Kulturjahrhunderte

Kulturjahrhunderte - die Kultur der Renaissance, der Neuzeit und der Moderne




Hier gibt es eine Vorstellung der Kulturjahrhunderte der neueren Zeit (Renaissance, Neuzeit und Moderne im 15.-20. Jahrhundert sowie kurze, verbindende Erklärungen zur Antike und zum Mittelalter). Viele sprechen heute in verschiedener Hinsicht von einer Zeitenwende, daher ist es besonders interessant, kulturhistorisch auf die letzten 500-1000 Jahre zurückzuschauen (auch wenn eigentlich - in einer grossen bzw. immer grösseren Zeitverwirrung - die Antike und das Mittelalter fast die bedeutenderen Themen in der aktuellen Kunst und Kultur sind, sollten wir das Verständnis für die Entwicklung zu unserer heutigen Zeit nicht verlieren - am Eindrücklichsten zeigt sich diese Entwicklung über die Jahrhunderte vielleicht in der Malerei: von der christlichen Kunst über die Hochblüte der neuzeitlichen und modernen Malerei bis zur abstrakten Kunst jüngerer Prägung; natürlich aber ist die Entwicklung in allen Bereichen interessant - im 20. Jahrhundert ist im Gleichschritt zum rasanten Tempo der wissenschaftlichen-technischen Entwicklung auch die Kunst und Kultur in völlig neue Bereiche vorgestossen, vorab in der Musik - von der klassischen Musik und dem alten Schlager zur modernen Musik - und im neuen künstlerischen Medium des Films, welches heute bereits ein immer bedeutender Faktor der politischen Propaganda ist: ihren bedeutenden und hohen Wert hat die heutige Kunst natürlich von eben demselbigen in der christlichen Kultur [in keiner anderen Kultur zuvor spielte sowohl die malerische wie auch die musikalische Kunst eine ähnlich bedeutende Rolle - in der Antike spielte die architektonische und die dichterische Kunst die Hauptrolle, aber niemals so zentral wie in der christlichen Kirche, welche nicht nur ein Ort der Religion war/ist, sondern auch ein Konzertsaal und ein Bilder-/Kunstmuseum (immer relativ eng bezogen auf das religiöse Grundthema/-motiv - trotzdem geht die Verbindung von Kunst und Ritus natürlich sehr weit zurück, bis zu sehr alten Kulturvölkern mit ihren Masken-, Körperbemalungs- und Tanzriten)]). Mit dieser Seite möchte ich auch (m)einem Bildungsauftrag nachkommen: lockere und leichte Bildung (neben meiner eigentlichen [stellenweise etwas komplexeren] Philosophie - Timelines sind immer wieder wichtig zur Einordnung der geschichtlichen Geschehnisse und damit zu einem besseren Zeitverständnis; das ist meiner Meinung nach sogar einer der Kernpunkte der Bildung [u.v.a.]).

Anmerkung (Einordnung): die Personen der Kulturgeschichte wurden hier nach strikten Regeln eingeordnet - eine Geburtszahl nach '..75'. Damit wurde der Umstand eingeordnet, dass viele Persönlichkeiten eigentlich in zwei Jahrhunderte gehören würden. Die letzten des vergangenen und die ersten des kommenden Jahrhunderts sind also immer mitzubetrachten. Bei bedeutenden Politikern habe ich eine entsprechende Anmerkung gemacht.

Unter Theologen werden hier Vertreter aller Religionen aufgefasst (wobei das Schwergewicht bei Vertretern des Christentums liegt), unter Politiker sowohl Herrscher wie andere Regierungsvertreter.




Antike (hier: 8. Jh. v. Chr. bis 5./6. Jh. n. Chr.). Die Antike steht kulturhistorisch zwischen dem noch älteren Altertum (etwa in Ägypten und Mesopotamien [Sumerer, Babylonier, Assyrer]) und dem christlichen bzw. religiösen Mittelalter. Man spricht von einer Griechischen und einer Römischen Antike: die Griechen und die Römer bildeten die beiden bedeutendsten Grossreiche jener Zeit. Im antiken Griechenland entstanden die Demokratie (5.-3. Jh. v. Chr.) und die Philosophie (im 6. Jh. v. Chr.), welche sich von der alten polytheistischen Geisteshaltung löste. Die Römer übernahmen die alte Götterordnung der Griechen sowie auch die stoische Philosophie. Im Zentrum stand bei ihnen die Rechtsverfassung (und auch eher die reine und praktische [Kriegs-, Verkehrs- und Versorgungs-] Technik als eine systematische Wissenschaft, wie wir sie heute kennen).

Dichter (15): Homer (im 8. Jh. v. Chr.?), Hesiod (um 700 v. Chr.), Aischylos (um 525-455 v. Chr.), Äsop (im 6. Jh.), Pindar (zw. 522 u. 518 - nach 446 v. Chr.), Sophokles (um 497-405 v. Chr.), Euripides (um 480-406 v. Chr.), Aristophanes (um 448-385 v. Chr.), Menander (342-290 v. Chr.), Lukrez (zw. 99 u. 94-55 od. 53 v. Chr.), Vergil (70-19 v. Chr.), Horaz (65-27 v. Chr.), Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.), Juvenal (1./2. Jh.), Apuleius (um 123-170).

Philosophen (15): Thales von Milet (um 624-546 v. Chr.), Xenophanes (577-480 v. Chr.), Heraklit (um 550-480 v. Chr.), Pythagoras (um 540-497 v. Chr.), Parmenides (um 515-480 v. Chr.), Anaxagoras (um 500-425 v. Chr.), Empedokles (um 492-432 v. Chr.), Konfuzius (551-479 v. Chr.), Protagoras (um 480-410 v. Chr.), Sokrates (um 470-399 v. Chr.), Platon (um 427-347 v. Chr.), Aristoteles (384-322 v. Chr.), Zenon von Kition (333-262 v. Chr.), Marcus Tullius Cicero (100-43 v. Chr.), Lucius Annaeus Seneca (4 v. - 65 n. Chr.). - Wissenschaftler (5): Hippokrates (um 460-370 v. Chr.), Eratosthenes (zw. 276 u. 273-194 v. Chr.), Archimedes (um 187-212 v. Chr.), Claudius Ptolemäus (um 100 - nach 160), Galenos (129-216). - Politiker (15): Solon [von Athen] (um 640-560 v. Chr.), Dareios I. [von Persien], der Grosse (549-486 v. Chr.), Xerxes I. [von Persien] (um 519-464 v. Chr.), Perikles [von Athen] (um 490-429 v. Chr.), Lykurg [von Sparta] (5./4. Jh. v. Chr. - vermutlich mythisch), Philipp II. [von Makedonien] (um 382-336 v. Chr.), Alexander [von Makedonien], der Grosse (356-323 v. Chr.), Gaius Iulius Caesar [im Römischen Reich] (100-44 v. Chr.), Augustus [im Römischen Reich] (63 v. Chr. - 14 n. Chr.), Tiberius [im Römischen Reich] (42 v. Chr. - 37 n. Chr.), Vespasian [im Römischen Reich] (9-79), Caligula [im Römischen Reich] (12-41), Nero [im Römischen Reich] (37-68), Hadrian [im Römischen Reich] (76-138), Mark Aurel [im Römischen Reich] (121-180).


Mittelalter (hier: 1. bis 14. Jh.*). Das Mittelalter war geprägt von den Religionen des Judentums, des Christentums und des Islams (mit den Religionsstiftern Jesus und Mohammed) - sowie (im ferneren Osten) des Hinduismus und des Buddhismus. Es kann in der christlichen Kulturgeschichte eingeteilt werden in Frühes Mittelalter (Patristik) und Spätes Mittelalter (Scholastik). Bedeutend forderte Anselm von Canterbury im 11. Jahrhundert die Einsicht des Glaubens und leitete damit die Scholastik und das (spätere) Vernunftzeitalter ein. Kulturgeschichtlich auch interessant/relevant: die Gläubigen wurden im Mittelalter zu Rittern (siehe: Ritterzeit, 11.-13. Jh.), und die Ritter wurden zu Minnesängern (nicht alle, aber manche). Bis dahin bestand die Literatur im Mittelalter hauptsächlich aus Kirchenschriften, welche in der Gelehrtensprache des Lateins verfasst waren (es gab im christlichen Mittelalter - anders als in der jüdischen und islamischen bzw. allen anderen Religion - eine bedeutende Trennung zwischen Gelehrten- und Volkessprache [wobei es natürlich auch in den anderen Sprachen/Religionen viele gab, die nicht lesen konnten, so dass eine grosse Diskrepanz zwischen der Gelehrtenwelt und dem Volk trotzdem bestand]).

Die grössten Reiche jener Zeit waren die muslimischen Reiche bzw. Kalifate der Raschiden (632-661), Umayyaden (661-750) und Abbasiden (750-1258) sowie das Reich der Mongolen (1206-1368 - grösstes zusammenhängendes Reich der Weltgeschichtes, zweitgrösstes Reich der Weltgeschichte [siehe: 10 Biggest Empires In History]). Das christliche Abendland bildete zu jener Zeit politisch kein einheitliches Gebilde.

Maler (5): Cimabue (um 1240-1302), Duccio (um 1255-1319), Giotto di Bondone (1266-1337), Taddeo Gaddi (1290-1366), Meister Bertram (um 1340-1414 od. 1415) - diese gehören zu den ersten bekannten Malern der westlichen Kulturgeschichte. - Musiker (5): Léonin (um 1150-1201), Pérotin (zw. 1150 u. 1165-1200/25), Guillaume de Machaut (zw. 1300 u. 1305-1377), Francesco Landini (1325-1397), Jacobus Vide (um 1395-1441). - Schriftsteller (15): Bhartrihari (zw. 5.-7. Jh.), Amaru (zw. 6.-8. Jh.), Notker I. (um 840-912), Firdausi (940-1020), Wolfram von Eschenbach (1170-1220), Walther von der Vogelweide (um 1170-1280), Snorri Sturluson (1179-1241), Franziskus von Assisi (1181 od. 1182-1226), Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207-1273), Hartmann von Aue (gest. zw. 1210-1220), Meister Eckhart (um 1260-1328), Dante Alighieri (1265-1321), Francesco Petrarca (1304-1374), Giovanni Boccaccio (1313-1375), Geoffrey Chaucer (um 1342/43-1400).

Philosophen (10): Augustinus (354-430), Avicenna (980-1037), Anselm von Canterbury (um 1033-1109), Petrus Abaelardus (1079-1142), Averroës (1126-1198), Moses Maimonides (1135-1204), Albertus Magnus (1200-1280), Thomas von Aquino (1225-1274), Johannes Duns Scotus (1266-1308), Wilhelm von Ockham (um 1288–1347). - Wissenschaftler (3): Robert Grosseteste (vor 1170-1253), Roger Bacon (zw. 1214 u. 1220-1292), Johannes Buridan (um 1300-1358). - Politiker (15): Alarich I. (um 370-410), Chlodwig (466-511), Attila (gest. 453), Theoderich II. (gest. 466), Abu Bakr (um 573-634), Ali ibn Ali Talib (um 600-661), Karl der Grosse (747-814), Harun ar-Raschid (um 763-809), Papst Gregor VII. (zw. 1025 u. 1030-1085), Wilhelm I. [von England], der Eroberer (1027/28-1087), Heinrich IV. [im Heiligen Römischen Reich] (1050-1106), Dschinghis Khan (zw. 1155 u. 1162 od. 1167-1227), Richard I. [von England], gen. Löwenherz (1157-1199), Friedrich II. [im Heiligen Römischen Reich] (1194-1250), Papst Innozenz III. (1198-1216).

* Eigentlich müsste man sagen: 8. Jh. v. Chr. bis 1. od. 5./6. Jh. n. Chr. Der Beginn des Mittelalters wird normalerweise mit dem Ende des Römischen Reiches (im 5. Jahrhundert) gleichgesetzt; man kann es aber auch bei der Geburt von Jesus Christus ansetzen, so dass die Antike und das Mittelalter sich 500 Jahre lang überschneiden (oder betrachten wir Jesus und das frühe Christentum - inkl. Augustinus etwa - als antike Gestalten?).



15. Jahrhundert - Renaissance und Entdeckergeist. Als grosse Figur der Renaissance gilt der Universalgelehrte und -künstler Leonardo da Vinci. Renaissance (it. Rinascita) bedeutet Wiedergeburt - damit ist die Wiederentdeckung der antiken Kunst und Kultur gemeint, welche im Mittelalter untergegangen war. Während die Künste der Musik und der Malerei - wenn auch sehr viel detailreicher - noch deutlich mittelalterlich geprägt sind, bilden die Philosophie und die Literatur erste Anzeichen einer neuen Zeit heraus. So stellte etwa der Philosoph Mirandola den Menschen - wie einst Protagoras - in den Mittelpunkt des Weltgeschehens, während Kopernikus das heliozentrische Weltbild begründete. Der Wiederentdeckung der alten Kultur stand die Entdeckung der neuen Welten gegenüber. Die Entdecker waren die ersten grossen bürgerlichen Helden der Neuzeit*. Die grossen Entdeckerfiguren wurden jedenfalls bekannter als die Herrscher, in deren Namen sie handelten.

* Die Entdeckung der aussereuropäischen bzw. der ganzen Welt war nicht mehr aufzuhalten. Im 13./14. Jahrhundert war die grosse Entdeckerfigur jener Zeit - Marco Polo mit seinen Reiseberichten - noch als 'Herr der tausend Lügen' verschrien worden. Wenn man seine Reiseberichte liest, glaubt man auch kaum, dass diese von jemandem geschrieben worden sind, der wirklich dort war. Es scheint sogar, als seien sie tendenziös verfälscht worden (so als wollte man zwar den damaligen Reichtum der östlichen Gegenden darstellen, gleichzeitig aber deren gesellschaftliche Moral abwerten).

Weltgeschichte (15): 1415 Hinrichtung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil, 1431 Hinrichtung von Jeanne d'Arc, 1434 Cosimo de Medici erringt die Stadtherrschaft in Florenz, 1441 Beginn des portugiesischen Sklavenhandels, 1443/44 Letzter Kreuzzug (Kreuzzüge 1096-1444 - Hochblüte der Ritterzeit etwa 1100-1300), 1445 Buchdruck mit beweglichen Lettern von Gutenberg (Bibeldruck 1452-1454/55), 1453 Ende des Hundertjährigen Krieges (1337-1453), 1453 Mehmed II. erobert Konstantinopel (Ende des Byzantinischen Reiches), 1455-1485 Rosenkriege zwischen den rivalisierenden englischen Adelsfamilien York und Lancaster in England, 1481 Einführung der Inquisition in Spanien, 1488/1492/1498 Seefahrer erreichen Südspitze Afrikas, Amerika und Indien (Dias, Kolumbus, Da Gama), 1492 Ende der Reconquista bzw. der muslimischen Herrschaft in Spanien (719-1492), 1494-1498 Savonarolas ('bürgerlich-religiöse') Herrschaft in Florenz, 1496 Renaissance-Schrift von Mirandola ("Über die Würde des Menschen"), 1499 Eidgenossen lösen sich im Schwabenkrieg vom Deutschen Reich.

Persönlichkeiten des Jahrhunderts (10): 1. Leonardo da Vinci, 2. Christoph Kolumbus, 3. Johannes Gutenberg, 4. Vasco da Gama, 5. Erasmus von Rotterdam, 6. Giovanni Pico della Mirandola, 7. Mehmed II. [im Osmanischen Reich], 8. Niccolo Machiavelli, 9. Girolamo Savonarola, 10. Iwan III. [von Russland].

 
Philosophen im 15. Jh. (5): Nikolaus von Kues (lat. Cusanus, 1401-1464), Marsilio Ficino (1433-1499), Giovanni Pico della Mirandola (1463-1494), Erasmus von Rotterdam (1467-1536), Niccolo Machiavelli (1469-1527).

Wissenschaftler im 15. Jh. (3): Johannes Gutenberg (um 1400-1468), Nikolaus Kopernikus (1473-1543) - siehe Malerei: Leonardo da Vinci.

Politiker im 15. Jh. (5): Mehmed II. [im Osmanischen Reich] (1432-1481), Iwan III. [von Russland], der Grosse (1440-1505), Lorenzo de' Medici (1449-1492), Girolamo Savonarola (1452-1498), Heinrich VII. [von England] (1457-1509).

Theologen im 15. Jh. (3): Gendün Drub [Dalai Lama] (1391-1475), Paul III. [Papst] (1468-1549), Guru Nanak Dev (1469-1539).

Spezial / Entdecker im 15. Jh. (5): Bartolomeu Dias (um 1450-1500), Christoph Kolumbus (1451-1506), Amerigo Vespucci (1454-1512), Vasco da Gama (um 1469-1524) - im 16. Jh.: Ferdinand Magellan (1480–1521).



16. Jahrhundert - Reformation in (Nord-) Europa und Elisabethanisches Zeitalter in England. Die religiöse Reformation (Luther, Calvin) brachte viel Bewegung in die Zeit, während die Philosophie in diesem Jahrhundert eher bescheiden ausfiel (fast typisch dafür: der erhabene Rückzug von Montaigne - dagegen begründete Bacon im frühen 17. Jahrhundert die Wissenschaftsphilosophie). In England bekam die Anglikanische Kirche ihre heutige Ausprägung. Die englische Kultur erlebte mit Königin Elisabeth I. einen ersten grossen Höhepunkt (man spricht auch vom Elisabethanischen Zeitalter, oder auch vom goldenen Zeitalter der englischen Geschichte). In der Kunst stachen die Literatur und das Theater heraus, v.a. mit der grossen Figur von William Shakespeare. Die Musik und teils auch die Malerei nahmen erste Volkseindrücke auf (siehe etwa bei Pieter Aertsen).

Weltgeschichte (15): 1517 Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel, 1519-1522 Erste Weltumseglung durch Magellan (er selber verstarb jedoch auf der Reise), 1519-1521/1532 Spanische Eroberung des Azteken- und des Inkareichs in Mittel- und Südamerika, 1521 Stiftung der Fuggerei (gilt als älteste Sozialsiedung der Welt), 1524/25 Bauernkriege ('Revolution des gemeinen Mannes'), 1529 Erste Belagerung Wiens durch die Osmanen, 1531 König Heinrich XIII. wird als Oberhaupt der Kirche in England anerkannt, 1532-1536 Spanier erobern das Inkareich, 1543 Heliozentrisches Weltbild von Kopernikus, 1558-1603 Regierungszeit Elisbeth I. von England (Elisabethanisches Zeitalter), 1572 Hetzjagd gegen die Hugenotten in der Bartholomäusnacht, 1582 Russische Kosaken erobern das tatarische Khanat Sibir, 1585-1604 Englisch-Spanischer Krieg (Engländer vernichten die spanische Armada 1588), 1590 Bewegungsschrift von Galilei ("Von der Bewegung" - Neue Physik).

Persönlichkeiten des Jahrhunderts (10): 1. Martin Luther, 2. Nikolaus Kopernikus, 3. Galileo Galilei, 4. Elisabeth I. [von England], 5. William Shakespeare, 6. Johannes Kepler, 7. Johannes Calvin, 8. Karl V. [im Heiligen Römischen Reich], 9. Heinrich VIII. [von England], 10. Michelangelo.

 
Philosophen im 16. Jh. (5): Thomas Morus (1478-1535), Jean Bodin (1530-1596), Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592), Giordano Bruno (1548-1600), Francis Bacon (1561-1626).

Wissenschaftler im 16. Jh. (5): Gerhard Mercator (1512-1594), Andreas Vesalius (1514-1564), Tycho Brahe (1546-1601), Galileo Galilei (1564-1642), Johannes Kepler (1571-1630).

[Kopernikus: siehe 15. Jh.]

Politiker im 16. Jh. (5): Heinrich VIII. [von England] (1491-1547), Süleyman I. [im Osmanischen Reich] (1494-1566), Karl V. [im Heiligen Römischen Reich] (1500-1558), Iwan IV. [von Russland], der Schreckliche (1530-1584), Elisabeth I. [von England] (1533-1603).

Theologen im 16. Jh. (10): Martin Luther (1483-1546), Huldrych Zwingli (1484-1531), Ignatius von Loyola (1491-1556), Menno Simons (1496-1561), Gregor XIII. [Papst] (1502-1585), Johannes Calvin (1509-1564), John Knox (um 1514-1572), Francisco Suárez (1548-1617), Paul V. [Papst] (1552-1621), Mulla Sadra (um 1571/72-1640).

[Heinrich VIII. (von England): siehe Politiker im 16. Jh.].

Spezial / Reformatoren im 16. Jh.: kein Spezial (siehe: Theologen im 16. Jh.).



17. Jahrhundert - Rationalismus und Wissenschaft. Die drei grossen philosophischen Rationalisten (Descartes, Spinoza und Leibniz) prägten das Jahrhundert - zusammen mit den Empiristen arbeiteten sie an der Mitbegründung der modernen Wissenschaft - ebenso die niederländischen Landschaftsmaler sowie der erhabene, in Italien geborene Komponist Jean-Baptiste Lully, welcher als Hofkomponist vom französischen Sonnenkönig Louis XIV. amtend (bzw. eben [ein-] lullend), zwischen der alten und der neuen Musik stand, die im kommenden Jahrhundert aufkommen sollte. Ein grosses Jahrhundert der Philosophie, der Wissenschaft und der (schönen) Künste. Die Wissenschaft begründete sich als erste Kraft der zukünftigen Entwicklung, doch sie war in diesem Jahrhundert noch fest in der Hand der Royal Society, quasi einer geschlossenen Gelehrtengesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Ebenfalls in England richtete Cromwell (mit einer diktatorischen Herrschaft [1649/53-1658/59]) kurzzeitig so etwas wie den ersten bürgerlichen Republikanismus ein.

Weltgeschichte (15): 1600/1602 Gründung der Britischen und der Niederländischen Ostindien-Kompanie, 1605 Erste Wochenzeitung in Strassburg, 1611 Eröffnung der Amsterdamer Börse (bedeutendste Börse zu dieser Zeit und älteste Effektenbörse der Welt [ab 1623] - Goldenes Zeitalter der Niederlande im 17. Jh.), 1618-1648 Dreissigjähriger Krieg, 1620 Englische Pilgerväter übersiedeln auf der Mayflower nach Nordamerika (Neu-England), 1625 Völkerrechtsschrift von Grotius, 1627 Wissenschaftsschrift von Bacon ("Neu-Atlantis"), 1637 Methodenschrift von Descartes (Rationalismus), 1642 Rechenmaschine von Pascal, 1643-1715 Herrschaft von Louis XIV. ('Sonnenkönig') in Frankreich, 1644 Qing-Dynastie (1616-1912) übernimmt in China die Herrschaft (von der Ming-Dynastie), 1648 Westfälischer Frieden (gilt als Grundlage des späteren Nationalstaatensystems in Europa: in Deutschland entstanden viele relativ souveräne Kleinstaaten, die Schweiz erhält offiziell die Unabhängigkeit), 1650-1700 Zeit des Hochbarock* in der Kunstgeschichte, 1683 Zweite osmanische Belagerung Wiens, 1687 Principia Mathematica von Newton, 1689 Bill of Rights im Zuge der Glorious Revolution (1688/89) in England (Parlamentarismus).

* Das 17. Jahrhundert wird in der Kunstgeschichte auch das Jahrhundert des Barocks genannt (um 1580-1650 Frühbarock, um 1650-1700 Hochbarock, um 1700-1730 Spätbarock, um 1730-1770 Rokoko [Spätbarock und Rokoko werden manchmal gleichgesetzt]).

Persönlichkeiten des Jahrhunderts (10): 1. Isaac Newton, 2. Louis XIV. [von Frankreich], 3. René Descartes, 4. John Locke, 5. Peter I. [von Russland], 6. Oliver Cromwell, 7. Robert Boyle, 8. Thomas Hobbes, 9. Benedictus Baruch de Spinoza, 10. Gottfried Wilhelm Leibniz.

Maler im 17. Jh. (10): Peter Paul Rubens (1577-1640), Frans Hals (zw. 1580 u. 1585-1666), Nicolas Poussin (1594-1665), Jan van Goyen (1596-1656), Pieter Claesz (1596/97-1661), Diego Velázquez (1599-1660), Claude Lorrain (1600-1682), Rembrandt van Rijn (1606-1669), Jacob van Ruisdael (um 1628/29-1682), Jan Vermeer (1632-1675).

Musiker im 17. Jh. (5): Jean-Baptiste Lully (eigentlich: Giovanni Battista Lulli, 1632-1687), Johann Pachelbel (1653-1706), Arcangelo Corelli (1653-1713), Henry Purcell (1659-1695), Tomaso Albinoni (1671-1751).

Schriftsteller im 17. Jh. (10): Pedro Calderón de la Barca (1600-1681), Pierre Corneille (1606-1684), Cyrano de Bergerac (eigentlich: Hector Savinien de Cyrano, 1619-1655), Jean de La Fontaine (1621-1695), Molière (eigentlich: Jean-Baptiste Poquelin, 1622-1673), Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622-1676), Jean Racine (1639-1699), Daniel Defoe (1660-1731), Jonathan Swift (1667-1745).
 
Philosophen im 17. Jh. (10): Eward Herbert von Cherbury (1581-1648), Hugo Grotius (1583-1645), Thomas Hobbes (1588-1679), Johann Amos Comenius (1592-1670), René Descartes (1596-1650), Benedictus Baruch de Spinoza (1632-1677), John Locke (1632-1704), Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), Pierre Bayle (1647-1706), Giambattista Vico (1668-1744).

[Anmerkung: Bacon: siehe 16. Jh.].

Wissenschaftler im 17. Jh. (5): William Gilbert (1544-1603), William Harvey (1578-1657), Robert Boyle (1626-1691), Robert Hooke (1635-1703), Isaac Newton (1643-1715).

Politiker im 17. Jh. (5): Oliver Cromwell (1599-1658), Louis XIV. [von Frankreich] (1638-1715), Wilhelm III. [von Oranien und England] (1650-1702), Peter I. [von Russland], der Grosse (1672-1725).

Theologen im 17. Jh. (5): Johann Valentin Andreae (1586-1654), Samartha Ramdas (1608-1682), George Fox (1624-1691), Philipp Jacob Spener (1635-1705), Jakob Ammann (um 1644-1730).

Spezial / (Absolutistische) Könige im 17. Jh.: kein Spezial (siehe: Politiker im 17. Jh.).



18. Jahrhundert - Deutsche Klassik und Französische (Bürger-) Revolution (sowie Industrielle Revolution in England). Nach der (Natur-) Wissenschaft kam die (geistesgeschichtliche) Aufklärung. Das Ende des Jahrhunderts brachte die französische (Bürger-) Revolution (u.a. mit dem Sturm der Bastille 1789). Wegweisend dafür sind die Philosophen der Aufklärung (Montesquieu, Voltaire, Rousseau). Deutschland erlebt seine grosse Klassik in der Philosophie (Kant, Hegel) sowie auch in der Literatur (Goethe, Schiller). Man spricht vom Volk der Dichter und Denker (geprägt wurde dieser Begriff allerdings etwas später, von Madame de Staël [in deren Buch: "De l'Allemagne" (dt. Über Deutschland, 1813)]). Gleichzeitig blüht im deutschsprachigen Kulturraum, v.a. in Österreich, auch die Klassische Musik (Mozart, Beethoven). Die Bildende Kunst erlebt neue Höhepunkt der realistischen Malerei, v.a. in der Porträtkunst. In England beginnt die Industrielle Revolution mit ihrem Symbolbild: der Dampfmaschine. Leider war dies auch ein Jahrhundert vieler grosser Kriege in Europa. In den Erbfolgekriegen kam eine weit verstrickte Bündnispolitik auf.

Weltgeschichte (15): 1700-1721 Grosser Nordischer Krieg, 1701-1714 Spanischer Erbfolgekrieg (der halbe europäische Adel bekämpft sich um die spanische Thronfolge), 1707 England und Schottland schliessen sich zum Königreich Grossbritannien zusammen, 1740-1748 Österreichischer Erbfolgerkrieg, 1751-1780 Enzyklopädie von Diderot und D'Alembert, 1756-1763 Siebenjähriger Krieg, 1762 Gesellschaftsschrift von Rousseau ("Vom Gesellschaftsvertrag"), 1765 Dampfmaschine von Watt, 1769 Spinnmaschine von Arkwright, 1776 Wirtschaftsschrift von Smith ("Wohlstand der Nationen"), 1776 Unabhängigkeitserklärung der USA, 1789 Sturm der Bastille (Französische [Bürger-] Revolution), 1792-1815 Koalitionskriege bzw. Napoleonische Kriege, 1793/94 Schreckensherrschaft von Robespierre im revolutionären Frankreich, 1799-1814/15 Napoleons Herrschaft in Frankreich.

Persönlichkeiten des Jahrhunderts (10): 1. Adam Smith, 2. Jean-Jacques Rousseau, 3. Wolfgang Amadeus Mozart, 4. Immanuel Kant, 5. George Washington, 6. Johann Wolfgang von Goethe, 7. Voltaire, 8. James Watt, 9. Ludwig van Beethoven, 10. Maximilien de Robespierre. [Anmerkung: kein anderes Jahrhundert war derart überladen mit grossen Persönlichkeiten aus allen Sparten - ausser der Malerei - wie dieses!].

Maler im 18. Jh. (10): Antoine Watteau (1684-1721), Giovanni Antonio Canal (1687-1768), Giovanni Battista Tiepolo (1696-1770), François Boucher (1703-1770), Bernardo Bellotto (1722-1780), Johann Heinrich Füssli* (1741-1825), Francisco de Goya (1746-1828), Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829), William Blake (1757-1827), Caspar David Friedrich (1774-1840).

Musiker im 18. Jh. (10): Antonio Vivaldi (1678-1741), Georg Philipp Telemann (1681-1767), Jean-Philippe Rameau (1683-1764), Johann Sebastian Bach* (1685-1750), Georg Friedrich Händel (1685-1759), Pieter Hellendaal [der Ältere] (1721-1799), Joseph Haydn (1732-1809), Joseph Bologne (Chevalier de Saint-Georges, 1745-1799), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Ludwig van Beethoven (1770-1827).

* Am 21.3.2019 brachte Google ein interessantes Doodle, welches auf spielerische Weise die Harmonisierung in Bachs Musik aufzeigt. Sehr erstaunlich: man kann die Noten setzen, wie man will, meistens kommt durch die Harmonisierung in drei zugefügten Stimmlagen ein harmonisches Stück klassischer Musik heraus. (Dies erinnerte mich an diesen Medienbeitrag: auch Bilder von alten Malern können heute neu hergestellt werden - hier: Rembrandt.)

Schriftsteller im 18. Jh. (10): Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Friedrich [von] Schiller (1759-1805), Jean Paul (eigentlich: Johann Paul Friedrich Richter, 1763-1825), François-René de Chateaubriand (1768-1848), [Johann Christian] Friedrich Hölderlin (1770-1843), Walter Scott [1. Baronet von Abbotsford] (1771-1832), Novalis (eigentlich: Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, 1772-1801), Samuel Taylor Coleridge (1772-1834).
 
Philosophen im 18. Jh. (10): Christian Wolff (1679-1745), George Berkeley (1684-1753), Charles de Montesquieu (1689-1755), Voltaire (eigentlich: François-Marie Arouet, 1694-1778), David Hume (1711-1776), Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Denis Diderot (1713-1784), Adam Smith (1723-1790), Immanuel Kant (1724-1804), Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831).

Wissenschaftler im 18. Jh. (10): Carl von Linné (lat.Linnaeus, 1707-1778), Henry Cavendish (1731-1810), James Watt (1736-1819), Antoine Laurent de Lavoisier (1743-1794), Jean-Baptiste Lamarck (1744-1829), Alessandro Volta (1745-1827), Pierre-Simon Laplace (1749-1827), John Dalton (1766-1844), André-Marie Ampère (1775–1836), Carl Friedrich Gauss (1777-1855).

Politiker im 18. Jh. (10): Friedrich II. [von Preussen], der Grosse (1712-1786), Maria Theresia [von Österreich] (1717-1780), Katharina II. [von Russland], die Grosse (1729-1796), George Washington (1732-1799), Thomas Jefferson (1743-1826), Louis XVI. [von Frankreich] (1754-1793), Maximilien de Robespierre (1758-1794), Georges Danton (1759-1794), Napoleon Bonaparte (1769-1821), Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773-1859).

Theologen im 18. Jh. (5): Hakuin Ekaku (1686-1769), Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760), John Wesley (1703-1791), Pius VI. [Papst] (1717-1799), Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768-1834).

Spezial / (Weitere) Revolutionäre im 18. Jh. (5): Jean Paul Marat (1743-1793), Marie-Joseph Motier [Marquis de La Fayette] (1757-1834), Camille Desmoulins (1760-1794), François Noël Babeuf (1760-1797), Louis Antoine de Saint-Just (1767-1794).

[Robespierre, Danton, Bonaparte: siehe Politiker im 18. Jh.].



19. Jahrhundert - Industrialismus, Sozialer Aufbruch und grosse Fragezeichen. Dies ist das grosse Jahrhundert der Erfindungen in fast allen bedeutenden Bereichen (darunter: die Eisenbahn, die Fotografie, die Glühlampe, der Verbrennungsmotor oder das Telefon). In England spricht man vom Viktorianischen Zeitalter, welches geprägt war von der technologischen Entwicklung im Fortgang der Industriellen Revolution (18. Jh.) und dem Kolonialismus und einem beginnenden Imperialismus. Dem Fortschritt der Reichen (Industriellen) stand das Elend der Armen (Fabrikarbeiter) gegenüber. Der französische Schriftsteller Hugo beklagte dies in seinem Roman "Die Elenden". Der Liberalismus musste durch einen Sozialismus ergänzt werden. Die neuen Möglichkeiten schufen auch grosse Fragezeichen. Munch malte am Ende des Jahrhunderts die Verunsicherung des (spät-) modernen Menschen, in einer Welt der sich scheinbar auflösenden Formen und Normen.

Weltgeschichte (15): 1804 Zugmaschine/Dampflokomotive von Trevithik (Eisenbahn), 1806 Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (seit Karl dem Grossen: 800-1806), 1812 Niederlage Napoleons in Russland, 1814/15 Wiener Kongress zur Neuordnung Europas (nach den Napoleonischen Kriegen), 1815 Beginn der Aera des Imperialismus (Frühimperialismus, Informeller Imperialismus), 1837-1901 Herrschaftszeit von Königin Victoria in England (Höhepunkt des Britischen Empires), 1840-1842 Opiumkrieg in China, 1848 Kommunistisches Manifest von Marx und Engels, 1861 Verbrennungsmotor von Lenoir, 1861-1865 Sezessionskrieg zwischen Süd- und Nordstaaten in den USA (Sklavenfrage), 1863 Lassalle gründet den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein ADAV, 1870-1871 Deutsch-Französischer Krieg, 1883 Von Bismarck führt in Deutschland die gesetzliche Unfall- und Krankenversicherung ein, 1893 Neuseeland führt als erster Staat der Welt das Frauenwahlrecht ein.

Persönlichkeiten des Jahrhunderts (10): 1. Napoleon Bonaparte, 2. Charles Darwin, 3. Thomas Alva Edison, 4. Karl Marx, 5. Victoria [von England], 6. Otto von Bismarck, 7. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 8. Fjodor Dostojewski, 9. Vincent van Gogh, 10. Gregor Mendel.

Maler im 19. Jh. (15): Gustave Moreau (1826-1898), Camille Pissarro (1830-1903), Édouard Manet (1832-1883), Edgar Degas (1834-1917), Paul Cézanne (1839-1906), Claude Monet (1840-1926), Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), Paul Gauguin (1848-1903), Vincent van Gogh (1853-1890), Georges Seurat (1859-1891), Paul Signac (1863-1935), Edvard Munch (1863-1944), Wassily Kandinsky (1866-1944), Henry Matisse (1869-1954), Piet Mondrian (1872-1944).

Musiker im 19. Jahrhundert (10): Frédéric Chopin (1810-1849), Richard Wagner (1813-1883), Giuseppe Verdi (1813-1901), Bedrich Smetana (1824-1884), Johann Strauss [Sohn] (1825-1899), Johannes Brahms (1833-1897), Pjotr Tschaikowski (1840-1893), Antonin Dvorak (1841-1904), Modest [Petrowitsch] Mussorgski (1839-1881), Claude Debussy (1862-1918).

Schriftsteller im 19. Jh. (10): Honoré de Balzac (1799-1850), Victor Hugo (1802-1885), Charles Dickens (1812-1870), Walt Whitman (1819-1892), Fjodor Dostojewski (1821-1881), Jules Verne (1828-1905), Leo Tolstoi (1828-1910), Mark Twain (1835-1910), Joseph Conrad (eigentlich: Józef Teodor Konrad Korzeniowski, 1857-1924), Marcel Proust (1871-1922).
 
Philosophen im 19. Jh. (10): Arthur Schopenhauer (1788-1860), Auguste Comte (1798-1857), Ludwig Feuerbach (1804-1872), John Stuart Mill (1806-1873), Charles Darwin (1809-1882), Sören Kierkegaard (1813-1855), Karl Marx (1818-1883), Charles Sanders Peirce (1839-1914), Friedrich Nietzsche (1844-1900), Edmund Husserl (1859-1938).

Wissenschaftler im 19. Jh. (15): Michael Faraday (1791-1867), Justus von Liebig (1803-1873), Charles Darwin (1809-1882), Julius Robert von Mayer (1814-1878), Greogor Mendel (1822-1884), Louis Pasteur (1822-1895), James Clerk Maxwell (1831-1879), Dmitri Iwanowitsch Mendelejew (1834-1907), Henri Becquerel (1852-1908), Henri Poincaré (1854–1912), Sigmund Freud (1856-1939), Heinrich Hertz (1857-1940), Max Planck (1858-1947), Marie Curie (1867-1934), Ernest Rutherford (1871-1937).

Politiker im 19. Jh. (10): Napoleon III. (1808-1873), Otto von Bismarck (1815-1898), Victoria [von Grossbritannien] (1819-1901), Ferdinand Lassalle (1825-1864), Franz Joseph I. [von Österreich] (1830-1916), Cecil Rhodes (1853-1902), Woodrow Wilson (1856-1924), Wilhelm II. [im Deutschen Reich] (1859-1941), Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924), Winston Churchill (1874-1965).

[Bonaparte, Metternich: siehe 18. Jh.].

Theologen im 19. Jh. (10): Pius IX. [Papst] (1792-1878), Joseph Smith (1805-1844), Gottfried Mayerhofer (1807-1877), Baha'ullah (1817-1892), Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891), Ramakrishna (1836-1886), Jamal ad-Din al-Afghani (1838/39-1897), Rudolf Steiner (1861-1925), Swami Vivekananda (1863-1902), Mahatma Gandhi (1869-1948).

[Einige weitere könnten genannt werden in allen Religionen. Ein religiös sehr inspiriertes und vielschichtiges Jahrhundert (inkl. dem ersten Welttreffen der Religionen [1893], notabene).].

Spezial / Erfinder im 19. Jh. (10): Richard Trevithick (1771-1833 [Dampflokomotive]), Louis Daguerre (1787-1851 [Daguerrotypie (Fotografie)]), Gottlieb Daimler (1834-1900 [Benzinmotor]), Carl Benz (1844-1929 [Automobil]), Graham Bell (1847-1922 [Telefon]), Thomas Alva Edison (1847-1931 [Gleichstrom, Glühlampe]), Emil Berliner (1851-1929 [Schallplatte u. Gramophon]), Nikola Tesla (1856-1943 [Wechselstrom]), Auguste Lumière (1862-1954) u. Louis Lumière (1864-1948 [Kinematograph (Kino)]), Guglielmo Marconi (1874-1937 [Funkübertragung]).



20. Jahrhundert - Weltkriege, Kulturkritik und Popkultur. Nach der Zeit der Belle Epoque (im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert) kam der Mensch kaum richtig bzw. friedlich in dieses Jahrhundert hinein: die erste Hälfte des Jahrhunderts war geprägt vom Ersten Weltkrieg, der grossen Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg. Danach sprossen aber die Kräfte des Friedens, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Kunst wieder wie nie zuvor. Freilich wussten sie bald nicht mehr, in welche Richtung sie fliessen sollten, und so flossen sie in alle möglichen Richtungen. Auf die umfassende Kulturkritik in der Philosophie folgte die Popkultur in der Kunst. Pop ist Vereinfachung, Lebenslust, Extravaganz, Spielwitz und Vergnügungssucht. Sinnbildlich schuf die Hollywood-Filmwelt eine märchenhafte Welt für sich, wie man dies in dieser Intensität in der Kunst bisher nicht gekannt hat. Science-Fiction und Fantasy wurden zu bedeutenden Themen der Kunst und Kultur.

Weltgeschichte (15): 1903 Erster Motorflug der Gebrüder Wright, 1905/1916 Relativitätstheorie von Einstein, 1914-1918 Erster Weltkrieg, 1917 Oktoberrevolution in Russland (kommunistische Bolschewiki übernehmen in Russland unter Lenin gewaltsam die Macht*), 1920 Gründung des Völkerbunds (später UNO bzw. UN), 1929-1932 Weltwirtschaftskrise, 1930 Salzmarsch von Gandhi, 1939-1945 Zweiter Weltkrieg, 1941 US-Sender NBC erhält als erster Sender die Lizenz für den kommerziellen Fernsehbetrieb, 1969 Erste Mondlandung, 1971 Friedenssong von Lennon ("Imagine"), 1972 Meadows-Bericht über die Grenzen des Wachstums (Ökoproblematik), 1975 Personal Computer PC von IBM, 1991 Ende der Sowjetunion (1922-1991), 1991 World Wide Web von Berners-Lee.

* Kommunismus/Faschismus in Europa: 1917 Lenin als Regierungschef der Sowjetunion (bis 1924), 1922 Mussolini als Diktator Italiens (bis 1945), 1927 Stalin als Diktator der Sowjetunion (bis 1953), 1933 Hitler als Diktator Deutschlands (bis 1945), 1939 Franco als Diktator Spaniens (bis 1975 - und weitere).

Persönlichkeiten des Jahrhunderts (10): 1. Albert Einstein, 2. John Lennon, 3. Winston Churchill, 4. Adolf Hitler, 5. John F. Kennedy, 6. Elvis Presley, 7. Josef Stalin, 8. Mao Zedong, 9. Mahatma Gandhi, 10. Pablo Picasso.

[Anmerkung: in keinem Jahrhundert muss man so viele Politiker - und so viele schwierige Politiker - in die ersten zehn Positionen wählen, was zeigt, wie umstritten die Politik in diesem Jahrhundert war. Es war fast ein reines Rennen zwischen Politikern in der ersten Hälfte des Jahrhunderts und Künstlern in der zweiten Hälfte. Kein einziger Philosoph kann hier in die ersten zehn Positionen hineingenommen werden (die bedeutendsten etwa: Sartre, Heidegger, Wittgenstein [alle unter ferner liefen] - eine veritable Krise der Philosophie ist unübersehbar). Einstein wurde auch vom bedeutenden Time-Magazin auf Platz 1 gewählt - für mich gleichsam für die grosse Verwirrung in diesem Jahrhundert stehend (auf die Rangierung der weiteren Plätze hat es wohlweislich verzichtet [als Runners-up brachte es Gandhi und Roosevelt]). Auch bedenklich: wieviele bedeutende Persönlichkeiten in diesem Jahrhundert ermordet wurden, Selbstmord begangen haben oder hingerichtet wurden (darunter 4-5 Persönlichkeiten, welche in der Liste der zehn bedeutendsten Persönlichkeiten dieses Jahrhunderts stehen!). In vielem brachte dieses Jahrhundert die Menschheit an schwierige Erkenntnis- und Erfahrungsgrenzen von absoluten Menschheitskrisen: Faschismus, Atombombe, Ökoproblem. Daher kann es für die Menschheit und die Menschlichkeit im 21. Jahrhundert, in einer etwas bangen Frage, nur noch heissen: quo vadis?].

Maler im 20. Jh. (15): Kasimir Malewitsch (1879–1935), Paul Klee (1879-1940), Franz Marc (1880-1916), André Derain (1880-1954), Fernand Léger (1881-1955), Pablo Picasso (1881-1973), Georges Braque (1882-1963), Amedeo Modigliani (1884-1920), August Macke (1887-1914), Juan Gris (1887-1927), Marcel Duchamp (1887-1968), Marc Chagall (1887-1985), Max Ernst (1891-1976), Joan Miró (1893-1983), René Magritte (1898-1967), Mark Rothko (1903-1970), Salvador Dali (1904-1989), Jackson Pollock (1912-1956), Roy Lichtenstein (1923-1997), Andy Warhol (1928-1987), Chuck Close (geb. 1940), Roger Dean (geb. 1944), Jean-Michel Basquiat (1960-1988).

Musiker im 20. Jahrhundert (15): Igor Strawinski (1882-1971), Duke Ellington (1899-1974), Louis Armstrong (1901-1971), Glenn Miller (1904-1944), Ravi Shankar (1920-2012), Chuck Berry (geb. 1926), Elvis Presley (1935-1977), John Lennon (1940-1980, The Beatles), Bob Dylan (geb. 1941), Jimi Hendrix (1942-1970), Mick Jagger (geb. 1943, The Rolling Stones), Bob Marley (1945-1981), Jean Michel Jarre (geb. 1948), Agnetha Fältskog (geb. 1950, ABBA), Michael Jackson (1958-2009).

Schriftsteller im 20. Jh. (15): Hermann Hesse (1877-1962), James Joyce (1882-1941), Franz Kafka (1883-1924), Khalil Gibran (1883-1931), J.R.R. Tolkien (1892-1973), Bertolt Brecht (1898-1956), Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), John Steinbeck (1902-1968), George Orwell (1903-1950), Samuel Beckett (1906-1989), Albert Camus (1913-1960), Charles Bukowski (1920-1994), Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), Gabriel Garcia Márquez (1927-2014), Umberto Eco (geb. 1932).
 
Philosophen im 20. Jh. (15): Albert Einstein (1879-1955), Ernst Bloch (1885-1977), Ludwig Wittgenstein (1889-1951), Martin Heidegger (1889-1976), Max Horkheimer (1895-1973), Karl Raimund Popper (1902-1994), Theodor W. Adorno (1903-1969), Hans Jonas (1903-1993), Jean-Paul Sartre (1905-1980), Willard van Orman Quine (1908-2000), Michel Foucault (1926-1984), Noam Chomsky (geb. 1928), Jürgen Habermas (geb. 1929), Jacques Derrida (1930-2004), Slavoj Zizek (geb. 1949).

Wissenschaftler im 20. Jh. (15): Albert Einstein (1879-1955), Niels Bohr (1885-1962), Erwin Schrödinger (1887-1961), Wladimir Zworykin (1888-1982), Georges Lemaître (1894-1966), Alexander Iwanowitsch Oparin (1894-1980), Enrico Fermi (1901-1976), Werner Heisenberg (1901-1976), Francis Crick (1916-2004), Richard Feynman (1918-1988), James Watson (geb. 1928), Murray Gell-Mann (geb. 1929), Steven Weinberg (geb. 1933), Stephen Hawking (1942-2018), Tim Berners-Lee (geb. 1955).

Politiker im 20. Jh. (15): Konrad Adenauer (1876-1967), Josef Stalin (1878-1953), Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938), Franklin D. Roosevelt (1882-1945), Benito Mussolini (1883-1945), Adolf Hitler (1889-1945), Dwight D. Eisenhower (1890-1969), Francisco Franco (1892-1975), Mao Zedong (1893-1976), Deng Xiaoping (1904-1997), Lyndon B. Johnson (1908-1973), John F. Kennedy (1917-1963), Michail Sergejewitsch Gorbatschow (geb. 1931), Kofi Annan (1938-2018).

[Anmerkung: Wilson, Lenin, Churchill: siehe 19. Jh.].

Theologen im 20. Jh. (10): Muhammad Iqbal (1877-1938), Karl Barth (1886-1968), Haile Selassie I. [von Äthiopien] (1892-1975), Paul VI. [Papst] (1897-1978), Ruhollah bzw. Ayatollah Khomeini (1902-1989), Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), Billy Graham (1918-2018), Johannes Paul II. [Papst] (1920-2005), Hans Küng (geb. 1928), Tenzin Gyatso [Dalai Lama] (geb. 1935).

[Gandhi, Steiner: siehe 19. Jh.].

Spezial / Filmregisseure im 20. Jh. (10): Charles Chaplin (1889-1977), Fritz Lang (1890-1976), Howard Hawks (1896-1977), Frank Capra (1897-1991), Alfred Hitchcock (1899-1980), John Huston (1906-1987), Stanley Kubrick (1928-1999), Francis Ford Coppola (geb. 1939), Martin Scorsese (geb. 1942), Steven Spielberg (geb. 1946).

Kulturjahrzehnte (20. Jahrhundert) - was kultig war.

Zeitgeschichtlich gehören die ersten zwei Jahrhunderte des 20. Jahrhunderts zur sogenannten Belle Epoque (auch: Fin de Siècle, etwa 1884-1914, also auch etwa zwischen dem Deutsch-Französischen Krieg [1870-1871] und dem Ersten Weltkrieg [1914-1918]). In meinem Buch über die Philosophiegeschichte schrieb ich ausgehend vom Fussballthema über diese Zeit: "Was hat übrigens der Fussball mit der Belle Epoque zu tun [...]? Sehr viel! Der erste Fussballverein wurde in Sheffield bereits 1857 gegründet, die englische Football League First Division (heute: Premier League) nahm jedoch ihren Spielbetrieb in der Saison 1889 auf, also just in der Zeit der Belle Epoque - überhaupt scheint fast alles, was uns heute Spass macht und was heute zu unserer Unterhaltung dient (und aus der Zeit vor Computer, Internet und Multimedia stammt) in jener Zeit begründet worden zu sein: Schallplatte (1887 - von Emil Berliner), Filmvorführung (1895 - durch die Gebrüder Lumière) und eben auch der internationale Spitzensport mitsamt den Olympischen Spielen der Neuzeit (1896). Alles Erzeugnisse der Belle Epoque!" Auch die Erfindung des Automobils und des Flugzeugs sowie des Fliessbands (Massenproduktion) oder auch etwa das Coca-Cola-Getränk und das Frauenwahlrecht (1893 in Neuseeland - in anderen Ländern später) stammen aus dieser Zeit, die also äusserst wichtig für die nachfolgende bis heutige Kultur ist.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts kam der Begriff vom Dandy auf, welcher der erste spezielle Typus in Kunst und Kultur war (als Begründer des Dandytums gilt George Bryan 'Beau' Brummell [1778-1840] - wobei man allerdings zuvor auch noch den Romantiker erwähnen sollte [typischerweise etwa Schiller, Schlegel, Hölderlin, Novalis oder Schelling; der Einfluss der Romantik auf die nachfolgende Kunst war so gross, dass man vereinfachend man sagen könnte, dass die heutige Kunst eine Mischform ist aus dem Klassischen, dem Romantischen und dem Abstrakten (wenn wir darunter das eigentlich oder grundsätzlich vom Klassischen Abweichende verstehen)]). Im 19./20. Jahrhundert wurde der Typus des Dandys von anderen Typen abgelöst, von welchem jeder Kult seine eigene Art von leichtem Snobismus und spezifischer Extravaganz gefunden hat in der Abgrenzung gegen die allgemeine und übrige Kultur (das Dandytum hat sich der Idee nach irgenwie bis heute erhalten).

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: von der Belle Epoque bis zum Zweiten Weltkrieg, und vom Kubismus bis zum Swing.

1900-er: Avantgarde (Kunst), Buddenbrooks (Buch), Fliessband, Flugzeug, Ford T (Auto als Massenware), Groschenroman bzw. Heftroman* (aus dem 19. Jh.), Kino, Kubismus (Malerei), Monte Verità (Alternativkolonie), Olympische Spiele (aus dem 19. Jh. [1896]), Pablo Picasso, Relativitätstheorie, Sarah Bernhardt (im Film [Theater-Diva des 19. Jh.]). - 1910-er: Abstrakte Malerei, Dadaismus, Dixieland, Foxtrott (Tanz), Futurismus (Kunst), Kreuzworträtsel, Russische Revolution (Kommunismus/Anti-Kommunismus), Skrik (Der Schrei [Gemälde]), Tarzan (Buch) - ferner: Erster Weltkrieg. - 1920-er: Amazing Stories (USA [Pulp-Magazin]), Art déco, Bauhaus, Buster Keaton, Charleston (Tanz), Country (Musik), Der Process (Buch), George Gershwin, Jazz, Josephine Baker, Metropolis (Film), Pulp-Magazine (aka Pulps), Radio, Rudolph Valentino (Schauspieler), Surrealismus (Kunst), Time (Zeitschrift), Tonfilm, Tour de France, Völkerbund - ferner: Prohibition (Alkoholverbot in den USA). - 1930-er: Bigband, Brave New World (Schöne Neue Welt [Buch]), Charles Chaplin, Clark Gable, Comic-Heft (USA), Drive-in Theater (Autokino), Fiat Topolino, Fussball-Weltmeisterschaft, Gone With The Wind (Vom Winde verweht [Film]), King Kong (Film), La persistencia de la memoria (Die Beständigkeit der Erinnerung [Gemälde]), Laurel-&-Hardy-Film, Louis Armstrong, Mahatma Gandhi (Salzmarsch), Modern Times (Moderne Zeiten), Monopoly, Salvador Dali, Superman (Comic), The Marx Brothers, Tim und Struppi, VW Käfer, Zombie (Film) - ferner: Faschismus, Haile Selassie (Rede vor dem Völkerbund), Weltwirtschaftskrise. - 1940-er: Absurdes Theater, Batman, Casablanca (Film), Citizan Kane (Film), Der Spiegel (Zeitschrift [Deutschland]), Deux Chevaux (Citroën 2 CV), En attendant Godot (Warten auf Godot [Buch]), Existentialismus (als Leitkultur der Intellektuellen), Flipperautomat, Glenn Miller, Hitchcock-Film, Jean-Paul Sartre, Kinsey-Report (Studie), L'Étranger (Der Fremde [Buch]), McDonald's (USA), Nineteen Eighty-Four (1984 [Buch]), Swing, Le Petit Prince (Der kleine Prinz [Buch]), Tom & Jerry, United Nations Organization UNO, Vespa, Walt-Disney-Film - ferner: Zweiter Weltkrieg.

* Sehr interessant ist die Entwicklung der sogenannten Schund- und Trivialliteratur. Ihre Ursprünge liegen im Volksbuch - d.h. einer volkstümlichen Literatur (durchaus aber auch mit bekannten Autoren). Die Themen reichen vom Heimatroman (z.B. mit Uli der Knecht [Gotthelf]) über das satirische Lustspiel (etwa von Till Eulenspiegel [Grüninger (Verleger)]) bis zur (frühen) Mysterygeschichte (etwa mit Doktor Faust [Spies (Verleger)]). Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus diesem Genre der Groschenroman bzw. Heftroman, gegen Ende des 19. Jahrhunderts schliesslich in den USA das Pulpmagazin - mit neuen, modernen Themen. Die Themenvielfalt über alle diese Bereiche umfasst etwa folgende Genres (alphabetisch): Abenteuer-, Arzt-, Erotik-, Fantasy-, Heimat-, Horror-, Krieg-, Krimi-, Mystery-, Sagen (und Märchen)-, Science Fiction-, Sport-, Western-Geschichten und -Romane. Das sind also die Themen, die offenbar heute und früher besonders interessant sind/waren. Viele dieser Themen sind in der heutigen Kunst und Kultur so bedeutend, dass wir kaum mehr von Trivialthemen sprechen würden (und doch hängt ihnen dieses frühere Etikett vielleicht noch immer ein bisschen an - es sind grösstenteils Themen jedenfalls, mit welchen sich die gehobenere Wissenschaft bis heute eher selten bis gar nicht beschäftigt). All diese Themen haben sich auch bis etwa in die aktuelle Film- und Fernsehkultur bedeutend erhalten. Science Fiction und Fantasy sind die eigentlichen Kultthemen derzeit - mit Wurzeln, die relativ weit zurückreichen (als erste Werke der Science-Fiction-Literatur gelten etwa "Somnium" [1608] von Kepler oder "Mikromegas" [1752] von Voltaire - für Ausserirdische interessierten sich zu jener Zeit auch etwa die Royal Society oder Kant, während der bedeutendste Schub für das Genre gegen Ende des 19. Jh. von Verne und Wells ausging; die Fantasy hat ihren Ursprung natürlich, nebst der keltischen Mythologie, in den alten Rittersagen - insbesondere etwa in der Artussage, die seit dem 12. Jahrhundert in der höfischen Literatur ausgeschmückt wurde - in welchen schon Fabelwesen wie Drachen und Feen vorkommen - zur weitergefassten phantastischen Literatur werden auch bekannte frühere Werke wie "Gullivers Reisen" [1726] von Swift oder "Alice im Wunderland" [1865] von Carroll gezählt, bedeutende initiierende Autoren im 20. Jh. waren etwa Dunsany oder Tolkien).
ed Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts: vom Fernsehen bis zum Internet, und von James Dean bis zu Harry Potter.

1950-er: Albert Schweitzer (Friedensnobelpreis), Autoquartett, B-Movie, Beat Poetry, Bild (Boulevardzeitung [Deutschland]), Blue Jeans (in Europa und im Film), Bravo (Zeitschrift), Buddy Holly, Elvis Presley, Fernsehen, Formel-1-Rennsport, Fury (TV-Serie), Gunsmoke (Rauchende Colts [TV-Serie (USA)]), Haartolle, Halbstarker, James Dean, Jukebox, La strada (Das Lied der Strasse [Film]), Marilyn Monroe, Marlon Brando, Pelé/Brasilianische Fussball-Nationalmannschaft, Petticoat, Rebel Without A Cause (Film), Rhythm & Blues, Rockabilly, Rock'n'Roll, Scrabble, Strassenkreuzer (American Car), Transistorradio, West Side Story (Musical) - ferner: The Lord of the Rings (Buch). - 1960-er: Anti-Baby-Pille, Asterix, Barbie-Puppe, Bonanza, Easy Rider, Einkaufszentrum (Europa), Farbfernsehen (Europa), Flipper (TV-Serie), Flowerpower, Hardrock, Hippie, Jahrhundertsprung (Bob Beamon [Weitsprung]), James-Bond-Film, Jefferson Airplane, Jesus Christ Superstar (Musical), Jimi Hendrix, John F. Kennedy, Martin Luther King, Mini (aka Mini Cooper), Minirock, Mondlandung, Muhammad Ali, Porsche Carrera, Prager Frühling, Rocker, Skateboard (USA), Soul, Spaghettiwestern, Spiel ohne Grenzen (TV-Show), Star Trek (Raumschiff Enterprise), The Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone), The Beatles, The Flintstones (Familie Feuerstein), The Rolling Stones, The Twilight Zone (TV-Serie [USA]), Three Investigators (Die drei ???), Vietnamkriegprotest, Walt Disneys Lustige Taschenbücher, Wimbledon-Turnier (mit Profis), Woodstock, 2001: A Space Odyssey (Film) - ferner: Berliner Mauer (Kalter Krieg), Capitalism and Freedom (Kapitalismus und Freiheit [Schrift des Neoliberalismus]). - 1970-er: Abba, AC/DC, Alien (Film), Anti-Atomkraftbewegung, Apocalypse Now (Film), Björn Borg, Bob Marley, Breakdance, Charlie's Angels (3 Engel für Charlie), Columbo, Derrick (TV-Serie [Deutschland]), Disco (Musik), Dungeons & Dragons, Eddy Merckx, Floppy Disk, Funk, Jesus Christ Superstar (Musical), Kassettenrecorder, Monty Python, Mork & Mindy (Mork vom Ork [TV-Serie]), Muppet Show, Musikvideo, New Age, Polaroid-Sofortbildkamera, Pong, Pop (Europa), Progressive Rock, Punk, Reggae, Skinhead, Space Invaders, Star Wars, The Godfather (Der Pate [Film]), The Limits To Growth (Die Grenzen des Wachstums [Studie]), The Rocky Horror Picture Show (Musical), VW-Golf, Woody-Allen-Film, Zack (Comic). - 1980-er: Arcade (Spielsalonautomaten), Cats (Musical), CD, Commodore 64 (Spielcomputer), Contemporary R&B, Dalai Lama (Tenzin Gyatso - Friedensnobelpreis), Dallas (TV-Serie), Donkey Kong, Dynasty (Der Denver-Clan [TV-Serie]), Ego-Shooter-Game, E.T., Ferrari Testarossa, Gothic, Graffiti (USA), Grüne, Handheld Game, Heavy Metal, HipHop, Hooligan, Indiana Jones, Italo Disco, Labtop (aka Notebook), Late Night (TV-Show [USA]), Madonna, Magnum (TV-Serie), Maradona, Mario Game, Mauerfall in Berlin, Michael Jackson, MTV (Musiksender), New Wave, Pac-Man, PC, Rubik's Cube, Sneakers, Terminator, Tetris, Walkman, Windows, Yuppie, Zombiefilm. - 1990-er: AltaVista (Internetsuchmaschine), Baywatch (TV-Serie), Boygroup, Burning Man (Festival [USA]), Chat, Die Siedler von Catan (Brettspiel), DVD, Email, Eurodance, Europäische Gemeinschaft EG, Friends (TV-Sitcom), Gameboy, Google, Grunge (Musik), Harry Potter, Internet (bzw. World Wide Web), Internet Explorer, Loveparade, Magic: The Gathering, Matrix, Michael Schumacher, Mortal Kombat, Need for Speed, Nelson Mandela (Friedensnobelpreis), Netscape Navigator (Internetbrowser), New Economy, Ragga/Dancehall (Reggae), Red Bull, Stand-up-Comedy (Europa), Surfen (im Internet), SUV (Sport Utility Vehicle od. Geländelimousine), Techno, The Simpsons, Titanic (Film), Trance, Tutti Frutti (TV-Show [Deutschland]), Tour de Farce (1998), UEFA Champions League, Yahoo.

Anmerkung: teils wurde hier das Gründungsjahr eines Phänomens angegeben, teils auch der Berühmtheitszeitpunkt, die Hochblüte oder die klassische Phase - teils handelt es sich um Mainstreamphänomene, teils eher um bedeutendere Subkulturphänomene. Auffallend natürlich: wie stark die Kultur in den Jahrzehnten der Nachkriegsjahr von der Jugendkultur geprägt wurde, die eigentlich erst in dieser Zeit wirklich aufgekommen ist (eine ausschliessliche oder vorwiegende Jugendkultur gab es vorher gar nicht - zudem waren die Kulturtrends auch noch nicht so international wie heute). Im Schatten der wachsenden Jugendkultur ging die zeitgenössische Literatur einigermassen unter (die Philosophie - als ein Spezialzweig der Literatur - natürlich sowieso). Die Musik wurde zur bedeutendsten Kultursparte überhaupt (bis etwa in die 1990-er Jahre - abgelöst vom Film/Video?).

Und was ist eigentlich heute kultig? Es sind seit den 2000-er Jahren vorwiegend Smartphone- und Internet- sowie Gamephänomene. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass das 20. Jahrhundert (inkl. Belle Epoque) für längere Zeit das trendigste überhaupt bleiben könnte. Dies hat wohl viel mit den bedeutenden Entwicklungen im Verkehrs-/Transport- (Automobil, Flugzeug) und Informations-/Kommunikationssektor (Radio, Fernsehen, Computer, Internet, Multimedia) zu tun. Vermutlich sind die heutigen Kulte auch zunehmend viel kurzlebiger als die früheren. Das Internet hat nicht den Fernseheffekt, welcher die ganze Familie für die gleiche Sendung vor dem TV-Sender versammelte. Auch das speichern von Kunstwerken (CD, DVD) wird weniger wichtig, in einer Zeit, in welcher zunehmend alles vom Internet heruntergestreamt werden kann. Es bleibt zwar alles vorhanden, aber es wird nicht mehr gross gesammelt. Zu nennen ist schliesslich auch der Blaseneffekt, welcher die Kunst noch stärker segmentiert als dies früher der Fall war. Viele Menschen halten sich in Spezialblasen auf und nehmen den Rest der zeitgenössischen Kunst gar nicht wahr (vielleicht sollten wir heute nicht mehr von Modetrends, sondern von Blasentrends sprechen - und nicht mehr von der Moderne, sondern von spätmodernen Blasiertheiten [die ganz anders geartet sind als die alles mitreissenden Zeittrends des 20. Jahrhunderts, wie etwa Rock'n'Roll, Flowerpower oder Techno]). Besonders aufällig ist, dass die grossen Persönlichkeiten der Kunst heute weitgehend fehlen: ein James Dean, Marilyn Monroe, Elvis Presley oder John Lennon ist weit und breit nicht in Sicht in der heutigen Kunst. Es scheint, als seien die Persönlichkeiten - trotz stark gesteigertem Marketing, notabene - zunehmend austauschbar. Dies gilt sogar für den Film, welcher als stärkster Kulturbereich die Musik, die dieses Prädikat im 20. Jahrhundert innehatte, zu überholen scheint. Nicht mehr die einzelne schauspielerische Leistung steht im Vordergrund, sondern die Macht überwältigender Bilderfluten. Der letzte grosse und kultige Einzel- und Figurenerfolg ist wohl immer noch jener der fiktiven Figur von Harry Potter (welcher fast an alte literarische Tage und Figuren erinnert), und der stammt aus dem ausgehenden 20. Jahrhundert (bezeichnenderweise im Kinderbereich*, wo die Kunst noch etwas weniger segmentiert und blasiert ist). Immerhin zeigt gerade dieses Beispiel, dass ein solcher Erfolg immer noch möglich ist. Und dass nicht wieder andere, neue Dinge kommen werden, welche die Menschen in Atem halten, darüber müssen wir uns wohl keine Gedanken machen. Was wir auch nicht tun sollten, ist: die heutige Zeit unterschätzen - sie wird im Rückblick sicher Muster und Strukturen zeigen, die wir heute teils noch gar nicht erkennen können.

* Im Kinder- und Jugendbereich gibt es zwar sehr viele Produkte heute, was aber wirkliche Kinder- und Jugendkultur ist, das wissen wir eigentlich noch immer nicht. Manche Genres der heutigen Kultur stammen aus der alten Literatur und waren ursprünglich überhaupt nicht für Kinder gedacht. Vielleicht eine interessante und spannende Frage einer zukünftigen Kultur (u.a.): was für eine Kultur würden Kinder und Jugendliche selber machen (und/oder haben wollen), wenn sie die Mittel dazu hätten?

2000-er Amazon, Avatar (Film), Bejeweled (Videogame), Big Brother (Reality-TV-Show), Call of Duty (Videogame), China (als neue Weltmacht), Cristiano Ronaldo, Darknet, Dr. House, Dschungelcamp, Ebay, Eminem, Facebook, Gladiator (Film), Google Chrome, Gratiszeitung, Hipster, Lance Armstrong, League of Legends (Onlinegame), Manga (Europa), Massively Multiplayer Online Game MMOG, Mobile App, Mozilla Firefox, Neuer Atheismus, Reality-TV, Roger Federer, Second Life (Virtuelle Welt), Smartphone, Spotify, Tesla (Elektroauto), The Big Bang Theory (TV-Serie), The Lord of the Rings (Film), Tiki-taka/Spanische Fussball-Nationalmannschaft, Twitter, Vegetarismus (im Mainstream), Virtual Reality, WikiLeaks, Wikipedia, Youtube - ferner: 9/11 (Terroranschlag auf World Trade Center). - 2010-er Arabischer Frühling, Barack Obama, Bitcoin, Drohne/Quadrocopter, E-Sports (Europa), E-Zigarette, Fake News, Filterblase, Fortnite, Game of Thrones, Greta Thunberg, Hearthstone (Onlinegame), Herz-Handzeichen, Ice Bucket Challenge, Influencer, Internet-Challenge, Instagram, Internet der Dinge, Justin Bieber, Kickstarter, Messi, Netflix, Neymar, Pokémon Go, Populismus, Selbstbedienungskasse, Snapchat, Streaming (Musik, Filme), Tinder, Verschwörungstheorie, Whistleblower - ferner: IS-Terror. [Liste wird noch erweitert.]




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