Ältere Blogthemen (seit der Eröffnung des neuen 'News-Blog - Internettexte zum Zeitgeschehen', im Dezember 2016 [früher: Internettexte zum Zeitgeschehen (ab 2003), Hmm-Blog, Arena-Blog, News-Blog, Philo-News-Blog]). Ich habe mich entschlossen, nicht die ganzen Aufsätze zu sammeln, sondern nur ein paar der bedeutendsten Zitate aus den Themenkomplexen.


Aufruf zur politischen Entscheidung (22.5.2017). "Leider bin ich nicht als politischer Führer geboren worden, sonst würde ich nun wirklich den politischen Kampf ausrufen (vgl. letztes Blogthema). Ich kann ja aber nicht einen Kampf ausrufen, den ich selber nicht (an-) führen kann, und daher gebe ich es stattdessen deklamatorisch eine Stufe kleiner heraus: 'Aufruf zur politischen Entscheidung'. Die demokratischen Parteien stehen unter Druck - es ist Zeit für eine politische Entscheidung. Mit Trump und Macron haben zuletzt zwei Leute Wahlen gewonnen, die an der heutigen Elite vorbei zum Erfolg gekommen sind und die etablierten Parteien sehr sehr alt aussehen liessen. [...] Ein gut ausgeklügeltes System ist gut genug, um den gesellschaftlichen Frieden noch einigermassen zu erhalten, aber es scheint nicht mehr gut genug zu sein, um die Probleme der Zukunft in einer adäquaten Art und Weise anzugehen. [...] Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man auf diese schwierige Situation reagieren könnte: die Parteien könnten z.B. enger zusammenarbeiten gegen diese neuen antidemokratischen Kräfte. Dies geschieht aber leider nicht. Und das ist leider kein neues Phänomen in der Demokratie: dass die Parteien zur Erosion neigen, wenn die Demokratie unter Druck kommt. [...] Wenn eine bessere Zusammenarbeit der traditionellen Parteien in ihrem historischen Konflikt nicht möglich ist, gibt es eigentlich nur eine andere Lösung, und das ist die politische Entscheidung. Und darum sage ich, dies ist eine Zeit der politischen Entscheidung. Für die Linken, für die Rechten - je gemässigt gemeint - für die Mitte, oder: für die Anderen. [...] Fie politische Demokratie lebt auch von und mit der Auseinandersetzung und in dieser braucht es eben auch eine politische Grundsatzentscheidung. Man kann sich auch für eine Seite entscheiden, wenn man trotzdem offen bleibt für das Andere (aber natürlich auch, wenn man sich sehr klar auf eine Seite schlägt). Man kann allenfalls eine Wahl- und Stimmpflicht einführen, eine Parteipflicht wird es jedoch nie geben: hier müssen wirklich die Bürger selber aktiv werden und ein Zeichen setzen."

Aufruf zum politischen Kampf (12.5.2017). Zu diesem Thema gibt es keine Zitate. Aufgrund eines grösseren privaten Problems im Mietbereich bin ich hier auf die Barrikaden gestiegen - gegen einen verantwortungslosen (Neo-) Liberalismus. Dieser Blogbeitrag bestand vorwiegend in der Schilderung des erwähnten Problems (und ist daher hier nicht von längerfristigem Interesse).

Der grosse Fehler der Franzosen (8.5.2017). "Im Macron-Dokumentarfilm ("Wer ist Emmanuel Macron?", ein Film von Bertrand Delais) heisst es, Macron sei ein Kind der Postmoderne und ein Vertreter der Generation Jetzt. Offenbar erkennt man den Widerspruch nicht, welche diese beiden Aussagen beinhalten. Der reine Gegenwartsbezug, die Fixierung auf das Hier und Jetzt - und das Heute-so-und-morgen-anders - entspricht ja gerade eben der (Hoch!-) Moderne und keinesfalls irgendeiner Form von Postmoderne (bzw. Überwindung der Moderne). [...] Grosse Fehler in der Philosophie eines Landes können grosse Auswirkungen haben - das hat die Philosophie und Geschichte Deutschlands gezeigt [...]. [...] Der Fehler stammt aus der sogenannten poststrukturalistischen Philosophie (Barthes, Baudrillard, Deleuze, Derrida, Foucault, Lyotard und andere, welche eine Reaktion auf die Richtung des früheren Strukturalismus ist]). Poststrukturell bedeutet noch lange nicht postmodern [...]. [...] Damit wird eine Philosophie und Zeit impliziert, in welcher alles hinter einem liegt, wobei man keinen blassen Schimmer hat, was vor einem liegt. Richtig ist aber nicht, dass heute alles (aus der Vergangenheit) weg wäre, sondern: dass - nicht zuletzt auch durch das Internet - vielmehr alles da und bewusst ist (das ist eigentlich eine Position von Heidegger [...]). [...] Wir leben (noch lange) nicht in der Zeit der Postmoderne, sondern in der Zeit der Hoch- und/oder Spätmoderne. Die Moderne ist noch längst nicht überwunden (wie es ein Begriff der Postmoderne fälschlicherweise vorgaukelt [...]).

Staatszeitung, Metajournalismus und AppNews (26.4.2017). "[...] Unter diesen Umständen je überhaupt ein neutrales Forumsmedium zu schaffen, ist ein schwieriges Unterfangen, und nachwievor kommt - trotz auch viel Unsinn im Programm - das Staatsfernsehen diesem eigentlich am Nächsten, was nicht unlogisch ist in einer Direkten Demokratie, und darum plädiere ich auch für eine Staatszeitung in der Schweiz. [...] Vielleicht müssen wir heute von einem Metajournalismus sprechen. Das ist für mich: ein Journalismus auf einer Metaebene, in welchem wir nicht mehr wie in den guten alten Zeiten eine Tageszeitung in die Hand nehmen können, und glauben, wir seien damit informiert über die Welt. Sondern: wir müssen eben, gleichzeitig oder überhaupt, uns (online) durch verschiedene Quellen hindurch begeben, um die wirklich interessanten Neuigkeiten aus Fake- und Junknews herauszufiltern. Der Leser muss aktiver und kritischer werden, was an sich ja gar nicht einmal so schlecht ist. [...] Die Mehrheit der Leute dürfte sich heute über Gratis- und Pendlerzeitungen sowie in Online-Plattformen informieren [...]. [...] Und... das Ziel der Information der Zukunft ist sicher auch das Smartphone, mit AppNews. Hierauf hat der Journalismus eigentlich noch gar nicht adäquat geantwortet."

Grundlegung für eine soziologisch-ökologische Kultur (17.4.2017). "Mein drittes Buch ist erschienen - es dient letztlich der Grundlegung für eine soziologisch-ökologische (Welt-) Kultur der Zukunft. Es geht in diesem Buch (siehe Verlagsseite) um Philosophie, Religion und Wissenschaft - und eigentlich um die Zusammenfassung und Erweiterung meiner gesamten geistigen und geistlichen Arbeit der letzten 25 Jahre. [...] Das heisst: die Naturwissenschaften müssen ökologischer, die Geisteswissenschaften soziologischer ausgerichtet werden. [...] Eine vernünftige Soziologie und eine nachhaltige Ökologie - das sollten Grundanliegen aller Menschen sein, welche sich Politiker nennen. [...] Es ist an der Zeit, die Soziologie zu entideologisieren und ihr eine stärkere Beachtung und Bedeutung zu geben, denn die Soziologie ist die Wissenschaft, welche herausarbeiten soll, wie die Menschen der Zukunft zusammenleben wollen. [...] Auguste Comte, der Begründer der Soziologie als Wissenschaft, meinte zu seiner Zeit, dass die Soziologie erst dann richtig entwickelt würde, wenn alle anderen Wissenschaften schon hoch entwickelt seien. Und er scheint aus heutiger Sicht heraus recht zu haben: scheinbar kümmert sich der Mensch in seiner Wissenschaft zuerst um alles andere und zuletzt erst um die eigene Gesellschaft."

Von der Überwindung des Kapitalismus (21.3.2017). "Von der rechten Seite des Hauses kommen immer wieder Anwürfe an die Gegenseite, diese wolle den Kapitalismus überwinden [...]. [...] Liberalismus ist nicht gleich Kapitalismus, und Sozialismus ist nicht gleich Kommunismus. Kapitalismus ist ein reiner und übertriebener Wirtschaftsliberalismus, Kommunismus ist ein reiner und übertriebener Staatssozialismus (so haben sich jedenfalls diese Begriffe realpolitisch entwickelt). [...] Gegenüber einem reinen und übertriebenen Kapitalismus hat sich in der zweiten Hälfte in den europäischen Demokratien nun eben eine Soziale Marktwirtschaft herausgebildet. Dieser Begriff ist leider - aufgrund der Vorherrschaft der USA in den (Natur- wie auch Geistes-) Wissenschaften - nicht übermässig bekannt geworden, er drückt aber genau das aus, was in Europa politisch geschehen ist und sich entwickelt hat. Dies heisst nun nichts Anderes, als dass der reine Kapitalismus in unseren Breitengraden eigentlich schon längstens überwunden ist. [...] Ein gewisser Ausgleich ist für jeden vernünftigen Menschen wünschbar. Von dieser Grundlage ausgehend, kann die politische Diskussion geführt werden. [...] Ein (rein) kapitalistisches oder (rein) kommunistisches Weltbild passt eigentlich nicht mehr in die heutige komplexe Welt hinein."

Der schwierige Standpunkt (2.3.2017). "Jeder politische Standpunkt ist ein schwieriger Standpunkt, und man kann nicht sagen, der eine sei leichter als der andere. [...] Jeder politische Standpunkt hat seine Schwierigkeit. Und diese Schwierigkeit ist so gross, dass sich viele Leute nicht zu einem Parteibeitritt entschliessen können, und auch schon bei den Wahlen die allergrösste Mühe haben, sich zu entscheiden, oder aber gar nicht mehr wählen gehen. Die Wahlbeteiligung in der Schweiz lag einmal bei über 80% (1919), heute liegt sie seit den späteren 1970-er Jahren bei unter 50% [...]. [...] Soll man überhaupt einer Partei beitreten bzw. was bringt das überhaupt? [...] Parteien, so scheint es, können eine effektivere politische Arbeit leisten, als blosse Vereinzelte. Das Hauptargument für die Parteien besteht jedoch simpel darin, dass Menschen sich immer zu Verbindungen zusammensetzen, also ist es natürlich, dass dies auch in der Politik so geschieht. [...] Natürlich möchte ich mit diesem Parteibekenntnis [...] hier auch andere Leute dazu motivieren, einer Partei beizutreten (es kann die selbe sein oder eine andere), oder sich zumindest einmal Gedanken darüber zu machen.

Meine politische Entscheidung (14.2.2017). "Ich musste eine politische Entscheidung treffen. Philosophisch ist es einfach, eine Mitteposition zu vertreten - die Tugend zielt auf die Mitte (vgl. Aristoteles) - privat ist das schwieriger. [...] Eine politische Mitteorientierung heisst auch nicht, dass man der Mitte beitreten muss, sondern man kann auch der schwächeren Seite beitreten, um diese zu stärken - was auch zur Mitte bzw. zum Ausgleich führt. Und die schwächere Position ist in der Schweizer Politik traditionell die linke (Progressivität stammt auch immer [Anm. oder sagen wir: meistens] von einer Minderheit, übrigens). Das würde heissen, dass ich mich ebenso gut wie zur theoretischen Mitte auch nach links orientieren könnte (was man linksliberal oder rechtssozial interpretieren kann). [...] Ich habe mich aber für die Sozialdemokratische Partei entschieden und werde also dieser beitreten [...]. [...] Ein Sozialstaat benötigt eine starke Wirtschaft, und die Religion ist bedeutend zum Grundverständnis der Welt [...]. [...] Die sozialistische Revolution hat einen grossen Fehler gemacht: sie hat versucht, eine völlig umgekrempelte Gesellschaftsordnung zu begründen: die erfolgreichere liberalistische Revolution hat dagegen sämtliche Kräfte der Gesellschaft erfolgreich in ihre Grundordnung integriert [...]. [...] Integration ist das Zauberwort demokratischer Machtpolitik [...]."

Anmerkung/Nachbetrachtung: "Es spricht nichts dagegen, sich politisch für die eine oder andere Seite zu entscheiden, oder auch für die Mitte, und für die anderen Standpunkte offenzubleiben."

Trump und die neue Weltordnung (29.1.2017). "Seit dem Ende des Kalten Krieges, bei welchem offenbar mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Zerfall der Sowjetunion eine alte Weltordnung (1945-1991) aufbrach, ist dauernd von einer neuen Weltordnung (oder -unordnung) die Rede. Gibt es eine solche, und wenn ja: wie sieht sie aus? Ich sehe drei grosse Punkte, die ich hier rasch analysieren möchte: 1. Abschwächung des Ost-West-Konflikts (Annäherung zwischen Trump und Putin), 2. Verschärfung des Süd-Nord-Konflikts (Mauerbau an der mexikanischen Grenze), 3. Streit der Kulturen (vgl. Samuel Huntington: Beschränkung von muslimischen Einwanderungen in den USA, u.v.a. [denn das ist nicht nur ein Religionsstreit, sondern: ein allgemeiner Kultur-, Ideologie- und Bürgerstreit]). [...] Es scheint derzeit drei grosse Weltmächte zu geben: USA, China, Islam - sowie zwei kleine: Russland und Europa. Allgemein dürfte die Weltordnung aber offener und flexibler werden; auch kleinere Staaten und Gruppen könnten in der Zukunft - je nach Thema und Entwicklung - stärker in den Brennpunkt des Interesses geraten. [...] Ein wichtiges und zentrales Instrument für den Weltfrieden ist und bleibt für mich letztlich die UNO (aber auch bessere kontinentale Organisationen [hier ist oder wäre Europa den Anderen weit voraus und könnte daher für die übrige Welt auch ein Vorbild werden diesbezüglich: das wird aber natürlich von der Entwicklung der EU abhängig sein])."

Europa im totalen Clinch (15.1.2017). "Die Europäer finden sich derzeit in einem schwierigen, ja: totalen Clinch – zwischen Nationalität und Supranationalität, zwischen Liberalismus und Sozialismus, zwischen Volk und Bevölkerung, zwischen West und Ost, zwischen Nord und Süd, zwischen Mitteleuropa und den EU-Aussengrenzen, zwischen dem Alten Europa und einer zukünftigen EU. Obwohl die Extremisten derzeit nach der Macht greifen, war die Mitte niemals wichtiger als heute. Denn: zwischen all diesen Fronten sollte das künftige Europa entstehen, und niemand soll denken, dass Extremisten dies zustande bringen würden. [...] Die Mitte bringt's. Aber sie muss aktiver werden – nicht passiv, windfahnig und wendehalsig. [...] Vielleicht sollten wir uns doch wieder auf die gute alte griechische Philosophie erinnern. Immer gibt es zwei Extreme, und die Tugend zielt auf die Mitte (und die Vernunft). Das sagte Aristoteles, und falls wir eines Tages nicht mehr weiter wissen sollten in Europa, dann könnten wir ja dies einmal probieren (statt mit irgendeinem Extrem in irgendeinen Abgrund zu reiten)."

Der politische Kampf der Dinosaurier (29.12.2016). "Was tut sich derzeit im Westen? Dieser scheint sich innert kürzester Zeit verwandelt zu haben von einem Garten Eden und einem von allen gelobten Land - war nicht gerade in der Schweiz in den vergangenen Jahren immer wieder von einem Paradies die Rede (bzw. von einem Paradies perdu) - in einen brutalen politischen Kampfplatz der Dinosaurier. Der Tyrannosaurus der Populisten ist gemein und rücksichtslos, der Brachiosaurus der Elite ist stark und stur. Welches dieser Viecher wird sich durchsetzen? [...] Ich sage schon lange, sowohl der Liberalismus wie auch der Sozialismus müsse sich heute erneuern. Das scheint heute klarer denn je. Ein Extremismus ist dabei aber eher zu vermeiden, und die stetige Verbesserung in der langen Frist scheint politisch durchaus eine sinnvolle Strategie zu sein (sie muss aber aktiv und populär bleiben). Die Situation ist alles andere als einfach. Ich hoffe, dass nach dem aktuellen Rambazamba eine verbesserte und wachere Mitte das Zepter in den westlichen Demokratien wieder übernimmt."

Populismus, Bürokratie und Komplexität (6.12.2016). "Wie komplex dieser heutige Populismus tatsächlich zu sein scheint, zeigt sich daran, wie sehr die Medien derzeit um Antworten auf die vielen aufgekommenen Fragen ringen. Das Phänomen ernstnehmen, bedeutet auch, es nicht als Simplifizierung zu bezeichnen, sondern es als komplexe Realität wahrzuehmen und zu bewerten. [...] Die Mitte sollte sich trotz aller Rhetorik thematisch mit den aktuellen Phänomenen auseinandersetzen, denn auf diesem Weg kann man den Extremisten am Besten begegnen - indem man die Problembereiche, aus welchen heraus sie operieren, auch ernst nimmt (ohne ihnen jedoch zu unterliegen - ein schwieriger und schmaler Grat). Europa scheint von den Populisten derzeit vollkommen gespalten: der alte (republikanische) Gesellschaftsvertrag (vgl. Hobbes, Locke, Rousseau) scheint in Gefahr zu sein."

Der neue Blog, dessen Beiträge hier vorliegen, ist entstanden aufgrund der allgemeinen Verunsicherung durch den Brexit in Grossbritannien (23.6.2016) und die Trump-Wahl in den USA (8.11.2016). Zwei Ereignisse, die mich dazu bewogen, meine allgemeine bzw. philosophische Mittehaltung zu überdenken und politischer zu werden.


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