allereinfachste Auffassung der komplizierten Dinge dieser Welt. Leichter als so geht es (vermutlich, leider) nicht, komplizierter aber auf vielfältige Art und Weise sehr leicht (für diejenigen, die mit diesen komplizierten Dingen vertraut sind). Die (Aus-) Bildung ist für mich eines der faszinierendsten Dinge der Welt und eine Kernmotivation meiner (autodidaktisch aufgebauten und sich mit der Bildung der Welt in angestrengter und leidlicher Auseinandersetzung begreifenden) Philosophie - und so habe ich von meiner Philosophie in ihrer ganzen Vielschichtigkeit auch immer wieder Zusammenfassungen gemacht und den aktuellen Stand deklariert, damit jedermann leicht begreifen kann, worum es mir überhaupt geht (im Gegensatz zu alten philosophischen Grössen, die ein riesengrosses Werk von Einzelschriften hinterlassen haben, ohne es selber zu interpretieren und zu reflektieren). Was soll man den Menschen lehren, und wie soll man es ihnen lehren? Ich fange an mit der Religion und deren Theologie, gehe dann zur Philosophie über und komme schliesslich zu den Wissenschaften (das scheint der natürliche und logische Aufbau der menschlichen Kultur zu sein [wie er sich historisch ergeben hat bzw. immer wieder ergibt im Glauben, Denken und Handeln]). Die Fülle der Lehre ist immens, und trotzdem - oder gerade deswegen - müssen wir den Überblick behalten, und daher ist es Zeit, in der heutigen Wissenschaft (und Philosophie) neue Systeme zu erwägen und einzuführen. Ein vernünftiger Ansatz scheint dabei eben in dieser Frage zu liegen: wie wollen wir den Leuten die Lehre beibringen (d.h. die Lehre der Wissenschaft, inkl. Philosophie und Theologie [die ja eben - zurecht - auch mitmischen in unserer Wissenschaft; unsere Wissenschaft reicht tatsächlich von Abraham und Mose über Buddha und Jesus bis zu Platon und Aristoteles, Descartes und Rousseau, Boyle und Newton, Kant und Hegel, Smith und Marx, Darwin und Einstein, unter sehr vielen anderen])? Natürlich war der scheinbar zunehmend fehlende Zusammenhang verschiedener Weltwahrheiten - innerhalb und ausserhalb der Philosophie, notabene - eine Hauptmotivation für meine eigene Beschäftigung mit der Philosophie und den Weltanschauungen. Wie ist das möglich in derselben Welt und in derselben Zeit?

* Diese beinhaltet die Bildung der Ratio (Verstand [analytisch]) und des Intellectus (Vernunft [synthetisch]). Heute besteht in der Volksschule die Tendenz, die Disziplinen zu vermischen - offenbar versteht man darunter eine ökologischere Bildung. Man kann jedoch nicht mit den Zusammenhängen anfangen, sondern man muss mit einer klaren Kategorisierung anfangen, aus welcher heraus man erst die Zusammenhänge erkennen kann. Fängt man mit den Zusammenhängen an, geht die klare (Ein-) Ordnung verloren - und damit auch das klare Wissen. Diese Gefahr scheint zunehmend zu bestehen. Ebenso wie die Gefahr, dass die klaren Grundraster aufgegeben werden zugunsten des Internets, in welchem man ja alles nachschauen kann.


Die Theologie der Religion(en) ist die Wissenschaft vom religiösen Glauben in der Welt. Dieser Glauben orientiert sich an Götterwelten (immer, wenn wir von Religion sprechen, geht es um Götterwelten: polytheistisch bei mehreren Göttern, monotheistisch bei einem Gott; wir sprechen von fünf grossen Religionen - Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus - sowie vielen kleineren [inkl. den ausgestorbenen Religionen]). Zwei Religionen kennen eine bedeutende Vermittlerfigur, welche den zentralen Wert dieser Religionen begründet (Christus Jesus im Christentum, Buddha Gotama im Buddhismus - die anderen Religionen kennen auch Vermittlerfiguren, aber diese sind nicht so zentral in ihren Religionen, sondern zentral sind da eigentlich alleine die Götterphänomene selber [Jahwe, Allah, Brahma/Vishnu/Shiva]). Die Ablehnung jeglichen Götterglaubens oder Gottglaubens wird Atheismus genannt, während Agnostizismus eine Haltung bezeichnet, in welcher die Religions- und Gottesfrage offengelassen wird. (Die Berechtigung von Religion und Theologie scheinen im Allgemeinen ungebrochen, weil die aus der Philosophie hervorgegangenen neuzeitlichen Wissenschaften die letzten Fragen nicht adäquat beantworten können. Was steht am Anfang/Ursprung der Welt? Was ist das Universum? Was ist der Sinn des (Da-) Seins? Was ist das Leben? Woher kann der Mensch Kraft in seinem Leben beziehen? Woran kann sich der Mensch halten in schwierigen Momenten/Situationen? Was soll der Mensch letztlich tun? Was steht am Ende der Welt? Die Wissenschaften haben auf diese Fragen teils schon eigene Antworten, aber es sind durchwegs Antworten, die (auch) nicht unbezweifelbar sind (bzw. nicht an wirkliche Letztbegründungen heranreichen können). Die Wissenschafen reden sich damit heraus, dass eben von der Wissenschaft noch nicht alles geklärt sei, dass aber alles von der Wissenschaft geklärt werden wird, aber das ist eine reine Spekulation (und es hilft auch nicht über die aktuellen Fragen hinweg*). Es ist der Wissenschaft bisher weder gelungen, die Theologie zu widerlegen, noch sich mit ihr zu verbinden. Man kann also - summa summarum - den Gläubigen trotz aller Wissenschaft ihren Glauben noch immer nicht absprechen (und das ist für manche eine frohe Botschaft oder doch zumindest ein kleiner Trost). Trotzdem muss auch darauf hingewiesen werden, dass gewisse Ausprägungen von religiösen Fundamentalismen wahrscheinlich nicht mehr zeitgemäss (oder sogar zu verurteilen) sind - eine Religion, welche die philosophische Vernunft und das wissenschaftliche Engagement ablehnt, sollte es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr geben (die Religion, die Philosophie und die Wissenschaft wären in einem vernünftigen Weltbild gegenseitig dazu angehalten, miteinander zusammenzuarbeiten, insofern alle das Ziel von einer besseren Welt erreichen wollen).

* Ich habe in meinem Text zur Physik (Philotext Nr. 3) zwar eine neue, wie mir scheint bessere und tiefere Erklärung zum Urknall und dem Ursprung der physikalischen Welt gegeben, trotzdem ist auch dies für mich nicht eine Letztbegründung, welche ohne die Religion auskommen kann - das rein Materielle reicht eben letztlich nicht aus, um die Welt zu erklären (auch die Neurowissenschaft kann diese Lücke nicht ganz füllen).


Die Philosophie ist die Wissenschaft vom philosophischen Nachdenken über die Welt. Die Philosophen stellen die klassischen, traditionellen Glaubenssysteme in Frage und denken eigenständig über die Welt nach (jedenfalls versuchen sie dies zu tun [auch wenn eine reine Unabhängigkeit vielleicht nur eine mehr oder weniger grosse Illusion ist - die Ferne zum Glauben treibt viele heutige Philosophen in die Umarmung mit der reinen Wissenschaft (und damit ebenfalls weg von der Philosophie)]). Das Ziel der Philosophie ist der Weg zur Weisheit (daher bezeichnen sich Philosophen als Freunde der Weisheit [nicht direkt als Weise! (was ein kleiner, aber feiner Unterschied ist)]). Darüber, was Weisheit ist, kann man sich trefflich streiten, wie über fast alles in der Philosophie (was nicht heisst, dass in der Philosophie nicht manche Argumente einleuchtender und andere weniger einleuchtend sind [und dennoch gibt es in der Philosophie keine entscheidende Instanz, welche eine solche Bewertung letztlich vornehmen und festlegen könnte*]). Ich unterteile die Geschichte der Philosophie in Antike (Griechenland, Rom), Mittelalter (Christentum nebst den anderen Religionen) und Neuzeit (Wissenschaft) - sowie deren Moderne in: Moderne I (Liberalismus [bzw. Aufklärung und Liberalismus (18. Jh.)]), Moderne II (Sozialismus [bzw. Sozialismus und Kapitalismuskritik (19. Jh.)]), Moderne III (Existentialismus [bzw. Existentialismus und Kunst-/Kultursinn (20. Jh. - damit sind jeweils die Hauptstossrichtungen bezeichnet, nebst anderen Richtungen jener Zeit)]). Die Philosophie - zumindest die schulmässige Philosophie - begann im Antiken Griechenland, in deren Klassik Sokrates (Zweifel, Kritik), Platon (Ideenlehre) und Aristoteles (Begründung der systematischen Wissenschaft) herausragten. Im späteren Mittelalter erinnerten die christlichen, islamischen und jüdischen Philosophen an die Philosophie des Aristoteles. Das frühere Mittelalter war eher platonisch geprägt, das spätere dann aber klar aristotelisch. Mit der Auseinandersetzung der neuzeitlichen Wissenschaftler mit der aristotelischen Physik wurde die neuzeitliche Wissenschaft begründet. Descartes behauptete in dieser Zeit (im 17. Jh.) eine starke Rolle des Subjekts in der Welt ("Ich denke, also bin ich") – durch das forschende Subjekt und die vergleichende Forschung wurde aber gleichsam auch eine starke Rolle des Objektiven mitbegründet (die Wissenschaft behauptet quasi ein objektives Subjekt). In der Zeit der Aufklärung wurde auch politisch eine neue, objektive Sichtweise - gegen die übertrieben absolutistische Regierungsweise der damaligen europäischen Könige (exemplarisch: Louis XIV., der sogenannte Sonnenkönig, in Frankreich). Locke und Montesquieu sprachen von der Gewaltentrennung im Staat, Rousseau von Volkssouveränität und Demokratie. Nach und mit diesem Höhepunkt einer Philosophie als Aufklärung - vielleicht auch mit dem Projekt einer Aufklärung nach allen Seiten hin als ewigem Hauptprojekt der modernen Philosophie - folgte eine grossangelegte und unerbittliche Kulturkritik, angefangen bei Voltaire über Nietzsche bis zum 20./21. Jahrhundert (v.a. Kritische Theorie und Poststrukturalismus - aber auch im Existentialismus, welcher die Situation eines alleine auf sich selber gestellten, entwurzelten bis verängstigten und doch intellektuellen und kunstsinnlichen Menschen schildert - dieser existentialistische Mensch hat sich in seinem puren Existentialismus auch von den philosophisch-ökonomischen Ideologien des Liberalismus/Kapitalismus und des Sozialismus/Kommunismus gelöst, die nach ihm je nicht das halten konnten, was sie versprochen haben; auch dies ist jedoch noch lange nicht das letzte Wort der Philosophie, da sich diese immer wieder neu erfinden kann [und muss]). Die aktuelle Philosophie ist stark wissenschafts- und psychologiebezogen (sie versucht eher etwa der neurowissenschaftlichen Erforschung der Gehirnwindungen nachzugehen, als den eigentlichen philosophischen Wendungen dieser Zeit [aber natürlich gibt es heute sehr viele verschiedene Richtungen, was eine allgemeine Darstellung der Philosophie immer schwieriger macht]).

* Die allerletzte Instanz, wenn man denn doch eine festlegen wollte, hat in der Philosophie sogar jedoch einen ähnlich fatalen Charakter wie in der Religion. Da ist es das Gericht Gottes (also eines übergeordneten Wesens, welches letztlich ausserhalb unseres Macht- und Einflussbereichs liegt), hier die Wahrheit der Skeptizisten. Die philosophischen Skeptiker sind bereits im Hellenismus der Antike aufgetreten (v.a. mit Pyrrhon - und später vereinzelt immer mal wieder [Agrippa, Sextus Empiricus, Montaigne, Fries, Hume]). Die Fatalität der skeptizistischen Ansicht liegt darin, dass aufgrund der verschiedenen Temperamente und Auffassungen der Menschen keine Wahrheit möglich ist. Das Denken, so meinen sie, vollziehe sich bloss in Zirkelschlüssen, welche nur beweisen können, was zuvor schon vorausgesetzt wurde. Umgekehrt bedeutet dies auch: es gibt eigentlich und letztlich für alles irgendwelche Gründe, die man erwägen kann. Das ist gleichzeitig absolute Relativität wie absolute Paradoxie. Nichts ist wahr und alles ist wahr. Das verunmöglicht nicht nur jegliche Philosophie, sondern auch jegliche Wissenschaft und jegliche Religion. Ein solches Denken, so fand man schon in der Antike heraus, ist letztlich nicht alltagstauglich. Offenbar benötigt der Mensch ein einigermassen vernünftiges Denken, um den Alltag bewältigen zu können. (Und doch bleibt dieser Radikalskeptizismus als philosophische Fatalität irgendwo im Raum stehen [und wird auch von heutigen Philosophen gerne benutzt, wenn sie sich die Sache allzu einfach möchten - natürlich kann man so eben alles und jedes kritisieren und argumentativ vernichten, aber geholfen ist damit am Ende eben auch niemandem].)


Die Wissenschaft (lat. sciencia [Kenntnis]) ist die Wissenschaft vom wissenschaftlichen Handeln in der Welt. Wissenschaft gab es bereits in der Antike (herausragend etwa: die Sternbeobachtung, die euklidische Geometrie sowie die Begründung der wissenschaftlichen Systematik durch Aristoteles) und im Mittelalter (herausragend: die Alchemie), und trotzdem sprechen wir von einer eigentlichen Wissenschaft, wie wir sie heute kennen, erst ab der Neuzeit (im 16./17. Jh.). Was war denn so neu in dieser grossen erkenntnistheoretischen Wende (von der alten Naturphilosophie zur neuen Naturwissenschaft)? Erstens die Neubetrachtung und -erwägung uralter Grundansichten (vgl. Kopernikus mit dem heliozentrischen Weltbild), zweitens die experimentelle Methodik (vgl. Galilei mit seinen Experimenten zur Bewegung auf schiefer Ebene), drittens das Verlangen nach naturbeherrschender Technik (vgl. Bacon mit seinem wissenschaftlich-technischen Weltbild), viertens die starke Stellung des Forscher-Ichs gegenüber einer objektivierten Welt (vgl. Descartes mit seiner Subjekt-/Objekt-Scheidung), fünftens die grosse Bedeutung der Mathematik für die Beweisführung in den neuen Erklärungen zu den Phänomenen der Welt (ebenfalls bedeutend erhoben v.a. bei den Rationalisten [Descartes, Spinoza, Leibniz]). All diese Faktoren gingen zusammen in dieses neue Projekt ein, die Welt systematisch wissenschaftlich zu ergründen, was v.a. bedeutete, dass über die Phänomene der Welt nicht mehr bloss nur nachgedacht werden sollte, sondern: dass das Denken, wo es möglich ist, experimentell in der Wirklichkeit nachprüfbar werden muss. Das vage Denken sollte zu einem geprüften und gesicherten Wissen werden. Vor allem Bacon und Descartes werden heute von wissenschaftskritischen Denkern indes stark kritisiert - ihnen wird Feindschaft zur Natur und deren Degradierung zum reinen Objekt vorgeworfen (vgl. Capra mit seiner esoterischen Wendezeit-Vorstellung und seinem New-Age-Postulat von einer sanfteren Technik und Forschung). Wir schauen heute zurück auf 400 Jahre immer rasantere Entwicklung der Wissenschaften und ihrer Technik. Als der deterministische Rationalismus (vgl. Laplace) an seine Grenzen stiess, erhob der Wissenschaftsphilosoph Popper den Kritischen Rationalismus, welcher besagt, dass eine Theorie nicht nur verifiziert werden muss, sondern dass sie vielmehr auch immer falsizierbar sei (d.h. wenn eine bessere Theorie gefunden werden kann, ist die alte Theorie in den entsprechenden Bereichen oder allgemein nicht mehr gültig, was allerdings in der Praxis aus verschiedenen Gründen nicht immer so einfach ist - berühmte Beispiele zeigen, dass eine neuere Theorie eine ältere nicht immer gänzlich ausräumen kann: Mechanik [Newton/Einstein], Evolution [Lamarck/Darwin]). Vieles von dem, was die Wissenschaften und ihre Technik hervorgebracht haben, möchten wir nie wieder missen, aber wir (an-) erkennen mittlerweilen nicht mehr nur den Segen von Wissenschaft, Technik und Fortschritt, sondern auch die weniger schönen Seiten (wie etwa: [moderne] Waffentechnik oder Ökoproblematik). Wir sollten daher die Wissenschaft weder verdammen noch überidealisieren. Der Mensch benötigt eine gute Wissenschaft, aber diese sollte auch ihr eigenes Handeln in Frage stellen, damit sie eine wahre Wissenschaft bleibt, welche das Wissen ebenso sucht, wie sie auch dessen gute Anwendung will. Die Wissenschaft und die Ethik haben sich getrennt - die Wissenschaft will frei sein, die Ethik möchte sie einbinden. Dies ist einer der Konflikte, welchen die Wissenschaft in der Zukunft zu bewältigen hat (u.v.a. [darunter auch einige interne Konflikte (Spezialisierung, Spekulationen, Politisierung)]). Wenn wir uns heute fragen, wo es denn mit der Religion/Theologie und der Philosophie hingehen soll, so stellt sich die Frage noch viel bedeutender bezüglich der Wissenschaft, da diese seit einigen Jahrhundert die treibende Kraft der menschlichen Kultur ist (und als solche die moderne Kultur auch zusammenhält). Auch über den nicht immer einfachen Gegensatz von Natur- und Geisteswissenschaften wird noch zu reden sein (folgt).

Betrachten wir die (Natur-) Wissenschaften im Einzelnen. Die (eigentliche oder sogenannte Natur-) Wissenschaft der Dinge und Kräfte ist unterteilt in Physik (Ebene der Atome), Chemie (Ebene der Moleküle) und Biologie (Ebene der [lebendigen] Körper [sowie Elementen- und Materialkunde bei den unlebendigen Körpern]).

Die Physik sagt, dass es in der Welt der Dinge (Materie) und der Kräfte (Energie) mechanische Grundformeln gibt. Diese lauten: 1. Arbeit [W] ist Kraft [F] mal Weg [s] -> W=F·s. 2. Kraft [F] ist Masse [m] mal Beschleunigung [a] -> F=m·a. 3. Leistung [P] ist Arbeit [W] in der Zeit [t] -> P=W/t.

Analog zur Kraftformel: Potentielle Energie oder Höhenenergie [Epot] ist Masse [m] mal Erdbeschleunigung [g=9,81 m/s2 (Erdbeschleunigungskonstante)] mal Höhe [h], Kinetische Energie oder Bewegungsenergie [Ekin] ist halbe Masse [m] mal Geschwindigkeit im Quadrat [v2] -> Epot=m·g·h, Ekin=0,5·m·v2. (Dies ist schon ein bisschen schwieriger verständlich und zu erklären - und daher hier nur am Rande angemerkt: bedeutender ist das Verständnis der einfachen Kraftformel an und für sich.)

Physikalische Einheiten: W in Joule [J], F in Newton [N], s in Meter [m], m in Kilogramm [kg], a in Meter pro Sekunde im Quadrat [m/s2], g =, P in Watt [W], t in Sekunden [s] – E ist K (entspricht Kraft), h ist Höhe (entspricht Weg), v in Meter pro Sekunde [m/s].

Nebst dem Konzept der Mechanik (von Isaac Newton, 17. Jh.) gibt es das Konzept der Relativität (von Albert Einstein, 20. Jh.), welches die Abhängigkeit von Zeit- und Raumangaben in einem bestimmten Bezugssystem einbezieht (es ist auch die Rede vom Inertialsystem [einem abgeschlossenen, gleichförmig bewegten oder unbewegten System -> Mechanik] und vom Relativitätsprinzip [im Vergleich von zwei (oder mehreren) unterschiedlich zueinander bewegten Inertialsystemen -> Relativität]).

Berühmt sind in der Mechanik die drei Newtonschen Grundgesetze (auch: Grundgesetze der Mechanik): 1. Ein Körper, auf welchen keine Kraft einwirkt, bleibt in Ruhe oder bewegt sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit (Trägheitsprinzip), 2. Bewegungsänderungen entsprechen der Einwirkung der bewegenden Kraft nach der geradlinigen Richtung dieser Kraft (oder: Kraft ist Masse mal Beschleunigung -> Aktionsprinzip), 3. Kräfte treten immer paarweise auf: jede Kraft (actio) hat eine gleichwertige Gegenkraft (reactio –> Wechselwirkungsprinzip). Berühmt in der Relativitätstheorie ist die Einsteinsche (bzw. Physikalische) Weltformel: Energie [E] ist Masse [m] mal Lichtgeschwindigkeit im Quadrat [c²] -> E = mc² (auch: Äquivalenzprinzip von Masse und Energie bzw. [Ruheenergie und Masse entsprechen einander - und: Masse und Energie können ineinander umgewandelt werden, wobei schon bei der Umwandlung geringer Massen sehr grosse Energiemengen frei werden (siehe: Kernspaltung)]).

Exkurs Magnetismus/Elektrizität. Bedeutend für das Verständnis der Entwicklung der modernen Physik ist v.a. die Entwicklung von einer magnetischen zu einer elektrischen Physik - und darüber hinaus. Der Magnetismus hat eine alte Herkunft und war schon im Altertum und in der Antike bekannt. Im Mittelalter schrieb Petrus Peregrinus de Maricourt die erste bedeutende wissenschaftliche Abhandlung zum Magnetismus ("Epistola de magnete", 1269), und auch am Beginn der Wissenschaft der Neuzeit steht eine solche - von William Gilbert ("Tractatus, sive physiologia nova de magnete, magneticisque corporibus et de magno magnete tellure", 1600). Seinen eigentlichen Höhepunkt erlebte der Magnetismus in der mechanischen Physik von Newton, in welcher er einen wesentlichen Faktor bildete - mit dem Newtonschen Gravitationsgesetz (veröffentlicht in Newtons Hauptwerk: "Philosophiae Naturalis Principia Mathematica", 1687). Die Elektrisierung der Physik erfolgte wesentlich durch die Experimente von Galvani über tierische Elektrizität (veröffentlicht 1791) und die Interpretation derselben durch Volta, welcher die Batterie erfand (1800). Bekannt war das Phänomen ebenfalls bereits im Altertum und in der Antike - und eine erste Schlüsselfigur in der Neuzeit war dazu wiederum William Gilbert, welcher den Begriff von der Electrica einführte (1600). Jedoch kann der Magnetismus trotzdem klar der alten, die Elektrizität klar der neuen Welt zugeordnet werden. Die Elektrifizierung der Welt ist das Phänomen, welches die Moderne symbolisiert (oder sagen wir: die spätere Moderne, wenn wir die frühere vielleicht mit der Dampfmaschine [Newcomen 1712, Watt 1769] in Verbindung bringen). Verschiedene Naturforscher und Erfinder beschäftigten sich mit dem Phänomen der Elektrizität bis zur Erfindung der Batterie und der Begründung der Elektrostatik (Coulomb) und des Elektromagnetismus (Oersted, Ampère) sowie der Erfindung des Elektromotors (Faraday und andere), der Begründung der Elektrotechnik (Siemens) und der weiteren Erforschung der Elektrizität (etwa durch Ohm oder Joule). Einer der bedeutendsten Autoren zum Elektromagnetismus, sozusagen der Vereinigung von Elektrizität und Magnetismus, ist James Clerk Maxwell ("On Physical Lines of Force", 1861-1862). Berühmt wurde Thomas Alva Edison als Erfinder der Glühlampe, welche allerdings eine viel längere Entwicklungsgeschichte hat, und als Begründer des modernen Beleuchtungssystems (zuerst in New York). Berühmt ist auch der Stromkrieg bzw. Formatstreit zwischen Edison (Gleichstrom) und Westinghouse (Wechselstrom - Tesla hatte den Wechselstrom 1887 erfunden). Nach der Beschäftigung mit dem elektrischen Strom und den elektromagnetischen Wirkungen im 19. Jahrhundert erfolgte gegen Ende jenes Jahrhunderts die Beschäftigung mit den Röntgenstrahlen (Röntgen 1895) und der Radioaktivität (Becquerel 1896) sowie ebenfalls um die (für die Wissenschaft der Physik - aber auch für die Kultur allgemein - höchst bedeuteungsvolle) Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert die Begründung der Quantenphysik und - auf einer anderen Ebene (aber nicht unverwandt) - der Relativitätstheorie. Fast ein bisschen esoterisch mutet die Relativität im Grossen und Ganzen (Einstein) oder auch die Verschränktheit im Kleinsten (Schrödinger) bis heute an. Physikalische Phänomene waren schon immer auch eine beliebte Quelle für esoterische Spekulationen (innerhalb und ausserhalb der Wissenschaften, notabene [sowohl die subatomare Physik wie auch die Astrophysik scheinen heute einiges Halbwissen für die esoterische Spekulation hervorzubringen]).

Die Astronomie ist ein Teilgebiet der Physik und beschreibt die physikalischen Himmelsvorgänge (im Weltall). Herausragend sind die drei Keplerschen Gesetze des Planetenumlaufs um die Sonne (siehe: Johannes Kepler, 16./17. Jh.), wobei das erste Gesetz besagt, dass die Planeten im Sonnensystem in elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen (dies nach einer Anpassung der Beobachtungen von Brahe an das heliozentrische Weltbild von Kopernikus [in der Antike und im Mittelalter war das geozentrische Weltbild vorherrschend (geozentrisch = Erde steht im Mittelpunkt, heliozentrisch = Sonne steht im Mittelpunkt*)]). Unser Sonnensystem besteht aus einem Stern (Sonne) und acht Planeten (sowie verschiedenen Zwergplaneten und anderen Himmelskörpern) - in dieser Reihenfolge (Abstand zur Sonne): Sonne, Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun (die äusseren vier Planeten, jenseits des sogenannten Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter, sind reine Gasplaneten).

* Die Wissenschaft sagt uns zwar heute klipp und klar, dass die Sonne im Zentrum des Sonnensystems steht, andererseits bildet die Erde aber immer noch den Mittelpunkt unserer eigenen und täglichen Lebenswelt (der deutsche Philosoph Simon-Schäfer sagt: "Wir sind nicht in der Mitte, sondern wo auch immer wir sind, da ist die Mitte - für uns"). Hier besteht eine gewisse Diskrepanz zwischen subjektiver, menschlicher und objektiver, wissenschaftlicher Anschauung, deren man sich vielleicht bewusst sein muss, im Umgang mit der Wissenschaft, aber auch im Umgang mit dem Alltag. Durch die ökologische Problematik werden auch die Naturwissenschaften von ihrer makro- und mikrozentriert der letzten Zeit wieder ein bisschen in die (Lebens-) Welt zurückgeholt. Die Welt ist und bleibt widersprüchlich, auch in der Wahrnehmung - wir müssen ein besseres Bewusstsein entwickeln, um die ganze Welt adäquat betrachten und das ganze Wissen adäquat einordnen zu können. Derzeit leben wir in einer immer abstruser erscheinenden Welt von verzettelten Parallelwahrheiten (bezüglich Religion, Philosphie und Wissenschaft, aber auch innerhalb der Wissenschaften - unser Bewusstsein ist zu wenig gut darauf ausgerichtet, Widersprüche zu integrieren).

Extrembereiche der Physik/Wissenschaft. In der Elementarphysik oder Teilchenphysik werden die Grundteilchen der Welt untersucht: Atome sowie subatomare Ebene. Das Atommodell (siehe: Dalton [18./19. Jh.], Rutherford [19. Jh.], Bohr [20. Jh. - und weitere, neuere Modelle in der Quantenphysik]) geht davon aus, dass ein Atom aus einem Atomkern mit Neutronen (ungeladene bzw. elektrisch neutrale Elementarteilchen) und Protonen (positiv geladene Elementarteilchen) sowie einer Atomhülle mit Elektronen (negativ geladene Elementarteilchen) besteht. Trotz der Untersuchung der subatomaren Ebene bleibt das Atom die grundlegende Einheit der Teilchenwelt, weil die subatomare Welt als wenig stabil beschrieben wird (d.h. da werden Teilchen gebildet, welche relativ rasch wieder vergehen [siehe auch: Teilchen-/Wellencharakter in der Quantenphysik]). In der Astrophysik werden weit entfernte Himmelsphänomene beschrieben, die uns im Grossen - wie die subatomare Physik im Kleinen - ebenfalls eine ganz andere Welt zu zeigen scheinen, als diejenige, welche wir mit unserer normalen Wahrnehmung erkennen können. Bei diesen Phänomenen können wir leider aber nicht wissen, was wirklich ist, oder was unwirklich ist - z.B. auch optische Täuschung sein könnte. Wir schauen dabei mit extremen Fernrohren in eine längst vergangene Zeit. Unsere eigene Galaxie, die Milchstrasse, hat einen Durchmesser von 170'000-200'000 Lichtjahren (d.h. Jahre, welche das Licht im Vakuum durchläuft). Wir können im Universum nicht - oder nur sehr beschränkt - sehen, was tatsächlich heute ist. Extreme Teleskope und extreme Mikroskope, die sehr weit ausserhalb unseres normalen und vernünftigen Sehens (bzw. einem Sehen, auf welches unsere Vernunft aus- und eingerichtet ist) liegen, zeigen uns vielleicht (auch) nicht die ganze Wahrheit. Zweifel sind zumindest immer angebracht bei solchen bzw. solchermassen rein technisch beobachteten Phänomenen. Dasselbe gilt überall dort, wo das Sehen überhaut gar nicht hinkommen kann und daher reine Berechnungen angestellt werden müssen. Daher bin ich immer auch ein bisschen skeptisch bei relativistischen, subatomaren, quanten- und astrophysikalischen Wahrheiten - ich sage nicht, diese würden nichts gelten, ich sage nur, man muss sie (auch) kritisch betrachten. Und gerade die Wissenschaft sollte solche Zweifel haben, wo sie angebracht sind - sie verkauft uns aber heute immer mehr als reine Wissenschaft, was überhaupt gar nicht schlüssig bewiesen ist oder bewiesen werden kann. Dies schafft (gefährliche) Zweifel gegenüber der reinen, echten und wahren Wissenschaft (die übrigens als Naturwissenschaft immer mehr von Technikwissenschaften abgelöst wird - es findet also heute eine bedeutende Entwicklung in den Wissenschaften statt: von der alten Naturphilosophie über die früheren Naturwissenschaften zu den heutigen und künftigen Technikwissenschaften - was die Gefahr einer Technokratisierung der Naturwissenschaften in sich trägt: d.h. die Wissenschaft wird zunehemend von der Technik bestimmt, nicht mehr von der eigentlichen [Natur-] Wissenschaft; die heutigen und zukünftigen Generationen wachsen in einer Welt auf, in welcher die Extrem- und Technikbereiche im Vordergrund der Wissenschaft stehen, während sie den Sinn für natürliche Wissenschaft - d.h. natürliche Physik, natürliche Chemie und natürliche Biologie - langsam aber sicher zu verlieren drohen).

Die Chemie untersucht die chemischen Verbindungen (auf der Ebene der Moleküle). Ein bedeutender Bezugspunkt ist das Periodensystem der Elemente (siehe: Mendelejew und Meyer [19. Jh.]). In diesem System sind alle chemischen Elemente* tabellarisch aufgeführt (angefangen mit Wasserstoff und Helium [den beiden häufigsten Elementen auf der Sonne] bis zu den diversen Metallen, Nichtmetallen und Gasen [die häufigsten Elemente auf der Erde sind: 1. Sauerstoff 32,4%. 2. Eisen 28,8%. 3. Silicium 17,1%. 4. Magnesium 15,8%. 5. Nickel, Calcium und Aluminium 1,5-1,7%). Das Periodensystem dient zur Berechnung von chemischen Reaktionen (einfachste: 2H + O -> H2O [zwei Wasserstoffteile und ein Sauerstoffteil ergeben die Verbindung von Wasser]).

* In der Antike gab es eine Vier-Elementen-Lehre von Empedokles (Erde, Wasser, Luft, Feuer), welche im Mittelalter beibehalten wurde; diese bestand ausser den vier Grundelementen auch aus zwei Grundkräften (Liebe/Verbindung und Hass/Trennung). Die chinesische Antike kannte eine Fünf-Elementen-Lehre (Holz, Feuer, Metall, Wasser, Erde). Die schrittweise Entdeckung der wissenschaftlichen Elemente (1669 Phosphor [Brandt], 1735 Cobalt [Brandt], 1751 Nickel [Cronstedt], 1755 Magnesium [Black], 1766 Wassserstoff [Cavendish], 1772 Stickstoff [Rutherford], 1774 Sauerstoff [Priestley u. Scheele], usw. usf., etc. etc.) war ein bedeutender Schritt in Richtung der heutigen, höher entwickelten (Natur-) Wissenschaft.

** Kleiner Exkurs: Wissensschaftliche Kulturgeschichte. Die chinesische Antike gehörte zu den bedeutenden früheren Hochkulturen. Diese ist v.a. berühmt durch die vier grossen (alt-) chinesischen Erfindungen: Papier, Buchdruck, Schiesspulver und Magnetkompass. Bedeutend waren in der Antike auch die Sterndeutung und die Alchemie. Die arabische Wissenschaft war im Mittelalter wichtig für die Medizin, aber auch in der Übertragung des heutigen Zahlensystems von Indien nach Europa sowie für die Herausbildung der Algebra. Die Griechen begründeten in der Antike die Euklidische Geometrie. Man darf die heutige Wissenschaft nicht bloss als ein westliches Produkt sehen - man stelle sich etwa vor, die europäische Wissenschaft wäre ohne das indisch-arabische Zahlensystem begründet worden (das ist fast undenkbar).

Die Biologie setzt sich mit den lebendigen Wesen auseinander (welche aus Zellen und Organen aufgebaut sind und eine Erbinformation beinhalten). Dabei bedient sie sich eines Klassifizierungssystems (auch: Nomenklatur oder Taxonomie genannt – siehe: Linné [18. Jh.]). Bedeutend sind auch die Grundlagen der Genetik (Vererbung und Züchtung – siehe: Mendel [19. Jh.]) und die Darwinsche Evolutionstheorie über die Entstehung von Arten durch natürliche Selektion (siehe: Charles Darwin [19. Jh.]).

Der Mensch besteht aus Körper, Seele (Empfinden/Spüren und Fühlen) und Geist (Bewusstsein, Verstand und Vernunft)*. Die Anatomie ist die Lehre vom inneren Bau der Körper von Lebewesen (Organismen). Die Medizin ist die Lehre von der Heilung erkrankter Organismen bzw. Organe und Funktionen und die Lehre einer möglichst guten Gesundheit. Die Psychologie ist die Lehre von der menschlichen Seele und ihren Zuständen - sie ist aus der Medizin heraus entstanden (in ihrer Weiterentwicklung nahm sie jedoch eine Zwischenstellung zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften ein**). Die Neurologie ist die Wissenschaft vom Nervensystem***. Die Trophologie (oder: Ökotrophologie) ist die Lehre von der guten und richtigen Ernährung (allgemein und auch bezüglich spezieller Ernährung bei bestimmten Krankheiten).

* Aristoteles sprach in seiner antiken Auffassung von einem pflanzlichen, tierischen und menschlichen Aspekt der Psyche. Im späteren Mittelalter und in der Neuzeit und deren Moderne entstanden v.a. bedeutende Ausdifferenzierungen auf der Ebene des Geistes.

** Unnötig zu sagen, dass sich die Psychologie und die Psychiatrie nicht immer auf sicherem und unbezweifelbarem Boden befinden? Und dass sie insbesondere auch einige soziologische Fragezeichen offenlassen? Es gab sogar eine bedeutendere wissenschaftliche bzw. innerpsychiatrische Bewegung der Antipsychiatrie, was einzigartig ist bis dato gegenüber einem gesamten Wissenschaftsgebiet. Man sollte sowohl den Sinn der Psychologie und Psychiatrie erkennen wie auch deren Grenzen und Schwächen. (Dies gilt es besonders zu sagen, weil die Psychologie und die Psychiatrie eine immer bedeutendere Stellung in dieser Gesellschaft einnehmen - etwa auch in der Jurisprudenz oder in den Medien.)

*** Statt von der Neurologie wird heute oft von den Neurowissenschaften gesprochen, da die Unterdisziplinen verschiedene andere Wissenschaften tangieren, so etwa: Neurobiologie, Neurophysiologie, Neuropsychologie oder Neuropsychiatrie. Die Neurowissenschaften gehören derzeit zu den trendigsten Wissenschaften, welche auch die heutige Philosophie beeinflusst (insbesondere in der Philosophie des Geistes und des Bewusstseins). Von grosser Bedeutung war u.a. die Einsicht, dass bei Nervenaktionen sowohl physikalische (elektrische) wie auch chemische Faktoren beteiligt sind (Fabbroni 1792). Ins Zentrum des Interesses rückten die sogenannten Neurotransmitter (Elliott 1904 [Behauptung], Dale u. Loewi 1936 [Nachweis]): Botenstoffe, die an chemischen Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen übertragen. Man kann sagen, dass die Entwicklung der Neurologie von der Anatomie über die Funktionalität zur Transmission verlaufen ist. Eine weitere sehr bedeutende Disziplin der Neurologie ist die Hirnforschung.


Die Ökologie ist die Lehre von Natur- und Umweltsystemen - sie ist aus der Biologie heraus entstanden und ist - wenn wir die heutigen Probleme und Aussagen der Wissenschaft betrachten - vermutlich als bedeutendste und richtunggebendste Naturwissenschaft der Zukunft zu betrachten. Ebenfalls eher im naturwissenschaftlichen angesiedelt werden ferner etwa die Geografie und die spezifischen Technikwissenschaften (auch: Ingenieurwissenschaften - wie etwa Agrarwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und andere).


[Ein kleiner, aber bedeutender Exkurs zum Unterschied von Natur- und Geisteswissenschaften.] Die strikte Trennung von Natur- und Geisteswissenschaften geht auf Aristoteles zurück: er hatte in seiner Naturphilosophie unterschieden zwischen theoretischer und praktischer Philosophie, wobei er die heutigen Naturwissenschaften sinngemäss als theoretische Philosophie (etwa Naturphilosophie - inkl. Physik, Biologie - Metaphysik, Logik), die heutigen Geisteswissenschaften dagegen als praktische Philosophie bezeichnet hat (etwa Staats-/Politik- und Rechtsphilosophie, Ethik). In der Philosophie selber hat diese Differenzierung eigentlich - seltsamerweise - keine bedeutende Rolle mehr gespielt, in den Wissenschaften aber ist sie sehr bedeutend geworden. Die Geschichte dieser folgenreichen Differenzierung ist teils nicht einmal Wissenschaftlern - beider Richtungen - wirklich klar, obwohl sie sich bis heute durch die gesamte universitäre Entwicklung der Neuzeit und ihrer Moderne durchgezogen hat. Ich spreche von Natur-, Technik- und Ökowissenschaften (mit der Richtungsdisziplin der Ökologie [nach meiner Philosophie]) sowie von Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften (mit der Richtungsdisziplin der Soziologie [nach meiner Philosophie]). Wieso ist diese Differenzierung überhaupt so wichtig? Das ist ganz leicht zu erklären: der Grund liegt darin, dass es einen wesentlichen Unterschied in der Grundausrichtung der Wissenschaften gibt: die Naturwissenschaften zielen auf das Ursache-Wirkungs-Prinzip, die Geisteswissenschaften dagegen auf das Grund-Folge-Prinzip. Die Naturwissenschaften suchen Kausalitäten in der Vergangenheit, um die Gegenwart zu erklären, die Geisteswissenschaften suchen aus heutigen Gründen heraus Zwecke in der Zukunft, um auf diese zu verweisen (zumindest sollten sie dies tun). Daher haben auch die Naturwissenschaften eine realistische (bzw. theoretisch-realistische) Referenz, während die Geisteswissenschaften eine idealistische (bzw. praktisch-idealistische*) Referenz haben sollten. Die Naturwissenschaften fragen: was ist, und warum es so ist, während die Geisteswissenschaften fragen: was sein soll, und wie wir es erreichen können (anzumerken ist: dass die Entwicklung der Naturwissenschaften in Richtung von Technik- und Ökowissenschaften sich auf diese grundsätzliche Unterscheidung auswirken - die Ökologie fragt ebenfalls nach Zwecken in der Zukunft, d.h. dass sich diese Unterscheidung in der Zukunft auflösen könnte [ebenso in ökologischer Hinsicht wie auch in technischer Hinsicht, denn auch die Technikwissenschaften sind im Gegensatz zu den Naturwissenschaften nicht kausal, sondern intentional!; beides könnte bedeuten, dass die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in Zukunft eine höhere Bedeutung haben könnten als die Naturwissenschaften - dies folgt eigentlich auch aus der sogenannten kantischen Wende (siehe: Immanuel Kant, 18. Jh.), die in ihrer ganzen Tragweite bis heute noch nicht richtig verstanden worden ist.]).

* Die Doppelbedeutung ist hier sogar von grosser Bedeutung, denn ein reiner Idealismus ist etwas anderes als ein praktischer Idealismus. Der reine Idealismus tendiert dazu, ignorant und arrogant zu werden, der praktische Idealismus dagegen sieht und akzeptiert auch die Schwierigkeiten in der praktischen Erreichung von Zielen.

Während die Naturwissenschaften im Grundzug relativ einfach und leicht beschrieben werden können (da es eine gewisse Linearität in ihrem natürlichen Bezug gibt [Physik/Atom, Chemie/Molekül, Biologie/Körper-Organismus (Leben)*]), ist dies bei den Geisteswissenschaften aus den genannten Gründen weniger der Fall. Im Gegensatz zu den Naturwissenschaften kennen die Geisteswissenschaften keinen linearen Bezug: alle Einzeldisziplinen sind bei diesen auf derselben Ebene anzusiedeln. Wenn es um Zwecke für die Zukunft bzw. um Intentionen geht, dann geht es relativ rasch auch um Meinungen und Streitpositionen. Oder können wir das ebenfalls objektiv behandeln? Das ist eine wichtige und grundsätzliche Frage bezüglich der Geisteswissenschaften. Zu verschiedenen Zeiten war die Gewichtung bzw. Wichtigkeit der geisteswissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich. In der griechischen Antike lag das Augenmerk auf der Geschichte** (allerdings mit blosser Geschichtsschreibung [und eher bis gar nicht vergleichender Wissenschaft]) und v.a. auf der Staats-/Politikphilosophie (bei Platon und Aristoteles - dieser interessierte sich ebenfalls etwa für die Poetik und die Rhetorik), in der römischen Antike nahm die Rechtsphilosophie die bedeutendste Stellung ein (das moderne Recht ist auf dem Römischen Recht aufgebaut). Die heutigen Geisteswissenschaften sind jedoch weitgehend erst im 18. Jahrhundert - mit und nach der Zeit der Aufklärung - entstanden. Man sieht verschiedene Einteilungen und Aufzählungen. Nach mir zählen alle Wissenschaften zu den Geisteswissenschaften, die nicht bei den Naturwissenschaften eingeordnet werden können (ausser der Theologie und der Philosophie, die ich als eigenständige Wissenschaftssektoren sehe). Dazu zählen etwa die Geschichtswissenschaft, die Wirtschaftswissenschaft (Ökonomie, früher: Nationalökonomie), die Rechtswissenschaft (Jurisprudenz), die Sozialwissenschaft (Soziologie [für mich die bedeutendste Richtungsdisziplin innerhalb der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften]), die Politikwissenschaft (Politologie) sowie die Pädagogik, die verschiedenen Kunst- und Kulturwissenschaften, die Medienwissenschaft (ferner auch Teile der Psychologie, welche sowohl den Natur- wie auch den Geisteswissenschaften zugerechnet werden kann [je nachdem, ob sie eher einem anatomischen oder eher einem philosophischen Bezug folgt]). Die Ökonomie ist übrigens ganz klar eine Geisteswissenschaft (auch wenn viele gerne hätten, sie wäre eine Naturwissenschaft oder überhaupt gar keine Wissenschaft - sie hat sich aus der Moralphilosophie heraus entwickelt (ich spreche nicht von der praktischen Wirtschaft, sondern von der Ökonomie als Wirtschaftswissenschaft)]). Der Entwicklungs- und Ordnungsgrad der Geisteswissenschaften ist im Allgemeinen noch immer relativ gering (ausgenommen in der Ökonomie, natürlich [was der Grund dafür sein dürfte, dass diese Wissenschaft die anderen Geisteswissenschaften - etwa seit dem 19./20. Jahrhundert - dominiert]).

* Man könnte diese Einteilung in einem gesamtwissenschaftlichen Sinn sogar noch weiterführen, und zwei weitere, höhere Kategorien einführen: Soziologie/Körperverbindungen, -einheiten, -gruppen, -gesellschaften (man spricht diesbezüglich sogar bereits auch von Pflanzen- und Tiersoziologie), Ökologie/Gesamtsystem(e). Ich möchte aber vor einer zu stark natur- bzw. technikwissenschaftlichen Sichtweise warnen! Insbesondere müssen die ökologischen Probleme auch und v.a. auf der soziologischen Ebene angegangen und aufgelöst werden (denn die Menschen müssen die Lösungen tragen). Für den Menschen ist die soziologische Ebene eigentlich die bedeutendste, weil auf dieser Ebene auch die Politik bzw. Politikwissenschaft angesiedelt ist (natürlich aber geht es letztlich um Weltsoziologie, Weltpolitik und Weltökonomie [nicht bloss um Soziologie im klassischen nationalistischen und/oder volkswirtschaftlichen Sinn]).

** Eine Vorstellung von Geschichte ist sehr wichtig für die intellektuelle Tätigkeit, denn sie hilft dabei, die Dinge zeitlich richtig einzuordnen und damit auch Entwicklungen besser zu ergründen. Ich bin daher ein Freund von historischen Listen aller Art. Man kann auch selber solche Liste führen - allgemeine Listen zur Menschheits- und Weltgeschichte, oder auch spezielle Listen zu Themen, die einen besonders interessieren. (Ich war an der Universität und habe dort Wirtschaftswissenschaften gelernt, ohne jeglichen geschichtlichen Hintergrund zu denselben - das war unglaublich trocken und langweilig, und das möchte ich niemandem wirklich gönnen [später habe ich gemerkt, dass auch die Wirtschaft eine interessante und spannende Geschichte hat].) Die Geschichte ist so wichtig in der intellektuellen Anschauung, dass sie eigentlich schon fast eine Grundwissenschaft sein müsste (zusammen etwa mit der Sprache und der Mathematik).


Entwicklung der Geisteswissenschaften* (Moderne). Im kurzen Zeitalter der Renaissance (zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit) entstand die Idee, dass der Mensch im Zentrum des Weltgeschehens steht. Dies führte zur Begründung der neuzeitlichen und modernen Naturwissenschaft(en). Geisteswissenschaftlich interessierte im 17. Jahrhundert zuerst einmal die Politik (Althusius) und die Pädagogik (Comenius), wobei das politische Interesse (ein halbes Jahrhundert vor der Geburt des französischen Sonnenkönigs Louis XIV.) noch nicht im Vordergrund stand (in Europa herrschten die Könige, und daher war es nicht angebracht, eine Wissenschaft der Politik zu betreiben). Die Pädagogik stellte sich zunehmend die Frage, wie man Erziehungsfragen vom Interesse des Kindes her beurteilen kann (v.a. bei der späteren Reformpädagogik [Rousseau, Montessori, Piaget (bei diesen Pädagogen hat das Kind im Gegensatz zu Comenius bereits einen deutlichen Eigenwert)]). Im Zeitalter der Aufklärung kam im 18. Jahrhundert die grosse Neuorientierung der Geisteswissenschaften. Die staatstheoretischen Erwägungen von Montesquieu und Rousseau führten zur Französischen Bürgerrevolution gegen den damals in Europa noch immer vorherrschenden Absolutismus. Der Liberalismus brachte Toleranzgedanken - v.a. zuerst einmal im religiösen Bereich (zuvor initiiert bei Locke) - sowie eine Konzentration auf die Ökonomie (Smith). Die moderne, freiheitliche Gesellschaft war herausgefordert, eine eigenständige Politik und Ökonomie zu begründen. Man kann diese Zeit sicher als (erste) Hochblüte von geisteswissenschaftlichen Überlegungen betrachten (auch etwa Pestalozzi und seine Begründung der Volksschule gehören in diese Zeit). Im 19. Jahrhundert folgte die Kapitalismuskritik der Sozialisten (Saint-Simon, Marx) und die Begründung der Soziologie als Wissenschaft (Comte), im 20. Jahrhundert die Begründung von neuen Geisteswissenschaften, wie der eigentlichen Politikwissenschaft sowie der Medienwissenschaft. Das 20. Jahrhundert war einerseits geprägt von der Akzentuierung verschiedener Befreiungsbewegungen innerhalb der modernen Gesellschaft, andererseits aber auch von einer starken und schwierigen Kulturkritik in der Philosophie (Kritische Theorie, Poststrukturalismus [der Aufklärer Kant hatte sein Zeitalter schon als das kritische bezeichnet, und der Nihilist Nietzsche galt schon als Infragesteller aller kulturellen und moralischen Werte]). Der Ausgang dieser Kritik ist noch immer offen. Wie kann/soll sie integriert werden in ein zukünftiges Menschen- und Gesellschaftsbild? Natürlich ist es nicht möglich, die (Menschen-) Kultur wegzukritisieren und eine vollkommen andere zu begründen. So funktionieren die Entwicklungen in dieser Welt nicht (selbst bei Revolutionen in der Kultur oder Quantensprüngen in der Natur nicht).

* Ich verwende hier (und auch im übrigen Teil des Textes) vereinfachend den Begriff der Geisteswissenschaft im alten und allgemeinen Sinn bzw. im Gegensatz zu den Naturwissenschaften, wie Aristoteles diese Differenzierung begriff, heute ordnet man gewisse Wissenschaften eher den Kultur- oder Sozialwissenschaften zu, daher sollte man eigentlich immer von Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sprechen (oder analog: von Natur-, Technik- und Ökowissenschaften).

Eher nicht zu den Geisteswissenschaften zähle ich die Sprachwissenschaften (Linguistik), welche ich zusammen mit der Mathematik in eine zusätzliche Kategorie von Grund-, Hilfs- oder Formalwissenschaften einteilen würde (die gängige Vorstellung, dass die Mathematik zu den Naturwissenschaften gehöre und die Linguistik zu den Geisteswissenschaften, ist für mich nicht korrekt [die Naturwissenschaften sind ebenfalls auf die Sprache angewiesen, die Geisteswissenschaften ebenfalls auf die Mathematik - ich möchte auch weder die Geisteswissenschaften alleine von der Sprache, noch die Naturwissenschaften alleine von der Mathematik abhängig machen (wie es die neuzeitliche Wissenschaft klassischerweise aber eigentlich tut)]).


Eher Zukunftsmusik ist die Disziplin einer umfassenden Systemwissenschaft. Es gab erste, scheue Versuche mit der (allerdings viel zu technizistischen) Kybernetik (Lehre der Steuerung und Regelung [Wiener] - oder auch einer soziologischen Systemtheorie [Parsons, Luhmann], zu verweisen ist ferner auch u.a. etwa auf Arbeiten zur Feldtheorie und zur Emergenztheorie) - das ist jedoch alles noch weit von dem entfernt, was wir für die Zukunft benötigen: eine Wissenschaft, die sich mit Systemen, deren Begründung, Erhaltung und Verbesserung, auseinandersetzt. Offiziell bzw. rein dem Namen nach gibt es eine solche Wissenschaft bereits (meist sehr mathematik- und informatiklastig orientiert), trotzdem steckt diese Disziplin eben auch noch in wenig brauchbaren Anfängen. Man sollte eine Wissenschaft nicht mit Technizismus beginnen, sondern: mit Wissenschaft. Die Technik folgt der Wissenschaft, sie geht ihr nicht voraus (ausgenommen bei ausdrücklichen Technikwissenschaften, ich spreche aber von einer umfassenden, integralen Systemwissenschaft und -theorie). Die Menschheit muss zu neuen Gewissheiten finden und neue Institutionen erfinden (und/oder bestehende verbessern), um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können - eine umfassende Systemwissenschaft könnte dazu dienlich sein (oder scheint dazu sogar unerlässlich zu sein: wir müssen wissen, wie Systeme funktionieren und sich erhalten können, in Zeiten der zunehmenden Wechselwirkungen, der zunehmenden Verflechtungsnetzwerke und des zunehmenden Gefahrenpotenzials: die Menschen der Zukunft werden geradezu dazu verdammt sein, gute und sichere Systeme zu begründen [wenn man es negativ formulieren will - es wird einfach eine Tatsache sein]).

Ein wichtiger Punkt in meiner Philosophie ist eine Sonderstellung der Wissenschaften der Soziologie und der Ökologie, da dies für mich die Haupt- oder Führungswissenschaften sind, in welchen die aktuellen und zukünftigen Probleme entweder gelöst werden können, oder aber nicht gelöst werden können (dabei wird man aufgrund der grossen Bedeutung der Probleme kaum darum herum kommen, auch die Politik möglichst parteispektrumsunabhängig in diese Wissenschaften einzubeziehen, die Soziopolitik und die Ökopolitik also [man kann heute nicht mehr eine blosse Wissenschaft im Glashaus betreiben, welche sich nicht um die technische und politische Umsetzung schert und kümmert - die romantischen Zeiten der Wissenschaften, in welchen sich diese weder um ethische noch um politische Fragen gekümmert haben, sind vorbei]).

Ein paar Anmerkungen zur Bildung allgemein. Wichtig und bedeutend ist in der Bildung - das kann man nicht genug betonen - dass die einzelnen Fächer in den Schulen getrennt und für sich genommen gelehrt werden (wie an der Universität [doch bereits dort kommt die klare Differenzierung immer mehr ins Wanken heute! - eine mögliche Gefahr für die Bildungs- und Wissensklarheit der Zukunft]). Die heutigen Schulen tendieren dazu, die Dinge bzw. Disziplinen zu vermischen, um damit Zusammenhänge besser aufzeigen zu können. Bevor man jedoch die Zusammenhänge erkennen kann, muss man zuerst die Grössen und Grundlagen kennen, aus welchen die Zusammenhänge zusammengesetzt sind. Man kann in der Bildung nicht mit den Zusammenhängen anfangen. Das verwirrt und verunsichert die Schüler - und sie verlieren ihre Fähigkeiten zur Differenzierung, was eine sehr bedeutende Verstandesfähigkeit ist. (Wohl kann man ein zusätzliches Fach der Interdisziplinarität und der Wechselwirkungen einführen, aber nicht ohne die Grundlagen gesondert davon zu lehren.) Mangelhafte bis fehlende Klarheit in den Begriffen ist verantwortlich für sehr vieles, was im Menschlichen schiefläuft. Dies sagte schon der erste grosse Moralphilosoph Konfuzius, welcher meinte, dass man die Worte richtig verwenden soll - dass man Worte auch falsch verwenden kann, zeigt, dass es einen wahren Begriff der Worte gibt. Eigentlich hat auch Platon dies herausgestellt, dessen Ideenlehre auf die wahren Ideen und Begriffe hinter den Dingen zielt (dies ist die grosse Übereinkunft zwischen Konfuzius und Platon - auf jene zwischen Konfuzius und Aristoteles, welche in der Tugend besteht, die auf die Mitte zielt, habe ich schon an anderer Stelle hingewiesen). Ich spreche in diesem Artikel v.a. von der Bildung, weniger oder gar nicht von der Erziehung. Die (Volks-) Schule hat jedoch die Aufgabe in beidem ausgleichend zu wirken, d.h. dasjenige zu bieten und zu vermitteln, was von den Eltern nicht geboten und vermittelt werden kann. Sowohl für ein Bildungs- wie auch für ein Erziehungsmanko in der Gesellschaft ist eindeutig die Schule zuerst verantwortlich (obwohl sie zwischen dem Elternhaus und den Medien steht - dies sind die primären, sekundären und tertiären Faktoren der Bildung und Erziehung [wobei die Arbeitssituation praktisch die Aufgabe des Elternhauses weiterführt (mit dem selben Problem, notabene: dass hier auch etwas vorgespielt werden kann, was an anderer Stelle fehlt)]). In Bildungs- wie v.a. auch in Erziehungsfragen sollten neue Methoden in Betracht gezogen werden, welche der heutigen Zeit besser angepasst sind - v.a. ein spielerischerer Umgang damit könnte nützlich sein (vielleicht wäre auch mehr Heim- und Gruppenarbeit und weniger alter Klassen- bzw. Frontalunterricht zu wünschen [wie die Schüler dazu gebracht werden können, auch in dieser Form eine adäquate Effizienz hinzubekommen, ist freilich noch nicht klar - ich nehme aber an, dass der Schulunterricht von morgen anders aussehen wird als jener von gestern]). Zu beachten ist auch, dass im Zeitalter des Internets zwar die Informationen leichter zugänglich sind, handkehrum aber auch nichts mehr als selbstverständlich angenommen und betrachtet werden kann. Die pädagogische Methodik sollte daher klar und umfassend sein.

Lektürevorschläge: allgemein zu empfehlen sind Sachbücher und v.a. Bücher, die einen geschichtlichen Überblick bringen - insbesondere Bücher über die Philosophie-, Wissenschafts- und Technikgeschichte. Zu empfehlen sind etwa: die dtv-Atlas-Reihe sowie die Reihe der 50 Klassiker. Für mich von besonderer Bedeutung waren (u.a.): Christoph Helferich - Die Geschichte der Philosophie, Alexander Hellemans & Bryan H. Bunch - Fahrplan der Naturwissenschaften (das sind aber schon zwei umfangreichere Bücher, welche auch gut als Nachschlagewerke dienen). Ansonsten gibt es natürlich diverse andere, interessante Bücher zu diesen Themen.


[Dieser Text ist noch nicht abgeschlossen. Ich werde es hier vermerken, wenn er abgeschlossen ist. Dies sollte bis spätestens Ende Jahr der Fall sein.]


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